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EnBW / EDF : Ein Zusammenschluss auf Kosten der Umwelt

29.09.1999
Die Landesregierung Baden Württemberg verscherbelt ihr Tafelsilber, damit der Schuldenberg nicht ins Unermeßliche wächst und damit vor den anstehenden Lantagswahlen noch etwas zu Verteilen ist. Teile dieses Tafelsilbers sind Aktien des baden-württembergischen Energieversorgungsunternehmens EnBW. Ein heftiger Bewerber um diese Anteile ist der französische Energiemonopolist und größte Atomstromerzeuger der Welt, die EDF. Dieses Liebeswerben - nicht nur um die Hand von EnBW - beobachtet der BUND mit großer Sorge.

Hier vor unserer Tür steht das älter werdende französische AKW Fessenheim mit all seinen kleinen und größer werdenden technischen Problemen. In den beiden Reaktoren entsteht im Jahr die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1800 Hioshimabomben. Bereits jetzt bezieht die EnBW einen Teil ihres Stromes aus französischen und schweizer Atomkraftwerken.

Der BUND sieht die große Gefahr, daß durch eine Beteiligung der EDF an der EnBW dieser Atomstromanteil massiv erhöht wird. "Der BUND steht hinter dem dringend nötigen Atomausstieg in Deutschland.

Durch die mögliche Beteiligung der EDF an der EnBW und dem Zukauf von französischem Atomstrom wird dieser Atomausstieg, von der CDU FDP Landesregierung, aber gezielt konterkariert", meint BUND Regionalgeschäftsführer Axel Mayer. Gerade in unserer Region am Oberrhein erleben wir es immer wieder wie die Großkonzerne es schaffen die Länder und Menschen gegeneinander auszuspielen.

"Globalisierung lokal" kann man es nennen, wenn problematische Fabriken und Anlagen, die in einem Land aus ökologischen Gründen umstritten oder verboten sind, im Nachbarland an der Grenze realisiert werden. Der hochsubventionierte französische Atomstrom gefährdet Arbeitsplätze bei der EnBW und den Stadtwerken, sowie den Strom aus regenerativen Quellen.

Die geplante Ehe von EDF/EnBW ermöglicht den gefährlichen Weiterbetriebs des veralteten AKW`s in Fessenheim. Sie erhöht aber auch die Gefahr, daß in den bestehenden, weiträumigen Zaun um das AKW Fessenheim in den nächsten Jahren der neue deutsch-französische Euroreaktor gebaut werden könnte. In trauter Zweisamkeit haben beide Unternehmen die Planungen für diese neue Reaktorlinie finanziert.

Der BUND RV Südlicher Oberrhein sagt Nein zum Verkauf der Aktien an die EDF. Er hofft, daß sich auch die atomkritischen PolitikerInnen aus allen Parteien der Region endlich gegen diese Pläne wehren.

Axel Mayer
Hier: Hintergrundinformation zum KKW Fessenheim


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Dieser Artikel wurde 3473 mal gelesen und am 31.3.2008 zuletzt geändert.