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Kaiserstuhl 2018: Wandern & Natur, Kaiserstuhlpfad & Wanderungen auf 8 naturkundlichen Themenwegen








Wandern am Kaiserstuhl
Schon seit Mitte März 2007 kann man am Kaiserstuhl und am Tuniberg, auf 8 neuen, naturkundlichen Themenwegen die einzigartige Fauna und Flora erkunden.

Kaiserstuhl Wandern: Kaiserstuhlpfad / Wanderungen auf 8 naturkundlichen Themenwegen


Acht Themenachsen erschließen den Kaiserstuhl
von Süden nach Norden und von Westen nach Osten. Sie alle weisen den Weg zu Smaragdeidechsen, wilden Orchideen, Lösshohlgassen, seltenen Vogelarten und vielen weiteren Naturschätzen, die zum Teil einzigartig sind in Deutschland. Die Wege, die durch lokale Themenrundwege in einzelnen Orten ergänzt werden, sind jeweils unter ein Motto gestellt, und bereits an den Einstiegen werden die Wanderer mit großen Eingangsportalen über den Verlauf und die Besonderheiten des Weges informiert.

Die Themenwege
erfüllen bewusst die Funktion von attraktiven Routenverbindungen und wurden mit dem ebenfalls neu ausgeschilderten Wanderwegenetz des Schwarzwaldvereins abgestimmt und verknüpft. So ist ein weitläufiges und im gesamten Kaiserstuhl einheitlich beschildertes Wander-System mit insgesamt 422 Kilometern entstanden, das viele Kombinationsmöglichkeiten eröffnet.

Die Einstiegsportale für Wanderungen,
ausgestattet mit einer Karte und Informationen zum jeweiligen Standort und zu den von dort erreichbaren Achsen, sind im gesamten Kaiserstuhl zumeist an zentralen Punkten der Gemeinden wie Bahnhöfe, Rathäuser und Parkplätze installiert und somit leicht auffindbar. Der Einstiegspunkt für den Wiedehopfpfad und den Knabenkrautpfad finden sich auf der Nordseite des Breisacher Bahnhofs.

  • Neunlindenpfad "Nord-Süd Weg"
    Ihringen - Neunlindenturm - Eichelspitzturm - Katharinenkapelle - Endingen
    16,8 km.

  • Steinkauzpfad
    Wasenweiler - Bötzingen - Eichstetten - Bahlingen - Riegel
    17,9 km.

  • Wiedehopfpfad
    Breisach - Achkarren - Oberrotweil - Burkheim - Jechtingen - Sasbach
    31,5 km.

  • Knabenkrautpfad
    Breisach - Ihringen-Martinshöfe - Ihringen-Lilienhof - Bötzingen
    21,5 km.

  • Kirschbaumpfad
    Sasbach - Leiselheim - Kiechlinsbergen - Amoltern - Endingen - Riegel
    18,4 km.

  • Katharinenpfad
    Oberrotweil - Katharinenkapelle - Bahlingen
    12,6 km.

  • Badbergpfad
    Oberrotweil - Oberbergen - Eichstetten - Nimburg
    14,9 km.

  • Bienenfresserpfad
    Ihringen - Bickensohl - Oberrotweil - Bischoffingen - Königschaffhausen
    16,1 km.





Endingen: Historische Stadt am Kaiserstuhlpfad

Der Kaiserstuhlpfad


zählt seit Januar 2010 "offiziell und zertifiziert" zu den besten Wanderwegen Deutschlands. Auf der Stuttgarter Tourismusmesse CMT erhielt der Pfad am 16.1.2010 den Titel «Qualitätsweg Wanderbares Deutschland». Zur "Zertifizierungswelle", die gerade über Deutschland schwappt und jetzt auch die Wanderwege erreicht hat, möchte ich hier nichts schreiben. Aber der Weg, quer durch das kleine Vulkangebirge, ist mit und ohne Zertifikat schön und lohnend. Der 22 Kilometer lange Kaiserstuhlpfad verläuft von Endingen am Kaiserstuhl (Kreis Emmendingen) nach Ihringen durch Weinberge, Laubwälder und Naturschutzgebiete.

Der Kaiserstuhlpfad


Strecke (21,7 km Weglänge): Endingen – Erletal – Katharinenkapelle – Eichelspitzturm – Vogelsang-Pass –
Neunlindenturm – Eichgasse – Vogtsburg-Bickensohl – Jägerbuck – Dulltalhütte – Lenzengasse – Ihringen.
Der Weg mit der gelben Raute lässt sich problemlos und genau so schön von Ihringen nach Endingen gehen. Abstiege zu den Bahnhöfen nach Bahlingen oder Vogtsburg sind problemlos zu finden. Die reine Wanderzeit liegt bei ca. 5 bis 6 Stunden. Im Sommer können Sie neben den Wanderschuhen auch die Badesachen einpacken! In Endingen lockt direkt am Weg der naturtrübe Erleweiher, ein hübscher, kleiner Badesee. Ein nostalgisches Stück Endinger Lebensqualität.


Eine der schönsten großen Wanderungen (Kaiserstuhlpfad) führt vom Bahnhof in Endingen in den inneren Kaiserstuhl und dann weiter nach Ihringen


In Endingen, beim Gasthaus Schützen,
(oder schon beim Bahnhof der Kaiserstuhlbahn) beginnt eine der interessantesten Wanderungen im Kaiserstuhl. Der Nord-Süd-Weg (Kaiserstuhlpfad) ist mit der gelben Raute gut ausgeschildert. Die reine Gehzeit liegt bei ungefähr 5 Stunden. Der Weg ist eine nette Tagestour, die ganzjährig begangen werden kann. Vorbei geht´s am Endinger Erleweiher durch ein schöne, miniermottengeplagte Kastanienallee.
Das Erletal ist eine Kaiserstühler Besonderheit. Es ist eines der wenigen richtig feuchten Täler mit einer ganz besonderen Flora und Fauna. Die Endinger Sport-und Freizeitanlagen haben allerdings die Natur in den hintersten Teil des schönen Tales zurück gedrängt.

Exkurs:
Erleweiher und Erleloch
Der Erleweiher ist ein Endinger Stück sommerlicher Lebensqualität: Ein idyllisch gelegener, naturtrüber Badesee, mit Liegewiese, Nichtschwimmerbecken, Umkleidekabinen, Dusche und dem durchaus reizvollen Charme eines Strandbades aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Nicht weit entfernt vom Erleweiher, am Ende der Allee und nur ein kleines Stück abseits des Kaiserstuhlpfades, findet sich das Erleloch, ein dunkler, geheimnisvoller, ca. 100 Meter langer gemauerter Lössgang durch den Brüstleberg. Ein Gang durch das Erleloch ohne Taschenlampe ist (nicht nur) für Kinder ein spannendes Erlebnis und eine Mutprobe, denn das helle Ende des Tunnels wird erst ab der Mitte des Ganges sichtbar.


In der Ferne, knapp 300 Meter über der Stadt Endingen,
liegt die Katharinenkapelle, eines der beliebtesten stadtnahen und autofreien Ausflugsziele. Das Wegstück durch einen schönen Buchenwald, hoch zur Kapelle, ist der steilste Anstieg des Weges.

Exkurs:
Wald im Kaiserstuhl: einige Fakten
Wald bedeckt heute rund 20% der Fläche des Kaiserstuhls, wobei die Waldflächen vor allem an den höheren Nord- und Osthängen des zentralen Kammes, aber auch auf den Kuppen des westlichen Kaiserstuhles, zu finden sind.
Je nach Standort ist die Zusammensetzung der Baumarten recht unterschiedlich: In kühleren Bereichen dominiert die Buche, vermischt u.a. mit Bergahorn und Traubeneiche, an wärmeren Standorten finden sich Eichen-Hainbuchenwälder, untermischt mit Winterlinde, Feldahorn und Feldulme. An Südhängen wächst Trockenwald mit wärmeliebenden Baum- und Straucharten, die teils zu den seltenen Besonderheiten des Kaiserstuhles zählen, etwa Flaumeiche, Elsbeere, Strauchige Kronwicke und Blasenstrauch. - So finden sich im Kaiserstuhl mannigfaltige Waldgesellschaften, die aus ungewöhnlich vielen Baumarten zusammengesetzt sind.


Im Sommer gibt es oben am "Kathrineberg" (Katharinenberg geschrieben / Kathrineberg gesprochen)
an Wochenenden und an Feiertagen eine kleine Vespermöglichkeit mit großer Aussicht auf Vogesen und Rheinebene. In der Ferne grüßt die "schöne, neue Plastikwelt" des Europark in Rust. Weiter geht der Höhenweg auf sanften Kuppen weiter Richtung Süden zur Schelinger Höhe. Nach der Querung der kleinen Straße von Bahlingen nach Schelingen läuft der Weg ein kleines Stück durch den Wald. Der Wald öffnet sich und vor uns liegt die Schelinger Höhe und der innere Kaiserstuhl. (mehr Infos zum inneren Kaiserstuhl finden Sie unten im Text)

Exkurs:
Die großen Wiesenflächen
an den Hängen des zentralen Kaiserstuhles gehören zum Schönsten und Wertvollsten, was der Kaiserstuhl dem Naturfreund zu bieten hat. Vom Vorfrühling bis in den Herbst hinein – mit Höhepunkt im Mai und Juni - findet sich hier Blumenleben in erstaunlicher Vielfalt. Pflanzen, die anderswo verschwunden sind, kommen hier noch zahlreich vor. Die Wiesenflächen färben sich in buntem Vielerlei und die Palette ändert sich von Woche zu Woche. Neben auffälligen und bekannten Arten gibt es versteckte und seltene Schönheiten, Kostbarkeiten für den Spezialisten. Kurzum: Für jeden, der Blumen liebt, ein Paradies, wie man es in Mitteleuropa nur noch selten findet.


Wiesen am Kaiserstuhl


Insektensterben im Idyll am Kaiserstuhl
„Ich untersuche die Tag- und Nachtfalter in der Oberrheinebene seit 30 Jahren regelmäßig und sowohl die Artenzahlen als auch die Faltermengen gehen insgesamt stark zurück. Es fällt auf, dass auch Wiesen, die selbst nicht zerstört wurden, aber in der Agrarlandschaft unmittelbar den Randeinflüssen der gespritzten Kulturen ausgesetzt sind, nur noch von wandernden Faltern besucht werden. Wiesen im Wald sind oft noch nicht so betroffen. Die bunten Wiesen der Hochwasserdämme in der Aue sind vom Wald abgeschirmt und geschützt und darum immer noch Falter-reich. Im Kaiserstuhl haben sich einige Arten nur noch in den windgeschützten Tälern gehalten. Da wundert man sich natürlich nicht, dass neben Schmetterlingen und anderen Insekten auch Singvögel und Fledermäuse selten werden.“ sagt Jörg-Uwe Meineke, Schmetterlingsexperte und ehemaliger Leiter des Referats für Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Freiburg


Weiter geht´s auf dem Höhenrücken,
mit weitem Blick in die Rheinebene und auf die Vogesen, zum Vogelsangpass, der im Volksmund auch Texas-Pass genannt wird. Jetzt kommt der Aufstieg Richtung Neun Linden (556 m.ü.M.). Nach dem schönen, hohen Aussichtspunkt lässt sich mit Hildegard Knef sagen: "Von nun an geht's bergab".


Wundern Sie sich nicht über die vielen Schilder und Hinweistafeln entlang des Weges. Am Kaiserstuhl, dieser schönen Insel in der aus- und aufgeräumten und zersiedelten Rheinebene mit der wuchernden Maissteppe, dort wo Restnatur Museumscharakter bekommt, ist eben alles auch wie in einem Museum ausgeschildert und beschrieben...


Vom Neunlindenturm geht´s über die beeindruckende Eichgasse
nach Vogtsburg-Bickensohl. Die Eichgasse bei Bickensohl ist die grösste verbliebene Lös-Hohlgasse in ganz Baden-Württemberg. Sie steht unter Naturschutz. Weiter wandern Sie dann Richtung Jägerbuck, Dulltalhütte zum Lenzenberg.

Exkurs
Die wenigen verbliebenen Kaiserstühler Hohlwege
sind Jahrhunderte alt. Durch den Tritt von Mensch und Tier, durch das Befahren mit Karren und Wagen tieften sich die Wege in den Löß ein. Das Wasser spülte den zerriebenen Löß aus, die Wege wuchsen langsam in die Tiefe, die Wände wurden immer höher und steiler. So entstanden vielerorts verzweigte Systeme von Zugangswegen in die Reben. Von diesen traditionellen Hohlwegen des Kaiserstuhles ist heute nur noch ein kleiner Teil erhalten.
Die verbliebenen Hohlwege sind als Zeugnisse der alten Bewirtschaftung Kulturdenkmale, wichtige Teile der Erholungslandschaft sowie wertvolle Lebensräume. Für viele der seltenen und für den Kaiserstuhl typischen Arten, z.B. viele Wildbienen, sind offene, besonnte und schütter bewachsene Lößwände der geeignete Lebensraum.


Der Lenzenberg
(ca. 400 m.ü.M.) ist bekannt für die weite Sicht über den Tuniberg, den "Rest"rhein, den Rheinkanal und die große Ebene und für ein Gasthaus mit grandioser Fernsicht. In der Ferne sieht man leider auch die größte Bedrohung der Region, das altersschwache EDF / EnBW Atomkraftwerk Fessenheim. Der Abstieg nach Ihringen wird jetzt steiler. Es geht entweder direkt und etwas steil (Treppen!) durch die "Alte Lenzenberggasse" (roter Punkt) oder etwas länger und flacher durch die Weinberge über den offiziellen Nord-Süd-Weg hinunter nach Ihringen.

Mit der Breisgau-S-Bahn
geht´s zurück nach Freiburg (oder mit Umsteigen auch zurück zum Ausgangspunkt). Der Kaiserstuhlpfad lässt sich auch problemlos und genau so schön von Ihringen nach Endingen gehen. Abstiege zu den Bahnhöfen nach Bahlingen oder Vogtsburg sind problemlos zu finden. Möglichkeiten gut zu essen und zu trinken gibt´s natürlich in Endingen, Altvogtsburg, Ihringen und unterwegs am Lenzenberg. An schönen Wanderwochenenden und an Feiertagen im Sommer hat ein kleiner Ausschank oben am Katharinenberg geöffnet...

Wer gegen den heutigen Trend nicht "gereist werden will"
sondern selbstständig eine neue Landschaft erkundet, braucht eine gute Wanderkarte. Mit GPS und Navi ist mensch auf dieser Wanderung ein wenig "overdressed". Die Karte des Schwarzwaldvereins im Maßstab 1:50 000 ist ein idealer Wegbegleiter. Wanderwege und Radwege sind sehr gut beschildert. Ärgern Sie sich nicht, wenn Sie bei Ihren Touren keine Gottesanbeterin und keinen Bienenfresser sehen. Warum sollte es Ihnen anders gehen als der Mehrzahl der Einheimischen? "Der Tourist zerstört das, was er sucht, indem er es findet" sagt Hans Magnus Enzensberger und beschreibt damit eines der zentralen Probleme des Tourismus überall auf der Welt. Versuchen Sie also nicht bei Ihrer Wanderung auf dem Kaiserstuhlpfad alle seltenen Pflanzen und Tiere am Kaiserstuhl aufzuspüren.

Text & Bilder: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Endingen
Text Exkurs "Wälder, Hohlwege und Wiesen", Dr. Frank Baum, Staufen



Ein kurzer, leider notwendiger Nachtrag:
„Die wenigen erhalten gebliebenen, historischen Altstädte und die restlichen Naturschutzgebiete am Oberrhein verbindet eines: Sie sind zunehmend Inseln in einem Meer von Scheußlichkeit.“
Axel Mayer






Dank
Mein Dank geht an die Vielen die sich für den Kaiserstuhl engagieren. An Naturschützer und Naturschützerinnen in Verbänden und Vereinen aber auch in den Naturschutzbehörden. An die, die mit Sense, Rechen, Ziege und Computer dazu beitragen, dass diese kleinen Gebiete von Restnatur auch für die Zukunft erhalten bleiben.




Weblinks Kaiserstuhl 9/2018:



Hitzesommer, Extremwetter & Kimawandel am Kaiserstuhl





Ein Blick über den Rand des Kaiserstuhls:







Badberg und am Haselschacher Buck: Die "kleine Steppe" im inneren Kaiserstuhl


Zu den schönsten und eindrucksvollsten Naturlandschaften
am Oberrhein und am Rande des Kaiserstuhlpfads gehören die sanften Hügel des inneren Kaiserstuhls. So liegt zwischen Schelingen, Oberbergen und Altvogtsburg der Badberg mit seinen runden Kuppen, Wiesen, Trockenrasen, Gebüschsäumen und Waldrändern.

Hier finden Sie eine faszinierende Flora und Fauna:
„Orchideen wie die Hummelragwurz und die Pyramidenorchis, Küchenschellen, Kaiserstuhlanemonen, Schlüsselblumen, Schwalbenschwanz-Falter, Smaragdeidechse, Gottesanbeterin und Schmetterlingshaft.“ Solch beeindruckende Restlandschaften erinnern auch daran, was wir an Natur schon verloren haben, was wir jetzt im Moment gerade verlieren und in Zukunft noch verlieren werden.

Das "Badloch",
eine kleine Thermalquelle am Südfuß des Badberges erinnert an die 15 Millionen Jahre zurückliegende, vulkanische Entstehungsgeschichte des kleinen Gebirges im Grabenbruch des Oberrheins.

„Die großen Wiesenflächen am Badberg und am Haselschacher Buck gehören zum Schönsten und Wertvollsten, was der Kaiserstuhl zu bieten hat“ schreibt der Kaiserstuhl-Kenner und -Bewahrer Dr. Frank Baum. „Vom Vorfrühling bis in den Herbst hinein – mit Höhepunkt im Mai und Juni - findet sich hier Blumenleben in erstaunlicher Vielfalt. Pflanzen, die anderswo verschwunden, verdrängt und ausgerottet sind, kommen hier noch zahlreich vor. Neben auffälligen und bekannten Arten gibt es versteckte und seltene Schönheiten, Kostbarkeiten für den Spezialisten. Kurzum: für jeden, der Blumen liebt, ein Paradies, wie man es in Mitteleuropa nur noch selten findet.“

Doch nicht nur die Frühlings- und Frühsommermonate
mit ihrer Farbenpracht sind beeindruckend. Wenn heiße Sommer die Wiesen des Kaiserstuhls verbrennen und die Hitze direkt am Boden unerträglich wird, „klettern“ die hübschen Turmschnecken an den Pflanzenstängeln hoch, um sich vor der Hitze zu schützen. Das herbstliche Graubraun der Matten und die seltenen, „schwarzweißen“ und kontrastreichen winterlichen Tage mit Schnee geben der „kleinen Steppe“ im innern Zentraleuropas ein besonderes Gepräge. Licht, Schatten und die karge Strenge der Landschaft in dieser Jahreszeit sind dann besonders beeindruckend.

An einem (der wenigen) stillen Tage
kann man sich hier an die Steppen Innerasiens erinnert fühlen, an Tibet oder an Kirgisien, dort wo der Tien Shan in die unglaublichen Ebenen Kasachstans übergeht... Nur alles eben ein Stück kleiner, ein winziges Fragment von Restnatur in der aufgeräumt-ausgeräumten Landschaft am Oberrhein.

Am schönsten sind hier die Abende,
an denen Wind aus dem Westen, vom nahen Elsass über den Rhein, die Wolken in Richtung Schwarzwald weht und das Grundgeräusch der Rheinebene, das Dauergrollen der Autobahn (das die Einheimischen schon lange nicht mehr hören) verstummt.

Wenn sich dann, an ganz besonderen Tagen,
die Wolken am Schwarzwald stauen und die sinkende Sonne zwischen Vogesen und Wolkendecke hervorschaut, dann wird durch dieses erstaunliche Licht die Natur noch kontrastreicher, manche Wiesenkuppen erinnern an Sanddünen und diese ganz eigene Landschaft bekommt einen faszinierenden Glanz.

Text und Bilder: Axel Mayer, BUND Geschäftsführer und Kreisrat aus Endingen

Wandern im Kaiserstuhl: Kaiserstuhlpfad / Wanderungen auf 8 naturkundlichen Themenwegen



Dank
Mein Dank geht an die Vielen die sich für den Kaiserstuhl engagieren. An Naturschützer und Naturschützerinnen in Verbänden und Vereinen aber auch in den Naturschutzbehörden. An die, die mit Sense, Rechen, Ziege und Computer dazu beitragen, dass diese Gebiete auch für die Zukunft erhalten bleiben.








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Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer












Kaiserstuhl, Wandern & Natur: Kaiserstuhlpfad & Wanderungen auf 8 naturkundlichen Themenwegen
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Dieser Artikel wurde 40050 mal gelesen und am 3.8.2018 zuletzt geändert.