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De bleede Ofe (AKW Wyhl / Wyhler Wald Mai 1975) - Roland Burkhart / Buki



De bleede Ofe (AKW Wyhl / Wyhler Wald Mai 1975) - Roland Burkhart / Buki



Text und Melodie: Buki (Roland Burkhart aus Jechtingen a.K.)

„Die Geschichten, die ich in diesem Lied erzähle, sind so passiert, bzw. so auf dem Wyhler Platz erzählt worden. Was ist das heute immer eine Freude, wenn wir beide uns irgendwo treffen, jener alte Mann aus der 2. Strophe. Zahnlos, aber immer voll so ansteckender Lebensfreude, ist er mir bei der letzten Großkundgebung am 4.April 1982 noch am Wyhler Rheindamm begegnet. Die 3.Strophe könnte für Nichteingeweihte etwas verwirrend sein. Jener “Donnerstagmorgen“ war der Tag im Februar 1975, als die Polizei, damals noch die sogenannten „Grünen“, die Platzbesetzer aus dem Wyhler Wald vertrieben hat. Kirchenglocken und Sirenen alarmierten in den Dörfern die Leute, die dann in Scharen zum Platz geströmt sind….“
(aus Textheft zur LP: BUKI „De bleede Ofe“; 1982; Trikont-Vg München)

1. Was do in dr letschde Zitt bassehrt bi uns, des macht mi ganz verruggt. Bi allänä isch ebbis durränand. Deä daüb Schdromfabrik deä hoggt uns im Gnick. Jä, weiß dr Dejfel, was wurd noch üs unserem Land?

Refrain:
Des geht doch alli a, mir derfe jetz nit schlofä. Was mer mit uns alläwil macht, ischg nit egal! Glaübe ddänn deä, mir brüche heä
dä BLEEDE OFE?
/: KKW-Nai! Und jetz isch üs un nit meh dra! :/

2. Do fahrt als ä alde Mann dohär mit sine veere-siebzig Johr üssemWildtal viri uff dr Wyhler Platz. Schdellt `s Fahrrädli uff d`Sitt un mischt sich untr d`Lid dun bruddlet de Neggschdbeschde a: „Des geht doch….“

3. Än sällem Dunschdigmorge fahrt in Saschbä, grad weä alli Dag, d`Karli mid’m Pit ins Kiesloch na: Schdell d`Schüflä uff d`Sitt. Do schaffe mer hid nit. Ich glaübe de Greäne dert in Wyhl meän Prigl ha: „Des geht doch….“

4. Ä Eächdinger Winzerfraü isch jetz mit ihrä Räbä arg in Not. De junge Scheßlig brüche nämlig Pfläg. „Un waggst Gras no so viel, hit gang i uff Wyhl. Sie legt dr Schurz äwäg un singd äweng underwägs: „Des geht ….“

5. Und sälle 16-jährig Böä üs Wyhl hed aü scho Schwär’s erläbt. Si ganz Famili war halt zerscht defir. Si wärfä nä nüs üssem Elderähüs. Jetz sait Dr Vadder: Böä, hesch rächt. Des isch nit g’hihr. „Des geht doch …“

6. Vu Ämmedingä isch ä Maidli, des isch regel-mäßig do. Äm letschddä Mändig z’obe war’s em halt rächt. Ibereimol kejt’s um. Nocherä Schdund Drillt sich’s rum un sait zu dr Dokteri (deä schdühnt bigott nit schlächt):
Des geht doch alli a, mir derfe jetz nit schlofä…

(Schriftdeutsch

1. Was da in der letzten Zeit passiert bei uns, das macht mich ganz verrückt. Bei allen ist etwas durcheinander: Die blöde Strom-fabrik, die hockt uns im Genick. Weiß der Teufel, was wird noch aus unserm Land?

Refrain:
Das geht doch alle an, wir dürfen jetzt nicht schlafen. Was man mit uns ständig macht, ist nicht egal. Glauben denn die, wir brauchen hier den „Blöden Ofen“? /: KKW-NEIN! Und jetzt ist aus und nichts mehr dran (und vorbei) :/

2. Da fährt manchmal ein alter Mann daher mit seinen 74 Jahren aus dem Wildtal hervor auf den Wyhler Platz. Stellt das Fahrrad auf die Seite und mischt sich unter die Leute und brummelt den Nächstbesten an: „Das geht sdoch alle an…“

3. An jenem Donnerstagmorgen fährt in Sabach, so wie alle Tage, der Karl mit dem Pit in die Kiesgrube hinein: Stell die Schaufel beiseite. Daa arbeiten wir heute nicht! Ich glaube, die „Grünen“ dort in Wyhl müssen Prügel haben: „Das geht doch…“

4. Eine Jechtinger Winzerfrau ist jetzt mit ihren Reben sehr in Not. Die jungen Schösslinge brauchen nämlich Pflege. „Und wächst noch so viel Gras. Heute gehe ich nach Wyhl!“ Sie legt die Schürze weg und singt ein bisschen unterwegs: „Des geht doch…“

5. Und dieser 16-jährige Junge aus Wyhl hat auch schon Schweres erlebt. Seine ganze Familie war nämlich zuerst „dafür“. Sie werfen ihn raus aus dem Elternhaus. Jetzt sagt der Vater: Junge, du hast recht. Das ist nicht geheuer. „Des geht doch …“

6. Von Emmendingen ist(kommt) ein Mädchen, das ist regelmäßig da. Am letzten Montagabend wurde es ihr übel. Auf einmal fällt sie um. Nach einer Stunde dreht sie sich rum und sagt zur Doktorin (die staunt bei Gott nicht schlecht): „Das geht doch alle an. Wir dürfen jetzt nicht schlafen...“














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Dieser Artikel wurde 5185 mal gelesen und am 19.10.2016 zuletzt geändert.