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Närrisches Treiben im AKW Fessenheim?

06.03.2000
Block I des AKW wieder in Betrieb

Auch wenn heute die offizielle Telefonauskunft des AKW Fessenheim noch auf dem Stand vom 21.2.2000 ist und die Abschaltung von Block Eins verkündet, so ist Block Eins nach der sogenannten zweiten Zehnjahresinspektion wieder in Betrieb. Eigentlich war es ja auch eher die zweite 11-Jahres-inspektion, denn Block Eins ist seit 1977 am Netz. Die frühzeitige Inbetriebnahme des Pannenreaktors ist eine Provokation und Brüskierung der Kontroll-kommission und der darin vertretenen Politiker und Umweltschützer. Denn heute geben die unabhängigen Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Untersuchungen bekannt.

Wie wenig die EDF von der Kontrollkommission und den kritischen Analysen der Wissenschaftler halten, wird so mehr als deutlich zum Ausdruck gebracht, denn eine Bewertung der Untersuchungs-ergebnisse vor Inbetriebnahme ist so nicht möglich.

Doch es ist Fastnacht, und an Fastnacht gehört Schminken zum närrischen Treiben. Und beim BUND, bei Alsace Nature und der CSFR entsteht mehr und mehr der Eindruck, daß es bei dieser zweiten 11-Jahres-inspektion nicht um Kontrolle und Sicherheit gegangen ist, sondern darum, die Probleme zu tarnen, zu verheimlichen und zuzuschminken und die Illusion von Sicherheit zu schaffen.

Deutlich wird das auch bei der bereits erwähnten Telefonauskunft der Betreiber. "Die Analysen hätten alle zufriedenstellende Ergebnisse gebracht" wird dort verbreitet. Kein Wort von den noch ausstehenden Analysen der unabhängigen Wissenschaftler.

Den BUND interessieren heute insbesondere die folgenden Fragestellungen:

Was wurde von den zentralen Forderungen der Wissenschaftler bei der letzten Inspektion vor 10 Jahren tatsächlich bisher umgesetzt?

Ist das Dach des außenliegenden Brennelementezwischenlagers zwischenzeitlich so verstärkt worden, daß es einen Flugzeugabsturz standhalten würde?

Sind die Erfahrungen des Reaktorunfalls von Harrisburg zwischenzeitlich umgesetzt, und die geforderten Maßnahmen zur Verhinderung von Wasserstoffbildung im Reaktor realisiert (Gefahr von Knallgasexplosionen)?

Werden alle sicherheitstechnisch wichtigen Kabel jetzt parallel und unabhängig voneinander geführt, damit Redundanz (getrennte, unabhängige Sicherungssysteme) gegeben ist?

Diese Forderungen der Wissenschaftler waren vor 10 Jahren Ergebnis der damaligen Untersuchung und sollten möglichst bald realisiert werden. Sind sie heute umgesetzt, oder sind die Untersuchungen eine Farce zur Beruhigung der Öffentlichkeit?

Leider nicht zum Untersuchungsauftrag gehörten die Dampferzeuger im AKW. Wenn 12,5 % der Röhren im Dampferzeuger defekt und abgehängt sind, muß der Reaktor abgestellt werden. Nach unserem Wissen sind bereits 9,5 % der Dampferzeugerröhren defekt und verstopft.

Gesundschminken nützt nichts, auch nicht an Fastnacht, meint der BUND

Axel Mayer
Hier umfassende Infos:
hier: Fessenheim Infos
hier: Infos AKW und Atomgefahren
hier: KKW und Klimaschutz
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Dieser Artikel wurde 3003 mal gelesen und am 7.6.2007 zuletzt geändert.