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Grünbrücke an der A5 und Bahn-Neubaustrecke bei Riegel

30.07.2015

Grünbrücke an der A5 und Bahn-Neubaustrecke bei Riegel



BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Regionalverband Südlicher Oberrhein
Kreisverband Emmendingen


An die Medien im Landkreis Emmendingen

Am Montag, den 3. August, informiert sich die Staatssekretärin Splett über die Barrierewirkung der A 5 und den zerschnittenen Wildtierkorridor bei Riegel am Kaiserstuhl.
Leider können weder der BUND-Kreisverband noch der BUND-Regionalverband wegen einer Terminüberschneidung an diesem wichtigen Termin teilnehmen.

Darum vorab einige kurze Sätze zu diesem wichtigen Naturschutzthema:


Der BUND begrüßt es sehr, dass sich Staatssekretärin Gisela Splett MdL über dieses wichtige Problemfeld informiert, denn nicht nur nördlich von Riegel wird ein überregionaler Wanderkorridor für Wildtiere von der Autobahn und zukünftig von der geplanten Neubautrasse der Bahn durchschnitten.

Wir vermuten, dass eines der angesprochenen Themen der Bau einer Grünbrücke sein könnte. Eine gut geplante Grünbrücke, an der richtigen Stelle gebaut, kann nach Ansicht des BUND eine durchaus sinnvolle Maßnahme sein, denn in einer Zeit zunehmender Landschaftszerschneidung
durch Straßen, Schienen und andere Bandinfrastrukturen sind Grünbrücken und Querungshilfen manchmal eine notwendige Krücke für Tiere und Natur.
Ob eine teure Grünbrücke sinnvoll und nötig ist, muss immer vor Ort und im Einzelfall entschieden werden. Der Generalwildwegeplan ist ein gutes Instrument, um an den richtigen Stellen die richtigen Verbindungen für bedrohte Arten zu schaffen.

Wichtig ist für den BUND auch die Frage, wie die Querungshilfen finanziert werden. Bei allen Neubaumaßnahmen sollten diese als Maßnahme zur Eingriffsminimierung, also im Rahmen der Baukosten finanziert werden. Im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen sollte aber Natur "geschaffen" oder aufgewertet werden. Grünbrücken als Ausgleichsmaßnahmen werden von den Bauträgern geliebt, vom BUND am Südlichen Oberrhein aber kritisch hinterfragt. Grundsätzlich müssen Bauwerke im Straßenbestand aus gesondert ausgewiesenen Straßenbaumitteln finanziert werden. Maßnahmen zur wildtierökologischen Sanierung des Altbestands sollten Vorrang vor Straßenneubau- und –ausbau haben.

Alle Planungen an der A5 müssen im Zusammenhang mit der Neubauplanung der Bahn entwickelt werden. Beim Neubau der Bahnstrecke drängt der BUND seit Jahren, dass die Baumaßnahmen so flächensparend und naturschonend als möglich realisiert werden. Wo immer möglich, sollten technische Maßnahmen zwischen Neubaustrecke und Autobahn den Flächenverbrauch reduzieren und so die Sicherheit gewährleisten, die ansonsten mit den flächen- und naturfressenden Sicherheitsabständen erreicht werden soll.

In Riegel ist für uns die Frage, ob eine „Überführung oder Unterquerung“ sinnvoll wäre, noch ungeklärt. Die problematischsten Aspekte der Bahn-Neubaustrecke sind der Flächenverbrauch, die Landschaftszerschneidung und der Lärm. Wir brauchen also Projekte, die genau an diesen Problemfeldern ansetzen. Die meisten Mittel- und Unterläufe unserer Bäche und Flüsse wurden zu geradegestreckten, kanalisierten, naturfernen Kanälen umgebaut. Möhlin, Elz, Dreisam, Glotter, Schutter, Kinzig – diese landschaftsprägenden Gewässer unserer Heimat könnten durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Dammrückverlegungen, ökologisch aufgewertet und renaturiert werden. So könnten auch zusätzliche Möglichkeiten zur Hochwasserrückhaltung geschaffen werden. Es sollte auch versucht werden, durch geeignete bauliche Maßnahmen (z.B. breite Durchlässe unter Autobahn und Neubautrasse) die Wandermöglichkeit von Tieren entlang der Bäche wieder zu verbessern. Grüne Bänder, d.h. breite, naturnahe Korridore, teilweise mit Auecharakter, zwischen Schwarzwald und Rheinaue sollten als Ziel angestrebt werden.

Es ist erfreulich, dass sich die Staatssekretärin über die Probleme bei Riegel informiert und uns ist es wichtig, dass Autobahn- und Bahntrassenprobleme im Zusammenhang gesehen werden.

In nächster Nähe zum Ort des Besuchs findet sich auch ein „wunderbares Beispiel“, wie zwischen Malterdingen und dem Bahnhof Malterdingen-Riegel in den letzten Jahren durch planerische und raumordnerische Fehler ein für Wildtiere unüberwindbarer Ost-West-Querriegel in die Rheinebene gebaut wurde. Statt teurer Querungshilfen wäre hier eine kostengünstige Lücke in der Bebauung notwendig gewesen. Doch die Kritik von BUND und Naturschutzverbänden wurde bei der Planung nicht beachtet.

Axel Mayer, Regionalgeschäftsführer / Renate Hund, Kreisvorstand


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Dieser Artikel wurde 1608 mal gelesen und am 30.7.2015 zuletzt geändert.