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Europa-Park - Seilbahn Kritik / Europaparkisierung, Center-Park-Debatten & Overtourism

03.04.2019

Europa-Park - Seilbahn Kritik / Europaparkisierung, Center-Park-Debatten & Overtourism



Der Europa-Park in Rust ist ein Freizeit- und Themenpark. Mit rund 5,6 Millionen Besuchern im Jahr 2017 ist er der am meisten besuchte Freizeitpark im deutschsprachigen Raum. Hinter dem Park steht die beeindruckende Lebensleistung der auch sozial sehr engagierten Familie Mack. Doch der ständig expandierende Park schafft immer größere Probleme für die die Menschen in den benachbarten Gemeinden und für die Natur. Es ist Aufgabe eines Naturschutzverbandes Fehlentwicklungen zu thematisieren und anzugehen.


Aktueller Einschub: Die Verbände Kritik an den Seilbahn-Plänen finden Sie unter diesem Textblock

Europaparkisierung, Center-Park-Debatten & Overtourism
4.4.19
An die Medien

Mit großer Sorge sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz die aktuellen Überlegungen um eine weitere "Verrummelung und Europaparkisierung" der Region. Die Debatte um eine naturgefährdende Seilbahn über den Taubergießen und um die Lösung des Parkplatzproblems durch neue flächenfressende Parkplätz im Elsass wurde nur aus strategischen Gründen in die Zukunft verschoben. Aktuell entsteht gerade auf zusätzlichen 45 Hektar der Wasserpark Rulantica des Europa-Park. Und schon kommt in Sachen Flächen- und Landschaftsverbrauch der nächste Schlag.

Ein "Projektentwickler" möchte zwischen Wasserpark und Autobahn ein weiteres, gigantisches Ferienresort mit Hotels, Bungalows und Seenlandschaft bauen. Aus der anfänglich guten, soliden Grundidee des Europaparks wird irgendwann, ähnlich wie in Venedig und „auf Malle“, schädlicher Overtourism und eine Plage für Mensch und Natur. Das „Grummeln“ in den Umlandgemeinden des Parks wird lauter.

Petra Rumpel, Geschäftsführerin des BUND Ortenau meint dazu: "Der enorme Flächenverbrauch und gerade auch der Verlust an wertvoller Kulturlandschaft darf nicht einfach so hingenommen werden. Heimat ist mehr als ein Spekulationsobjekt globaler Investoren.“

Während entlang der Vorbergzone zwischen Freiburg und Offenburg ein geschlossenes Siedlungsband breiartig zusammenwächst, schwinden Naturflächen und landwirtschaftliche Flächen.

BUND-Regionalgeschäftsführer Axel Mayer sagt: „In Zeiten, in denen die erlebte Realität am Oberrhein immer scheußlicher und zugebauter wird, braucht es neben ablenkenden TV-Programmen auch das Wuchern der großen Illusionsmaschine Europapark und deren Umfeld. Das Grundproblem unser Wachstumsgesellschaft zeigt sich hier wie in einem Spiegel. Es wird mehr, es muss mehr werden, es muss wuchern... Das sind die Grundregeln einer zutiefst selbstzerstörerischen Fun-Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels, des Artensterbens und der absehbaren Endlichkeit der Ressourcen.“

Die Aufregung über den Umgang mit Grund und Boden ist immer dann groß, wenn Heimat zum globalen Spekulationsobjekt wird und wenn von der „Salami-Landschaft“ ein besonders dickes Stück abgeschnitten wird, wie gerade jetzt im Umfeld des Europa-Parks. Doch das Problem ist eben auch die „dünnen Salami-Scheibe“ der langsame, dezentrale, schleichende Verlust an Naturflächen, Landschaft und Heimat. Wir brauchen mehr Debatte über das „Wohin geht der Oberrhein“.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Regionalverband Südlicher Oberrhein
Petra Rumpel, Geschäftsführerin, BUND Ortenau

Europa - Park - Seilbahn über den Taubergießen? Erste Stellungnahmen von BUND, NABU, LNV, LPO...


Der ständig expandierende Europapark Rust plant immer noch eine Seilbahn über das Naturschutzgebiet Taubergießen die im Jahr 2023 realisiert werden könnte. Aktuell ist das Projekt zwar aus strategischen Gründen "zurück gestellt". Die Planungen laufen aber weiter und irgendwann kommen die geschickt organisierten Diskussionsrunden, bei denen es nicht um Beteiligung gehen wird, sondern um die geschicktere Durchsetzung der Seilbahn.
Wie immer, wenn in der "Ökoregion" Südbaden Natur gefährdet ist, wird solchen Projekten gerne ein "grünes Mäntelchen" umgehängt und Greenwash betrieben.
Die Naturschutzverbände und Planungsbehörden waren vom ersten, ungeschickten Vorstoß Herrn Macks, einer der mächtigsten und einflussreichsten Personen in Südbaden, überrascht. Nicht überrascht waren wir von den schnellen Kniefällen der Politik. In Zeiten von explodierender Naturzerstörung und Artensterben, in einer Zeit in der auch die erlebte Realität am Oberrhein immer scheußlicher wird, braucht es neben ablenkenden TV-Programmen auch das Wuchern der großen Illusionsmaschine Europapark.
Einer der genialsten Schachzüge der Werbeabteilung von Herrn Mack war es, aus dem naturgefährdenden Projekt eine "Vision für Europa" zu machen. Dennoch lehnen die badisch-elsässischen Umweltverbände dieses Projekt einhellig ab - Verbände, die das Europa der Menschen seit Jahrzehnten praktizieren.


Wir tragen hier nach und nach einige Stellungnahmen und Äußerungen von Naturschutzverbänden zu diesem Thema zusammen:

BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein
Auch der BUND findet Seilbahnen besser als den bisherigen PKW Verkehr. Sinnvoll und vertretbar wäre eine solche Seilbahn allerdings nur über Nicht-Naturschutzflächen zum nächstgelegenen Bahnhof. Eine Seilbahn zu einem neuen, flächenfressenden, ebenerdigen Parkplatz im Elsass ist kein ökologischer Fortschritt, auch wenn er geschickt als solcher verkauft wird.
Bei den aktuellen Vorüberlegungen handelt es sich leider um eine Seilbahn über eines der wichtigsten Naturschutzgebiete am Oberrhein. Es geht nicht um ein Entweder-oder, um ein „Seilbahn statt Auto-Verkehr“, sondern um Autoverkehr plus Seilbahn, denn an einen Wegfall der Kappler-Fähre wird nicht gedacht.

Es wird mehr, es muss mehr werden, es muss wuchern... Das sind die Grundregeln der großen Illusionsmaschine Europapark und einer zutiefst selbstzerstörerischen Fun-Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels, des Artensterbens und der absehbaren Endlichkeit der Ressourcen.

Die Verkehrsbelastung in den Parkgemeinden würde mit Seilbahn kurzfristig abnehmen, dann bald wieder zunehmen und zusätzlich kommt dann noch die Seilbahn. Und wenn Hunderttausende über den Taubergießen schweben, dann wollen noch mehr Menschen im Naturschutzgebiet spazieren gehen. Bei Herrn Mack vom Europapark gibt es scheinbar keine Grenzen des Wachstums, im Naturschutzgebiet Taubergießen sind sie teilweise schon überschritten. Eine Seilbahn kann kontinuierlich Menschen transportieren. Für die enormen Stoßzeiten des Europa-Parks bei Eröffnung am Morgen und Schließung am Abend ist eine Seilbahn ungeeignet.

Es gab bisher eine gerade noch „einigermaßen friedliche Koexistenz“ zwischen dem Naturschutzgebiet, den AnwohnerInnen und dem Park, ein trotz Lärmzunahme immer noch „wenig störendes“ Nebeneinander von Natur und Freizeitgesellschaft, aber Unzufriedenheit und Proteste nehmen zu. Eines der vielen Probleme des Parks ist neben der Verlärmung auch der explodierende Flächenverbrauch und die massive Ausbreitung Richtung Autobahn, eine Expansion, die jetzt auch mit der Seilbahn in´s Elsass getragen werden soll.

Eine Seilbahn über eines der letzten großen Naturschutzgebiete am Oberrhein könnte die winzige Restnatur wieder ein kleines Stück gefährden. Die ganz großen Zerstörungen sind am Oberrhein politisch nicht mehr durchsetzbar. Heute wird mit Greenwash und dem Prinzip der Salamitaktik vorgegangen. Im Regierungsbezirk Freiburg sind nur knapp 3,4 % der Gesamtfläche Naturschutzgebiete, es gibt nur noch winzige Fragmente von Natur, insbesondere in der geschundenen Rheinebene. Wir erleben, wie die Medien aktuell über das globale und regionale Artensterben und Naturverluste berichten und beobachten gleichzeitig in der "Ökoregion" Oberrhein immer heftigere Angriffe auf die verbliebene Restnatur. Dazu gehört auch der Flächenverbrauch, das krebsartige Wuchern des Europaparks und eine Europaparkisierung Südbadens.

Das Hauptproblem der angedachten Planungen
Bisher waren die laute, lärmende Freizeitgesellschaft des Europaparks und die "relativ unberührte" Restnatur des Naturschutzgebietes, trotz zunehmender Verlärmung, noch einigermaßen getrennte Bereiche. Die neue Seilbahn hebt diese Trennung erstmals auf und die Natur beginnt, Teil des Freizeitparkes zu werden. Das passt ganz gut ins Konzept vieler Politiker, die Natur nur noch dann schätzen, wenn sie ökonomisch verwertbar ist.


Jetzt wird auch gerne von Ausgleich für die geplante Naturzerstörung gesprochen. Doch die Praxis des Ausgleichs in Deutschland ist leider gesetzeskonform lächerlich, wie der Ausgleich für den Freiburger Stadionsbau durch Böschungspflege am Kaiserstuhl gerade wieder gezeigt hat.

Im Jahr 2018 besuchten mehr als 5,6 Millionen Besucher den Park
und nach der Erweiterung sollen es noch einmal 800.000 mehr werden. Doch schon jetzt sind die Parkplätze häufig übervoll
und BesucherInnen müssen nach Hause geschickt werden. Den alten Forderungen des BUND nach einer besseren Anbindung an den ÖPNV und nach einem nicht ganz so flächenfressenden, mehrgeschossigen Parkhaus ist der Europapark leider nicht nachgekommen. Jetzt rächen sich die Fehler der Vergangenheit. Mit solchen Maßnahmen könnte der Park zumindest einen Teil der Probleme schnell lösen.

Verschiebung des Seilbahn-Baus auf das Jahr 2023?
Der BUND Regionalverband begrüßte die Verschiebung der Planungen Ende 2018, die erst einmal Druck aus dem Kessel nahm. Wir haben allerdings den Eindruck, dass es jetzt nur darum geht, das naturgefährdende Projekt "netter" als bisher durchzusetzen und einfach nur geschickter und besser zu kommunizieren. Neue Begrifflichkeiten wie "Seilbahn der Freundschaft" klingen nach neuen Durchsetzungskonzepten.

Wir haben auch unsere schlechten Erfahrungen mit "Bürgerbeteiligungsprozessen" gemacht, die nur der Durchsetzung von Projekten dienen. Manche Naturreste sind nicht verhandelbar. Die massiven Parkplatzprobleme des expandierenden Parks dürfen auch 2023 Jahren nicht auf Kosten der Natur gelöst werden.

Wenn Herr Mack den Park endlich besser an den ÖPNV anzuschließen will, wenn ein ICE Halt gefordert wird und dieser umweltfreundlich angeschlossen werden soll, dann ist der BUND gerne bereit, solche Konzepte zu unterstützen.

Der BUND sieht eine neue Seilbahn (auch im Jahr 2023) über die Restnatur im Taubergießen äußerst kritisch und ablehnend. Wir wissen allerdings, wie ungeheuer groß die politische Macht von Herrn Mack ist, und wir kennen die Kniefälle von Regional- und Landespolitik und Behörden vor dieser Macht. Welche Partei hat noch keinen Parteitag im Europapark abgehalten? Politisch sind Konflikte um den Europapark eigentlich immer schon von Anfang an verloren. Die einzige Hoffnung sind unabhängige Gerichte.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer






Die Elsässischen Vogelschutzliga (LPO) zu den Seilbahnplänen:


Christan Braun, Vorsitzender der elsässischen Vogelschutzliga (LPO):
"Die negativen Auswirkungen von Seilen und Leitungen auf Zugvögel sind wohlbekannt. Dabei ist das Gebiet um Rhinau und Dieblosheim das zweitgrößte französische Überwinterungsgebiet für Wasservögel. Die dort vorhandenen Ökosysteme sind extrem bedeutsam und schutzbedürftig. Deswegen gehört es zum Natura-2000-Netzwerk. Wir glauben nicht, dass ein Seilbahn-Projekt mit den strengen Naturschutzauflagen des Gebietes vereinbar ist."
Quelle: (Badische Zeitung, 7.11.2018)




Der NABU:


NABU: Mit Seilbahn-Idee geht Europapark auf Konfrontationskurs zum Naturschutz

Europapark Rust plant schwerwiegenden Eingriff in Naturschutzgebiet Taubergießen


Zu den Plänen des Europaparks, möglicherweise eine Seilbahn über den Rhein und mitten durch das Naturschutzgebiet Taubergießen von Rust nach Dieboldsheim im Elsass zu bauen, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle:

„Einen Eingriff in das sensible Naturschutzgebiet Taubergießen lehnt der NABU ab. Der Taubergießen ist einer der letzten großen Auwälder am Rhein. Er gehört zu unserem europäischen Naturerbe. Die deutsch-französischen Bemühungen zum Schutz dieses einzigartigen Schutzgebietes sind ein Zeichen der Europäischen Einigung und der deutsch-französischen Freundschaft. Auch der NABU betreibt dort gemeinsam mit seinem französischen Partner LPO ein Informationszentrum für Besucherinnen und Besucher. Mit dieser Schnapsidee, eine Seilbahn quer durch dieses Naturjuwel zu bauen, bringt sich der Europapark auf Konfrontationskurs mit dem Naturschutz. Sollten diese Planungen ernsthaft weiterverfolgt werden, werden sich die Naturschützer in der Region mit vereinten Kräften dagegen wehren.“

Der NABU macht aber auch deutlich, dass er sich nicht grundsätzlich gegen eine bessere Erreichbarkeit des Europaparks für Besucher und Mitarbeiterinnen aus Frankreich verschließe. „Eine umweltschonende Alternative zu einer Seilbahn wäre beispielsweise die Einrichtung eines Shuttleservice mit Elektrobussen von Rhinau nach Rust. Dieser könnte wesentlich flexibler auf die Besucherspitzen am Morgen und am Abend reagieren“, so Enssle.


Weiterlesen auf der NABU-Seite




Seilbahn durch Naturschutzgebiet Taubergießen ist „Schnapsidee“
LNV lehnt Planung des Europapark Rust ab



Überregional bedeutsames Naturjuwel in Gefahr

Die Planung des Europaparks, eine Seilbahn aus dem Elsass quer über den Rhein und durch zwei Naturschutzgebiete als Zulieferer zum Europapark zu bauen, stößt auf heftige Ablehnung beim Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV).

”Bei allem Verständnis für den Wunsch des Europaparks, den französischen Markt besser zu erschließen: die Seilbahn wäre ein krasser Verstoß gegen europäisches Naturschutzrecht und ist eine Schnapsidee.”, so LNV-Vorsitzender Dr. Gerhard Bronner. Um die Verbindung ins Elsaß zu schaffen, müsste die Seilbahn quer durch das Naturschutzgebiet Taubergießen gebaut werden, ein ”4-Sterne-Schutzgebiet”, wie LNV-Chef Bronner betont. Auwälder, Rheinaltarme, als Gießen bezeichnet Quellaufbrüche kennzeichnen den Taubergießen und machen ihn zu einem überregional bedeutenden Naturjuwel. Der ganze Taubergießen ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes ”Natura 2000”. Verschlechterungen des Naturwertes sind dort schlicht unzulässig.

Nach Ansicht des LNV würde eine Seilbahn, die täglich tausende Personen transportieren soll, durch Rodungen, Stützkonstruktionen, Lärm und Beleuchtung einen ganzen Korridor quer durch das Naturschutzgebiet entwerten. Störungsempfindliche Vogelarten, die einen wesentlichen Wert des Schutzgebietes ausmachen, könnten dort nicht mehr brüten.

Wenn die Planung tatsächlich weiterverfolgt werde und nicht an technischen oder finanziellen Problemen scheitere, müsse sich der Europapark auf die Ausschöpfung aller Einspruchs- und Rechtsmittel durch die Naturschutzverbände gefasst machen, bis hin zur EU-Beschwerde, kündigt Bronner an. Und er fragt sich angesichts der Planung im Naturschutzgebiet: ”Ist den Verantwortlichen im Europapark denn gar nichts mehr heilig?”

Quelle: Landesnaturschutzverband



Chronologie: Der Europapark expandiert


  • 1975: Eröffnung auf einer Fläche von 16 Hektar.
  • 1978: Zum ersten Mal kommen über eine Million Besucher in den Park.
  • 1991: Zwei Millionen Besucher.
  • 1995: Der Europa-Park eröffnet das erste Hotel auf seinem Gelände.
  • 2000: Drei Millionen Besucher.
  • 2002: Der Europa-Park erhält eine eigene Autobahn-Ausfahrt.
  • 2009: Eröffnung der Achterbahn „Blue Fire". Haupt-Sponsor ist der russische Energiekonzern Gazprom.
  • 2012: Mit dem „Bell Rock" eröffnet das fünfte Hotel.
  • 2016: Auf einer Fläche von 46 Hektar entsteht der Wasserpark „Rulantica". Er soll im Oktober 2019 eröffnen.
  • 2017: 5,6 Millionen Besucher.
  • 2018: Großbrand im Europa-Park. Die Themenbereiche Holland und Skandinavien werden vollständig zerstört.
  • 2018: Die aktuelle Gesamtfläche beträgt 134 Hektar.

Quelle: magazin-forum.de

Linkliste 2019: Natur & Naturschutz Oberrhein / Elsass:






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Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer















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Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht von selber kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafener Nacht)


Aktueller Einschub vom 7.11.2019:

Grüne Kreuze & Artenausrottung in Deutschland 2019: Neue Studien


Während gerade bundesweit Landwirte mit Grünen Kreuzen & Demos für Agrargifte & Glyphosat demonstrieren, gab es neue, erschreckende Studien:

Vogelsterben


"Die Fachgruppe „Vögel der Agrarlandschaft“ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft hat mit Unterstützung des DDA ermittelt, dass die Zahl der abnehmenden und stark abnehmenden Arten von 55 Prozent auf 68 Prozent gestiegen ist. Die Bestandsrückgänge von Rebhuhn (89 Prozent seit 1992), Kiebitz (88 Prozent seit 1992), Feldlerche (45 Prozent seit 1992) und vieler weiterer Arten halten nicht nur an, sie haben sich sogar noch beschleunigt. Als wesentliche Ursache für die Bestandsrückgänge sehen die Fachleute die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Pestizideinsatz, starke Düngung, den Verlust von Landschaftselementen wie Ackerbrachen und die Einengung der Fruchtfolgen.
Quelle: Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.

Insektensterben


Der Rückgang der Insekten und Spinnen in Deutschland reicht weiter, als bislang angenommen. Seit 2009 ist etwa ein Drittel aller Arten aus Wiesen und Wäldern verschwunden. Die Auswertung ergab insgesamt: Sowohl die Zahl der Insektenarten nahm massiv ab wie auch die Biomasse – allein auf den Wiesen um mehr als zwei Drittel. Der Insektenschwund war überall dort besonders stark, wo die Wiesen von Ackerland umgeben waren. Damit weist das Forscherteam um den Ökologen Sebastian Seibold darauf hin, dass die Hauptursache in der Landwirtschaft zu finden ist.
Quelle: Studie der TU München

Lügen


Der Bauernbund bezeichnet das Insektensterben als „Agrarlüge“
Landwirte sollen ein Mitschuld am Insektensterben haben? Davon will der Bauernbund nichts wissen. Geschäftsführer Reinhard Jung spricht von der „größten Agrarlüge seit BSE“... Landwirte tragen aus Sicht des Brandenburger Bauernbunds gar keine Mitschuld am Insektensterben. „Die Behauptung des Nabu, in den letzten 25 Jahren sei die Masse der Insekten um mehr als 70 Prozent zurückgegangen, können wir nicht nachvollziehen“, sagte Bauernbund-Vorstand Thomas Kiesel. „Fest steht allerdings, dass sich auf landwirtschaftlicher Seite die Lebensbedingungen für Insekten in den letzten 25 Jahren nicht verschlechtert haben.“
Quelle: Märkische Allgemeine vom 25.3.2019











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Dieser Artikel wurde 4014 mal gelesen und am 26.4.2019 zuletzt geändert.