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Fessenheim Abschaltung / Stilllegung / Schließung 2020 & neue Atomfabrik? Eine BUND-Einschätzung

21.02.2019

Fessenheim Abschaltung / Stilllegung / Schließung 2020 & neue Atomfabrik? Eine BUND-Einschätzung



21.2.19

Atomfabrik nach Fessenheim-Aus?


Mit großem Interesse hat der BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein das neue Papier „ Für die Zukunft des Raumes Fessenheim“ gelesen. In diesem Raumprojekt findet sich viel Positives und als Wichtigstes wohl die Massnahme 3.3. der „beispielhaft, erfolgreicher Rückbau des AKW“. Wir sind auf die konkrete Umsetzung gespannt und werden sie „gegebenenfalls“ kritisch begleiten.Ein Billigabriss ist nicht akzeptabel. Ansonsten ist das Papier inhaltlich so, wie solche Projektbeschreibungen heute eben sind. Manches Sinnvolle verbindet sich mit Wünschen, Wachstumsglauben und leeren Texthülsen und modisch-geschickt verpackt soll alles natürlich auch immer ökologisch, nachhaltig und zukunftsfähig sein. Generell begrüßen wir die Schaffung von Arbeitsplätzen in tatsächlich umweltfreundlichen Betrieben nach einer Schließung des AKW.

Die Alarmglocken beim BUND schrillen allerdings bei MASSNAHME 4.2
„STARTHILFE UND BEGLEITUNG DER INNOVATIVSTEN PROJEKTE
Entwicklung von innovativen Tätigkeiten mit hoher Wertschöpfung am Standort des KKW. Am derzeitigen Standort des KKW sollen neue Industriebetriebe mit hoher Wertschöpfung und neuen Arbeitsplätzen angesiedelt werden.
EDF arbeitet derzeit an dem Projekt eines Technologieclusters „Techno-Centre“ zur Begleitung von europäischen Rückbauprojekten durch die Verwertung der großen elektromechanischen Bauteile der Kernkraftwerke sowie durch die Entwicklung von Industrieinnovationen.
Die Umsetzung dieses zukunftsorientierten Industrieprojekts wird Gegenstand von weitreichenden Gesprächen zwischen allen betroffenen Parteien sowohl in Deutschland als auch in Frankreich sein, um u.a. die wirtschaftlichen und technischen Bedingungen zur Umsetzung des Vorhabens sicherzustellen. Zum derzeitigen Zeitpunkt gibt es für das Techno-Centre kein Einvernehmen.“ (Zitatende)

Was sich hinter den Wünschen der EDF und den geschickt positiv besetzten Begriffen wie „Verwertung und Innovation“ versteckt ist offen und hier gibt es einen großen Klärungsbedarf. BUND-Geschäftsführer Axel Mayer begrüßt, dass es zu diesem Thema auch kein Einvernehmen der grenzüberschreitend Projektbeteiligten gibt und fordert konkrete Informationen zur EDF-Planung.

Die Bevölkerung war und ist durch den Betrieb des AKW jahrzehntelang gefährdet. Nach einer Abschaltung und erst nach der Entleerung der hochgefährlichen „Abklingbecken“ wird tatsächlich auch die große Gefahr eines schweren Atomunfalls größtenteils gebannt sein. Dennoch bringt auch der Abriss Belastungen für die gesamte Raumschaft. Eine neue Atomfabrik, würde diese Belastungen verstärken und ist darum für den BUND nicht akzeptabel.

Generell müssen wir darauf achten, dass umweltfreundliche Betriebe möglichst flächensparend angesiedelt werden. Die immer noch extrem umweltbelastende Schwerindustriezone im Bereich Ottmarsheim-Chalampé darf nicht expandieren.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


2.2.2019

Fessenheim Abschaltung / Stilllegung / Schließung 2020?! Eine BUND-Einschätzung


AKW Fessenheim-Abschaltung wird endlich konkreter


Nach unsäglich langem Hin und Her wurde jetzt erstmals der vom BUND verlangte, konkrete Termin für die geplante Abschaltung des ältesten AKW Frankreichs angekündigt.
Der Reaktorblock 1 des elsässischen Atomkraftwerks Fessenheim soll im März 2020 dauerhaft vom Netz gehen. Das hat Frankreichs Umweltminister De Rugy am 1.02.2019 angekündigt. Der andere Reaktor soll anschließend im August 2020 folgen.

Wir freuen uns, werden aber wachsam bleiben...
Wir halten den angekündigten Abschalttermin 2020 für möglich und wir hoffen, dass die beiden alten Reaktoren (und die aktuelle französische Regierung!) so lange durchhalten. Die Gefahr eines extrem schweren Unfalls ist aber erst gebannt, wenn die Reaktordruckbehälter und die sehr unsicheren Zwischenlagerbecken entleert sind. Der Fessenheimer Atommüll wird noch eine Million Jahre gefährlich sein. Wenn die großen Gefahren eines schweren Atomunfalls gebannt sind, werden wir uns um die kommenden "kleineren" Gefahren beim Abriss kümmern. Ein "Billigabriss" ist nicht akzeptabel. Die jetzt zu schaffenden neuen Arbeitsplätze im Elsass müssen umweltfreundlich, nachhaltig und zukunftsfähig sein.

Nach der Abschaltung des AKW in Fessenheim wird sich der BUND und die grenzüberschreitenden Umweltbewegung am Oberrhein verstärkt um die Schließung der bedrohlichen AKW in Beznau und Leibstadt kümmern und wir müssen uns auch stärker für die zukunftsfähigen Energien vor unserer Haustür einsetzen, die von gut getarnten Lobbygruppen der Atom- und Kohleindustrie massiv bekämpft werden. Auch die Bewahrung des massiv bedrohten Friedens muss leider wieder stärker in den Fokus unserer Arbeit rücken.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident TRAS, Kreisrat

  • Fessenheim Infos: Hier
  • Aufrüstung, INF-Vertrag und die Bedrohung des Friedens: Hier












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Dieser Artikel wurde 13043 mal gelesen und am 21.2.2019 zuletzt geändert.