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Atomausstieg & Laufzeitverlängerung: Über Risiken und Gewinne

12.10.2009

AKW Gefahrzeitverlängerung: Über Risiken und Gewinne



"Die deutschen Kernkraftwerke sollen nach Plänen der schwarz-gelben Koalition bis zu 60 Jahre lang laufen dürfen. Die beteiligten Ministerien hätten sich darauf geeinigt, auch eine Verlängerung der Laufzeiten um 28 Jahre förmlich prüfen zu lassen" berichtete die die Süddeutsche Zeitung am26.3.2010.

Kein Thema:
Versprödung der Reaktordruckgefäße
Je länger ein Atomkraftwerk läuft, desto unsicherer werden durch Alterung und den dauerhaften Neutronenbeschuss die nicht austauschbaren Reaktordruckgefäße. Ein Bruch des Reaktordruckgefäßes führt zu einem nicht beherrschbaren Super-GAU, zu einem Unfall mit katastrophalen Folgen. Haben Sie im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um den „Ausstieg aus dem Atomausstieg“ schon einmal etwas von diesem nicht unwesentlichen Problem gelesen oder gehört?


Die Atomindustrie und die CDU und FDP- Atomlobbyisten in den Parlamenten wollen die alten Atomkraftwerke länger laufen lassen und damit gut verdienen (ca. 4,6 bis 6,2 Milliarden Euro „Zusatzerträge“ pro Jahr). Über "nette Randaspekte" dieser Verlängerung der Laufzeit für Atomkraftwerke wird in der Öffentlichkeit aktuell durchaus diskutiert.

Doch die beiden wichtigsten Aspekte, die mit der AKW-Gefahrzeitverlängerung verbundene zunehmende Gefahr katastrophaler Unfälle und die mit langen Laufzeiten verbundenen satten Gewinne der Energiekonzerne, fallen in der Medienberichterstattung zumeist unter den Tisch und dies hat seine Gründe.

Die großen Werbeagenturen die für EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON arbeiten empfehlen den Konzernen und Atomlobbyisten die „Killing Fields“ zu vermeiden und die veröffentlichte Debatte in diesem Sinne zu lenken. Die „Killing Fields“ der Gefahrzeitverlängerung sind u. a. die Alterungsprobleme der Reaktordruckgefäße, Kinderkrebs und AKW, das Atommüllproblem, die Bedrohung des Weltfriedens durch die weltweite Verbreitung von Atomkraftwaffen, die zunehmende Unfall- und Terrorgefahr und vor allem die Debatte über die Folgen eines schweren Atomunfalls in Zentraleuropa. Und genau nach diesen Vorgaben der PR-Abteilungen der Atomkonzerne läuft derzeit auch die Debatte in den Medien.

Für die Umweltbewegung ist die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ein gezielter und von Anfang an geplanter Betrug von Atomkonzernen und Atomparteien.


Der Ausstieg aus dem Atomausstieg zeigt die realen Machtverhältnisse in unserem Land überdeutlich. Der Ausstiegsvertrag war ein Kompromiss und er hat den Atomkonzernen über viele Jahre massive ökonomische Vorteile gebracht. Auch dieser Aspekt spielt in der aktuellen Debatte fast keine Rolle.

Der wichtige, politisch und juristisch aber schlecht gemachte Atomausstieg von Rot-GRÜN ( Dank Atomlobbyisten wie Herrn Wolfgang Clement) hat auch eine politische Dimension, die in der aktuellen Debatte gerne übersehen wird. Der Ausstieg sollte einen massiven Konflikt lösen und einen wichtigen Teil der Gesellschaft befrieden. Mit der jetzt geplanten Laufzeitverlängerung verzweifelt auch ein kleiner Teil der Gesellschaft und verliert den Glauben, dass geschlossene Verträge gelten und dass gegen die Konzernmacht Veränderungen in diesem Land möglich sind.


Wenn sich Konzerninteressen langfristig immer durchsetzen, wenn Lobbyisten Deutschland regieren und der Glaube an die Demokratie schwindet, ist dies nicht gut für unser Land.


Eine wichtige Frage wird überhaupt nicht diskutiert. Wer von den heute politisch Verantwortlichen übernimmt nach einen unwahrscheinlichen und dennoch morgen schon möglichen schweren Atomunfall die politische und juristische Verantwortung?

Axel Mayer / BUND-Geschäftsführer / Freiburg

Mehr Infos zu den Risiken und den Profiten der AKW-Gefahrzeitverlängerung:
hier


Laufzeitverlängerung und Ausstieg aus dem Atomausstieg ist Gefahrzeitverlängerung



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Dieser Artikel wurde 3898 mal gelesen und am 26.3.2010 zuletzt geändert.