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Feldberg Parkhaus & neuer Sessellift - Zocken auf schneereiche Winter - Klimawandel, Schulden & BUND-Kritik

08.01.2016

Feldberg Parkhaus & neuer Sessellift, Klimawandel, Schulden & BUND-Kritik



Nachtrag
Fest steht jedoch, dass die Gemeinde dem Parkhaus-Investor diesen Winter (2015-2016) nicht die garantierte Summe von 800.000 Euro bezahlen kann. Schuld daran ist der verspätete Winter, denn der Parkhaus-Fonds wird durch die – gerade verteuerten – Lift-Tickets finanziert.
Quelle: /www.badische-zeitung.de


Das neue, 15 Millionen Euro teure Parkhaus am Feldberg / Seebuck
mit 1200 Plätzen wurde am 9. Dezember offiziell eröffnet. Die Wetterprognosen sagten mitten im tiefen Winter nicht etwa Kälte und Schnee voraus, sondern Plus-Temperaturen.
Mitte Dezember und 3°Plus-Temperatur auf dem "Höchsten"? Vor dem Jahreswechsel 2015 -2016 kletterte das Thermometer auf dem Feldberg auf 12,5 Gradund bundesweit war es der wärmste Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Die winterliche Wärme und der Wassermangel für die Skikanonen im ganzen Schwarzwald, zeigen einen Teil der Probleme, auf die der BUND und die Umweltbewegung immer wieder aufmerksam gemacht hatten.

Wird sich das teure Parkhaus in Zeiten des Klimawandels tatsächlich lohnen?
Ein besseres Parkplatzmanagment und vor allem ein Ausbau des ÖPNV wäre nach BUND-Ansicht unabdingbar gewesen um die Probleme anzugehen. Trotz mancher vergangener Schneewinter zeigte der extrem warme Winter 2015 im Schwarzwald die Probleme des menschengemachten Klimawandels.
Es wird auch zukünftig manchmal noch Schneewinter, generell aber einfach immer weniger Schnee in den Mittelgebirgen und im Schwarzwald geben. Wintersportorte in Lagen unterhalb von 1500 Meter werden in den kommenden Jahren mit großen Problemen konfrontiert sein, und wenn es zu warm ist, hilft auch die künstliche Beschneiung nicht.

Nach Eigenbeschreibung hat das Parkhaus ein "Satteldach im alpenländischen Stil" erhalten. In der Realität ist es, wie befürchtet, ein großer Klotz geworden, der die Scheußlichkeit mancher Innenstädte in die Natur verlegt hat.


Der Protest der Umweltbewegung und des BUND konnte den Bau des Parkhauses nicht verhindern. Er hat allerdings dazu geführt, dass sich das Land nicht mehr mit 3 Millionen Euro am Bau beteiligt hat, wie dies die frühere, schwarz-gelbe Landesregierung noch wollte.

Das finanzielle Risiko tragen also erfreulicherweise nicht mehr die SteuerzahlerInnen, sondern ein privater Betreiber und natürlich die Menschen der Gemeinde Feldberg. Die Gemeinde mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung im Land ist allerdings auch Feldberg (4580 Euro, Stichtag 31.12.2012. Laut Medienberichten schloss die Gemeinde Feldberg mit dem Betreiber einen Großkundenvertrag und garantiert Einnahmen von mindestens 800 000 Euro und höchstens 1,2 Millionen Euro pro Skiwinter.
Dazu kommt der neue Sessellift in Zeiten des Klimawandels am Feldberg. 10,5 Millionen Euro brutto kostet das Großprojekt, das bei warmem Wetter im Dezember 2015 eingeweiht wurde.
Die Gemeinde Feldberg hat in Zockermanier eine riskante Wette auf viele, viele kalte Winter abgeschlossen.
Wir sind gespannt auf die nächsten Winter...

Die Anzahl der Stellplätze mit Lademöglichkeit für Elektroauto im neuen Parkhaus = 0 (Null!).

Der Feldberg zeigt spiegelbildlich die Probleme der Welt im Kleinen. Da ist eine kleine Gemeinde in einer der schönsten Landschaften dieses Landes. Eine extrem verschuldete Gemeinde, die einer zutiefst zerstörerischen Wachstumsspirale folgend gerade dabei ist, dieses kleine Paradies mit einem gigantischen Parkhaus und immer neuen Liften zu zerstören. Wer mit offenen Augen die vielen kleinen und großen Bausünden auf dem Feldberg sieht, der erkennt, dass die Grenzen des Wachstums schon lange überschritten sind, doch damit ist der "Höchste" auf der Höhe der Zeit.


Axel Mayer / BUND-Geschäftsführer


Satirisch / Ernstgemeinter Nachtrag:
Haben wir die dynamische Gemeinde Feldberg und ihren agilen Bürgermeister Wirbser unterschätzt? In Zeiten des Klimawandels wird doch nicht "einfach so" ein 15 Millionen Parkhaus gebaut. Vermutlich liegen die Pläne für die weltweit größte Indoor-Skihalle schon in der Schublade. Das würde auch den Nicht-Beitritt des Feldbergs zum Biosphärengebiet Südschwarzwald und den geplanten sechsspurigen Autobahnausbau am Oberrhein erklären. Eventuell ist die große, grüne "Fun-Achse" Feldberg - Europapark Rust auch schon in Planung.













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Dieser Artikel wurde 4585 mal gelesen und am 7.3.2016 zuletzt geändert.