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Elektroheizung & Nachtspeicherheizung - elektrisches Heizen ist teuer und umweltschädlich

28.03.2007
Immer noch werben die Atom- und Kohlekonzerne
ENBW, E.ON, Vattenfall und RWE direkt und indirekt für Elektroheizungen und Nachtspeicheröfen. Und immer noch fallen Kunden und Kundinnen auf diese, im Regelfall teure und unökologische Art des Heizens herein. Aus Umweltsicht problematisch ist bei Elektroheizungen und Nachtspeicheröfen insbesondere der schlechte Wirkungsgrad. Der nur scheinbar „saubere Strom aus der Steckdose“ kommt zumeist aus klimabelastenden Kohlekraftwerken und gefährlichen Atomkraftwerken. Dort wird mit einem zumeist sehr niederen Wirkungsgrad Strom erzeugt. Bei der Herstellung von Strom gehen zwei Drittel der eingesetzten Energie ungenutzt verloren. Die Belastung der Umwelt und des Klimas durch die Stromerzeugung sind ganz beträchtlich: Abgase (NO2, SO2, CO2), Atommüll, Unfallgefahr..., die Abwärme heizt Flüsse auf und der Wasserverbrauch beträgt zwei Liter pro Kilowattstunde erzeugtem Strom. Die nur scheinbar verlust- und schadstofffreie Elektroheizung in der eigenen Wohnung führt zu ganz erheblichen Umweltbelastungen bei der Stromerzeugung im Kraftwerk.

Elektroheizung ist Geldverschwendung

Eine Stromheizung als wirtschaftlich und umweltschonend
anzupreisen, stellt auch nach Auffassung des Bundes der Energieverbraucher eine Irreführung von Verbrauchern dar. Aus diesem Grund hat der Verbraucherverband einen bayerischen Hersteller abgemahnt. Der musste daraufhin seine Werbebroschüren berichtigen.

Mit neuen Elektroheizungen wird der Strombedarf gezielt in die Höhe getrieben
„Mit neuen Kohle- und Atomkraftkraftwerken decken wir nur den wachsenden Bedarf“ sagen die Energieversorgungsunternehmen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall. Gleichzeitig laufen massive, bundesweite Kampagnen für elektrische Direktheizungen (Wärmewelleheizungen, Infrarotheizungen) und Nachtspeicheröfen. So wird gezielt Energie verschwendet und „Bedarf“ für neue Kraftwerke geschaffen, während öffentlich über Energiesparlampen diskutiert wird.

RWE, Eon, Vattenfall und EnBW: Hohe Profite – teurer Strom für elektrisches Heizen
„Die Strompreise für Haushalte haben sich durchschnittlich zwischen 2006 und 2009 um 3,75 Cent je Kilowattstunde erhöht. Zieht man die Steuern, Abgaben und Netzentgelte vom Strompreis ab, dann haben sich die Kosten für Erzeugung und Vertrieb um über vier Cent je Kilowattstunde in nur drei Jahren erhöht. (...)
Die Stromerzeuger kassieren dadurch im Jahr 2009 von jedem Haushaltskunden für die Herstellung der gleichen Strommenge 94 Euro mehr als im Jahr 2006. (...) Jährlich bereichert sich die Stromwirtschaft dadurch zusätzlich um fast sechs Milliarden Euro." informierte der Bund der Energieverbraucher im Jahr 2010

Insbesondere Elektroheizungen die nicht mit Nachtstrom betrieben werden
sind als Dauerheizung sehr teuer. So ist die elektrische Direktheizung (Wärmewellenheizung, Infrarotheizung) zumeist mit Abstand die teuerste aller Heizungsarten. Strom kostet stets deutlich mehr als die gleiche Energiemenge Gas, Öl oder Fernwärme. Nach Ansicht des BUND ist Strom ist eine viel zu wertvolle Energieform um sie für Heizzwecke zu verschwenden.


Etwa zwei Millionen Stromdirektheizungen
in Deutschland verbrauchen jährlich etwa 20 Terawattstunden Strom, das sind 13 Prozent des Stromverbrauchs aller Haushalte. Der Stromverbrauch von rund 800.000 Wärmepumpen ist dabei noch nicht mit eingerechnet. Dieser Strom muss extra für die Heizungen erzeugt werden. Er ist nicht sowieso vorhanden, wie die Wärmestromverkäufer oft und fälschlicherweise behaupten. Nachtspeicherheizungen kosten im Unterhalt viel Geld und sind echte Klimakiller. Deshalb wollte sie die alte Bundesregierung mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Jahr 2020 komplett verbieten.

Für Elektroheizungen, Nachtspeicheröfen,
elektrische Radiatoren und andere Formen der Energieverschwendung wird leider immer noch massiv geworben. Die großen Energieversorgungsunternehmen ENBW, E.ON, Vattenfall und RWE versuchen so auf Kosten der Umwelt ihre Gewinne zu vergrößern, und Akzeptanz für neue Atom- und Kohlekraftwerke zu schaffen.

Elektroheizungen und Elektroautos
Immer wieder werden wir gefragt, warum der BUND Elektroautos befürwortet und Elektroheizungen ablehnt.
Dazu kurz:
Die Umweltorganisationen sehen die Debatte um die Elektromobilität durchaus kritisch. Mit dem derzeitigen Energiemix, den heute vorhandenen PKW-Batteriesystemen und den überschweren Autos sind die Elektroautos (noch) nicht zukunftsfähig. Dennoch ist Elektrizität ideal, wenn es darum geht einen Motor anzutreiben. Die elektrische Wärmeerzeugung ist im Gegensatz dazu fast immer Energieverschwendung.

Die einzige Ausnahme
In einem absolut gut isolierten Nullenergiehaus, kann es an einigen wenigen, extrem kalten Tagen nötig sein, ein wenig zu heizen. Hier spricht nichts gegen eine winzige elektrische Heizung. Das kann dann aber auch eine Glühbirne sein.

Axel Mayer / BUND Regionalgeschäftsführer




Stromheizungen sind keine Alternative
Landesprogramm Zukunft Altbau in Baden Württemberg warnt vor hohen Heizkosten und Umweltbelastung


Stromheizungen verbrauchen hochwertige Energie. Im Vergleich zu anderen Energieträgern sind die Heizkosten meist höher. Prämie der KfW für Ausmusterung.

In Deutschland werden noch rund 1,4 Millionen Wohnungen mit Strom beheizt – zu einem guten Teil in älteren Häusern. Stromheizungen verursachen meist höhere Heizkosten und haben eine schlechte Umweltbilanz. Wer solch eine Heizung besitzt, sollte über eine Modernisierung der Heizungsanlage nachdenken, empfiehlt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Unter Stromheizungen versteht man vor allem Nachtstromspeicherheizungen, aber auch Elektroheizkörper und Infrarotheizungen. Der Abbau der Nachtstromspeicherheizungen wird vom Staat inzwischen finanziell unterstützt. Sinnvolle Tipps zum Austausch von Stromheizungen geben Gebäudeenergieberater aus der Region und Experten am kostenfreien Beratungstelefon von Zukunft Altbau: 08000 12 33 33.

Der weitaus größte Anteil der Stromheizungen besteht aus Nachtstromspeicherheizungen.
„Die elektrischen Speicherheizungen werden nachts aufgeheizt. Dafür verbrauchen sie Strom. Tagsüber geben sie die Wärme wieder ab“, erklärt Dr. Volker Kienzlen, der Leiter der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA). „Den hochwertigen Energieträger Strom für die Bereitstellung niederwertiger Raumwärme zu verwenden, ist jedoch klimaschädlich und ineffizient.“ Bei der Herstellung von Strom gehen durchschnittlich zwei Drittel der eingesetzten Energie ungenutzt verloren.

Daher verursacht eine Elektroheizung drei Mal mehr Treibhausgasemissionen als ein Gas-Brennwertkessel und sogar zehn Mal mehr als eine Holzpelletheizung. Auch bei den Betriebskosten schneiden die Stromheizungen schlecht ab. „Viele Stromheizungen entwickeln sich zu einer regelrechten Kostenfalle“, so Volker Kienzlen. „Das gilt für Nachtstromspeicherheizungen, besonders aber für diejenigen Stromheizungen, die auch tagsüber Strom verbrauchen.

Dazu gehören normale Elektroheizkörper und Infrarotheizungen.“
Nachtstrom kostet derzeit je nach Anbieter rund 13 Cent pro Kilowattstunde, Tagstrom durchschnittlich 19 Cent. Zum Vergleich: Für Gas liegt die Kilowattstunde bei sieben Cent, bei Holzpellets sind es um die fünf Cent. Auch die geringeren Anschaffungskosten von Stromheizungen können die höheren Betriebskosten nicht ausgleichen. Verbraucher sollten daher kritisch hinterfragen, wenn Elektroheizungen als kostengünstige Energiesparheizung angepriesen werden, rät Claudia Rist von Zukunft Altbau.

Umweltbelastung und hohe Kosten sind auch die Gründe, warum der Gesetzgeber die Verbreitung von Stromheizungen eingrenzt. Seit September geht die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 vielen Stromheizungen an den Kragen. Vor 1990 installierte Nachtstromspeicherheizungen, die in Wohngebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten das einzige Heizsystem darstellen, sind ab 2020 verboten. Geräte, die nach 1990 in Betrieb gingen, müssen spätestens 30 Jahre nach Einbau deinstalliert werden.


„Auch in kleinen Gebäuden sollten Besitzer von Stromheizungen über Alternativen nachdenken.“, empfiehlt Rist. „Das lohnt sich finanziell und ist umweltfreundlicher.“
Eine gute Beratung für eine neue Heizungsanlage gebe es bei Gebäudeenergieberatern aus der Region. Sie wüssten, welches System für welches Haus geeignet ist.

Ein Bonbon stellt der Staat für Wechselwillige bereit:
Die KfW bezuschusst den Abbau und die fachgerechte Entsorgung von Nachtstromspeicheröfen mit 200 Euro pro abgebautem Gerät. Zukunft Altbau informiert Wohnungs- und Hauseigentümer neutral über den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten. Das Programm des Umweltministeriums Baden-Württemberg wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden- Württemberg (KEA) in Karlsruhe umgesetzt.

Ansprechpartner für Anfragen (nicht BUND):
Petra Hegen
Dipl. -Ing. (FH) Versorgungstechnik
Freie Architektin und Energieberaterin
Zukunft Altbau
Gutenbergstraße 76
70176 Stuttgart
Tel.: 0711489825/ 13; Fax: 0711489825/ 20
petra.hegenzukunftaltbau.de, www.zukunftaltbau.de




DIE ZEIT (kurzer Auszug aus einem Artikel) ZEIT online / 44/2007


Aus für Stromfresser
Elektroheizungen nerven, sind ineffizient, klimaschädlich und teuer. Die Bundesregierung will sie daher verbieten

Von Marlies Uken

"Es wird ernst. Die Große Koalition will die ersten Klimaschutzmaßnahmen, die sie auf der Kabinettsklausur Ende August in Meseberg beschlossen hatte, nun umsetzen. Das Bundesbauministerium bestätigte ZEIT online , dass Vermieter dazu verpflichtet werden sollen, ineffiziente Stromheizungen gegen klimafreundlichere Heizungssysteme auszutauschen. In der zweiten Novelle der Energieeinsparverordnung, die das Ministerium zurzeit ausarbeitet, sollen "unrentable Heizungsformen" verboten werden. Darunter fallen auch Nachtspeicheröfen." Zitatende
Quelle: ZEIT online / 44/2007


Elektroheizungen sind laut Studie größte Stromfresser in Haushalten
Kurzer Auszug aus einer dpa-Meldung, 02.10.2007

"Elektroheizungen sind einer Studie zufolge die größten Stromfresser in deutschen Haushalten. Derzeit werde jede siebte Kilowattstunde Strom für Raumheizungen oder die Warmwasserbereitung verwendet, teilten das saarländische Institut für ZukunftsEnergieSysteme (izes) und das Bremer Energie Institut am Dienstag mit. Die Untersuchung im Auftrag der Klimaschutzkampagne co2online habe ergeben, dass mehr als 1,4 Millionen deutsche Wohnungen elektrisch beheizt würden. Das sei jede 25. Wohnung. So würden pro Jahr rund 30 Millionen Tonnen des klimaschädlichen CO2 in die Luft geblasen - rund drei Prozent der deutschen CO2-Emissionen.

Grundsätzlich sei der Einsatz von elektrischer Energie zum Heizen "viel zu schade", heißt es. "Daher sollte Strom wirklich nur dort eingesetzt werden, wo er tatsächlich gebraucht wird, zum Beispiel in elektronischen Geräten oder elektromotorischen Antrieben." Außerdem werde bei Stromheizungen pro Kilowattstunde Endenergie 3,6 Mal mehr CO2 ausgestoßen als bei Gasheizungen. Dennoch favorisierten die großen Energieversorger noch immer Elektroheizungen."
(Zitatende)



Verbraucherzentrale warnt vor Firmen und vor Elektroheizung
Vorsicht, wenn der Energie-Berater klingelt

"Der Reinfall kommt per Post: Angebliche "Energieberater" behaupten in aktuellen Wurfsendungen, dass Elektroheizungen enorm viel Geld sparen. Doch das ist glatt gelogen.

"Bei uns stapeln sich die Beschwerden von reingefallenen Kunden", sagt Detlef Bramigk von der Berliner Verbraucherzentrale. Er ärgert sich über die dreiste Masche der Firmen. "Sie schicken unter dem Vorwand einer Energieberatung windige Vertreter ins Haus, die den Leuten elektrische Heizungen aufschwatzen."

Kurzer Auszug aus einem längeren Bericht des Berliner Kurier vom, 16.11.2007




Eine Elektroheizung verursacht im Durchschnitt doppelt so viel CO2-Emissionen wie eine Ölheizung,


drei Mal mehr Emissionen als ein Gas-Brennwertkessel und sogar zehn Mal mehr Treibhausgase als eine moderne Holzpelletheizung mit angeschlossener Solaranlage. sagte Henner Weithöner. Er ist ist Herausgeber und Chefredakteur des Online-Magazins Renewable Energy Journal www.rejournal.de Quelle




Wichtiger Hinweis
Wir werden gerade von einer nicht mehr bewältigbaren Flut von Anfragen überschwemmt. Wenn Sie Fragen zum Themenkomplex Elektroheizung, Wärmewellenheizung und Nachtspeicherofen haben, dann wenden Sie sich bitte vor Ort an eine unabhängige Energieberatung oder an Ihre örtliche Verbraucherzentrale.
Wenn Sie Ihren Stromanbieter wechseln wollen und in diesem Zusammenhang Fachfragen haben, dann empfehlen wir die EWS Schönau.
(http://www.ews-schoenau.de/
Tel:07673 - 888 550)


mehr Infos:






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Dieser Artikel wurde 25100 mal gelesen und am 29.2.2016 zuletzt geändert.