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Froschschenkel essen? Tiere quälen & Dritte Welt ausbeuten! (Muster für ein Protestschreiben) (Kaufen, Bestellen, Rezept...)

20.12.2015

Froschschenkel essen? Tiere quälen & Dritte Welt ausbeuten! (Muster für ein Protestschreiben)



Der Verzehr von Froschschenkeln ist eine Tierquälerei und ein Beitrag zur Ausbeutung der Dritten Welt

Es gibt im Bereich Tierschutz / Artenschutz Themen, die bei vielen Umweltaktiven ein müdes Gähnen auslösen. "Froschschenkel essen?" Das war doch einmal ein Thema in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts meinen viele und liegen mit dieser Meinung ziemlich falsch.

Geben Sie einmal bei einer Suchmaschine die Begriffe "Froschschenkel kaufen", Froschschenkel Rezept oder "Froschschenkel bestellen" ein und Sie werden feststellen, wie aktuell dieses wichtige Tier- und Artenschutzthema auch heute noch ist.

Es ist erschreckend an wie vielen Stellen zwischenzeitlich wieder Froschschenkel verkauft und in Lokalen zubereitet werden. Während viele Artenschützer bei den jährlichen Amphibienwanderungen Frösche und Kröten retten, werden diese nebenan im Restaurant verzehrt.

Da in Europa die meisten Feuchtgebiete "verschwunden" sind und die stark bedrohten Amphibien bei uns unter Schutz stehen, wird der enorme Bedarf an Froschschenkeln durch Importe aus Asien bedient.
Bei der "Froschschenkel-Ernte" werden den Fröschen zumeist am Fangort die Hinterextremitäten bei lebendigem Leib vom Körper getrennt. Die Mehrzahl der importierten Froschschenkel stammt immer noch aus Wildfängen. Dies reduziert die bedrohte Tierart und erhöht gleichzeitig das Malariarisiko. Gegen die Ausbreitung dieser Infektionskrankheit helfen vor allem Frösche. Das Essen von Froschschenkeln ist also nicht nur Tierquälerei, es gefähret auch Menschenleben.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz am südlichen Oberrhein stellt hier einige Informationen zu diesem wichtigen, immer noch tagesaktuellen Thema zusammen. Die abnehmende Zahl von aktuellen Medienberichten zeigt leider auch den Rückgang des öffentlichen Interesses an diesem wichtigen Natur-, Tier-, Artenschutz und Ausbeutungsthema.

Helfen Sie mit, dies zu ändern!
Unten im Text finden Sie eine Vorlage für ein Protestschreiben, wenn in Ihrem Umfeld Froschschenkel verkauft oder im Restaurant angeboten werden sollten. Gehen Sie davon aus, dass vielen Restaurantbesitzern, die diese makabere "Delikatesse" anbieten, und den meisten Froschschenkelessern diese wichtigen Zusammenhänge nicht bekannt sind. Argumentieren Sie also bitte freundlich. Informieren Sie über die Ergebnisse Ihrer Anfrage Ihren Freundeskreis und die Medien.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer




Das Dokumentationszentrums für Artenschutz schreibt:
  • "Um an die Froschschenkel heranzukommen, wurden - und werden immer noch - den Fröschen häufig gleich am Fangort die Hinterextremitäten bei lebendigem Leib vom Körper getrennt. Der noch lebende "Abfall" wird meist in das Gewässer zurückgeworfen. Glück hat dieser "Abfall", wenn ein Raubfisch oder Vogel in der Nähe ist und gleich zupackt. Ansonsten erwartet den "Rest" ein langsames, qualvolles Verrecken - und dieses wurde von den meisten "Gourmets" wahrscheinlich noch nie mit angesehen. Diese Tierquälerei geschieht nicht aus Notwendigkeit, sondern rein für einen fragwürdigen "Gaumenkitzel."
Quelle: Dokumentationszentrums für Artenschutz, 09.01.2013

Die Süddeutsche Zeitung über die tierquälerischen Hintergründe der Froschschenkelproduktion:
  • "In Indonesien und der Türkei werden die Frösche oft in ihrem natürlichen Lebensraum gejagt, bei lebendigem Leibe übers Messer gezogen, die Wirbelsäule durchtrennt, die Schenkel abgerupft. „Die Oberkörper leben bis zu drei Stunden weiter“. Das ist Schicksal von Millionen von Fröschen, deren tiefgekühlte Schenkel in jedem gut sortierten französischen Supermarkt zu kaufen sind. Drei Euro für 500 Gramm."
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 14.02.2008

Auch der SPIEGEL 43/2000 informierte erfreulich kritisch:
  • "Bis zu 5000 Tonnen indonesischer Froschschenkel landen jedes Jahr in Europa - je nach Gewicht der Tiere sind das die Beine von 100 Millionen bis zu 250 Millionen Individuen. Die meisten sind Wildfänge, wie der Mainzer Biologe Michael Veith jetzt mit biotechnischen Methoden nachweisen konnte. Die Deklaration der Froschart auf der Verpackung stimme fast nie mit der Wahrheit überein. "Die indonesischen Behörden wissen nicht", sagt Veith, "welche Arten gefangen und verarbeitet werden." Frösche ließen sich nicht in so großem Stil auf Farmen züchten. Schon jetzt seien viele Froscharten in weiten Teilen Javas und Sumatras verschwunden. Massive Exporte hatten die Froschpopulationen in Indien, Pakistan und Bangladesch schon vor 15 Jahren einbrechen lassen."


Zum globalen Handel mit Froschschenkeln schreibt die Zeit:
  • „Zugleich ist Indonesien weltgrößter Exporteur von Froschschenkeln, mit mehr als 4000 Tonnen pro Jahr (das entspricht etwa 150 Millionen Tieren, der Binnenkonsum ist noch um ein Vielfaches höher). Bislang speist er sich zum großen Teil aus Wildfängen. Hauptabnehmer ist die EU, besonders Frankreich, Belgien und Luxemburg. In der Zeitschrift Conservation Biology forderte deshalb ein internationales Autorenteam, der globale Handel müsse streng zertifiziert werden. Das ist jedoch teuer und kompliziert: Die Kontrollen müssten vor Ort stattfinden, da Schenkel üblicherweise gehäutet exportiert werden, was eine Artbestimmung im Nachhinein schwer macht. So viel zum Export – falls Regierungen einen besseren Froschschutz forderten oder Importeure sich ihm freiwillig verschreiben würden.“
Quelle: Die Zeit, 01.02.2011

Über Froschschenkel und die Zunahme von Schädlingen in Indonesien berichtet die FAZ am 04.03.2013 :
  • "Dabei ist es in Europa schon seit 1992 verboten, Frösche zu fangen und zu verkaufen. So werfen französische Köche eben vor allem indonesische Froschschenkel in die Pfannen. Mit der Folge, dass in dem Inselstaat der Einsatz von Pestiziden in den vergangenen Jahren massiv zugenommen hat und die Gewässer zunehmend mit den Giftstoffen verseucht sind. Denn 200 Millionen Frösche im Jahr weniger bedeutet bis zu 800 000 Tonnen Insekten, Schnecken und Agrarschädlinge im Jahr mehr in Indonesien."
Quelle: FAZ, 04.03.2013






Muster für ein Protestschreiben


An die Geschäftsführung des "Hotels XXX"
(lässt sich problemlos auch auf Anschreiben an Geschäfte übertragen / Einfach Text kopieren und mit dem eigenen Briefkopf versenden)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie bieten in Ihrem Angebot auch Froschschenkel an. Sind Sie und Ihre Kunden über den grausamen Hintergrund der "Froschschenkelproduktion" informiert?

Hier einige kurze Information des BUND:
Da in Europa die meisten Feuchtgebiete "verschwunden" sind und die stark bedrohten Amphibien bei uns unter Schutz stehen, wird der enorme Bedarf an Froschschenkeln insbesondere durch Importe aus Asien bedient.
Bei der "Froschschenkel-Ernte" werden den Fröschen zumeist am Fangort die Hinterextremitäten bei lebendigem Leib vom Körper getrennt. Die Mehrzahl der importierten Froschschenkel stammt immer noch aus Wildfängen. Dies reduziert die bedrohte Tierart und erhöht gleichzeitig das Malariarisiko in den Fanggebieten. Gegen die Ausbreitung dieser Infektionskrankheit helfen vor allem Frösche. Das Essen von Froschschenkeln ist also nicht nur Tierquälerei, es gefährdet auch Menschenleben.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz am südlichen Oberrhein stellt im Internet unter www.bund-rvso.de/froschschenkel.html einige Informationen aus seriösen Quellen zu diesem wichtigen Thema zusammen.

Viele der in Deutschland verzehrten Froschschenkel wurden zur Haltbarmachung radioaktiv bestrahlt, informiert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Vielen Restaurantbesitzern, die diese makabere "Delikatesse" anbieten, und den meisten Froschschenkelessern sind diese wichtigen Zusammenhänge nicht bekannt.
Wir bitten Sie sehr, Froschschenkel zukünftig aus Ihrem Angebot zu nehmen und uns darüber zu informieren.

Sollten Sie weiterhin Froschschenkel anbieten, dann bitten wir Sie um die folgenden Informationen:
  • Aus welchem Ursprungsland stammen diese?
  • Können Sie durch Zertifikate nachweisen, dass die Froschschenkel nicht tierquälerisch "produziert" wurden?
  • Können Sie durch Zertifikate nachweisen, dass die Froschschenkel nicht radioaktiv bestrahlt wurden?

    Wir behalten uns die Möglichkeit vor, Ihre Kunden und die Öffentlichkeit über Ihre Antwort oder über eine Nichtantwort zu informieren.

    Mit freundlichen Grüßen




    Infos & Links zum Thema Froschschenkel:






    Unsere aktuellen BUND-Aktivitäten in Sachen Froschschenkel



    An das
    Bundesamt für Naturschutz
    Konstantinstr. 110
    53179 Bonn
    3.2.2016
    Anfrage zum Thema Artenschutz / Amphibienschutz / Froschschenkel

    Sehr geehrte Damen und Herren beim BfN,

    es gibt im Bereich Tierschutz / Artenschutz ein Thema, das bei vielen Naturschutzaktiven ein müdes Gähnen auslöst. Es handelt sich um das Themenfeld "Amphibienschutz / Froschschenkel".

    Das war doch einmal ein Thema in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, meinen viele und liegen mit dieser Meinung ziemlich falsch.

    Wer bei einer Suchmaschine die Begriffe "Froschschenkel kaufen" oder "Froschschenkel bestellen" eingibt wird schnell feststellen, wie aktuell dieses wichtige Tier- und Artenschutzthema auch heute noch ist.

    Der BUND am südlichen Oberrhein hat zu diesem Themenkomplex eine stark nachgefragte Internetseite mit
    bisher 23689 Zugriffen http://www.bund-rvso.de/froschschenkel.html

    Allerdings sind viele der zitierten Quellen zwischenzeitlich veraltet. Die abnehmende Zahl von aktuellen Medienberichten zeigt leider auch den Rückgang des öffentlichen Interesses an diesem wichtigen Natur-, Tier-, Artenschutz- und Ausbeutungsthema. Gleichzeitig haben wir den subjektiven Eindruck, dass die Zahl der Restaurants, in denen Froschschenkel angeboten werden, in den letzten Jahren zugenommen hat.

    Wir würden unsere Internetseite gerne aktualisieren, die Medienarbeit intensivieren und ein Infoblatt, auch für den BUND bundesweit, erstellen.

    Aus diesen Gründen wenden wir uns an Sie mit der Bitte um aktuelle Informationen:

    • Gibt es neuere Untersuchungen, Statistiken, wissenschaftliche Arbeiten oder ähnliches zu den Themen „Froschschenkel, Froschschenkelimport“ und zu den Auswirkungen auf Mensch und Natur in den Exportländern?
    • Nimmt der Konsum und der Import von Froschschenkeln nach Deutschland eher zu oder ab?
    • Können Sie uns diese aktuelleren Informationen bitte zukommen lassen?


    Wir möchten uns, unabhängig von Ihrer Antwort, schon einmal für die gute, seriöse und wichtige Arbeit des BfN bedanken.

    Mit freundlichen Grüßen

    Axel Mayer, Geschäftsführer





    Artenschutz, Vogelschutz, Artensterben, Nistkästen bauen...


    Aktuelles Großthema:
    Vogelsterben in Deutschland?




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    Wo sind die vielen NaturschützerInnen & BiologInnen
    in den wichtigen, aktuellen Naturschutzkonflikten am Oberrhein? Es gibt am Oberrhein eine Vielzahl von Menschen mit einem großen Wissen und Sachverstand in Sachen Natur und Umwelt. Doch in den großen Konflikten um unsere bedrohte Restnatur, sei es beim IRP, beim Schmetterlingssterben, bei den Themen Flächenverbrauch und Zersiedelung halten sie sich meist "vornehm" und schüchtern zurück und überlassen die öffentliche Debatte & Leserbriefe den gut organisierten Lobbyisten und dem Stammtisch. Manche Spezialisten sehen auch nur ihr "Lieblingsbiotop" und vergessen darüber den großen Zusammenhang. Nur gemeinsam können wir wir die aktuellen Zerstörungsprozesse bremsen!
    Axel Mayer


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    Dieser Artikel wurde 29588 mal gelesen und am 29.11.2016 zuletzt geändert.