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Übersicht Schweiz: Atomenergie, Kernenergie, AKW, KKW, Beznau, Leibstadt, Gösgen, Mühleberg & Atommüll


Atomenergie & AKW Schweiz: Ein schwerer Atomunfall wäre das Ende der Eidgenossenschaft...


Beznau 1 ist ein Technikmuseum und das älteste noch im Betrieb stehende AKW der Welt. Es ist nicht erklärbar warum ein reiches und modernes Land wie die Schweiz in Beznau und Mühleberg die ältesten und unsichersten Atomkraftwerke der Welt betreibt.

Übersicht Schweiz: Atomenergie, Kernenergie, AKW, KKW, Beznau, Leibstadt, Gösgen, Mühleberg & Atommüll


Atomkraft? Laufzeitverlängerung? Neue schweizer AKW?
Nach Fukushima sind die Neubaupläne für AKW in der Schweiz erst einmal in der Schublade verschwunden. Doch die Atomkonzerne bereiten sich mit Hilfe der "weltbesten PR-Werbefirmen" schon auf zukünftige Pro-AKW-Kampagnen vor. Erst einmal werden die gefährlichen uralten AKW weiter betrieben und dann wird der undemokratische Atomfilz Mittel und Wege finden seine Habgier-Interessen durch zu setzten. Die schweizer Umweltbewegung hat noch viel zu tun.



Atommüllager Benken / Schaffhausen?






Schweizer AKW: Alle Infos


AKW Schweiz







Aktueller Einschub:



Risikoreaktor - AKW Leibstadt soll wieder ans Netz gehen


Mit zunehmender Sorge sehen wir, dass das AKW Leibstadt trotz der aktuellen "massiven Probleme" wieder ans Netz gehen soll.
Es gibt zu diesem Themenkomplex einen klugen, sehenswerten SRF Beitrag:
SRF: "Ursache für Schäden unbekannt – AKW soll trotzdem ans Netz"


Toll! Verfärbungen an Brennelementen in Leibstadt
Meine Bewunderung gilt immer den Sprachakrobaten der Schweizer Atomindustrie.
www.bund-rvso.de/neusprech-greenwash-propaganda-sprache.html

Aus dem Atommülllager wurde der Entsorgungspark, aus dem Atomunfall das Ereignis... Die Betreiber des AKW Leibstadt schrieben jetzt:
"Von den 648 Brennelementen des Reaktorkerns weisen 47 Brennelemente Verfärbungen an wenigen Hüllrohren auf"

Selbst die mehr als atomfreundliche ENSI beschreibt das Problem der Verfärbung ein wenig genauer:
(ENSI) "Im AKW Leibstadt hat sich bei Inspektionen der Brennelemente gezeigt, dass während mehrerer Zyklen systematisch kritische Siedezuständem (Dryouts) aufgetreten sind. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI ordnet dieses Vorkommnis der Stufe 1 der internationalen Ereignisskala zu. Es prüft derzeit die Unterlagen, die das AKW Leibstadt vergangene Woche eingereicht hat.

2015 hat das AKW Leibstadt nach einer umfangreichen Ursachenanalyse festgestellt, dass ein Brennstabschaden aus dem Jahr 2014 auf Dryout zurückzuführen ist. Bei einem Dryout sind die Brennstäbe nicht mehr vollständig mit einem Wasserfilm bedeckt, da das Wasser bereits in Dampf übergegangen ist. Solche trockenen Stellen heizen sich stark auf und oxidieren daher stärker.

Erneut oxidierte Stellen
In der Folge ergriff das AKW Leibstadt für den Zyklus 2015/2016 Massnahmen, um solche Dryouts zu verhindern. Bei der Inspektion der Brennelemente in der Jahresrevision 2016 wurden jedoch erneut stärker oxidierte Stellen an Brennstäben entdeckt, die durch Dryout verursacht worden sind. Seither steht das AKW Leibstadt still. Insgesamt besteht der Kern des AKW aus 648 Brennelementen mit – abhängig vom Brennelementtyp – je 91 beziehungsweise 96 Brennstäben. Im Rahmen der Ursachenanalyse wurden über 200 Brennelemente mit fast 20‘000 Brennstäben aus verschiedenen Zyklen inspiziert. Dabei wurden 47 Brennelemente mit Befunden entdeckt und festgestellt, dass es offenbar ab dem Zyklus 2012/2013 zu Dryouts gekommen ist."
Text: Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI





Dank


An dieser Stelle möchten wir uns bei Rudi Rechsteiner und Jean-Jacques Fasnacht für ihre kontinuierliche und wichtige Arbeit gegen die Bedrohung durch AKW und Atomanlagen bedanken. Dieser Dank geht natürlich auch an die vielen anderen Menschen in der Schweiz, die sich für das Leben und gegen die atomare Bedrohung engagieren.




Weblinks


Anti-Atomkraftgruppen Schweiz
Eine Weblinksammlung der schweizer Anti-Atomkraftgruppen


Newsletter Atom Schweiz: Wir mailen Ihnen aktuelle Infos zu den Themen Atommüll und zu den Atomanlagen am Hochrhein in der Schweiz. Einfach die Grafik anklicken.


Atom-Politik Schweiz


Atom Schweiz: Von kleinen Löchern, großen Gefahren und abspringenden Versicherungsgesellschaften

Von kleinen Löchern...
Im vergangenen Jahr gab es in vielen Medien in Sachen Atom Schweiz ein „großes“ Sicherheitsthema. Es wurde zufällig entdeckt, dass ein Arbeiter bereits im Jahr 2008 insgesamt sechs wanddurchdringende Löcher durch das Primärcontainment im AKW Leibstadt gebohrt hatte um Feuerlöscher zu befestigen. Dieser Vorgang war ein großes überregionales Medienthema. Der Vorgang zeigt zwar, dass Dummheit auch in Hochsicherheitsbereichen an der Tagesordnung ist, eine echte Gefahr ging von den Löchern aber nicht aus.

Die neueren Entwicklungen in der Schweiz, die wirklich große Gefahren für Mensch und Umwelt bringen, spielen in der regionalen und überregionalen Berichterstattung (im Gegensatz zu den Löchlein) fast keine Rolle.

Gefahr Eins: Atommüll Es zeigt sich, dass der Schweizer Atommüll in einer im internationalen Vergleich viel zu dünnen Schicht Opalinuston eingelagert werden soll. Der Atommüll muss aber eine Million Jahre sicher gelagert werden.

Gefahr Zwei: Gefahrzeitverlängerung trotz steigendem Unfallrisiko
Das Schweizer AkW Beznau, das älteste AKW der Welt, wird in diesem Jahr nachgerüstet. Der Energiekonzern Axpo tauscht die Deckel der Reaktordruckbehälter aus. Reaktor 1 ist mit mehr als 45 Jahren das älteste, kommerziell betriebene Akw der Welt und damit ein gefährliches Technikmuseum. Planung und Vorbereitungen sind fast abgeschlossen und die Reaktordeckel sind eingetroffen. Jetzt wird der technische Dinosaurier also tatsächlich noch einmal für 700 Millionen Franken aufgehübscht. Doch die wachsenden Sicherheitsprobleme der veralteten „Resttechnik“, insbesondere die extreme Gefahr alter Reaktordruckgefäße, wird mit dem teuren Deckeltausch nicht behoben. 


Im Gegenteil, das Unfallrisiko wächst. Das ist offenbar die Einschätzung der privaten Assekuranz. Keine private Versicherungsgesellschaft ist mehr bereit auch nur eine Milliarde Haftungsrisiko zu versichern. Deshalb hat der Schweizer Bundesrat die Kernenergie- Haftpflichts-Verordnung angepasst und den privat zu versichernden Beitrag der Betreiber auf 500 Mio. gesenkt. Den gewaltigen Rest versichert er selbst. Nationalrat Beat Jans und Co-Präsident von NWA –Nie wieder Atomkraftwerke ist empört und hat heute dazu einen parlamentarischen Vorstoß eingereicht.

Gefahrzeitverlängerung Die „konservativen“ Parteien im Schweizer Nationalrat haben vor einigen Monaten eine zutiefst unverantwortliche Entscheidung getroffen und die mächtige und in der Schweiz immer mitregierende Atomlobby hat ihre Interessen durchgesetzt. Der Betrieb der Schweizer Atomkraftwerke soll fast nicht eingeschränkt werden. Nur für die ältesten unter ihnen – Beznau I und II – ist erst nach 60 Jahren Schluss. Beznau I geht also 2029 vom Netz, Beznau II zwei Jahre später. Das dritte Kraftwerk der ersten Generation, das marode AKW in Mühleberg, wird 2019 abgeschaltet. Die Atomkraftwerke Gösgen und Leibstadt hingegen sollen so lange betrieben werden, „wie sie sicher sind“.


Es ist nicht erklärbar, warum ein modernes Land wie die Schweiz, in Beznau und Mühleberg die ältesten und unsichersten Atomkraftwerke der Welt betreibt und jetzt mit dem Deckeltausch in Beznau die Gefahrzeit so unverantwortlich verlängert. Die Existenz des eigenen Landes und der Menschen auch in den Nachbarländern wird unverantwortlich auf´s Spiel gesetzt. Mit zunehmendem Alter wächst auch die Gefahr atomarer Unfälle. All dies haben die „konservativen“ Atomlobbyisten im Schweizer Nationalrat bei ihrer Entscheidung außer Acht gelassen. Geld ist wichtiger als Sicherheit.

Am vierten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima müssen wir feststellen: Die Leibstadter Löchlein waren Dummheit, die riskante Gefahrzeitverlängerung für AKW ist unverantwortlich und menschenverachtend.




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Dieser Artikel wurde 37459 mal gelesen und am 31.10.2016 zuletzt geändert.