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Fessenheim Abschaltung / Stilllegung: Hoffnungsschimmer 2018?

12.12.2017

Fessenheim Abschaltung / Stilllegung: Hoffnungsschimmer 2018?


Verschiedene französische Medien und das ZDF berichteten heute,
von einem "möglichen Abschalttermin" Ende 2018 und das ZDF zitiert Herrn Macron: "`Ich halte meine Verpflichtung: Fessenheim wird geschlossen´, sagte der Gipfelgastgeber der Zeitung `Le Monde´. Zu einem Abschaltungstermin für Fessenheim äußerte sich Macron nicht". EDF-Chef Philippe Sasseigne hat im November 2017 in Fessenheim mit der Belegschaft über ein mögliches Ende des Atomkraftwerks gesprochen und die ersten ArbeitnehmerInnen aus dem AKW beginnen, sich nach neuen Arbeitsplätzen umzuschauen und bei anderen AKW zu bewerben.

In Sachen Fessenheim-Abschaltung sieht BUND-Geschäftsführer Axel Mayer durchaus (mal wieder) einen kleinen Lichtstreif am Horizont, doch „gebranntes Kind scheut verfrühte Freude“... Das jetzt in französischen Medienberichten "vermutete" Abschaltdatum am 31.12.2018 ist immer noch gekoppelt an die Inbetriebnahme des "neuen" AKW Flamanville. Da aber in Flamanville "offensichtlich" die gleichen Planer arbeiten, die auch beim neuen Berliner Flughafen und bei Stuttgart 21 tätig sind, könnte sich die immer wieder verschobene Inbetriebnahme am Atlantik durchaus auch ein wenig verzögern. Die Umweltbewegung sollte der EDF die Möglichkeit geben, möglichst gesichtswahrend zu einer Abschaltung zu kommen. Die Regionalpolitik muss die Sorgen der Beschäftigten ernst nehmen und neue Arbeitsplätze in der Region um das AKW schaffen.
Dennoch sind die aktuellen Abschaltankündigungen im Konjunktiv und das jahrelange Hin & Her der Abschaltdebatte unerträglich und verstärken die Politikverdrossenheit. Der BUND glaubt dann an die Abschaltung von Fessenheim, wenn abgeschaltet ist! Bis zu diesem Tag wird sich der BUND engagieren.


Der BUND,
der mit vielen anderen grenzüberschreitenden Initiativen seit Jahrzehnten die Abschaltung der beiden maroden Reaktoren in Fessenheim fordert, sieht die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

  • Einerseits rückt jetzt endlich die geforderte Abschaltung der altersschwachen Reaktoren im elsässischen Fessenheim näher, denn in Frankreich wurde die Schließung an den Start des neuen AKW geknüpft.
  • Andererseits geht jetzt am Atlantik ein neues, jetzt schon baufälliges und damit gefährliches AKW Netz, das vom BUND und vielen Experten für sehr gefährlich gehalten wird. Der Reaktordeckel des "neuen" AKW soll kurz nach der Inbetriebnahme ausgetauscht werden. Der Reaktor-Boden in Flamanville weist allerdings die selben Materialdefizite auf wie der Deckel. Allerdings ist der Boden bereits fest verbaut, eine Erneuerung käme einem Abriss gleich, ein Austauschen wie beim Deckel ist also nicht mehr möglich... Die Koppelung der Abschaltung des AKW in Fessenheim an die Inbetriebnahme von Flammanville war und ist zutiefst unmoralisch.


Es gibt also in der gefährdeten Region am Oberrhein keinen Grund die Sektkorken knallen zu lassen. Dennoch steigt die Hoffnung auf eine baldige Abschaltung. Der BUND, die grenzüberschreitende Umweltbewegung und die von einem jederzeit möglichen Atomunfall betroffene Bevölkerung im Elsass, in Südbaden und in der Nordschweiz ist die bisherige Verzögerungstaktik und das ständige Hin und Her in der Abschaltdebatte leid und hofft auf eine endgültige Entscheidung.

Der Strom aus den neuen Reaktoren in Flamanville ist bereits heute teurer als Strom aus Windenergie. So läutet Flamanville das ökonomische Ende der Atomenergie ein.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


Unser Tipp für Herrn Macron: Einfach mal abschalten...(Fessenheim, Cattenom...)







Das entsetzliche "Hin & Her" der Abschaltdebatte spiegelt sich in diesen alten BUND-Texten...


Trotz Dekret: Über Fessenheim-Schließung entscheidet Hollandes Nachfolger...
"Auf der Zielgeraden seiner Präsidentschaft hat François Hollande eines seiner Wahlkampfversprechen doch noch eingelöst: Seine Regierung hat ein Dekret veröffentlicht, in dem das Aus für das Atomkraftwerk Fessenheim verkündet wird. Das vermeintliche Aus, muss man allerdings einschränken. Offenkundig ist schließlich, dass nicht Hollande, sondern dessen in Kürze zu wählender Nachfolger darüber befinden wird, wie lange Frankreichs ältestes und störanfälligstes Atomkraftwerk am Netz bleiben wird."

Dieses Textfragment stammt aus einer lesenswerten Analyse von Axel Veiel in der Frankfurter Rundschau.






Fessenheim-Schließung (mal wieder) verschoben!(Text vom 6.4.17 / vor dem Dekret)



Der Verwaltungsrat des französischen Energiekonzerns EdF hat heute nach aktuellen,ersten Medienberichten die Schließung des ältesten französischen Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim wieder einmal "verschoben" und stellt vorerst keinen Antrag auf eine Stilllegung. Dies ist nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer nicht nur eine Niederlage für Mensch und Umwelt, sondern auch für die Demokratie.

Die in Frankreich immer "mitregierende" EDF hat wieder einmal die Ohnmacht des Staatspräsidenten Hollande gezeigt, der eine Abschaltung während seiner Amtszeit fest versprochen hatte. Der politisch mächtige, finanziell aber angeschlagene Atomkonzern EDF setzt auf eine Pro-Atom-Nachfolgeregierung. Was "die Märkte" von der EDF halten zeigt der Aktienkurs.

Französische Gewerkschaften demonstrierten heute in Paris wieder gegen die geplante Stilllegung des Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim. Gewerkschafter haben im EdF-Verwaltungsrat in Paris gegen die Regierungspläne zu Abschaltung gestimmt.

Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer geht es der strukturkonservativen CGT nicht alleine um die Arbeitsplätze (was nachvollziehbar wäre), sondern auch um die gigantischen Summen, mit denen der Atomkonzern EdF einige Gewerkschaften seit vielen Jahren schmiert. Diese "andere ökonomische Seite" der CGT-Interessen wird leider nicht öffentlich diskutiert. Zum Hintergrund

"So zahlt der Konzern seit 1946 jedes Jahr ein Prozent seines Umsatzes an die Sozialkasse CCAS. Diese hat rund 3700 Beschäftigte und besitzt Ferienzentren, Sanatorien und Restaurants, in denen sich EdF-Mitarbeiter mit ihren Angehörigen für wenig Geld verwöhnen lassen können. Zudem ist die CCAS eng mit der mächtigen, kommunistisch orientierten Gewerkschaft CGT verflochten. Mithilfe der einprozentigen Abgabe hat sich EdF über Jahrzehnte das Wohlwollen der Gewerkschaft erkauft", sagt ein Branchenkenner. Die Zeit"


Der BUND, die grenzüberschreitende Umweltbewegung und die von einem jederzeit möglichen Atomunfall betroffene Bevölkerung im Elsass, in Südbaden und in der Nordschweiz ist die unsägliche Verzögerungstaktik und das ständige Hin und Her in der Abschaltdebatte leid. Das Hin und Her und die Macht der Konzerne in der Politik führt zu einer zunehmenden Politikverdrossenheit.

Die alte, trinationale Forderung bleibt: Eine Abschaltung des Pannen-AKWs muss schnell geschehen und unumkehrbar sein. Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer darf der trinationale Abschaltdruck bis zur endgültigen Abschaltung nicht nachlassen.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer




Hintergrund


Die EDF ähnelt einem Fuhrunternehmen, das vor ca. 40 Jahren fast gleichzeitig 58 neue LKW / AKW kaufte, den Fuhrpark aber nie erneuert hat. Die "58 LKW /AKW" werden jetzt gleichzeitig alt und marode und sind gefährliche, wartungsintensive Oldtimer geworden. Ein Fehler im versprödeten Reaktorstahl oder ein anderes massives technisches Problem, das gleichzeitig an allen überalterten Reaktoren auftreten könnte, würde zum ökonomischen Kollaps der EDF und der französischen Wirtschaft führen.

Dieses massive Überalterungs-Problem aller französischer Reaktoren zeigt die Notwendigkeit der Abschaltung des ältesten AKW Frankreichs in Fessenheim, denn irgendwann müssen Erfahrungen mit dem teuren und schwierigen Abbruch von stark verstrahlten Reaktoren dieser Baureihe gemacht werden. Leider hat die fast bankrotte EDF auch viel zu wenig Geld für den Abbruch der alten AKW zurückgelegt.

Der trinationale Protest gegen das AKW Fessenheim war und ist mit einem Klavier mit vielen, vielen Tasten zu vergleichen. Die „Protest-Tasten“ sind Kundgebungen, Demos, Plakataktionen, Unterschriftensammlungen, Kleinanzeigen, 120.000 BUND-Flyer, kritische Studien, Kataströphchenschutzkritik, langweilige Sitzungen, Internetseiten und Newsletter, Aufkleber, TRAS-Klagen, PolitikerInnen-Protest, Banner und Fahnen an Balkonen, für Demos gebackene Kuchen, engagierte KünstlerInnen, Resolutionen, Medienarbeit und seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima auch die wöchentlichen Mahnwachen in Breisach und Müllheim. Jede einzelne dieser „Protest-Klavier-Tasten“ ist wichtige und gelebte Demokratie und erhöht den Abschaltdruck, gerade auch im Jahr 2017, 6 Jahre nach Fukushima und 31 Jahre nach Tschernobyl.

Nach BUND-Ansicht darf der trinationale Abschaltdruck bis zur endgültigen Abschaltung nicht nachlassen. Die unterschiedlichen Tasten am „Protest-Klavier“ werden weiter gebraucht.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

















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Aktuelle Informationen zum AKW Fessenheim


Über die Fessenheim-Schließung entscheidet Herr Macron (oder doch die EDF?)...
Prognosen sind immer schwierig, wenn es sich um Zukunftsfragen handelt.
Was tun?
Unser verstorbener Freund Walter Mossmann gab im "Gorleben-Lied" einen guten Tipp:

"Sie trommeln uns die Ohren voll, sie wären unaufhaltsam,
und trotzdem, mein ich, kommt es auch auf unser Zutun an ..."


Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer





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Dieser Artikel wurde 6864 mal gelesen und am 12.12.2017 zuletzt geändert.