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Fessenheim Abschaltung / Stilllegung 2018 - 2019 - 2020? Eine BUND-Einschätzung

12.04.2018

Fessenheim Abschaltung / Stilllegung 2018 - 2019 - 2020? Eine BUND-Einschätzung


EDF bestätigt erstmals Rückbau des AKW-Fessenheim "ab" Ende 2018



Die Nachrichtenagentur Reuters meldete im Frühjahr 2018: "Die Leitung des EDF-Kernkraftwerks in Fessenheim (Haut-Rhin) hat Schritte für den Rückbau der Anlage am Rheinufer festgelegt, der Ende des Jahres beginnen und 20 Jahre später enden soll. Das älteste Kernkraftwerk Frankreichs muss abgeschaltet werden, wenn die EPR in Flamanville, im Ärmelkanal, mit Brennstoff beladen wird, der derzeit für Ende 2018 gemäß dem Energy Transition Act von 2015 vorgesehen ist, sagte ihr Direktor Marc Simon-Jean auf einer Pressekonferenz. Eine erste Phase, die als Vorbereitung für die Demontage bekannt ist, wird fünf Jahre dauern und zur vollständigen Entfernung des Kraftstoffs ab dem dritten Jahr führen." Zitatende

Der BUND am Südlichen Oberrhein, der mit vielen anderen grenzüberschreitenden Initiativen seit Jahrzehnten die Abschaltung der beiden maroden Reaktoren in Fessenheim fordert, sieht die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge:

  • Einerseits rückt jetzt endlich die lange geforderte Abschaltung der altersschwachen Reaktoren im elsässischen Fessenheim tatsächlich näher und wird auch erstmals von der EDF "offiziell" angekündigt, aber "ab Ende 2018" ist immer noch sehr unkonkret.
  • Andererseits geht dann am Atlantik ein neues, jetzt schon baufälliges und damit gefährliches AKW Netz, das vom BUND und vielen Experten für sehr gefährlich gehalten wird. Der Reaktordeckel des "neuen" AKW soll kurz nach der Inbetriebnahme ausgetauscht werden. Der Reaktor-Boden in Flamanville weist allerdings die selben Materialdefizite auf wie der Deckel. Allerdings ist der Boden bereits fest verbaut, eine Erneuerung käme einem Abriss gleich, ein Austauschen wie beim Deckel ist also nicht mehr möglich... Die Koppelung der Abschaltung des AKW in Fessenheim an die Inbetriebnahme von Flammanville war und ist zutiefst unmoralisch. Der Strom aus den neuen Reaktoren in Flamanville ist bereits heute teurer als Strom aus Windenergie. So läutet Flamanville zumindest das ökonomische Ende der Atomenergie ein.


Zusammenfassung:


Der BUND setzt auf eine baldige AKW-Fessenheim-Abschaltung, kritisiert aber die Verbindung der Abschaltung mit der Inbetriebnahme eines gefährlichen neuen AKW.
  • Die Gefahr eines ganz großen Atomunfalls ist erst gebannt, wenn die Brennstäbe entfernt und wenn die gefährlichen Abkühlbecken entleert sind.
  • Der in Fessenheim erzeugte Atommüll wird dennoch über eine Million Jahre strahlen und zukünftiges Leben gefährden.
  • Auch nach einer Fessenheim-Abschaltung bleibt viel zu tun. Der Abriss darf kein "Billigabriss" werden und muss kritisch begleitet werden.
  • Im geplanten, neu entstehenden "Industriepark" am Rhein sollte flächensparend gebaut und umweltfreundlich produziert werden. Die jahrzehntelange Praxis direkt am Rhein massiv umweltbelastende Betriebe anzusiedeln muss ein Ende haben.
  • Der BUND und die trinationale Umweltbewegung werden jetzt verstärkt die grenznahen, gefährlichen AKW in Beznau und Leibstadt(CH) angehen.

    Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer



  • Erfreuliche Fessenheimer Rauchzeichen
    Im Januar 2018 gab´s in Fessenheim einen Streik der AKW-ArbeitnehmerInnen für bessere Abfindungen und sogar brennende Barrikaden. Diese Fessenheimer Rauchzeichen wertet der BUND als positives Signal in Sachen AKW-Abschaltung. Sie zeigen aber auch, dass der Wunsch nach guter Abfindung ernst genommen werden muss.



    Fessenheim Abschaltung / Stilllegung 2018 - 2019? Eine BUND-Einschätzung

    Unser Tipp für Herrn Macron: Einfach mal abschalten...(Fessenheim, Cattenom...)







    Das entsetzliche "Hin & Her" der Abschaltdebatte spiegelt sich in diesen alten BUND-Texten...


    Trotz Dekret: Über Fessenheim-Schließung entscheidet Hollandes Nachfolger...
    "Auf der Zielgeraden seiner Präsidentschaft hat François Hollande eines seiner Wahlkampfversprechen doch noch eingelöst: Seine Regierung hat ein Dekret veröffentlicht, in dem das Aus für das Atomkraftwerk Fessenheim verkündet wird. Das vermeintliche Aus, muss man allerdings einschränken. Offenkundig ist schließlich, dass nicht Hollande, sondern dessen in Kürze zu wählender Nachfolger darüber befinden wird, wie lange Frankreichs ältestes und störanfälligstes Atomkraftwerk am Netz bleiben wird."

    Dieses Textfragment stammt aus einer lesenswerten Analyse von Axel Veiel in der Frankfurter Rundschau.






    Fessenheim-Schließung (mal wieder) verschoben!(Text vom 6.4.17 / vor dem Dekret)



    Der Verwaltungsrat des französischen Energiekonzerns EdF hat heute nach aktuellen,ersten Medienberichten die Schließung des ältesten französischen Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim wieder einmal "verschoben" und stellt vorerst keinen Antrag auf eine Stilllegung. Dies ist nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer nicht nur eine Niederlage für Mensch und Umwelt, sondern auch für die Demokratie.

    Die in Frankreich immer "mitregierende" EDF hat wieder einmal die Ohnmacht des Staatspräsidenten Hollande gezeigt, der eine Abschaltung während seiner Amtszeit fest versprochen hatte. Der politisch mächtige, finanziell aber angeschlagene Atomkonzern EDF setzt auf eine Pro-Atom-Nachfolgeregierung. Was "die Märkte" von der EDF halten zeigt der Aktienkurs.

    Französische Gewerkschaften demonstrierten heute in Paris wieder gegen die geplante Stilllegung des Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim. Gewerkschafter haben im EdF-Verwaltungsrat in Paris gegen die Regierungspläne zu Abschaltung gestimmt.

    Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer geht es der strukturkonservativen CGT nicht alleine um die Arbeitsplätze (was nachvollziehbar wäre), sondern auch um die gigantischen Summen, mit denen der Atomkonzern EdF einige Gewerkschaften seit vielen Jahren schmiert. Diese "andere ökonomische Seite" der CGT-Interessen wird leider nicht öffentlich diskutiert. Zum Hintergrund

    "So zahlt der Konzern seit 1946 jedes Jahr ein Prozent seines Umsatzes an die Sozialkasse CCAS. Diese hat rund 3700 Beschäftigte und besitzt Ferienzentren, Sanatorien und Restaurants, in denen sich EdF-Mitarbeiter mit ihren Angehörigen für wenig Geld verwöhnen lassen können. Zudem ist die CCAS eng mit der mächtigen, kommunistisch orientierten Gewerkschaft CGT verflochten. Mithilfe der einprozentigen Abgabe hat sich EdF über Jahrzehnte das Wohlwollen der Gewerkschaft erkauft", sagt ein Branchenkenner. Die Zeit"


    Der BUND, die grenzüberschreitende Umweltbewegung und die von einem jederzeit möglichen Atomunfall betroffene Bevölkerung im Elsass, in Südbaden und in der Nordschweiz ist die unsägliche Verzögerungstaktik und das ständige Hin und Her in der Abschaltdebatte leid. Das Hin und Her und die Macht der Konzerne in der Politik führt zu einer zunehmenden Politikverdrossenheit.

    Die alte, trinationale Forderung bleibt: Eine Abschaltung des Pannen-AKWs muss schnell geschehen und unumkehrbar sein. Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer darf der trinationale Abschaltdruck bis zur endgültigen Abschaltung nicht nachlassen.

    Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer




    Hintergrund


    Die EDF ähnelt einem Fuhrunternehmen, das vor ca. 40 Jahren fast gleichzeitig 58 neue LKW / AKW kaufte, den Fuhrpark aber nie erneuert hat. Die "58 LKW /AKW" werden jetzt gleichzeitig alt und marode und sind gefährliche, wartungsintensive Oldtimer geworden. Ein Fehler im versprödeten Reaktorstahl oder ein anderes massives technisches Problem, das gleichzeitig an allen überalterten Reaktoren auftreten könnte, würde zum ökonomischen Kollaps der EDF und der französischen Wirtschaft führen.

    Dieses massive Überalterungs-Problem aller französischer Reaktoren zeigt die Notwendigkeit der Abschaltung des ältesten AKW Frankreichs in Fessenheim, denn irgendwann müssen Erfahrungen mit dem teuren und schwierigen Abbruch von stark verstrahlten Reaktoren dieser Baureihe gemacht werden. Leider hat die fast bankrotte EDF auch viel zu wenig Geld für den Abbruch der alten AKW zurückgelegt.

    Der trinationale Protest gegen das AKW Fessenheim war und ist mit einem Klavier mit vielen, vielen Tasten zu vergleichen. Die „Protest-Tasten“ sind Kundgebungen, Demos, Plakataktionen, Unterschriftensammlungen, Kleinanzeigen, 120.000 BUND-Flyer, kritische Studien, Kataströphchenschutzkritik, langweilige Sitzungen, Internetseiten und Newsletter, Aufkleber, TRAS-Klagen, PolitikerInnen-Protest, Banner und Fahnen an Balkonen, für Demos gebackene Kuchen, engagierte KünstlerInnen, Resolutionen, Medienarbeit und seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima auch die wöchentlichen Mahnwachen in Breisach und Müllheim. Jede einzelne dieser „Protest-Klavier-Tasten“ ist wichtige und gelebte Demokratie und erhöht den Abschaltdruck, gerade auch im Jahr 2017, 6 Jahre nach Fukushima und 31 Jahre nach Tschernobyl.

    Nach BUND-Ansicht darf der trinationale Abschaltdruck bis zur endgültigen Abschaltung nicht nachlassen. Die unterschiedlichen Tasten am „Protest-Klavier“ werden weiter gebraucht.

    Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

















    Dieses schöne Mona Lisa Atomkraft-Motiv gibt es jetzt als Plakat und als Banner bei uns im BUND-Shop. Kostenlos erhalten Sie das Plakat direkt beim BUND in der Freiburger Wilhelmstr.24a. (Hinterhaus!)

    Aktuelle Informationen zum AKW Fessenheim


    Über die Fessenheim-Schließung entscheidet Herr Macron (oder doch die EDF?)...
    Prognosen sind immer schwierig, wenn es sich um Zukunftsfragen handelt.
    Was tun?
    Unser verstorbener Freund Walter Mossmann gab im "Gorleben-Lied" einen guten Tipp:

    "Sie trommeln uns die Ohren voll, sie wären unaufhaltsam,
    und trotzdem, mein ich, kommt es auch auf unser Zutun an ..."


    Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer





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    Dieser Artikel wurde 8585 mal gelesen und am 12.4.2018 zuletzt geändert.