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Klima, Klimawandel, Klimaschutz / Atomkraft, Atomkraftwerk, AKW, KKW, Kernkraft, Kernenergie & die UN-Klimakonferenz in Bonn 2017

11.10.2017

Klima, Klimawandel, Klimaschutz / Atomkraft, Atomkraftwerk, AKW, KKW, Kernkraft, Kernenergie & die UN-Klimakonferenz in Bonn 2017

BUND Info: Kernenergie schützt das Klima! Eine gut gesteuerte Illusion

„Atomkraftwerke schützen das Klima“. Damit werben die weltweit agierenden Atomkonzerne in der Kampagne «Nuclear for Climate» bei jedem Weltklimagipfel und vermutlich auch beim UN-Klimakonferenz in Bonn 2017 . Die geschickte Werbebotschaft der AKW-Betreiber soll nach Fukushima endlich wieder Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen. Im Zeitalter der organisierten Desinformation erleben wir hier ein spannendes Exempel. Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne bieten den Politikern jetzt eine schöne Illussion, mit der diese sich aus der Verantwortung stehlen wollen. Mit vorgeschobenen Umweltargumenten wird Umwelt- und Klimaschutz verhindert und umweltgefährdente Atomanlagen "grüngewaschen". Die Propaganda der Umweltzerstörer und Atomlobby ist besser geworden. Die Nutzung der Atomenergie ist nicht nur lebensbedrohend, sondern auch die teuerste Art von Klimaschutz.

Der Beitrag der Atomenergie zur weltweiten Energieversorgung liegt bei lediglich 2% während der Beitrag der erneuerbaren Energien schon 18% beträgt. Mit einer „2%-Technik“ ist das das Klimaproblem nicht zu lösen.


Das Nuklearforum Schweiz
hatte zur Durchsetzung neuer Kernkraftwerke die „besten“ Propagandisten eingekauft. Burson-Marsteller übernahm vor Jahren das Berner Büro des Schweizer Nuklearforums. Burson Marsteller wirbt für Geld für (fast) alles.

Es gibt keine Klimaveränderung
war eine der vielen Werbeaussagen von Burson Marsteller. Um das Jahr 1990 lancierte das weltweit agierende PR Unternehmen eine massive und erfolgreiche Anti – Klimaschutzkampagne im Auftrag von verschiedenen US-Ölfirmen und US – Autoherstellern. Es ging darum aus wirtschaftlichen Interessen die Gefahren der Klimaerwärmung herunterzuspielen.

„Wegen der Klimaveränderung brauchen wir unbedingt Atomkraftwerke“
ist erstaunlicherweise jetzt die gegensätzliche, neue Werbebotschaft der Atomindustrie für die Burson Marsteller nun arbeitet. „Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing“ und diese Lieder klingen doch recht unterschiedlich. Jetzt arbeitet Burson-Marsteller für die großen Schweizer Atomkonzerne und singt laut, misstönend und für viel Geld das hohe Lied des Klimaschutzes und der „klimafreundlichen“ Atomenergie. „Die geschickte Werbebotschaft der AKW-Betreiber soll Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen - ein spannendes Exempel für organisierte Desinformation. Wie in der Klimalügenkampagne wird wieder mit Halbwahrheiten gearbeitet und der Erfolg in den Medien ist erneut beträchtlich.

Der Bau neuer AKW kommt uns wesentlich teurer
als das Energiesparen oder die Errichtung moderner Gaskraftwerke. Umweltforscher haben berechnet, dass sich durch Investitionen im Bereich Energieeinsparung mehr als die doppelte Menge an Kohlendioxid vermeiden lässt als bei vergleichbaren Investitionen in den Bau neuer AKW. Atomenergie soll angeblich der Schlüssel zum Klimaschutz sein, da sie kein Kohlendioxid (CO2) emittiert. Dies ist nur auf den ersten Blick richtig. Auch Atomenergie ist nicht CO2-frei zu haben! Denn der Betrieb von Uranerzminen und Urananreicherungsanlagen, der Transport von Atommüll und nicht zuletzt der Bau und Abriss von Atomkraftwerken verursachen CO2-Emissionen. Das Freiburger Öko-Institut hat eine interessante Bilanz erstellt: Die CO2-Emissionen eines AKW betragen etwa 25-50 Gramm/Kilowattstunde.

CO2-Ausstoss von bis zu 288 Gramm pro kWh
Einzig der Betrieb eines Atomkraftwerks ist nahezu CO2-frei. Wird die ganze Atomstromproduktion vom Uranabbau bis hin zur Stilllegung der Atomkraftwerke und die Entsorgung radioaktiver Abfälle berücksichtigt, so wird ein AKW zum Klimasünder: Eine Analyse von 103 Studien zeigt eine sehr grosse Bandbreite. Diese reicht von 1,4 bis 288 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Auch im Vergleich mit erneuerbaren Energien wird klar, wo die echten Klimaschutzpotentiale liegen: Laut Berechnungen des World Information Service on Energy (WISE) spart ein neues Windrad pro investierten Euro drei Mal mehr CO2 ein als ein neuer Reaktor.

Der Anteil fossiler Energien an der weltweiten Energieversorgung beträgt heute 90 Prozent. Um das Klima zu retten, muss ein erheblicher Teil der fossilen Energieproduktion ersetzt werden. Der Anteil der Atomenergie liegt heute bei 2 Prozent. Und der Trend zeigt nach unten: Während 1996 der weltweite Atomstromanteil noch 17,6 Prozent betrug, waren es im Jahr 2014 nur noch 10,8 Prozent. Die wenigen AKW-Neubaupläne in Europa zeigen weshalb. In Olkiluoto und Flamanville explodieren die Kosten, in England verlangt die Betreiber-Gesellschaft schon vor Baustart staatliche Subventionen. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass zwischen 2000 und 2013 57 Prozent der weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien flossen und nur 3 Prozent in die Atomenergie.
Quelle: SES 26.11.2015


Mit falschen Argumenten nutzen AKW-Befürworter die berechtigte Sorge der Bevölkerung vor dem Klimawandel, um mehr Akzeptanz für die atomare Technologie zu schaffen. Nur der Dreiklang aus erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung kann den Klimawandel stoppen. Aus Techinikoptimisten und Förderern in Sachen Atomtechnologie werden Technikpessimisten und Verhinderer, wenn es um Sonnenenergie und Windkraftwerke geht.
Die ökologische Ärzteinitiative IPPNW hat berechnet, dass bis zum Jahr 2050 1000 neue AKW gebaut werden müssten (bisher gibt es weltweit 442), um 10 % der fossilen Energie zu ersetzen. Die endlichen Uranreserven wären dann in Kürze erschöpft.



Krypton 85,
welches im Atomkraftwerk entsteht und spätestens bei der Wiederaufarbeitung oder Konditionierung von Atommüll frei wird, findet bei aktuellen Klimadebatten keine Beachtung. Die Konzentration von Krypton 85 in der Erdatmosphäre hat in den letzten Jahren durch die Atomspaltung stark zugenommen, und war noch nie so hoch wie heute. Das kaum beachtete Krypton 85 wirkt sich intensiv auf das Klima aus, spielt jedoch bei aktuellen Debatten keine Rolle.

Die Fachautorin Helga Linsler schreibt über Krypton 85: "Das radioaktive Edelgas Krypton 85, ein Produkt der Kernspaltung, ionisiert die Luft unter allen radioaktiven Stoffen am intensivsten. Einmal freigesetzt, bleibt Krypton 85 so lange in der Atmosphäre, bis es innerhalb eines Zeitraumes von 110 Jahren auf 1 Promille zerfällt. Es löst sich in den Meeren nur gering, etwa 15mal weniger als CO2 ." (http://www.sofortiger-atomausstieg.info/krypton85.htm Stand 20.03.04)

Selbst wenn ab sofort weltweit alle verfügbaren Mittel in den Ausbau der Atomenergie gelenkt würden,
wäre der Effekt auf den globalen Treibhausgas-Ausstoß marginal. Gleichzeitig würden neue Probleme von gewaltiger Dimension geschaffen. So würden die begrenzten weltweiten Uran-Vorräte schon nach wenigen Jahrzehnten versiegen, mit allen damit verbundenen Sicherheitsrisiken, neue technische Katastrophenherde in großer Zahl über den Globus verteilt, in Entwicklungsländern und Krisenregionen neue Ziele für kriegerische Übergriffe geschaffen, alle Bemühungen zur Eindämmung der Weiterverbreitung von Atomwaffen konterkariert, Terroristen ein ungeheures Erpressungspotenzial auch in schlecht geschützten Regionen der Erde vorfinden, die bis heute ungelösten Probleme der Atommüll-Entsorgung sich vervielfachen, gewaltige Finanzmittel zur Armutsbekämpfung in den Krisenregionen der Welt beim Ausbau der atomaren Infrastruktur gebunden.

Vor diesem Hintergrund wird auch das Argument, man müsse alle Technologien nutzen, um die globale Erwärmung einzudämmen, fragwürdig. Viel erfolgversprechender und kostengünstiger ist es, Energie in allen erdenklichen Formen effizienter umzuwandeln und zu nutzen, wie die Bundesregierung es im Rahmen ihrer Energiewende eingeleitet hat.“ (Zitatende)

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Ablenkungsmanöver der Kohle- und Atomkonzerne
EnBW, E.ON, RWE, Vattenfall und andere Energieversorgungsunternehmen haben noch vor wenigen Jahren Kraftwerksneubauten mit insgesamt 40.000 Megawatt Leistung angekündigt. In 22 neuen Kraftwerken sollte dabei Braunkohle oder Steinkohle verbrannt werden. Von dieser Klimasünde und Klimaschuld lässt sich mit der Atomdebatte trefflich ablenken. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien. Wenn überhaupt noch fossile Energieträger zur Stromerzeugung genutzt werden, dann darf das nur in effizienten kleinen und mittleren Blockheizkraftwerken geschehen, wo Strom und Wärme genutzt werden können. Doch die atomar-fossilen Dinosaurier in den Energiekonzernen und ihre Vertreter in der Politik denken immer noch in zerstörerischen Kategorien des letzten Jahrhunderts.

Mit neuen elektrischen Heizungen wird der Strombedarf gezielt in die Höhe getrieben
„Mit neuen Atom- und Kohlekraftkraftwerken decken wir nur den wachsenden Bedarf“ sagen die Energieversorgungsunternehmen. Gleichzeitig läuft eine bundesweite Werbekampagne für elektrische Direktheizungen und Nachtspeicheröfen.
Für diese teuere, umweltschädliche, für die Konzerne aber gewinnbringende Form der elektrischen Energieverschwendung wird zur Zeit massiv geworben. So wird gezielt Energie verschwendet und „Bedarf“ für neue Kraftwerke geschaffen, während öffentlich über Energiesparlampen diskutiert wird.

Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer
sind Atomanlagen und Klimaveränderung gleichermaßen bedrohlich. Nur eine wirklich nachhaltige Entwicklung kann die Energieprobleme der Welt lösen. Das Wachstum im Bereich der Alternativen Energien gehört zu den wenigen hoffnungsvollen Zeichen der Zeit. Von 1995 bis 2005 haben sich die Preise für atomar-fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für erneuerbare Energien halbiert haben. Windstrom ist global die am schnellsten expandierende Energienutzung. Und genau dieses positive Wachstum der zukunftsfähigen Energien wird von den Anhängern der atomar-fossilen Energiegewinnung massiv bekämpft. Gegen die weltweite Klimaveränderung kann angegangen werden. Wir brauchen effizientere Kraftwerke, dezentrale Stromerzeugung, die Transportverluste reduziert, sparsamere Haushalts- und Kommunikationstechnik, Kraft-Wärme-Kopplung, sparsamere Fahrzeuge, effizientere Elektromotoren, Niedrigenergiehäuser, zukunftsorientierte Techniken wie die stationäre und mobile Brennstoffzelle, den verstärkten Einsatz von Erdgas als Brücke zum solaren Wasserstoffzeitalter und angepasste Energietechnologien.

Den zerstörerischen Traum
von dauerhaftem, unbegrenzten Wachstum im begrenzten System Erde können allerdings auch die Alternativenergien nicht erfüllen. Wer das amerikanische Raubbaumodell mit seiner Energie- und Rohstoffverschwendung auf den Rest der Welt übertragen will, der fährt diesen Planeten gegen die Wand.
Darum ist es nötig gegen Kohle- und Atomkraftwerke anzugehen und eine tatsächlich nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung einzuleiten.

Axel Mayer





Die Klimakonferenz COP 23 und das Scheitern von "Jamaika" haben gezeigt:


In Amerika regieren die Öl- & Kohlekonzerne & Klimawandelleugner
In Deutschland bekämpfen sie als Strippenzieher (immer gut getarnt hinter Vorfeldorganisationen, "Bürgerinitiativen" und Kohleparteien) die Energiewende und die zukunftsfähigen Energien.
Die Pro-Klimawandelparteien und Kohleparteien die Klimawandelleugner der AFD, CDU & CSU und insbesondere die FDP stehen treu und fest auf der Seite der Braunkohle. Die "GRÜNEN" waren (noch) die einzige Klimaschutzpartei.
Papst Franziskus sagte zurecht: "Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen."


Die "klügeren und geschickteren" deutschen Klimawandelleugner
(z.Bsp. die Wildtierstiftung) in Deutschland beginnen gerade ihre Argumentation zu ändern.
Der Klimawandel lässt sich eigentlich nicht mehr leugnen. Die jetzigen Kampagnen versuchen einfach nur von den tatsächlichen Ursachen abzulenken und stellen den Klimawandel als etwas "Positives" dar. Die Kampagnen dienen der Gefahrzeitverlängerung von Kohleverstromung und Ölverschwendung. Das Ziel der Lobby ist der Kampf gegen die Energiewende und gegen zukunftsfähige Energieerzeugungsanlagen.

"Die Kernfrage ist […] nicht, wie Protest zu vermeiden ist, sondern wie wir Protest managen können“. So formulierte Dr. Sebastian Schwark von der PR-Agentur Hill & Knowlton die Aufgabe für Unternehmen der Energiewirtschaft.


Wichtige Links: Klima, Klimawandel, Klimawandelleugner, Kohleparteien, Kohle & Atomkraft

























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Dieser Artikel wurde 19234 mal gelesen und am 12.10.2017 zuletzt geändert.