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Feinstaub & Stickoxide / Lügen & Auto-Lobby / Rauchen ist gesund & Mietmäuler / Pro-Diesel-Demos

12.02.2019

Feinstaub & Stickoxide / Lügen & Auto-Lobby / Rauchen ist gesund & Mietmäuler / Pro-Diesel-Demos


Asbest ist kein Gesundheitsproblem, Rauchen verursacht keinen Lungenkrebs, FCKWs haben nichts mit dem Ozonloch zu tun, schwere Atomunfälle sind undenkbar, Atomtests sind ungefährlich, es gibt keinen menschengemachten Klimawandel...

Seit Jahrzehnten gab und gibt es weltweit industriegelenkte Debatten und Schein-Bürgerinitiativen, manipulierte Untersuchungen, Angriffe auf kritische WissenschaftlerInnen und Umweltverbände, um die Gefahren von Asbest, FCKW, DDT, Rauchen, Atomkraft und Klimawandel herunterzuspielen. Industrienahe "Experten" haben es geschafft, dass Asbest weiterhin verwendet wurde, obwohl die Gefahren bekannt waren. Immer noch gibt es in Deutschland mehr Todesfälle durch Asbest-Belastungen als tödliche Arbeitsunfälle. Zehntausende von Menschen sind auch aufgrund von organisierten und nie bestraften Propagandaverbrechen der Asbest-Industrie und ihrer PR-Abteilungen gestorben und die Lügenkampagnen von Big-Oil und Big-Coal zum Klimawandel werden Millionen von Opfern fordern. Die Täter wurden nie bestraft und diese Kampagnen waren und sind ein blinder Fleck der Medien-Berichterstattung.

Jahrzehntelang haben Konzerne, Milliardäre, neoliberale Think Tanks
und auch die Autolobby solche Desinformationskampagnen organisiert, finanziert und z. B. politisches Handeln gegen den Klimawandel verzögert und verhindert. Mit vergleichbaren Kampagnen werden auch die regenerativen Energien und die Energiewende in Deutschland bekämpft.

Eine ähnlich gut organisierte Desinfomationskampagne läuft aktuell in Deutschland: In einer gut geplanten PR-Kampagne greift eine kleine Minderheit der Lungenärzte die aktuellen Grenzwerte zu Feinstaub und Stickoxiden an. Das so genannte Positionspapier wurde von den Lungenärzten Dieter Köhler und Martin Hetzel gemeinsam mit Matthias Klingner vom Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktuursysteme und Thomas Koch, Karlsruher Institut für Technologie verfasst. Thomas Koch war zuvor 10 Jahre lang bei der Daimler AG. (Quelle Lobby Control) Das Papier wurde nach Medienberichten bereits Anfang Januar 2019 an 3800 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) verschickt - aber nur 112 haben es nach aktuellem Stand unterschrieben, also weniger als 3 Prozent der angefragten Lungenexperten. Mitunterzeichner des Papiers sind die co- Autoren Köhlers selbst, bleiben also nach Bereinigung um die Autoren selbst nur noch 109 Unterzeichner.
Die Unterstützer dieser Kampagne sind u.a. die Bild-Zeitung, die Welt, rechte und neoliberale Netzwerke, AfD, CDU, CSU und FDP und CSU-Verkehrsminister Scheuer zeigt sich wieder einmal als Autolobbyist. Die Methoden erinnern an die schrecklich erfolgreichen Kampagnen der industriegelenkten Klimawandelleugner in den USA. Die gezielt gestreute Meinung einer kleinen Gruppe der Lungenärzte wird geschickt genutzt, um Zweifel an etablierten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu erzeugen. In´s rückwärtsgewandte Bild passen auch die peinlichen Pro-Diesel-Demos der Auto-Lobbyisten.

Auch Grenzwerte sind nicht "heilig" und wir brauchen wissenschaftlich fundierte Debatten und Studien. Diese sollten dann aber nicht nur von wirtschaftlichen Interessen geprägt sein.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer









31.01.2019
Offener Brief der deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie an den Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer

Stellungnahmen des Bundesverkehrsministeriums zu den Luftschadstoffgrenzwerten der 39. BImSchV

Sehr geehrter Herr Bundesminister Scheuer,
Sie haben sich in den letzten Tagen auf ein Positionspapier der „100 Lungenärzte“ bezogen und eine Neubewertung der Luftstadtstoffgrenzwerte gefordert. Als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Humatoxologie (DGUHT) und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin, medikamentöse Tumortherapie, Umweltmedizin und Rehabilitationswesen sowie als Mitglied der American Thoracic Society (ATS) und der
European Respiratory Society (ERS), wende ich mich heute an Sie. Ich möchte Sie als Wissenschaftler ersuchen, Ihr politisches Handeln in Anbetracht belastbarer wissenschaftlicher Ergebnisse an Prinzipien des Gesundheits- und Umweltschutzes auszurichten.

Faktum ist, dass hundert Lungenärzte dem Aufruf von Prof, Dr. med. Köhler gefolgt sind und das zweiseitige Positionspapier unterzeichnet haben. Das entspricht einer Zustimmung von etwa 3 % der Lungenärzte in Deutschland, also einer extremen Minderheit. Somit kann keineswegs behauptet werden, dass die Lungenärzte eine Neubewertung der Luftgrenzwerte für Feinstaub und Stickstoffverbindungen fordern.

Bei Durchsicht des Positionspapiers fällt auf, dass von Prof. Köhler keine eigenen wissenschaftlichen Studien zur Luftverschmutzung vorgelegt wurden, sondern die seit Jahren weltweit durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen auf einmal angezweifelt werden.

Herr Prof. Köhler hätte schon seit Jahren die Möglichkeit gehabt, diese Studienergebnisse, die in internationalen Fachzeitschriften publiziert wurden, zu kommentieren oder selbst eigene Studien zu initiieren. Dies ist aber bisher nicht geschehen. Auch die meisten Lungenärzte, die das Positionspapier von Herrn Prof. Köhler unterschrieben haben, tauchen nach meiner Recherche in keiner internationalen wissenschaftlichen Publikation der letzten Jahre über Luftschadstoffe als Autoren auf. Daher ist das Positionspapier von Herrn Prof. Köhler nach den Qualitätsstufen der Evidenz von sehr niedriger Qualität (Evidenzstufe 4). Außerdem fällt auf, dass in dem Positionspapier nicht auf das Gesundheitsrisiko durch Luftverschmutzung von Schwangeren, Ungeborenen, Neugeborenen und Kindern eingegangen wird.

Daher ist es mir unbegreiflich, dass Sie als Bundesverkehrsminister aus diesem Positionspapier mit
seiner sehr geringen wissenschaftlichen Evidenz, das nur von einer Minderheit von Lungenärzten
unterzeichnet wurde, die Notwendigkeit einer Neubewertung der Luftschadstoffgrenzwerte ableiten
und neue wissenschaftliche Studien fordern.

Die jetzt durch das Positionspapier ausgelöste Diskussion erinnert mich an die Situation in den 1950er-Jahren, als die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen über die Schädlichkeit des Rauchens publiziert wurden. Jahrzehntelang wurde vorwiegend von der Tabakindustrie, aber auch von einigen Ärzten, der kausale Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Lungenkrebs angezweifelt. Auch damals wurden immer neuen Studien, vorwiegend von der Tabakindustrie gefordert, obwohl bereits viele wissenschaftliche Untersuchungen zu den gleichen Ergebnissen gekommen waren. Es hat dann noch über mehrere Jahrzehnte gedauert, bis die Bundesregierung Maßnahmen gegen den gesundheitsschädlichen Zigarettenkonsum eingeleitet hat.

Im November 2018 hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)ein Positionspapier zu der Gesundheitsgefährdung durch Luftschadstoffe unter Auswertung von über 400 Literaturstellen veröffentlicht. Aufgrund der vorliegenden Daten wies die DGP darauf hin, dass besonders Kinder, ältere Menschen und Erkrankte durch die Luftschadstoffe gefährdet seien und dass auch unterhalb der derzeit in Deutschland gültigen europäischen Grenzwerte negative
Gesundheitseffekte aufträten. Deshalb sei eine Absenkung der gesetzlichen Grenzwerte erforderlich.
(https://pneumologie.de/fileadmin/user_upload/DGP_Luftschadstoffe_Positionspapier_20181127.pdf).

Auch ich beschäftige mich als Pneumologe seit Jahrzehnten mit der Gesundheitsgefährdung durch Luftschadstoffe und verweise in diesem Zusammenhang auf meine Publikation (Schweisfurth H. Gesundheitsrisiken durch Feinstaub und Stickoxide. Atemwegs- und Lungenkrankheiten 2018; 44: 340-349).

Nach meiner Ansicht sollte die Gesundheit der Patienten im Vordergrund stehen und keine wirtschaftlichen Interessen.

Auch empfehle ich der Bundesregierung sich nicht auf neue wissenschaftliche Studien zu fokussieren, sondern die finanziellen Mittel dazu zu verwenden, durch geeignete Maßnahmen die Luftschadstoffbelastung in Deutschland weiter zu senken.

Prof. Dr. med. Hans Schweisfurth

Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin, Medikamentöse Tumortherapie, Umweltmedizin und Rehabilitationswesen.
Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der DGUHT
Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der American Thoracic Society (ATS) und der European Respiratory Society (ERS).






Feinstaub & Stickoxide / Lügen & Lobby / Rauchen ist gesund





Die drei Fridays for Future Anstecker / Pins (links) gibt´s zum SchülerInnen- und Selbstkostenpreis für 40 Cent im BUND-Shop


Aktuell Juli 2019:


"Fridays for Future", der SchülerInnen-Streik für Klimaschutz ist ein kleiner Lichtblick in trump-düsteren Zeiten des Klimawandels. Mehr Infos: Hier
  • Nuklearia & Nuclear Pride: Die von rechtspopulistischen Netzwerken unterstützten Tarnorganisationen der Atomlobby versuchen "Fridays for Future" zu unterwandern und für ihre Zwecke zu nutzen. Auch die rechtskonservative CDU-Werteunion arbeitet mit ähnlichen Tricks.

    Klima Streik am 20. September 2019 / Global & Regional! Auch der BUND-Regionalverband ruft auf
    Auch Vorstand und Geschäftsführung des BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein rufen alle Menschen dazu auf, sich am Klimastreik zu beteiligen!
    Einen globalen Klimastreik zu organisieren ist schwierig. Er wird nicht kommen wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht!
    Mehr Infos: Klimastreik!





    Klimawandelleugner sind Mörder!


    Nein, ich meine nicht die kleinen, unbedarften, uninformierten, manipulierten Menschen, die den Klimawandel abstreiten, und ich meine auch nicht die Menschen, die immer noch offene Detailfragen wissenschaftlich in Zweifel ziehen. Ich meine wohl aber die Spitzen der großen Öl- und Kohlekonzerne, die seit Jahrzehnten mit gezielter PR, mit Macht und Geld, den ihnen bekannten menschengemachten Klimawandel und seine Folgen leugnen, verharmlosen und herunter spielen, und die bezahlten Mietmäuler dieser Konzerne in Wissenschaft, Politik und PR-Agenturen. Ihre Aktivitäten werden millionenfaches Leid und Tod verursachen. Es ist an der Zeit die Dinge beim Namen zu nennen.
    Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer



  • Wichtige Links: Klima, Klimawandel, Fridays for Future, Klimawandelleugner, Kohleparteien, Kohle & Atomkraft 2019





    (Diese Banner für Demo & Balkon gibt´s für nur 10 Euro im BUND-Laden)


    Energiewendegegner, Klimawandelleugner, Windenergiegegner, Atom- und Kohlelobbyisten und industriegelenkte Ökooptimisten in Deutschland: Die Netzwerke

    Die Netzwerke der Industrie-Lobbyisten sind weltweit gespannt und eine zentrale Rolle spielen die Gelder der amerikanischen Koch Brüder und anderer Öl- und Kohle-Milliardäre. In den deutschen Netzwerken der Energiewendegegner, Klimawandelleugner, Windradgegner, Atom- & Kohlelobbyisten gibt es unterschiedliche Rollen und Aufgaben. Viele dieser Gruppen und Personen (nicht alle) stehen auch für einen rechtspopulistischen aggressiven Neoliberalismus für Steuersenkungen für Milliardäre und Konzerne.

    Das schöne und wichtige Wort "Freiheit"
    ist die Losung fast aller dieser Gruppen. EIKE - das so genannte "Europäisches Institut für Klima und Energie" hat den Slogan: "Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit".
    Häufig steht das schöne Wort nur noch für die uneingeschränkte Freiheit der Konzerne Menschen auszubeuten und auszunutzen und die Umwelt zu zerstören. Noch vor drei Jahrhunderten wäre dieser Freiheitsbegriff die Freiheit der Sklavenhalter gewesen, denen kein Mensch und kein Staat in ihr Geschäftsmodell hätte hineinregieren dürfen.





    Greenwash, Akzeptanz, Akzeptanzforschung, postfaktische PR, Kriegspropaganda, Neusprech und Propaganda 2019



    Aktuell: »Fridays for Future«: Der Kampf um die Empörungshoheit
    Mit »Fridays for Future« nimmt eine neue Umweltbewegung das Versagen der Politik nicht länger hin und geht auf die Straße. Allerdings unternimmt „das Establishment“ aus Autolobby und verbandelten Medien alles, um den Protest der jungen Generation mundtot zu machen.
    Einen klugen Beitrag zum gut organisierten Kampf gegen »Fridays for Future« findet sich in den Blättern
  • Nuklearia & Nuclear Pride: Die von rechtspopulistischen Netzwerken unterstützten Tarnorganisationen der Atomlobby versuchen "Fridays for Future" zu unterwandern und für ihre Zwecke zu nutzen.


    Leitartikel / Zusammenfassung zum Thema Greenwash


    Greenwash, Kriegspropaganda, Akzeptanzforschung, PR, Umweltpropaganda und neue Durchsetzungsstrategien
    Public Relations und Werbung für Umweltzerstörung, AKW, Gentechnik und Krieg


    Greenwash - Sonstiges


    Aktueller Einschub:
  • Nuclear Pride Coalition 2018: Atompropaganda, Klimawandel & industriegelenkter Ökooptimismus






    Weitere Greenwash-Themen:


    Zur Übersicht: hier











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