Diese Seite ausdrucken

AKW Fessenheim & käufliche französische Gewerkschaft CGT & EdF-Geld

06.04.2017

AKW Fessenheim & käufliche französische Gewerkschaft CGT & EdF-Geld



Französische Gewerkschaften demonstrierten am 6.4.17 wieder einmal gegen die geplante Stilllegung des Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim. Nach Medienberichten haben die Gewerkschafter im EdF-Verwaltungsrat in Paris gegen die Regierungspläne zu Abschaltung gestimmt und die Gefahrzeitverlängerung für das altersschwache AKW auch durchgesetzt.

Gegen die Entscheidung, das altersschwache Atomkraftwerk Fessenheim abzuschalten gibt es heftigen Widerstand. Rechtskonservative Politiker und die strukturkonservative kommunistische Gewerkschaft CGT wollen die atomare Gefahrzeitverlängerung. Die Gewerkschaften befürchten den Verlust von Arbeitsplätzen. Von Sicherheitsrisiken und den Chancen für wesentlich mehr Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien wollen sie nichts wissen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland hat rund 350.000 Menschen Arbeit gebracht.

Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer geht es der CGT nicht alleine um die Arbeitsplätze (was lokal beschränkt nachvollziehbar wäre) sondern auch um die gigantischen Summen, mit denen der Atomkonzern EdF einige Gewerkschaften seit vielen Jahren schmiert. Diese "andere ökonomische Seite" der Demonstrationen wird leider nicht öffentlich diskutiert.

„So zahlt der Konzern seit 1946 jedes Jahr ein Prozent seines Umsatzes an die Sozialkasse CCAS. Diese hat rund 3700 Beschäftigte und besitzt Ferienzentren, Sanatorien und Restaurants, in denen sich EdF-Mitarbeiter mit ihren Angehörigen für wenig Geld verwöhnen lassen können. Zudem ist die CCAS eng mit der mächtigen, kommunistisch orientierten Gewerkschaft CGT verflochten. Mithilfe der einprozentigen Abgabe hat sich EdF über Jahrzehnte das Wohlwollen der Gewerkschaft erkauft", sagt ein Branchenkenner. Vor allem diesen Geldern sei es zu verdanken, dass die Kommunistische Partei Frankreichs noch existiere.“ berichtet die Zeit Quelle

Auch brandeins zeigt diese Verfilzung und ökonomische Abhängigkeit auf: „Ein unbestimmter Teil der jährlichen Zuwendungen für die Sozialkassen blieb über die Jahrzehnte auch im gewerkschaftlichen Filz hängen. Zum populären politischen Gemeingut in Paris gehört die These, dass es die Kommunistische Partei ohne verdeckte Transfers aus der CCAS nicht mehr gäbe. Aber daran störte sich in Frankreich kaum jemand, schon gar nicht die EdF-Führung, sicherte die CGT doch dauerhaft innerbetrieblichen Frieden und damit konstanten Energiefluss in einem Land, das durch fast jede größere Berufsgruppe, von den Bauern über die Fischer bis hin zu den Lehrern und Schaffnern, in regelmäßigen Abständen lahmgelegt wird."
Quelle

Das undemokratische, „atomare Dorf“ gibt es nicht nur in Japan, sondern auch in Frankreich. An der Spitze stehen die EDF und AREVA. Die bilden eine dauerhafte Atomallianz aus Parteien, Regierung und Medien. Technokraten aus diesem atomaren Dorf halten die gut dotierten Posten in den staatlichen Aufsichtsgremien und der Nuklearwirtschaft besetzt. Es ist traurig, dass gerade einige Gewerkschaften aus der strukturkonservativen Linken in Frankreich ein zentraler Teil des undemokratischen, „atomaren Dorfes“ sind.

Die Ausbeutung und radiologische Belastung
der Leiharbeiter in den französischen AKW konnten die handzahmen Gewerkschaften bisher nicht abstellen. Und der EDF-Geldsegen sorgt dafür, dass die Arbeitnehmerorganisationen nicht sehen, dass alternative Energien und Energiesparen viel mehr Arbeitsplätze schaffen als die Atomwirtschaft. Frankreich hat mit dem sonnigheißen Süden und den windiglangen Küsten die besten Voraussetzungen für eine Energiewende. Das bringt Energie, das schafft Arbeit. Es ist erfreulich, dass zumindest in Deutschland Gewerkschaften und Umweltbewegung gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft ohne Atomkraftwerke streiten und auch bei einigen französischen Gewerkschaften zeigt sich ein Umdenken.
Der jetzige, rückwärtsgewandte Haltung der französischen Gewerkschaften zu Fessenheim zeigt, dass auch linke Gewerkschaften strukturkonservativ sein können.

Axel Mayer BUND-Geschäftsführer

Wichtiger Nachtrag:
Bei einem Jahresumsatz der EDF von 73 Milliarden Euro (Die Zeit) wäre ein Prozent eine ungeheure (selbst für einen AKW-Gegner beinah unvorstellbare) Summe. Es wäre gut und wichtig, wenn Journalisten einmal die Angaben von -brandeins- und von -Der Zeit- überprüfen würden...
Axel Mayer






AKW Fessenheim & käufliche französische Gewerkschaft CGT & EdF-Geld




















Dieses neue Motiv gibt es jetzt als Plakat und als Banner bei uns im BUND-Shop. Kostenlos erhalten Sie das Plakat direkt beim BUND in der Freiburger Wilhelmstr.24a. (Hinterhaus!)

Aktuelle Informationen zum AKW Fessenheim


Über die Fessenheim-Schließung entscheidet Herr Macron (oder doch die EDF?)...
Die Menschen in Frankreich haben bei der Wahl erfreulicherweise für das "wesentlich kleinere Übel" gestimmt. Die Aktien der EDF sind allerdings direkt nach der Wahl um 8% gestiegen... Die Ernennung des Naturschützers Nicolas Hulot zum französischen Umweltminister schickte die EdF allerdings auf Talfahrt. Die Aktien gingen knapp sieben Prozent ins Minus.

Prognosen sind immer schwierig, wenn es sich um Zukunftsfragen handelt.
Was tun?
Unser verstorbener Freund Walter Mossmann gab im "Gorleben-Lied" einen guten Tipp:

"Sie trommeln uns die Ohren voll, sie wären unaufhaltsam,
und trotzdem, mein ich, kommt es auch auf unser Zutun an ..."


Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer





Hier können Sie sich in den Fessenheim-Newsletter eintragen.

























Richtig wichtig! Ihnen gefällt diese Seite? Legen Sie doch einen Link:
<a href="http://www.bund-rvso.de/franzoesische-gewerkschaft-akw-cgt-ccas-edf.html">AKW Fessenheim & käufliche französische Gewerkschaft CGT & EdF-Geld</a>

Weitersagen
Twitter Facebook

Dieser Artikel wurde 4467 mal gelesen und am 4.5.2017 zuletzt geändert.