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Akw Beznau: Schwerwiegendster Störfall seit Jahrzehnten

09.11.2009
Akw Beznau: Schwerwiegendster Störfall seit Jahrzehnten

„Un-Passend“ zum 40 jährigen Jubelfest des drittältesten Druckwasserreaktors der Welt in Beznau wurde jetzt bekannt, dass im Sommer der schwerwiegendste Störfall seit Jahrzehnten stattgefunden hat.

„Das eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) hat ein Strafverfahren gegen die Beznau-Betreiberin Axpo eingeleitet, weil zwei Mitarbeiter im August massiv verstrahlt wurden. Es ermittelt wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Widerhandlung gegen das Strahlenschutzgesetz, wie Recherchen der Schweizer «SonntagsZeitung» zeigen. Die Maximalbuße betrage 10'000 Franken, heisst es.
Am 3. August seien zwei Angestellte des AKW Beznau 2 bei Arbeiten unterhalb des Reaktordruckbehälters einer Strahlendosis von bis zu 38 Millisievert ausgesetzt worden, berichtet die «SonntagsZeitung» . Der Grenzwert liege für beruflich strahlenexponierte Personen bei 25,4 Millisievert.
Die Axpo habe die Überschreitung am folgenden Tag als Ines-1-Vorfall deklariert. Ines ist die Internationale Erreignisskala von 0 bis 7. Die meisten Ereignisse in der Schweiz gehören zur Stufe 0. Nach umfangreichen Abklärungen habe das Ensi den Vorfall kürzlich auf die Ines-Stufe 2 gesetzt und ein Strafverfahren eröffnet.
Es sei der schwerwiegendste Störfall seit Jahrzehnten: Seit der definitiven Inbetriebnahme der Ines-Skala im Jahr 1992 ist das der einzige Ines-2-Fall in einem schweizerischen Kernkraftwerk, habe Ensi-Sprecher Anton Treier bestätigt.“
Quelle Schweizer Fernsehen

Die Kraftwerkbetreiberin Axpo hatte die Panne dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) gemeldet und gemäss der Internationalen Ereignisskala (Ines) als Ines-1-Vorfall deklariert. Erstaunlich ist allerdings, dass diese Einschätzung von der Ensi nach einer ersten provisorischen Überprüfung auch so übernommen wurde. Erst im Laufe der weiteren Abklärungen ist die Kontrollbehörde zum Schluss gelangt, dass es sich am 3. August um einen Ines-2-Vorfall gehandelt hat.
Ähnlich wie bei Unfällen in deutschen AKW (Brunsbüttel) werden Unfälle auch in der Schweiz gezielt heruntergespielt. Gerade vor dem 40 Jahre-Jubelfest passten solche Meldungen einfach nicht. Es soll ja schließlich Akzeptanz für die Gefahrzeitverlängerung und für den Neubau von AKW geschaffen werden. Die Verstrahlung von Mitarbeitern ist schlimm und doch sind dieser heruntergespielte Unfall und die Schnellabschaltungen nur ein Symptom für die massiven technischen Probleme im drittältesten Druckwasserreaktor der Welt.

Axel Mayer, BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein

Mehr Infos zum AKW Beznau:
http://www.bund-rvso.de/akw-beznau.html

AKW Beznau - Zeitbombe


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Dieser Artikel wurde 3861 mal gelesen und am 9.11.2009 zuletzt geändert.