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2007 - Umweltpolitischer Jahresrückblick: Mensch, Natur und Umwelt (nicht nur) in Südbaden, Elsass und am Oberrhein

19.12.2007
19.Dezember 2007

Sehr geehrte Damen und Herren in den Redaktionen,

alle Jahre wieder – unser umweltpolitischer BUND-Rückblick auf das vergangene Jahr. Ein kurzer, zwangsläufig unvollständiger Überblick über einige Umwelt- und Naturschutzthemen, nicht nur im Dreyeckland. Und eben auch - wie alle Jahre wieder - Informationen über Erfolge und Misserfolge.

- Nie waren die Schornsteine grüner als im Jahr 2007
Der menschengemachte Klimawandel ist ein ziemlich altes BUND-Thema. Dennoch waren auch die BUND-Aktiven in Freiburg überrascht, mit welcher Vehemenz der Klimaschutz zum zentralen umweltpolitischen Thema wurde. Je mehr der Klimawandel politisch in den Vordergrund rückte, desto „grüner“ wurden die Anzeigen der Kohle- und Atomkonzerne, insbesondere der EnBW. Die Forderung nach Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke dient auch der psychologischen Entlastung vieler Politiker der Atom- und Kohleparteien. Sie tragen die Hauptverantwortung für die bisherige und zukünftige Verschwendung von Energie, Rohstoffen und für die drohende Klimaveränderung. Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne bieten ihnen jetzt eine schöne Illusion, mit der sie sich scheinbar aus der Verantwortung stehlen können.
http://www.bund-rvso.de/burson-marsteller-nuklearforum-schweiz.html

- Die Auseinadersetzung mit Greenwash beschäftigt

uns schon lange. Mit der Gründung des so genannten Umweltvereins "Au fil du Rhin" (dt.: "Am Rhein entlang") in Fessenheim versuchten die beiden AKW-Betreiber EDF und EnBW den Begriff der Nachhaltigkeit für sich zu besetzen und die Umweltbewegung nach amerikanischem Vorbild zu spalten und zu kaufen. Vier Jahre lang haben wir uns intensiv mit diesem Greenwash-Verein auseinander gesetzt und intensiv gegengehalten. Jetzt berichtete das Magazin der Süddeutschen Zeitung über das "Verschwinden von "Au fil du Rhin", das uns auch schon aufgefallen war. Wenn das stimmt, hat das viel mit unserer BUND-Arbeit und Gegeninformation (auch im Internet) zu tun.
http://www.bund-rvso.de/au-fil-du-rhin-greenwash.html

- Keine zweite Müllverbrennungsanlage und keine Müll(fern)transporte nach Bremgarten
Die unglaubliche Abwärmeverschwendung (nicht nur!)bei der bestehenden Müllverbrennungsanlage TREA im Gewerbepark Breisgau ist und bleibt ein wichtiges Thema unserer BUND-Umweltarbeit. 50 Megawatt Abwärme, d.h. täglich das Wärmeäquivalent von 120 000 Litern Erdöl, wird ungenutzt an die Umwelt abgegeben. 2007 war in Bremgarten eine zweite MVA in Planung, für die der Müll aus großer Entfernung herangekarrt worden wäre. Angesichts des drohenden Klimawandels dürfen nach unserer Ansicht zukünftig keine Kraftwerke und Großverbrennungsanlagen mehr ohne Abwärmenutzung gebaut werden. Unser Engagement bei der Verhinderung der zweiten Müllverbrennungsanlage in Bremgarten ist ein wichtiger Beitrag des BUND-Regionalverbandes zum Klimaschutz. Unser kontinuierlicher Druck zur Nutzung der Abwärme des bestehenden Müllofens wird nicht nachlassen.
http://www.bund-rvso.de/trea-pelletswerk-biogas-forchheim.html

- Auch im Breisgau müssen Pendler für Stuttgart 21 auf Zugverbindungen verzichten

„Stoppt das Milliardengrab Stuttgart 21!“ Mit dieser Forderung haben BUND-Aktive im Rahmen einer kleinen Aktion gegen die Zug-Streichungen im regionalen Bahnverkehr demonstriert. Unnötige, überdimensionierte Protzprojekte in der fernen Landeshauptstadt fressen die Gelder, die der ÖPNV am Oberrhein und der dringend benötigte Lärmschutz bei neuen Bahntrassen benötigen.
http://www.bund-rvso.de/verkehr-strassen-suedbaden.html

- Die geplante, problematische „Stinkefabrik“ (Auto-Schredderanlage) am Rhein bei Nambsheim (F) wird (vermutlich) nicht gebaut
Das Problem der geplanten 456 Hektar Industriezone nördlich von Fessenheim aber bleibt. Erstaunlich ist das geringe deutsche Medieninteresse an Planungen, die unsere Lebensqualität massiv bedrohen. Die neue französische Schwerindustriezone, aber auch die zunehmende Verscheußlichung der Landschaft und der Flächenverbrauch am Oberrhein sollten nach unserer Ansicht ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit Alsace Nature werden. Was der BUND generell vermisst, ist eine inhaltliche Debatte um Vor- und Nachteile der geplanten Metropolregion Oberrhein, um Flächenverbrauch und Zersiedelung.
http://www.bund-rvso.de/gde-guy-dauphin-erfolg.html

- Über 1100 Menschen informieren sich zwischenzeitlich täglich
auf unserer regionalen BUND-Homepage www.bund-freiburg.de über Naturschutz und Umweltthemen am Oberrhein. Dort finden Sie auch einige Infos über unsere 35 BUND-Gruppen in der Region, die sich insbesondere im klassischen Naturschutz engagieren.

- Drei illegale Werbeschilder an der Autobahn wurden abgebaut
Unsere Initiative gegen die illegale „Verschilderung“ der Landschaft war erfolgreich. Auf Grund unserer Aktivitäten wurde das IKEA-Schild in Teningen und zwei große Werbebanner bei Hartheim an der Autobahn abgebaut. Bundesweit haben andere Umweltgruppen unsere Initiative aufgegriffen. Zwischenzeitlich finden sich gute Tipps und Gerichtsurteile gegen die „Verschilderung“ auf unserer Homepage www.bund-freiburg.de und werden rege nachgefragt. Werbeschilderreihen wie in Italien soll es in unserer Landschaft nicht geben.
http://www.bund-rvso.de/autobahn-werbung.html

- Ein großes und wichtiges BUND-Thema war in diesem Sommer der Maiswurzelbohrer
Der „Maiswurzelfiesling“ ist 2007 in unserer Region erstmals angekommen. Jetzt entscheidet sich, in welche Richtung sich die Landwirtschaft langfristig entwickeln wird. Wird der Monokulturwurzelbohrer mit Gift und Genmais oder mit ökologisch und ökonomisch sinnvollen Fruchtfolgen bekämpft? Das erste deutsche Befallsgebiet war bei uns am Südlichen Oberrhein. Jetzt wird er bundesweit an immer neuen Stellen gefunden. Wir haben das Thema intensiv aufgegriffen und mit der in der Schweiz praktizierten Fruchtfolge erfolgversprechende Alternativen zu Gifteinsatz und Genmais aufgezeigt. Grundwasserschutz hat hier am Oberrhein leider nur eine kleine Lobby...
http://www.bund-rvso.de/maiswurzelbohrer.html

- Das altersschwache AKW Fessenheim
ist und bleibt leider unser Dauerthema. In diesem Jahr rückte die Bedrohung des AKW durch Erdbeben und Terrorismus in den Vordergrund. Auf der ungesicherten Ostseite des Atomkraftwerks gibt es einen für jedermann nutzbaren Fahrweg mit „freiem Blick“ auf das Atomkraftwerk. Gemeinsam mit französischen Umweltgruppen engagieren wir uns für die Schließung des AKW. Solange es aber noch läuft, muss es „so sicher als möglich“ betrieben werden, d.h. der Fahrweg sollte gesperrt und gesichert werden.
http://www.bund-rvso.de/fessenheim-akw-terrorgefahr.html

- Teninger Schuttloch
Endlich wird eine der problematischsten Altlasten in Südbaden saniert: die ehemalige Teninger Müllkippe an der Autobahn. Die im Volksmund "Schuttloch" genannte Müllkippe zeigt exemplarisch, wie leichtfertig und verantwortungslos in der Vergangenheit mit gefährlichen Giften umgegangen wurde. Ärgerlich ist aber auch, dass wie so häufig die Allgemeinheit für die Kosten aufkommt. 5,2 Mio. Euro soll die jetzt geplante Sanierung kosten, für die das Land (zu 86,25%) und die Gemeinde - also immer wir SteuerzahlerInnen - zahlen müssen.
http://www.bund-rvso.de/teningen-altlast-frako-tscheulin.html

- Auch im „klassischen“ Naturschutz sind wir an vielen Stellen aktiv
Im Kappler Kleintal kümmert sich unser Arbeitskreis Naturschutz um den Amphibienschutz, und gerade im Naturschutz sind auch unsere Gruppen in den Gemeinden sehr aktiv. In einer Zeit, in der positive Meldungen aus dem Naturschutzbereich eher Seltenheitswert haben, freut sich der BUND-Regionalverband besonders über das jetzt bestätigte Vorkommen der bedrohten Wildkatze am Kaiserstuhl.
http://www.bund-rvso.de/bund-arbeitskreise.html

Axel Mayer / Regionalgeschäftsführer
Und der Regionalvorstand: Ellen Koppitsch, Frank Baum, Ilse Weghaupt, Silvia Wagner, Gerhard Völker und Roland Burkhart



Umweltpolitischer Jahresrückblick des Bund für Umwelt und Naturschutz, Regionalverband Südlichen Oberrhein für Südbaden, Elsass und Nordschweiz.
Umwelt Rückblick für die Jahre 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004, 2003, 2002, 2001, 1999...









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Dieser Artikel wurde 3846 mal gelesen und am 12.12.2016 zuletzt geändert.