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Glyphosat - Roundup & Gift: Verbieten!

26.06.2015

Glyphosat- Roundup & Gift: Verbieten!



Der BUND Kreisverband Emmendingen und der BUND Bezirksverband Nördlicher Kaiserstuhl begrüßen sehr, dass die Stadt Endingen darauf hinweist, dass der Einsatz von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln laut Pflanzenschutzgesetz verboten ist, um befestigte oder versiegelte Hofflächen sowie Gehwege oder Straßenränder u.ä. von unliebsamen Pflanzen zu befreien. Auch die Stadt selbst verzichtet zukünftig zur Pflege ihrer Flächen auf den Einsatz von diesen Mitteln, die meist Glyphosat enthalten.

Glyphosat ist in Roundup und ca. 80 weiteren Unkrautvernichtungsmitteln enthalten und hat die Eigenschaft, alle Pflanzen, die nicht schon dagegen resistent sind, zu vernichten. Nach Ansicht vieler Wissenschaftlerinnen können Glyphosat oder dessen Rückstände sich im Boden, in der Luft, in Lebensmitteln und in Gewässern anreichern. Vor allem Amphibien, Fische und Wasserorganismen können in ihrer Entwicklung stark beeinträchtigt werden. Durch Glyphosat kann aber auch das Bodenleben geschädigt werden, auch die Aufnahme von Mineralstoffen und die Krankheitsabwehr der Pflanzen kann beeinträchtigt werden. In höheren Konzentrationen kann es sich negativ auf die Gesundheit von Mensch und Tier auswirken. Die WHO hat Glyphosat Anfang 2015 als "wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen" eingestuft, die zweithärteste Einstufung bei möglicherweise krebserzeugenden Chemikalien.

Der BUND möchte alle Kreisgemeinden auffordern, dem Beispiel Endingens zu folgen und in ihrem Zuständigkeitsbereich auf den Einsatz von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln zu verzichten und auch die Privatbevölkerung aufzurufen, dies zu unterlassen.

Der BUND würde begrüßen, wenn auch der Verkauf der Unkrautvernichtungsmittel an Privatleute nicht mehr möglich wäre, da der Anwendungsbereich von Unkrautvernichtungsmitteln laut Pflanzenschutzgesetz § 12 auf gärtnerisch, land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen beschränkt ist und somit im privaten Bereich nicht erlaubt ist. Auch im landwirtschaftlichen Bereich muss dringend nach einem Ersatz von Glyphosat gesucht werden, denn auch hier zeigen sich immer deutlicher die Folgeschäden. Muttermilch-Proben aus 16 Bundesländern haben in einer aktuellen Studie Rückstände des Unkrautvernichters Glyphosat aufgewiesen.

Renate Hund, BUND-Kreiverband Emmendingen
Henner Wenzel, BUND-Bezirksgruppe Nördlicher Kaiserstuhl




Besorgniserregende Rückstände des Unkrautvernichters Glyphosat in Muttermilch-Proben gefunden
Minister Alexander Bonde: „Zu hohes Risiko: Das Unkrautvernich-tungsmittel Glyphosat gehört nicht in die Hände von Privatpersonen“

Aktuellen Proben zufolge finden sich in der Muttermilch deutscher Frauen Rückstän-de des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Untersucht wurde die Muttermilch von stillenden Frauen aus mehreren Bundesländern – auch aus Baden-Württemberg.
„Ich bin über das Ergebnis der Proben äußert beunruhigt. Nachdem im März die Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation WHO Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hat, ist dies das nächste alarmierende Sig-nal. Die Bundesregierung muss nun endlich aktiv werden – der Einsatz von Glyphosat darf nicht weiter verharmlost und heruntergespielt werden“, sagte Verbraucherminis-ter Alexander Bonde am Freitag (26. Juni) in Stuttgart.
Länder fordern: keine Abgabe von Glyphosat an Privatpersonen
Der Minister wies darauf hin, dass die Verbraucherschutzministerkonferenz von Bund und Ländern (VSMK) im Mai dieses Jahres der Forderung Baden-Württembergs ge-folgt sei und den Bund – aufgrund der neuen WHO-Bewertung – aufgefordert habe, aus Vorsorgegründen die Abgabe des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat an Pri-vatpersonen zu verbieten. Außerdem sprach sich die VSMK für ein vorläufiges Verbot der Glyphosat-Anwendung für Freiflächen aus, die nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden, bis eine abschließende Neubewertung vorliege. „Die Gefahr einer unsachgemäßen Anwendung in Haus- und Kleingärten ist zu groß. Ohne die notwen-dige Sachkunde können sich Anwenderinnen und Anwender selbst Schaden zufügen. Besonders besorgniserregend ist, dass spielende Kinder oder Haustiere in Kontakt mit Glyphosat kommen können“, sagte Bonde. Er betonte, dass ein Verbot der Abga-be an Privatpersonen zwingend notwendig sei. Die aktuellen Muttermilch-Proben würden dies nochmals unterstreichen.
Hintergrundinformationen:
Die Proben wurden den Angaben zufolge zwischen Mitte Mai und Ende Juni 2015 entnommen und analysiert. An der Untersuchung nahmen Mütter zwischen 30 und 39 Jahren teil, die ihr erstes, zweites oder drittes Kind im Alter von 1,5 bis 11 Monaten stillten. Die Frauen kommen aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Der Beschluss der Verbraucherschutzministerkonferenz 2015 (TOP 16) ist hier abrufbar: https://www.verbraucherschutzministerkonferenz.de/documents/11_VSMK_Protokoll_final_mit_Aenderungen_oeffentlich.pdf
Bereits im November 2013 war eine entsprechende Bundesrats-Entschließung Ba-den-Württembergs von den Bundesländern mehrheitlich gebilligt worden. Auf die da-malige Initiative hin hatte der Bund zwar die Anwendungsmöglichkeiten für Glyphosat in der umstrittenen Vorernte-Behandlung eingeschränkt, die Verwendung in Haus- und Kleingärten jedoch nicht verboten.
Im März 2015 hatten Experten der Weltgesundheitsorganisation das Totalherbizid Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen“ eingestuft




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