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Firma GDE (Guy Dauphin Environnement) Nambsheim: Eine Gefahr für den Oberrhein?

03.07.2007
Protestaktion gegen Luftverschmutzer am 5. Juli um 13.45 vor der Präfektur in Colmar

An die badisch – elsässischen Medien
Die Bürgerinitiative im elässischen Nambsheim (ADINE) moblisiert zu einer Protestaktion gegen Luftverschmutzer am 5. Juli um 13.45 Uhr vor der Präfektur in Colmar. Der BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein teilt die Befürchtungen der französischen UmweltschützerInnen.
Auch der BUND ruft zu dieser geplanten Protestaktion auf!
Französische und deutsche UmweltschützerInnen sehen die neue umweltbelastende Schredderanlage im Zusammenhang mit der geplanten fünf Kilometer langen und 456 Hektar großen Schwerindustriezone am Rheinseitenkanal, mit einem Verlust an Lebensqualität und mit der zunehmenden Verscheußlichung der Region am Südlichen Oberrhein. Sieht so die geplante Metropolregion Oberrhein aus? Die alten, reaktivierten Pläne zu einer umweltbelastenden Schwerindustriezone nördlich von Fessenheim sind nicht akzeptabel.

Die folgenden Informationen stammen von der BI in Nambsheim:


Die Firma GDE (Guy Dauphin Environnement) beabsichtigt, in unmittelbarer Nähe des Rheinseitenskanals neben den Dörfern Nambsheim und Hartheim einen riesigen Schrottschredder anzusiedeln, kaum 400m von den ersten Häusern von Nambsheim und wenige Kilometer von Hartheim entfernt.
Nicht nur, dass das Projekt für unsere Region einfach zu groß ist, nein, auch die Praktiken der Firma sind, wenn man sie genau betrachtet, mehr als zweifelhaft. So hat die Bürgerinitiative neben Rocquancourt, einem schon bestehenden Schredder derselben Firma, nur für den Monat Mai 2006 neun Explosionen von geringer und mittlerer Stärke, eine starke Explosion, einen internen Unfall mit Feuerwehreinsatz und nächtliche Aktivität mit starker Lärmbelästigung festgehalten. Und eine derartige Auflistung besteht für fast alle Monate von 2003 bis 2007! Mehr Infos auch hier: http://adine.blog4ever.com/blog/index-103007.html
Die Bau- und Betriebsanfrage der Firma GDE Dauphin wird am 5. Juli 2007 von der CODERST (Comité Départemental des Risques Sanitaires et Technologiques) geprüft, danach muss der Präfekt seine Entscheidung treffen.
Sagen wir nein zu einer solch überdimensionierten und gefährlichen Industrieanlage:
Demonstration am 5. Juli um 13.45
vor der Präfektur in Colmar (rue Bruat)

Hintergrundinformation:
Schrottschredder am Rheinseitenkanal


Die Firma GDE (Guy Dauphin Environnement) beabsichtigt in unmittelbarer Nähe des Rheinseitenskanals neben den Dörfern Nambsheim und Hartheim einen riesigen Schrottschredder anzusiedeln, kaum 400m von den ersten Häusern von Nambsheim entfernt.

Während der öffentlichen Anhörung hatten viele Anwohner Bedenken geäußert, aber mehrere Fragen sind offen geblieben. Die gleichgültige, ja verächtliche Haltung des Projektbetreibers, der jeder offenen Kommunikation aus dem Weg geht, hat die betroffenen Bürger veranlasst, eine Bürgerinitiative zu gründen, die ihnen helfen soll, ihre Interessen zu verteidigen. Umso dringlicher erschien die Gründung einer derartigen Initiative, da Bürgerinitiativen neben schon bestehenden Anlagen derselben Firma von starken Lärm- und Geruchsbelästigungen berichten.

So ist die Anlage von GDE in Rocquancourt laut Firma ein Vorzeigebetrieb in Sachen Recycling. Nun hat aber die Bürgerinitiative von Rocquancourt der Bürgerinitiative von Nambsheim ein Dokument zukommen lassen, das die Praxis der Firma beschreibt und Aufschluss gibt über zahlreiche Störfälle vom 8. April 2003 bis zum 12. März 2007. Belästigungen durch Geräusche und Gerüche werden von den Anwohnern geschildert und wurden vielfach auch bei der dortigen Polizei gemeldet.
So wurden zum Beispiel nur für den Monat Mai 2006 neun Explosionen von geringer und mittlerer Stärke, eine starke Explosion, ein interner Unfall mit Feuerwehreinsatz und nächtliche Aktivität mit starker Lärmbelästigung festgehalten.
Außerdem bezeugten Anwohner des Ortes Lorguichon, dass es während der Feiern am Feiertag des 8. Mai 2007 zu einer Luftverschmutzung durch schwarzen metallischen Staub gekommen sei, die den ganzen Tag angehalten habe.
Zudem wurden laute nächtliche Aktivitäten nach 22 Uhr und Explosionen, die die Fensterscheiben der 400/500 m entfernten Häuser vibrieren ließen, festgehalten. Die Beschreibung listet für fast alle Monate von 2003 bis 2007 derartige Vorfälle auf.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative von Nambsheim (ADINE) begaben sich zu der Industrieanlage der Firma GDE in Salaise, wo ein Schrottschredder der gleichen Größenordnung wie der in Nambsheim geplante verwendet wird, und unterhielten sich mit den dortigen Anwohnern und Bürgerinitiativen aus Salaise und Sablons, die von ähnlichen Störfällen wie in Rocquancourt berichteten.

Trotz der Vorbehalte der Anwohner bei der Bürgeranhörung, trotz der oben genannten Praktiken stimmte der mit der Anhörung betraute Kommissar dem Dossier mit Einschränkungen zu.
Die Einschränkungen werden dahingehend präzisiert, dass die Firma jeden im Dossier genannten Punkt einhalten muss, sonst wäre die Zustimmung hinfällig.
Nun geht das Dossier aber von einer Zugverbindung und einer Verladestelle am Rheinseitenkanal aus, alle Untersuchungen zu Belästigungen und Risiken gehen von dem Vorhandensein derartiger Infrastruktur aus. Sollte die Infrastruktur nicht bereitgestellt werden können, ist die Zustimmung nicht erteilt.

Die Bau- und Betriebsanfrage der Firma GDE (Guy Dauphin Environnement) wird am 5. Juli 2007 von der CODERST (Comité Départemental des Risques Sanitaires et Technologiques) geprüft, danach muss der Präfekt seine Entscheidung treffen. Die Bürgerinitiative ADINE und alle Gegner des Projektes werden sich am 5. Juli um 13.45 Uhr vor der Präfektur in Colmar (rue Bruat) treffen, um gegen den Bau des Großschredders zu protestieren.
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Einige(erste) botanische Nachweise vom Uferbereich des Rheinseitenkanals im Bereich der geplanten Schredderanlage Nambsheim (trockenwarme, kiesige Standorte)



Seltenere Arten, die nicht allgemein verbreitet sind und zu den Besonderheiten zählen:


Calamintha acinos Steinquendel
Centaurea stoebe Rispen-Flockenblume
Chondrilla juncea Knorpelsalat
Epilobium dodonaei Rosmarin-Weidenröschen
Petrorhagia prolifera Sprossende Felsennelke
Potentilla intermedia Mittleres Fingerkraut
Scrophularia canina Hunds-Braunwurz
Teucrium botrys Trauben-Gamander

Weitere, häufigere Arten, die typisch sind für offene Kiesböden, Trockenrasen, trockenwarme Säume oder Ruderalgesellschaften:

Coronilla varia Bunte Kronenwicke
Echium vulgare Natternkopf
Helianthemum nummularium Sonnenröschen
Origanum vulgare Dost, Wilder Majoran
Saponaria officinalis Seifenkraut
Sedum acre Scharfer Mauerpfeffer
Sedum album Weißer Mauerpfeffer
Silene nutans Nickendes Leimkraut
Silene vulgaris Taubenkropf
Thymus spec. Thymian
Verbascum lychnitis Mehlige Königskerze
Verbena officinalis Eisenkraut

Frank Baum, 18.06.2007

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Freiburg, den 12. Juni 2007

Pressemitteilung
Recyclinganlage in Nambsheim – Umweltministerin antwortet auf Anfrage von Bärbel Mielich MdL (GRÜNE)

Mielich: „Sorge wegen Umweltbelastungen nicht aus der Luft gegriffen“.



Wegen der beim elsässischen Nambsheim direkt am Rheinseitenkanal geplanten Metall- und Schrottverwertungsanlage, in der monatlich an die 33 000 t Abfälle hauptsächlich Altfahrzeuge, Kühlaggregate usw. geschreddert, gelagert und dem Recycling zugeführt werden sollen, hatte sich Bärbl Mielich an Umweltministerin Gönner gewandt und diese um Informationen gebeten. Durch den laufenden Betrieb würden Staub- und Lärmbelastungen befürchtet. Darüber hinaus bestehe auch die Gefahr, dass Schadstoffe in das Grundwasser gelangten, so Bärbl Mielich in ihrem Schreiben. Die Landtagsabgeordnete wollte von der Umweltministerin wissen, inwieweit deutsche Behörden in das französische Genehmigungsverfahren mit eingebunden sind und in welchem Umfang die deutsche Seite und das Grundwasser von den zu erwartenden Emissionen dieser Anlage im Normalbetrieb und bei einem Brand betroffen wären. „Die Sorge der Bevölkerung ist nicht aus der Luft gegriffen“, so Bärbl Mielich. Nach Berichten von Alsace Nature soll es an verschiedenen Standorten des Antragsstellers in Frankreich zu Bränden gekommen sein. Zuletzt im Januar dieses Jahres in La Courneuve, im Pariser Raum.

Die Umweltministerin bestätigt in ihrem Antwortschreiben, dass in den unterschiedlichen Anlagen mit verschiedenen brennbaren Stoffen umgegangen werde, sieht aber aufgrund der räumlichen Trennung der verschiedenen Anlagen kein erhöhtes Brandrisiko. Wegen der Entfernung und der bei einem Brandereignis entstehenden Thermik seien schädliche Umwelteinwirkungen auf deutscher Seite nicht zu erwarten. Das Regierungspräsidium ging in seiner Stellungnahme davon aus, dass keine schädlichen Umwelteinwirkungen auf deutsches Gebiet zu erwarten seien.

„Diese Haltung ist nicht nachvollziehbar“, so Bärbl Mielich. „Bereits im Normalbetrieb, aber vor allem bei einem Brandereignis sind negative Auswirkungen für den Luftpfad und für das Grundwasser zu befürchten. Diese Befürchtungen müssen auch den französischen Stellen vorgetragen werden“. Hartheim liege in vorherrschender Windrichtung nur etwa 3000 m von der Anlage entfernt und der direkt angrenzende Rheinwald sei als FFH- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Vor allem im Brandfall könne eine giftige Rauchwolke bewohntes Gebiet erreichen und die geschützten Tierarten im betroffenen Rheinwaldgebiet gefährden, befürchtet Bärbl Mielich. Im Schreiben des Umweltministeriums seien verschiedene hochgiftige Stoffe aufgezählt die bei einem Brandereignis freigesetzt würden. Neben den üblichen Brandgasen sei mit Chlorwasserstoff (HCL) aus PVC und den Polyurethanschäumen zu rechnen sowie mit Cyanwasserstoff (HCN). Die begrenzten Auswirkungen verschiedener Schadenszenarien seien in den Antragsunterlagen ausführlich dargestellt. Es müsse davon ausgegangen werden, dass bei einem Brandereignis auch Dioxine und Furane entstehen, dazu seien aber keine Ausführungen in den Antragsunterlagen zu finden. Anlagen wie die in Nambsheim geplante erfordern aus Sicht der Umweltministerin einen frühzeitigen offenen Umgang mit Informationen. Die noch bestehenden Informationsdefizite sollen über die vor Ort geknüpften Kontakte zwischen dem Regierungspräsidium Freiburg und der Préfecture du Haut-Rhin ausgeräumt werden sollen.

„Der offene Umgang mit Informationen muss auch tatsächlich erfolgen“, so Bärbl Mielich. „Die Bevölkerung muss umfassend über das Planungsvorhaben und das Gefahrenpotential, sowie über die Stellungnahmen der deutschen Behörden informiert werden“.

Zu den Fragen zur geplanten Anlage und zur Beteiligung deutscher Behörden antwortet die Umweltministerin:

Das Regierungspräsidium Freiburg sei durch die Préfecture du Haut-Rhin im Rahmen der grenzüberschreitenden Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung bei umweltrelevanten Vorhaben beteiligt. In einem Schreiben an die Préfecture habe das Regierungspräsidium auf die Sorgen der Bevölkerung und auf Bedenken naturschutzrechtlicher Art hingewiesen und ein Informationsgespräch angeregt, berichtet die Umweltministerin. Die Firma Guy Dauphin Environnement (G.D.E.) plane die Errichtung und den Betrieb einer Schredderanlage für Altfahrzeuge und Metallschrott, eine Anlage zum Zerkleinern großer Metallschrottteile mit Scheren und durch Brennschneiden, ein Demontagebetrieb inkl. Trockenlegung für Altfahrzeuge, eine Anlage zur Entsorgung von Kühlgeräten, ein Transitlager für Akkumulatoren und ein Transitlager für Gewerbeabfälle. In den Antragsunterlagen seien für den Bereich der Schrottzerkleinerung 363g/h Staub, 1,8 g/h Kupfer, 6,4 g/h Blei und <0,26g/h Nickel angegeben. Für die Anlage zur Kühlgeräteentsorgung 25 g/h Staub und 1-5 g/h FCKW bzw. KW. Zu den Wasserseitigen Emissionen seien in den Antragsunterlagen keine Frachten angegeben. Aufgrund der vorgesehenen Abscheider seien allenfalls geringe Kohlenwasserstofffrachten zu erwarten. Die Ausbreitungsrechnung für Lärm ergäbe für das Rheinwärterhaus auf der Gemarkung Hartheim einen Schalldruckpegel von 43 dB(A).

Die Metallschredderanlage solle mit Einrichtungen zur Staubabsaugung und –abscheidung ausgerüstet werden. Zudem seien Schallschutzmaßnahmen im Wert von 380 000.- Euro vorgesehen. Die Anlage zur Aufarbeitung von Kühlgeräten solle gekapselt und mit Kältefallen zur Rückgewinnung von FCKW bzw. KW ausgeführt werden. Zum Schutz des Grundwassers sei die Befestigung der Betriebsflächen vorgesehen. Die Lager für Schredderrückstände solle mit einer automatischen Löschanlage ausgerüstet werden. Ansonsten seien mobile und stationäre Feuerlöscheinrichtungen vorgesehen.


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Dieser Artikel wurde 4905 mal gelesen und am 16.9.2007 zuletzt geändert.