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Sekt-Empfehlung: Fessenheim Abschaltung / Stilllegung / Schließung 2020 / Eine BUND-Einschätzung & Warnung

04.11.2019

Sekt-Empfehlung: Fessenheim Abschaltung / Stilllegung / Schließung 2020 / Eine BUND-Einschätzung & Warnung


AKW Fessenheim-Abschaltung wird endlich konkreter


Nach unsäglich langem Hin und Her wurde jetzt wieder einmal ein Termin für die geplante Abschaltung des ältesten AKW Frankreichs angekündigt.

"Der französische Energiekonzern EDF hat die Stilllegung der beiden Reaktoren in Fessenheim für den 22.2. und den 30.6. kommenden Jahres ankündigt – und beim Umweltministerium beantragt."

Zum Thema Fessenheim-Abschaltung gibt BUND-Geschäftsführer Axel Mayer eine "Sektempfehlung"

Kaufen Sie drei gute Flaschen Sekt

  • Die Erste öffnen sie am Tag der endgültigen Abschaltung des Letzten der beiden Reaktoren
  • Die Zweite öffnen am Tag der Entleerung der Brennelemente-Zwischenlager (Erst dann ist die die GAU-Gefahr tatsächlich beseitigt)
  • Die Dritte Flaschen sollten Sie gut lagern. In ca. einer Million Jahre ist der Großteil des in Fessenheim angefallenen Atommülls zerfallen. Dann gibt es tatsächlich Grund auf die Fessenheim-Schließung anzustoßen.


Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


Nachtrag:
"Die Mühen der Berge haben wir (nach einer Abschaltung) hinter uns, vor uns liegen die Mühen der Ebenen." Brecht


Und dennoch eine "Warnung"!


Fessenheim Stilllegung und sechs neue französische AKW?
Die beiden Uralt-Reaktoren in Fessenheim werden jetzt wohl ziemlich sicher im Jahr 2020 abgestellt. Nach der Abschaltung und der Entleerung der gefährlichen Abklingbecken kommen für die Umweltbewegung "die Mühen der Ebene". Es ist ärgerlich, dass die EDF sogar noch richtig viel Entschädigung für das Uralt-AKW möchte und bekommt. Im Hintergrund sind Summen im Gespräch, die weit über die bisher genannten 400 Millionen Euro hinaus gehen.

Doch die französische Tageszeitung "Le Monde" berichtete im Oktober 2019 von einem Brief, den Umweltministerin Elisabeth Borne und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire an EDF-Chef Jean-Bernard Lévy geschrieben haben sollen. Darin ist der Zeitung zufolge die Rede vom Neubau von insgesamt sechs EPR, die paarweise an drei Standorten im Land errichtet werden sollen. Die Neubauten sollen über einen Zeitraum von 15 Jahren erfolgen. Diese Debatte ist angesichts des Fiaskos des im Bau befindlichen EPR in Flamanville erstaunlich. Der Reaktor in Flamanville sollte knapp über drei Milliarden Euro kosten und viereinhalb Jahre dauern. Nun ist er vier Mal teurer und braucht 15 Jahre Bauzeit.

Fessenheim wird als Standort für die sechs neuen EPR zwar nicht genannt, wäre aus EDF-Sicht aber zumindest von der Lage her ideal. Fessenheim liegt weit im französischen Osten und an einem gesicherten Kühlstandort mit viel Rhein-Wasser.



  • Generell gegen neue AKW sprechen nicht nur die Gefahren der Atomkraft und alle ökologischen Gesichtspunkte. Gegen Atomkraft spricht schon lange auch die Ökonomie. Strom aus Wind und Sonne sind (auch ohne Atomunfälle und Atommülllagerung) einfach kostengünstiger als Atomstrom. Nur in Ländern, in denen der Markt nicht funktioniert, oder dort, wo mit der zivilen Nutzung auch militärische Interessen verbunden sind, werden immer noch AKW gebaut.
  • Was aber massiv gegen den Standort Fessenheim spricht sind wir, unser bisheriger Widerstand und der zurecht erwartete zukünftige Widerstand. Wer neue AKW durchsetzen will und nicht Marine Le Pen heißt, wird es in Fessenheim nicht versuchen, denn dort würde ein AKW-Neubau heftigsten Protest und einen politischen Tsunami auslösen.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer




















Seufz: Hier finden Sie eine kleine Auswahl von Texten zu früheren Abschaltterminen...


21.2.19

Atomfabrik nach Fessenheim-Aus?


Mit großem Interesse hat der BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein das neue Papier „ Für die Zukunft des Raumes Fessenheim“ gelesen. In diesem Raumprojekt findet sich viel Positives und als Wichtigstes wohl die Massnahme 3.3. der „beispielhaft, erfolgreicher Rückbau des AKW“. Wir sind auf die konkrete Umsetzung gespannt und werden sie „gegebenenfalls“ kritisch begleiten.Ein Billigabriss ist nicht akzeptabel. Ansonsten ist das Papier inhaltlich so, wie solche Projektbeschreibungen heute eben sind. Manches Sinnvolle verbindet sich mit Wünschen, Wachstumsglauben und leeren Texthülsen und modisch-geschickt verpackt soll alles natürlich auch immer ökologisch, nachhaltig und zukunftsfähig sein. Generell begrüßen wir die Schaffung von Arbeitsplätzen in tatsächlich umweltfreundlichen Betrieben nach einer Schließung des AKW.

Die Alarmglocken beim BUND schrillen allerdings bei MASSNAHME 4.2
„STARTHILFE UND BEGLEITUNG DER INNOVATIVSTEN PROJEKTE
Entwicklung von innovativen Tätigkeiten mit hoher Wertschöpfung am Standort des KKW. Am derzeitigen Standort des KKW sollen neue Industriebetriebe mit hoher Wertschöpfung und neuen Arbeitsplätzen angesiedelt werden.
EDF arbeitet derzeit an dem Projekt eines Technologieclusters „Techno-Centre“ zur Begleitung von europäischen Rückbauprojekten durch die Verwertung der großen elektromechanischen Bauteile der Kernkraftwerke sowie durch die Entwicklung von Industrieinnovationen.
Die Umsetzung dieses zukunftsorientierten Industrieprojekts wird Gegenstand von weitreichenden Gesprächen zwischen allen betroffenen Parteien sowohl in Deutschland als auch in Frankreich sein, um u.a. die wirtschaftlichen und technischen Bedingungen zur Umsetzung des Vorhabens sicherzustellen. Zum derzeitigen Zeitpunkt gibt es für das Techno-Centre kein Einvernehmen.“ (Zitatende)

Was sich hinter den Wünschen der EDF und den geschickt positiv besetzten Begriffen wie „Verwertung und Innovation“ versteckt ist offen und hier gibt es einen großen Klärungsbedarf. BUND-Geschäftsführer Axel Mayer begrüßt, dass es zu diesem Thema auch kein Einvernehmen der grenzüberschreitend Projektbeteiligten gibt und fordert konkrete Informationen zur EDF-Planung.

Die Bevölkerung war und ist durch den Betrieb des AKW jahrzehntelang gefährdet. Nach einer Abschaltung und erst nach der Entleerung der hochgefährlichen „Abklingbecken“ wird tatsächlich auch die große Gefahr eines schweren Atomunfalls größtenteils gebannt sein. Dennoch bringt auch der Abriss Belastungen für die gesamte Raumschaft. Eine neue Atomfabrik würde diese Belastungen verstärken und ist darum für den BUND nicht akzeptabel.

Generell müssen wir darauf achten, dass umweltfreundliche Betriebe möglichst flächensparend angesiedelt werden. Die immer noch extrem umweltbelastende Schwerindustriezone im Bereich Ottmarsheim-Chalampé darf nicht expandieren.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


2.2.2019

Fessenheim Abschaltung / Stilllegung / Schließung 2020?! Eine BUND-Einschätzung



Nach unsäglich langem Hin und Her wurde jetzt erstmals der vom BUND verlangte, konkrete Termin für die geplante Abschaltung des ältesten AKW Frankreichs angekündigt.
Der Reaktorblock 1 des elsässischen Atomkraftwerks Fessenheim soll im März 2020 dauerhaft vom Netz gehen. Das hat Frankreichs Umweltminister De Rugy am 1.02.2019 angekündigt. Der andere Reaktor soll anschließend im August 2020 folgen.

Wir freuen uns, werden aber wachsam bleiben...
Wir halten den angekündigten Abschalttermin 2020 für möglich und wir hoffen, dass die beiden alten Reaktoren (und die aktuelle französische Regierung!) so lange durchhalten. Die Gefahr eines extrem schweren Unfalls ist aber erst gebannt, wenn die Reaktordruckbehälter und die sehr unsicheren Zwischenlagerbecken entleert sind. Der Fessenheimer Atommüll wird noch eine Million Jahre gefährlich sein. Wenn die großen Gefahren eines schweren Atomunfalls gebannt sind, werden wir uns um die kommenden "kleineren" Gefahren beim Abriss kümmern. Ein "Billigabriss" ist nicht akzeptabel. Die jetzt zu schaffenden neuen Arbeitsplätze im Elsass müssen umweltfreundlich, nachhaltig und zukunftsfähig sein.

Nach der Abschaltung des AKW in Fessenheim wird sich der BUND und die grenzüberschreitenden Umweltbewegung am Oberrhein verstärkt um die Schließung der bedrohlichen AKW in Beznau und Leibstadt kümmern und wir müssen uns auch stärker für die zukunftsfähigen Energien vor unserer Haustür einsetzen, die von gut getarnten Lobbygruppen der Atom- und Kohleindustrie massiv bekämpft werden. Auch die Bewahrung des massiv bedrohten Friedens muss leider wieder stärker in den Fokus unserer Arbeit rücken.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident TRAS, Kreisrat

  • Fessenheim Infos: Hier
  • Aufrüstung, INF-Vertrag und die Bedrohung des Friedens: Hier











"Die Wahrheit", Warnungen & Hinweise 2019:
  • 1) Diese regionalen BUND-Internetseiten sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleiner werdende Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern! Haben Sie Mut, Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen. Es gibt in diesem Land tatsächlich auch noch einige kluge, zumeist differenzierende Medien.
  • 3) Im Zweifel ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer
Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht von selber kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafener Nacht)

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Dieser Artikel wurde 17023 mal gelesen und am 4.11.2019 zuletzt geändert.