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Fukushima - Freiburg: Rede von Axel Mayer am 28.3.2011

29.03.2011
Freiburg Rede von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer Fukushima am 27.3.2011 um 18 Uhr (Sperrfrist), Demobeginn beim Bertoldsbrunnen(es gilt das gesprochene Wort)

Hallo Freiburg
Macht die Augen zu atmet durch

Riecht Ihr´s?
Schmeckeners?

Zwei fremde Gerüche sind in der Luft

ein unangenehmer Duft und ein angenehmer

Kirschblütenduft mit Bequerellen

Und Jasmin, ein Hauch Jasmin

Endlich

Endlich ein wenig Jasmin

Eine Jasmin-Revolution in Ägypten

Eine Jasmin-Revolution in Tunesien

und auch wenn es sich nicht vergleichen lässt

Ein Hauch Jasmin in Baden-Württemberg

Nach 57 Jahren CDU-Regierung

Nach Filbinger, Oettinger und Mappus

Wechsel

Demokratie lebt vom Wechsel

Dauerregierungsparteien (egal welcher Farbe) schaden der Demokratie

Und doch

trotz Wechsel

Keine Illusion

es gibt ein Zitat, das fälschlicherweise Tucholsky zugeschrieben wird.

„Sie glaubten sie seien an der Macht, dabei waren sie nur an der Regierung“

An der wirklich realen Macht sind Andere, an der Macht sind Konzerne

Her Brüderle ist nicht nur Politiker
Herr Brüderle ist ein Sprecher der Macht
Sprecher der Mächtigen

Darum braucht es Jasmin, darum braucht es uns

Schaut nach Amerika

Welche Hoffnung brachte Obama?
Welche Enttäuschung brachte Obama?

Wer hat die Macht?

Darum braucht es Jasmin, darum braucht es uns
Nach 57 CDU Jahren ist die Ministerialbürokratie, sind die Behörden fest in CDU Hand

Darum braucht es Jasmin, darum braucht es uns

Nach 57 CDU Jahren gibt es eine unglaubliche Verfilzung in unserem Land

Wenn der schwarze Filz im Land kompostierbar wäre,
dann könnte man damit alle Biogasanlagen im Land 10 Jahre lang betreiben

Darum braucht es Jasmin, darum braucht es uns

Hallo GRÜN-Rot

Geht an die Arbeit
Räumt auf
Atomausstieg jetzt
Energiewende jetzt
Nachhaltigkeit jetzt
Soziale Gerechtigkeit jetzt

Verspielt die Hoffnung nicht


Wir schauen entsetzt nach Japan
Wir haben mit vielem gerechnet
Wir haben irgendwann irgendwo einen GAU für möglich gehalten

Wir haben mit vielem gerechnet

Wir haben keinen GAU in vier Reaktoren für möglich gehalten

Wir haben keinen GAU bei einem Ballungsraum mit 35 Millionen Menschen für möglich gehalten

Ich habe mich ¾ meines Lebens mit der Atomkraft beschäftigt

Ich schaue manchmal die Nachrichten und denke ich möchte jetzt aus diesem bösen Traum aufwachen

Es kann nur ein Alptraum sein

Wir können uns die Folgen eines GAUS in einem so dicht besiedelten Land nicht vorstellen

Wir wollen uns die Folgen nicht vorstellen

Wann gibt es endlich konkrete Schritte zur
großräumigen Evakuierung von Schwangeren und Kindern?

Ich bin entsetzt über die Lügen der japanischen Betreiber

Ich bin entsetzt über die Lügen und Verharmlosungen der japanischen Regierung

Ich bin entsetzt über die Lügen der deutschen Atomkonzerne

Ich bin entsetzt über die Reaktionen unserer Bundesregierung:
„Der Betrieb von Atomkraftwerken funktioniert nur in Ländern, in denen die Verantwortlichen nicht damit rechnen müssen, im Falle eines schweren Unfalls zur Rechenschaft gezogen zu werden.“
Das gilt für Japan
Das gilt für Deutschland
Das gilt für Frankreich
Das gilt in der Schweiz

Wir Südbadener schauen mit Sorgen in die Schweiz

In Leibstadt steht ein Siedewasserreaktor genau wie in Fukushima

In Beznau stehen zwei Uralt-Reaktoren, älter als die Fukushima Reaktoren

In Benken gibt´s Pläne in einer viel zu dünnen Schicht Opalinuston ein Endlager für Atommüll einzurichten

Wir brauchen ein Endlager!
Wir brauchen ein sicheres Endlager für eine Million Jahre
Benken gibt diese Sicherheit nicht
Atommüll ist ein Verbrechen an der Zukunft

Auch in der Schweiz gibt es konservative Politiker.
Auch sie reden im Wahlkampf gerne vom Schutz der Heimat
Sie haben Tschernobyl und Fukushima nicht verstanden

Eine Atomunfall in einem schweizer AKW wäre schlicht das Ende von Heimat, das Ende der Schweiz

Wichtig.
Es sind nicht die „bösen Schweizer“ die alte AKW betreiben
Es sind die Atomkonzerne die AKW betreiben und der Gefahrstrom geht auch zur EnBW


Die Pläne zum Neubau von AKW in der Schweiz sind vom Tisch
Die Schrottreaktoren laufen noch

Am 22. Mai gibt’s in der Schweiz einen Strom
Am 22. Mai gibt’s in der Schweiz einen Menschenstrom gegen Atom

Wir werden grenzüberschreitend gemeinsam demonstrieren


Wir Südbadener schauen entsetzt nach Fessenheim

Dort steht der älteste französische Reaktor (mit Umweltzertifikat)
Dort steht ein nicht erdbebensicherer Reaktor
Dort steht ein technologischer Dinosaurier
Dort gibt es ein außen liegendes Abklingbecken
In den beiden Fessenheimer Reaktorblöcken entsteht jährlich die Radioaktivität von 1800 Hiroshimabomben

Wir leben in der dreißig Kilometer Zone
In Fukushima sollen die Menschen in der dreißig Kilometer Zone seit 10 Tagen im Keller sitzen

Die Nichtevakuierung dieser Menschen ist ein Verbrechen!
Unser Kataströphchenschutzplan ist eine Katastrophe

Eine Atomunfall in Fessenheim wäre schlicht das Ende von Freiburg
Die EDF will Fessenheim so lange betreiben bis dort zwei neue AKW stehen


Das werden wir nicht zulassen!
Fessenheim abstellen!
Jetzt!

Wichtig.
Es sind nicht die „bösen Franzosen“ die alte AKW betreiben

Es ist der Atomkonzern EDF der Fesseneheim betreibt und der Gefahrstrom geht auch zur EnBW

Vor dem Tschernobyl Jahrestag
am Ostermontag wird es viele Aktionen und Demos geben

Wenn die französischen Gruppen rufen geht’s am Ostermontag auf nach Fessenheim

Grenzüberschreitend solidarisch
nicht deutsch-dominant

Wenn die französischen Gruppen nicht nach Fessenheim rufen
Dann gibt’s Aktionen an allen Grenzbrücken
An allen Grenzbrücken von Straßburg bis Basel
(nicht an den gefährlichen Autobahnbrücken)

Ostermontag 5 nach 12 für eine halbe Stunde
grenzüberschreitend solidarisch
selbstbewusst, friedlich, gewaltfrei

Wir wollen nicht die Autofahrer ärgern

Wir wollen zeigen:
Ein GAU am Oberrhein und alle Brücken, alle Straßen wären dicht

Hallo Freiburg
Hier stehen wir

Hallo Freiburg
Wir freuen uns über Jasmin

Und dennoch

Wir tragen Asche, Trauer, Angst und Wut in unserem Herzen

Wir brauchen einen langen Atem
Wir brauchen den Atomausstieg
Wir brauchen die Energiewende
Wir brauchen Nachhaltigkeit
Das Zeitalter des Raubbaus muss zu Ende gehen

Die Green City ist ein kleines Stück auf dem richtigen Weg gegangen

Wir haben die globalen Zerstörungsprozesse in Freiburg ein wenig entschleunigt

Hallo Freiburg
Die größte Etappe auf dem langen Weg zu Nachhaltigkeit liegt noch vor uns





Eine kleine Auswahl: Reden von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS


Die alemannischen Redebeiträge und die Vorträge finden Sie unten auf dieser Seite






















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