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Krise, Wirtschaftskrise, Finanzkrise & Ursachen / Ökologie / Umwelt / Nachhaltigkeit

Krise & Ökologie: Ein Diskussionspapier von Axel Mayer



Die Wirtschaftskrise ist da und am "Patientenbett Wirtschaft" streiten die "Ärzte" um die besten Diagnosen und Rezepte. Das ist erstaunlich, denn genau diese Ärzte waren es doch, die den Patienten krank gemacht und ins Krankenbett gebracht haben.


Die Immobilienkrise / Finanzkrise / Wirtschaftskrise
ist auch eine Umweltkrise, die Krise eines nicht nachhaltigen und nicht zukunftsfähigen Systems. Die ökonomischen "Gesamtverluste" der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise schätzte der IWF im April 2009 auf 4,054 Billionen US-Dollar (3093 Mrd. Euro). Millionen Arbeitslose und Millionen von zusätzlichen Hungernden sind eine indirekte Folge dieser Krise.

Die Staatsverschuldung der USA betrug im Oktober 2008 (also vor den "Rettungspaketen") 10,2 Billionen Dollar (in Zahlen: 10.200.000.000.000 US-Dollar).

Diese Summen und die vielen hundert Milliarden Euro
der SteuerzahlerInnen für die Bankenrettung in Deutschland, sind Zahlen die das menschliche Vorstellungsvermögen sprengen. Wenn sich die Menschen diese Beträge vorstellen könnten, wären der Ärger und die Proteste sicher noch ausgeprägter, als sie es bereits sind.

Finanzkrise & Wirtschaftskrise - Ökologie & Nachhaltigkeit

Der Hintergrund der aktuellen Finanzkrise,
die sich weltweit gerade zu einer Wirtschaftskrise ausweitet, ist nicht nur die Habgier und Dummheit einiger Weniger und das Fehlen der notwendigen Kontrollen der Finanzsysteme, auch wenn dies jetzt gerne so dargestellt wird. Die Krise ist eine tiefer greifende Systemkrise und es ist eine gut gesteuerte Illusion zu glauben, es würde genügen an einigen wenigen Stellschrauben zu drehen um so die Probleme dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Habgier, Dummheit und das Fehlen notwendiger Kontrollen
sind tatsächlich wichtige Gründe für die ökonomischen Probleme, die sich auch zu einer Weltwirtschaftskrise ausweiten könnten. Die Aspekte der Ökologie und der Nachhaltigkeit bleiben in der aktuellen Debatte zumeist außen vor.

Die Krise ist typisch für eine nicht nachhaltige Wirtschaftsform die nur funktioniert, wenn sie dauerhaft wächst.


Manche jetzt, von den PolitikerInnen aller Parteien, in die Debatte gebrachten wachstumsfördernden Problemlösungsansätze greifen darum langfristig zu kurz und legen die Grundlage für kommende, größere Systemzusammenbrüche. Nicht im Gespräch sind auch die anderen wichtigen Krisenverursacher in Deutschland, z. Bsp. die Bertelsmann Stiftung oder die so genannte "Initiative neue soziale Marktwirtschaft".

Bei einem anhaltenden Wachstum
von 3% verdoppelt sich das Bruttosozialprodukt alle 23 Jahre, bei 5% sogar bereits alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und führt zwangsläufig zur Selbstzerstörung. Als Problemlösungsansatz kann es langfristig und global nicht dienen. Durch Zusammenbrüche, Crashs und durch periodischen Kriege im Laufe der Menschheitsgeschichte wurde das bisherige Wachstum immer wieder unterbrochen und immer haben gerade die Armen unter diesen Zusammenbrüchen gelitten.


Immer mehr und immer dümmere Produkte kaufen mit Geld, das Mensch nicht hat


Diese zentrale Grundidee des „American Way of Life" (an der auch Wahlen in den USA wenig ändern) stand am Beginn der US-Immobilienkrise. Es ist der Mythenmix aus Konsumismus und der Illusion von Freiheit, aus schnellem Geld und schnellem Genuss. Niedrige Zinsen und die Illusion Wachstum sei dauerhaft möglich sorgten dafür, dass in den Vereinigten Staaten Häuser gekauft wurden, ohne dass die KäuferInnen Geld hatten. In einem Land, in dem (wie bei uns) die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, wurden Darlehen aufgenommen, die größten Teils über künstlich steigende Immobilienpreise finanziert wurden. Die amerikanische VerbraucherInnen stockten die Hypotheken ihrer Immobilien im Rahmen steigender Immobilienpreise immer wieder auf. Die Finanzinstitute gaben den KäuferInnen sogar höhere Kredite, als die Kaufpreise der Immobilien.

Finanzkrise & Konsumismus

Mit diesem Geld (Schulden) gingen die Amerikaner shoppen
und die Mehrzahl auch der deutschen Medien hielt (und hält!) dieses Verhalten für vorbildlich. Die Menschen nahmen immer höhere Hypotheken auf und konsumierten fleißig. Eine Studie zeigt, dass die Zufriedenheit der Menschen mit zunehmendem Konsum nicht steigt. Der Konsumismus ging so lange gut, wie die Immobilien im Wert immer weiter stiegen.

Die "Schuldtitel" waren marktfähig,
sie konnten an Dritte, also auch an europäische Banken weiterverkauft werden und diese haben fleißig gekauft. Als das erhoffte, illusorische amerikanische Dauerwachstum ausblieb, brach das System weltweit zusammen. Die Krise kostet nach bisherigen Schätzungen 1 026 340 000 000 Euro und das ist nur die ökonomische, nicht die menschliche Seite der Krise.

Nachhaltig und zukunftsfähig ist nur ein System
das ein "Gutes Leben" mit einem möglichst geringen Input an Rohstoffen und Energie und einem Höchstmaß an Gerechtigkeit ermöglicht. Der „American Way of Life" und unsere, auf unbegrenztem Wachstum beruhende, Raubbauwirtschaft ist zutiefst zerstörerisch.


Die aktuelle Situation erinnert ein wenig an die Wochen nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl
Damals waren die Lobbyisten der "friedlichen" Nutzung der Kernenergie für einige Zeit in Deckung gegangen und hatten mit Hilfe guter Werbeagenturen erfolgreich Krisenkommunikation betrieben. Zwischenzeitlich sind die atomaren Wendehälse schon lange wieder aus der Deckung gekommen und wollen über die Gefahrzeitverlängerung von AKW langfristig auch in den Neubau von AKW einsteigen.

Jetzt sind kurzfristig viele VerkünderInnen des Raubbausystems,
des schwachen Staates, der Privatisierung und des Neoliberalismus zu Wendehälsen geworden. Der weltweite Markt für Kreide müsste leergefegt sein, angesichts der Mengen von Kreide, die diese Damen und Herren geschluckt haben. Die heftigsten Lobbyisten dieser Zunft sind auch der Umweltbewegung in den letzten Jahren immer wieder begegnet. Es waren fast immer auch die gut organisierten LeugnerInnen des Klimawandels, die Lobbyisten der Gen- und Atomtechnik und die industriegesteuerten Ökooptimisten. Die Wahlen 2008 in Hessen zeigten, dass solche Strategien sogar erfolgreich sind.

Eines der größten Probleme unserer Demokratie sind die als Volksvertreter getarnten Industrievertreter in den Parlamenten.


Immer wieder wurden in der Vergangenheit
andere Länder benannt, die ein stärkeres, „vorbildhaftes“ Wachstum haben. Vor dem Jahr 1990 wurde Japan als das „große Vorbild“ dargestellt. Die boomende japanische Wirtschaft wurde idealisiert und den deutschen Arbeitnehmern sagten Medien und Politik, sie sollten sich die Japaner endlich als Vorbild nehmen. Dann platzte 1990 in Japan (als Folge exponentiellen Wachstums) die Immobilienblase, die Börse ging in den Keller und von einem Tag auf den anderen war in Deutschland das „Vorbild Japan“ kein Thema mehr. Aufgearbeitet wurde dieser Medienflopp nie, wie die aktuelle Krise mehr als deutlich zeigt. Noch kurz vor der Krise im Jahr 2008 wurde in verschiedenen deutschen Medien Island als "Vorbild" in Sachen Turbokapitalismus dargestellt. Jetzt steht Island als Staat vor der Pleite. Die neoliberalen "Jubeljournalisten" die das isländische und japanische Modell bejubelt hatten schreiben einfach weiter...

Unbegrenztes Wachstum und Ökologie
sind unvereinbare Gegensätze, auch wenn immer wieder fälschlicherweise und vielstimmig das Gegenteil behauptet wurde. Neoliberalismus und Umwelt sind wie Feuer und Wasser. Auch altlinke Problemlösungsmodelle die nur auf den "Starken Staat", mehr Konsum und mehr Wachstum setzen, können langfristig unsere Probleme nicht lösen. "In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat." Quelle: Zukunftsfähiges Deutschland 2008. Gleichzeitig erzeugen wir Atommüll der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss.

Es spricht wenig gegen eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Krisenintervention.
Doch wenn in einer Zeit des Klimachaos und der schwindenden Energievorräte in neue Straßen und Flugplätze investiert wird um die Konjunktur anzukurbeln, wenn die Lebensdauer langlebiger Produkte durch "Umeltprämien" genannte Verschrottungsprämien verkürzt werden, wenn Steuergelder verstärkt von unten nach oben umverteilt werden, dann legt die so genannte Krisenintervention die Wurzeln für zukünftige größere und nicht reparable Zusammenbrüche.

Immer mehr und immer dümmere Produkte kaufen mit Geld, das Mensch nicht hat. Diese zentrale Grundidee des „American Way of Life"stand am Beginn der US-Immobilienkrise. Jetzt werden die gleichen falschen Rezepte angewendet um die Krise zu bekämpfen.

Hauptverantwortlich für die aktuelle Krise sind nicht nur die Banken und ihre Manager. Hauptverantwortlich sind die Privatisierer und Deregulierer, die neoliberalen Netzwerke und Think Tanks. Gerade diese Netzwerke haben in den letzten Jahrzehnten die neoliberale Deregulierung der Wirtschaft und des Bankenwesens durchgesetzt und bleiben jetzt geschickt im Hintergrund. Bei den aktuellen Wahlen könnte man sogar den Eindruck gewinnen, dass die neoliberalen Krisenverursacher zu Wahl- und Krisengewinnern werden.

Das Denken des größten Teils der politischen Klasse,
der Medien und auch der Menschen beruht auf den folgenden Mythen und Illusionen:

  • Unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde ist dauerhaft möglich
  • Alle könnten irgendwann genau so verschwenderisch und zerstörerisch leben wie die Menschen in den USA
  • Der arme "Rest der Welt" kann unser verschwenderisches und zerstörerisches Wohlstandsmodell übernehmen
    (China, Indien und Russland sind gerade dabei in einem "spannenden ökologischen Experiment" dieses Versprechen für sich einzulösen)
  • Ungehemmter Konsum macht glücklich und zufrieden


Weil das weltweite Wachstum wegen der Krise
gerade stockt, hat die Wirtschaft (und mit ihr die Menschen) immense Probleme. Die Weltwirtschaftskrise von 1929/30 hat zu Massenelend, Faschismus und Krieg geführt.

Doch wenn unser System unbegrenzt wächst,
und dies wird als hauptsächlich diskutierter Problemlösungsansatz gerade von rechts und links initiiert, wenn weiterhin weltweit Energie, Rohstoffe und gesellschaftliche Reichtümer verschwendet werden, dann stellt sich nicht die Frage, ob Teilsysteme kollabieren könnten, sondern nur noch die Frage, wann der große ökologisch-ökonomische Crash kommt. Woher sollen Rohstoffe und Energie für Alle kommen, wenn sich der American Way of Life weltweit verbreitet? Für den weltweiten Ausbau unseres Verschwendungsmodells reichen auch die alternativen Energien und die Rohstoffe nicht. Sie reichen aber um weltweit ein Gutes Leben führen zu können. Wer soll all die Produkte kaufen, wenn unsere deutsche Produktivität sich weltweit verbreitet? Und sind die Menschen, die heute den so genannten „hohen Lebensstandard“ haben, tatsächlich zufrieden und glücklich, oder wachsen mit zunehmendem Wohlstand nicht sogar Habgier und Unzufriedenheit?

Finanzkrise & Wirtschaftskrise

Unser Wirtschaftswachstum und Raubbausystem
ist immer noch nicht abgekoppelt von einem erhöhten Energie- und Rohstoffverbrauch. Das Ende des Öl- und Uranzeitalters ist absehbar und wird durch den "erfolgreichen" Export unseres Verschwendungssystems nach China und Indien noch verstärkt.

Deutlich wird dies u.a. durch die erkennbare Verknappung der fossilen Rohstoffe
und damit langfristig auch beim Benzinpreis. Das weltweit knapper werdende Öl löst beim abhängigen Patienten Mensch klassische Suchtsymptome aus. Statt Energie zu sparen und Alternativen zu fördern, rufen wachstumsgläubige Politiker nach einer intensiveren Ölförderung und nach der noch härteren Energiedroge Atomkraft.
Die einzige Hoffnung in diesem Bereich, die erfolgreichen alternativen Energien, werden von den Anhängern der atomar- fossilen Energieerzeugung zum Teil immer noch massiv bekämpft.

Die Folgen unseres Handelns
sind unabhängig von der aktuellen Krise eines Teils dieses Systems weltweit nicht zu übersehen. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre nimmt zu und das Weltklima verändert sich. Die so genannte friedliche Nutzung der Kernenergie gefährdet durch Unfälle, Terrorismusbedrohung und die Weiterverbreitung von Atomwaffen unsere Zukunft. Alles Wissen um Umweltfragen verhindert nicht den massiven Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde und am beschleunigten Artensterben. Während der über- und fehlentwickelte Teil der Welt mit den Folgen von übermäßigem Konsums und Wohlstandsverwahrlosung zu kämpfen hat, sterben nach einem Bericht für die UNO täglich 100 000 Menschen wegen fehlender Nahrung. Im Jahr 2004 litten 842 Millionen Menschen an chronischer Unterernährung. Nachfolgenden Generationen
wird es nicht zu vermitteln sein, wie viel Geld 2008 zur Bankenrettung bereitgestellt wurde, während Menschen hungern.

Nur wenn es uns gelingt
mit einem wesentlich verringerten Input von Energie, Rohstoffen und Arbeitszeit ein gutes Leben zu führen, könnten auch die Länder des Südens an den Reichtümern der Welt gleichberechtigt teilhaben. Ohne einen gleichberechtigten Zugang aller Menschen zu den Ressourcen der Welt, ohne Abrüstung, Demokratie und Menschenrechte gibt es keine nachhaltige Zukunft.


Die schwierigste Zukunftsaufgabe der Umweltbewegung
wird es sein, aufzuzeigen, dass unbegrenztes Wachstum begrenzte Systeme zerstört. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten und Wege für ein gutes, nachhaltiges Leben aufzuzeigen. Die wichtige und lesenswerte Studie des BUND "Zukunftsfähiges Deutschland" aus dem Jahr 2008 zeigt nachhaltige Wege in die Zukunft. Die größten Einschränkungen auf diesem Weg sind die ökonomischen Widerstände und die Tatsache, dass dieser zukunftsfähige Weg Vernunft und ein massives Umdenken voraussetzt.
Wir sollten aus der Geschichte (und aus der aktuellen Finanzkrise) lernen und die sich beschleunigenden, weltweiten Zerstörungsprozesse beenden.

Das große Problem
sind nicht die bisherigen Finanz- und Wirtschaftskrisen, die Katastrophen, Kriege und Atomunfälle. Das Problem ist die immer wieder bewiesene Unfähigkeit der Menschen aus solchen "hausgemachten" Katastrophen zu lernen. Wie lange wir uns diese Unfähigkeit im Atomzeitalter, im Zeitalter des Klimachaos und der Globalisierung leisten können, wird sich zeigen.

Ein persönlicher Debattenbeitrag von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer (Freiburg), Kreisrat (Emmendingen) und Vizepräsident im Trinationalen Atomschutzverband (Basel) 3.11.08


Dieses Diskussionspapier hat nicht den Anspruch die Hintergründe der gegenwärtige Krise "vollständig" zu erklären. Es richtet das Augenmerk auf wichtige, öffentlich viel zu wenig diskutierte Aspekte und Zusammenhänge. Kritik, Anregungen, Ergänzungen und weitere Diskussionsbeiträge werden unter bund.freiburgbund.net gerne entgegengenommen und hier im Internet veröffentlicht. Sie können diesen Beitrag gerne auf Ihrer Internetseite einstellen oder einen Link zu dieser Seite legen.



hier: Mehr Infos zu Wachstum und Wachstumskritik



Übersicht: Wachstum, Wachstumskritik, Wirtschaftskrise, Immobilienkrise und Nachhaltigkeit


Chinas Wachstum 2019 & Umweltzerstörung


China wächst „nur noch“ mit 6,5%, dem geringstem Wirtschaftswachstum seit 1990 und alle Anhänger der globalen Wachstumsreligion jammern. Doch ein Bruttosozialprodukt das „nur“ mit 6,5% wuchert, verdoppelt sich nach 11 Jahren. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft im begrenzten System Erde ist nicht möglich und führt zwangsläufig zu Klimawandel, Artensterben und Selbstzerstörung.
Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


Weltweit steigender Ressourcenverbrauch treibt Klimawandel und Artenverlust
Seit 1970 hat sich der Abbau von Rohstoffen mehr als verdreifacht. Geht es so weiter, wird sich der Ressourcenverbrauch bis 2060 auf 190 Milliarden Tonnen pro Jahr verdoppelt haben – und damit werden die Treibhausgasemissionen um 43 Prozent steigen. Denn Abbau und Verarbeitung von Materialien, Brennstoffen und Nahrungsmitteln verursachen die Hälfte der globalen Treibhausgasemissionen und über 90 Prozent des Verlusts an biologischer Vielfalt und Belastung der Gewässer. Mit seinem neuen Prognosebericht fordert die UN politische Maßnahmen zu einer rohstoffschonenden, ressourceneffizienten, zirkulären Wirtschaft. Quelle: .factory-magazin






Diese beiden Motive (oben & unten in diesem Kasten), gibt´s als Banner / Transparente für Balkon & Demo, für nur 10 Euro hier im BUND-Laden.






"Die Wahrheit", Warnungen & Hinweise 2019:
  • 1) Diese regionalen BUND-Internetseiten sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleiner werdende Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern! Haben Sie Mut, Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen. Es gibt in diesem Land tatsächlich auch noch einige kluge, zumeist differenzierende Medien.
  • 3) Im Zweifel ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht von selber kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafener Nacht)


Aktueller Einschub vom 7.11.2019:

Grüne Kreuze & Artenausrottung in Deutschland 2019: Neue Studien


Während gerade bundesweit Landwirte mit Grünen Kreuzen & Demos für Agrargifte & Glyphosat demonstrieren, gab es neue, erschreckende Studien:

Vogelsterben


"Die Fachgruppe „Vögel der Agrarlandschaft“ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft hat mit Unterstützung des DDA ermittelt, dass die Zahl der abnehmenden und stark abnehmenden Arten von 55 Prozent auf 68 Prozent gestiegen ist. Die Bestandsrückgänge von Rebhuhn (89 Prozent seit 1992), Kiebitz (88 Prozent seit 1992), Feldlerche (45 Prozent seit 1992) und vieler weiterer Arten halten nicht nur an, sie haben sich sogar noch beschleunigt. Als wesentliche Ursache für die Bestandsrückgänge sehen die Fachleute die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Pestizideinsatz, starke Düngung, den Verlust von Landschaftselementen wie Ackerbrachen und die Einengung der Fruchtfolgen.
Quelle: Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.

Insektensterben


Der Rückgang der Insekten und Spinnen in Deutschland reicht weiter, als bislang angenommen. Seit 2009 ist etwa ein Drittel aller Arten aus Wiesen und Wäldern verschwunden. Die Auswertung ergab insgesamt: Sowohl die Zahl der Insektenarten nahm massiv ab wie auch die Biomasse – allein auf den Wiesen um mehr als zwei Drittel. Der Insektenschwund war überall dort besonders stark, wo die Wiesen von Ackerland umgeben waren. Damit weist das Forscherteam um den Ökologen Sebastian Seibold darauf hin, dass die Hauptursache in der Landwirtschaft zu finden ist.
Quelle: Studie der TU München

Lügen


Der Bauernbund bezeichnet das Insektensterben als „Agrarlüge“
Landwirte sollen ein Mitschuld am Insektensterben haben? Davon will der Bauernbund nichts wissen. Geschäftsführer Reinhard Jung spricht von der „größten Agrarlüge seit BSE“... Landwirte tragen aus Sicht des Brandenburger Bauernbunds gar keine Mitschuld am Insektensterben. „Die Behauptung des Nabu, in den letzten 25 Jahren sei die Masse der Insekten um mehr als 70 Prozent zurückgegangen, können wir nicht nachvollziehen“, sagte Bauernbund-Vorstand Thomas Kiesel. „Fest steht allerdings, dass sich auf landwirtschaftlicher Seite die Lebensbedingungen für Insekten in den letzten 25 Jahren nicht verschlechtert haben.“
Quelle: Märkische Allgemeine vom 25.3.2019







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Dieser Artikel wurde 15084 mal gelesen und am 26.4.2019 zuletzt geändert.