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Fracking & Umwelt & Kritik / Streit um Nord Stream 2 / Trump und Fracking-Gas

07.02.2019

Fracking & Umwelt & Kritik / Streit um Nord Stream 2 / Trump und Fracking-Gas


Aktueller Einschub 2019:


Streit um Nord Stream 2 / Trump und Fracking-Gas
Beim aktuellen Streit um Nord Stream 2 geht es nicht nur um den alten Russland-USA Konflikt. Es geht dem präsidentgewordenen Öl-Lobbyisten Trump um den Verkauf von amerikanischem Fracking-Gas in Europa. Fracking ist wohl der zerstörerischste Weg Gas zu erzeugen. Die eingesetzten Chemikalien haben in den USA an vielen Stellen zu einer Verunreinigung des Trinkwassers geführt und die Entsorgung des vergifteten Abwassers ist ein großes Problem


Fracking & Umwelt


Die Griechen und Römer haben vor dem Zusammenbruch ihrer Reiche beinah den gesamten Mittelmeerraum abgeholzt, um damit ihre Kriegs- und Handelschiffe zu bauen. Menschengemachte Verwüstung ist häufig ein Vorzeichen zusammenbrechender Hochkulturen.

Es wäre vermessen, den globalisierten "American way of life" als Hochkultur zu bezeichnen. Und doch gibt es in der aktuellen, globalen Endphase eines enthemmten, unbegrenzten Wachstums einige Parallelen zur Endzeit der griechischen und römischen Hochkultur. Unsere Gesellschaften und insbesondere die USA sind energiesüchtig.

Ein Beispiel für die Energiesucht ist die Tatsache, dass trotz der Reaktorkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl weiter Atomkraftwerke betrieben werden und gezielt für neue AKW geworben wird.

Im Internet und den Medien finden sich zum Thema weltweite Energievorräte
(Uran, Erdöl, Erdgas, Kohle) die unterschiedlichsten, häufig interessengeleiteten Angaben. Viele Studien zeigen die absehbare Endlichkeit von Uran, Erdöl, Erdgas und Kohleund die Dimension der kommenden Energiekrise, wenn wir nicht schnell auf umweltfreundliche Energien ausweichen. Manche dieser Studien berücksichtigen nicht ausreichend, dass bei Ressourcenverknappung auf andere Technologien (Fracking...) umgestiegen wird, weil die Verknappung zu einem massiven Preisanstieg führt. Dies kann dazu führen, dass einige der alten Energieträger, bei massiv erhöhten Preisen einige Jahrzehnte länger vorhanden sind, als in den Prognosen erwartet wird.
Das ändert aber aber nicht am Grundproblem einer in Kürze drohenden weltweiten Energiekrise. Langfristig steigende Preise für Öl und Uran und Kriege um Öl und Ressourcen sind Hinweise auf kommende große Kriege und Konflikte. Wenn die Energiepreise zukünftig massiv steigen, wenn die Armen im Winter frieren, dann werden wir soziale Verwerfungen, Konflikte und Benzinaufstände erleben.

"In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat" sagt die Studie "Zukunftsfähiges Deutschland".


Angesichts von Peak-Erdöl, Peak-Erdgas und dem drohenden Peak-Everything werden jetzt mit einem ungeheuren zerstörerischen Aufwand mit Fracking die letzten Reserven aus der Erde geholt.


Beim Fracking werden Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck
in tiefliegende Gesteinsschichten gepresst, um für wenige Jahre die letzten Gas- oder Ölreserven zu fördern. Die eingesetzten Chemikalien haben in den USA an vielen Stellen zu einer Verunreinigung des Trinkwassers geführt und die Entsorgung des vergifteten Abwassers ist ein großes Problem. Dennoch schauen die Lobbyisten der Gier und des unbegrenzten Wachstums (vom rechten, linken & neoliberalen Lager) neidvoll auf den Frackingboom in den USA und wollen das Zerstörungsmodell imitieren. Und warum werden diese Zerstörungen in Kauf genommen? Um noch einige wenige zusätzliche Jahre Energie, Rohstoffe und menschliche Arbeitskraft für immer kurzlebigere, dümmere und unnötigere Produkte zu verschwenden, in einer Zeit, in welcher der anschwellende, scheinbare Güterzuwachs immer mehr Unzufriedenheit, Einsamkeit, Krisen und Kriege auslöst.

Es spricht nichts dagegen irgendwann einmal mit zukünftig umweltfreundlicheren Methoden auch die letzten fossilen Reserven zu erschließen. Auch zukünftige Generationen werden diese Stoffe brauchen um Medikamente und andere Überlebensgüter zu produzieren. Der heutige, durch Fracking verstärkte Verschwendungsboom des "Schneller kaufen - Schneller wegwerfen" ist ein Verbrechen an der Zukunft.


Parallelen zu den niedergegangenen römischen und griechischen Kulturen
oder zur Selbstzerstörung der Hochkultur auf der Osterinsel sind unvermeidlich. So gesehen passt Fracking hervorragend in unsere Zeit. Sowohl die Griechen als auch die Römer hätten ihre Wälder nicht abholzen müssen und auch wir haben umweltfreundliche, kostengünstige und nachhaltige Alternativen zu Fracking, Atomkraft und Klimawandel.
Doch es scheint eine gewisse Unfähigkeit beim Menschen zu geben, aus der Vergangenheit zu lernen.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS




Einschub
Peak Fracking ist erreicht
Im US-Bundesstaat Texas ist der Peak der Förderung bereits überschritten. Ob dies auch für die gesamten USA gilt, müssen die Förderquoten der nächsten Jahre zeigen. Der Münchner Energieexperte Werner Zittel, einer der seriösen Beobachter des US-Frackingsbooms, glaubt, dass die USA zumindest bei der Gasförderung ihren Höhepunkt überschritten haben. Beim Öl rechnet er 2015 bis 2017 mit dem Peak. Wer sich die Verbrauchs- und Förderzahlen der USA ansieht, der sieht sofort, dass auch die selbstgefälligen Ankündigungen, die USA würden unabhängig von Öl- und Gasimporten werden, nicht mehr als eine schöne Illusion waren. Letztlich steht hinter den überzogenen Hochrechnungen der Fracking-Potenziale nichts anderes als der alte Glaube an die unbegrenzte Welt mit unendlichem Wachstum und unbegrenzter Energie. Doch die Schätzungen der Gas- und Ölvorkommen mussten immer wieder korrigiert werden. In Polen, lange Europas großer Hoffnungsträger in Sachen Fracking, sind die taxierten Vorkommen inzwischen um 90 Prozent geschrumpft."
Quelle: TAZ



"Wenn in China im Jahr 2030 auf 3 Menschen 4 Autos kämen wie heute bei uns, wären das 1,1 Milliarden Autos. Die gesamte Weltflotte liegt derzeit bei 800 Millionen. China würde dann täglich 99 Millionen Barrel Öl verbrauchen. Heute liegt die Weltproduktion bei 84 Millionen täglich. Und das lässt sich nicht wesentlich steigern. China zeigt uns eines ganz deutlich: Das westliche Modell einer ölabhängigen, autozentrierten Wegwerfgesellschaft funktioniert dort nicht. Und es funktioniert nicht für Indien, wo bald vielleicht sogar noch mehr Menschen leben und nicht für die 3 Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern, die ebenfalls den amerikanischen Traum träumen."
Quelle: Lester Brown, US-Amerikaner und Präsident des Earth Policy Institute in der Arte-Doku "Die demografische Zeitbombe - 2030".

Einschub 2918:


Seit Monaten wirbt der deutsche Ableger von ExxonMobil verstärkt für Fracking in Deutschland. Bis zu 35 Prozent des jährlichen Erdgasbedarfs könnte durch heimisches Schiefergas gedeckt werden, behauptet das Unternehmen und versucht mit hübschen Infografiken, Videos und Dossiers die Harmlosigkeit von Fracking zu zeigen. Der Tenor: Alles sicher für Natur und Mensch, wir haben Erfahrung. Tatsächlich ist ExxonMobil der größte Fracking-Anwender in den USA und hat auch in Deutschland Erfahrung mit Fracking in konventionellen Lagerstätten. Dort ist Fracking erlaubt. Wie der Spiegel berichtet, fordert die FDP, Fracking zu erlauben. „Die unkonventionelle Förderung von Erdgas bietet nicht nur eine Chance für die Versorgungssicherheit, sondern auch für die Energiewende“, zitiert das Magazin den Lobbyisten und FDP-Fraktionsvizenden Michael Theurer.
Quelle: Sonnenseite




Die drei Fridays for Future Anstecker / Pins (links) gibt´s zum SchülerInnen- und Selbstkostenpreis für 40 Cent im BUND-Shop


Aktuell Juni 2019:


"Fridays for Future", der SchülerInnen-Streik für Klimaschutz ist ein kleiner Lichtblick in trump-düsteren Zeiten des Klimawandels. Mehr Infos: Hier
  • Nuklearia & Nuclear Pride: Die von rechtspopulistischen Netzwerken unterstützten Tarnorganisationen der Atomlobby versuchen "Fridays for Future" zu unterwandern und für ihre Zwecke zu nutzen. Auch die rechtskonservative CDU-Werteunion arbeitet mit ähnlichen Tricks.

    Klima Streik am 20. September 2019 / Global & Regional! Auch der BUND-Regionalverband ruft auf
    Auch Vorstand und Geschäftsführung des BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein rufen alle Menschen dazu auf, sich am Klimastreik zu beteiligen!
    Einen globalen Klimastreik zu organisieren ist schwierig. Er wird nicht kommen wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht!
    Mehr Infos: Klimastreik!





    Klimawandelleugner sind Mörder!


    Nein, ich meine nicht die kleinen, unbedarften, uninformierten, manipulierten Menschen, die den Klimawandel abstreiten, und ich meine auch nicht die Menschen, die immer noch offene Detailfragen wissenschaftlich in Zweifel ziehen. Ich meine wohl aber die Spitzen der großen Öl- und Kohlekonzerne, die seit Jahrzehnten mit gezielter PR, mit Macht und Geld, den ihnen bekannten menschengemachten Klimawandel und seine Folgen leugnen, verharmlosen und herunter spielen, und die bezahlten Mietmäuler dieser Konzerne in Wissenschaft, Politik und PR-Agenturen. Ihre Aktivitäten werden millionenfaches Leid und Tod verursachen. Es ist an der Zeit die Dinge beim Namen zu nennen.
    Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer



  • Wichtige Links: Klima, Klimawandel, Fridays for Future, Klimawandelleugner, Kohleparteien, Kohle & Atomkraft 2019





    (Diese Banner für Demo & Balkon gibt´s für nur 10 Euro im BUND-Laden)






    Fracking in Deutschland: Grundwasser, Trinkwasser, Umweltvergiftung & Gier










    "Die Wahrheit", Warnungen & Hinweise 2019:
    • 1) Diese regionalen BUND-Internetseiten sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleiner werdende Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
    • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern. Haben Sie Mut, Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen. Es gibt in diesem Land tatsächlich auch noch einige kluge, zumeist differenzierende Medien.
    • 3) Im Zweifel ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

    Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

    Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht von selber kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafener Nacht)


    Stellenausschreibung:


    Der BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein sucht ab 01.01.2020 eine Geschäftsführung in Vollzeit, 40 Std. (m/w/d): Hier die Stellenausschreibung











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    Dieser Artikel wurde 3965 mal gelesen und am 26.4.2019 zuletzt geändert.