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Hecken und Heckenpflege: Einige BUND-Infos zur Gartenhecke & zur Feldhecke


Hecken und Heckenpflege



Hecken im Garten sind schön fürs Auge, halten aber auch unerwünschte Blicke fern und schützen vor ungemütlichem Wind.

Gleichzeitig dienen sie Insekten, Vögeln und Kleinsäugern das ganze Jahr über als wertvoller Lebensraum.
In Zeiten eines globalen und regionalen Artensterbens sind auch Kleinbbiotope sehr wichtig. Je größer und breiter die Hecke, desto besser!


Umso wichtiger ist es, bei ihrer Pflege einige Regeln zu beachten. Das Zurückschneiden ist während der Brutzeit von Vögeln gesetzlich verboten. Der beste Zeitpunkt dafür ist Oktober oder November. Dann sind Jungvögel bereits flügge, und Bäume und Sträucher haben Vegetationsruhe. Es empfiehlt sich, die Hecken erst am späten Nachmittag zu schneiden, da bei Sonnenschein die Schnittstellen zu sehr austrocknen. Damit die Hecke unten dicht bleibt, sollte sie trapezförmig - unten breiter als oben - geschnitten werden. Langsam wachsende Hecken und Sträucher wie Geißblatt, Pfaffenhütchen, Hartriegel, Schwarz-, Kreuz- oder Weißdorn sollten möglichst selten und ihre Neutriebe nur zu einem Drittel zurückgeschnitten werden. Um Heckenbewohnern Ausweichmöglichkeiten zu bieten, ist es ratsam, beim Schneiden abschnittsweise vorzugehen. Astquirle, also Verästelungen, sollten stehen gelassen werden, da dort Vögel bevorzugt ihre Nester bauen. Je mehr Hecke stehenbleibt, desto besser ist es für die Natur.
Die Hecke ist immer auch ein ökologisch wichtiges Verbundsystem und Verbindungsweg von Tier- und Pflanzengemeinschaften. Hecken zählen zu den sog. Linienbiotopen, die linienhafte Verbindungen und Austauschmöglichkeiten zwischen verschiedenen Biotopen und Lebensbereichen herstellen.

Werden abgeschnittene Äste und Zweige an den Fuß der Hecke gelegt, können viele Tiere dies als zusätzliches Versteck nutzen.

Axel Mayer, BUND Geschäftsführer


Zum Thema Buchsbaum und Buchsbaumzünsler finden Sie hier viele Infos


Hier ein Beitrag zu Feldhecken


Quelle: Fachdienst Naturschutz

Heckenpflege


Warum Hecken in der Flur so wichtig sind

Hecken erfüllen vielfältige Funktionen. Hier nur einige Beispiele: Sie
  • beleben und gliedern die Landschaft
  • bieten an Böschungen und Bachufern Erosionsschutz
  • regulieren den Wasserhaushalt
  • tragen zur Verringerung oder Vermeidung von Stoffeinträgen in Gewässer bei
  • sind wichtige Bestandteile für eine Biotopvernetzung
  • bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten idealen Lebensraum
  • wirken klimaregulierend und als Windschutz
  • bieten Sichtschutz
  • fördern den biologischen Pflanzenschutz


Ihr mehrschichtiger Aufbau (Boden-, Kraut-, Strauch- und Baumschicht mit verschiedensten Ausprägungen) bringt eine besonders große Artenvielfalt mit sich. Viele Tierarten nutzen die Hecken daher als (Teil-) Lebensräume, z.B. als
  • Winterquartier (z.B. Igel, Erdkröte)
  • Versteck (z.B. Feldhase, Vögel)
  • Nahrungsraum (z.B. Bienenweide schon im zeitigen Frühjahr für Wildbienen, Honigbienen und andere Insekten; Beeren und andere Früchte im Herbst, z.B. für Vögel und Säuger)
  • Revier, zur Reviermarkierung und -abgrenzung (z.B. Sitz- und Singwarte für Vögel)

Viele Hecken genießen den pauschalen Schutz des § 24a NatSchGBW.

Warum Heckenpflege?
Hecken zählen zu den traditionellen Struktur- und Biotopelementen der bäuerlichen Kulturlandschaft. Ihre Bedeutung steht wegen ihrer vielfältigen Funktionen außer Frage. In der Vergangenheit wurden Hecken gelegentlich von den Landwirten sukzessive auf den Stock gesetzt (über dem Boden abgesägt) und somit langfristig erhalten. Die Brennholzgewinnung stand dabei im Vordergrund. Heute besteht dieser Bedarf nicht mehr. Die Heckenpflege
  • ersetzt die ursprüngliche Heckennutzung und sichert so den Fortbestand der Hecken
  • verhindert eine Überalterung und Artenverarmung der Hecken
  • sichert die vielfältige Funktionsfähigkeit der Hecken
  • trägt zur Erhaltung eines strukturreichen Landschaftsbildes bei


Wie wird die Heckenpflege richtig durchgeführt?
  • alle 10-25 Jahre
  • im Winterhalbjahr (Eingriffe in Gehölzbestände sind nach dem Naturschutzgesetz Baden-Württemberg nur vom 1.10. - 29.2. zulässig)
  • abschnittsweises „auf den Stock setzen“: in Abschnitten von jeweils maximal 20 m Länge werden die Gehölze etwa 20-40 cm über dem Boden abgesägt. Bis zu 20 % einer Hecke können gleichzeitig im Abstand von wenigen Jahren gepflegt werden.
  • Bei besonders kurzen Hecken kann das „auf den Stock setzen“ durch ein Auslichten
    (einzelbuschweise) ersetzt werden, damit die Hecke trotz Pflegeeingriff ihre ökologische
    Funktion behält.
  • Als „Überhälter“ werden einzelne, reizvolle Bäume und Sträucher wie Eiche, Kirsche,
    Feldahorn oder Walnuß stehen gelassen. Dies gilt insbesondere für Gehölze der
    Baumschicht, die nur ein geringes Potential zum Wiederaustrieb besitzen (z.B. Eiche).
  • Stellenweise abgestorbene Stämme als Totholz belassen (z.B. Nistgelegenheit für Wildbienen und Lebensraum für zahlreiche Käfer).
  • Größere Fehlstellen in den Hecken ggf. durch Bepflanzung mit heimischen Baum- und Straucharten schließen.


Wohin mit dem Schnittgut?
  • zur Anlage von „modifizierten Benjes-Hecken“ nutzen (einreihige Heckenpflanzung wird mit der Aufschichtung sperrigen Schnittguts kombiniert, s. Merkblatt 2, Anlage von Hecken und Gehölzflächen)
  • mit Häckselmaschine zerkleinern und Häckselgut auf Äcker ausbringen (diese Methode wird z.B. erfolgreich vom Maschinenring des Neckar-Odenwaldkreises durchgeführt)
  • einer Kompostanlage zuführen

Das Verbrennen des Materials sollte nach Möglichkeit vermieden, die Zuführung auf eine Deponie
ausgeschlossen werden.

Was ist bei der Pflege zu vermeiden?
  • Die gesamte Hecke in einem Zug auf den Stock zu setzen. Die Tiere verlieren auf einen Schlag ihren Rückzugsraum und es dauert einige Zeit, bis die Hecke ihre volle Funktion zurückgewinnt.
  • „Zurechtstutzen“ oder nur seitlicher Rückschnitt der Hecke
  • Abbrennen von Hecken(abschnitten)
  • Ausreißen von Wurzelstöcken


Quelle: Fachdienst Naturschutz

Linkliste 2019: Natur & Naturschutz Oberrhein / Elsass:






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Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer







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Dieser Artikel wurde 2280 mal gelesen und am 25.7.2016 zuletzt geändert.