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Klima, Klimawandel & Extrem - Wetter Oberrhein 2017 / Südbaden / Freiburg: Große Hitze, drückende Schwüle, heftige Gewitter, Starkregen, lange Trockenphasen, Temperaturschwankungen...

01.01.2017


Klima, Klimawandel & Extrem - Wetter Oberrhein 2017 / Südbaden / Freiburg: Große Hitze, drückende Schwüle, heftige Gewitter, Starkregen, lange Trockenphasen, Temperaturschwankungen...



Das Wetter der letzten Jahrzehnte brachte eine Vorahnung des Klimawandels am Oberrhein in Südbaden & Freiburg und war geprägt von vielen Extremwetterereignissen. Große Hitze, drückende Schwüle, heftige Gewitter, Starkregen, lange Trockenphasen, Temperaturschwankungen... brachten Mensch und Natur in Stress und Einbußen in der Landwirtschaft.


Aktueller Einschub 2017:


"Das Jahr 2016 war global das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Darin stimmen sämtliche Datensätze der Oberflächentemperaturen überein.[...] Die globale Erwärmung schreitet also immer weiter voran – wer sich Hoffnungen auf eine Verlangsamung gemacht hat, ist Wunschdenken erlegen. Drei Rekordjahre in Folge (2014, 2015 und 2016) hat es noch nie gegeben. Laut NASA hat unser Planet 16 seiner 17 wärmsten Jahre seit 2001 erlebt."
Quelle: Stefan Rahmstorf, 20. Januar 2017


Weltweit sind die Durchschnittstemperaturen seit Beginn des Industriezeitalters um circa ein Grad gestiegen, am Oberrhein sogar schon um zwei Grad!

Aktueller Einschub zum Klimawandel in Baden-Württemberg


Monitoring-Bericht zum Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg, Teil I Klimafolgen und Anpassung:

Bisherige Entwicklung:

"Gemittelt über das ganze Land hat die durchschnittliche Jahrestemperatur von 1881 bis 2015 um 1,3 °C zugenommen, während die globale Erwärmung in einem ähnlichen Zeitraum (1880-2012) nur 0,85 °C betrug (IPCC 2013). [...]

Besonders ausgeprägt ist der Temperaturanstieg nach 1980. In allen Regionen Baden-Württembergs zeigt sich ein Anstieg um mehr als 1 °C in nur 30 Jahren. [...]

Spitzenreiter bei den Jahresmitteltemperaturen ist die Station in Freiburg, deren Temperaturanstieg seit Beginn der Messung 1950 bis zur Stationsverlegung im Jahr 2006 bereits 2 °C betrug. [...]

Zukünftige Entwicklungen:

Trotz deutlicher jährlicher Schwankungen wird der Trend des Temperaturanstiegs seit Mitte der 1980er-Jahre am markanten Anstieg des 30-jährigen gleitenden Mittelwerts erkennbar. Seit 1881 ist die Jahresmitteltemperatur um rund 1,3 °C in Baden-Württemberg angestiegen. Für die nahe Zukunft (Zeitraum 2021-2050) zeigen die Auswertungen der regionalen Klimamodelle durch die LUBW einen weiteren Temperaturanstieg. Die Bandbreite der Temperaturentwicklung reicht von +0,8 °C bis +1,7 °C gegenüber der Durchschnittstemperatur des Vergleichszeitraums 1971-2000. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts kann die Dynamik der Klimaveränderung noch zunehmen. Die Modelle erwarten für die ferne Zukunft (2071-2100) einen Anstieg der Jahresmitteltemperatur von +2,5 °C bis +3,6 °C gegenüber 1971-2000. "

Quelle: Monitoring-Bericht zum Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg, Teil I Klimafolgen und Anpassung





Das Zwei-Grad-Ziel ist der verzweifelte Versuch, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Am Oberrhein wurde diese Zwei-Grad-Marke schon überschritten.

Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass aus zukünftigen globalen zwei Grad mehr, vier Grad zusätzlich am Oberrhein werden. Die Hoffnung auf ein Erreichen des gewünschten globalen Zwei-Grad-Ziels ist in einer Welt die auf "unbegrenztes Wachstum" setzt und in der selbst in der "Ökoregion Oberrhein" die Autobahn sechsspurig ausgebaut werden soll, äußerst unwahrscheinlich.

In der schwül-heißen Rheinebene hat sich die Anzahl der Sommertage, also der Tage mit über 25 Grad, etwa in Karlsruhe von rund 30 auf heute 60 verdoppelt und wird weiter ansteigen.

"Zusammenfassend ist festzustellen, dass das Oberrheingebiet in bioklimatischer Hinsicht (schon jetzt!) eines der ausgeprägtesten Belastungsklimate Deutschlands und Mitteleuropas aufweist. Bestimmend ist hierbei vor allem die hohe sommerliche Wärmebelastung sowie die große Häufigkeit austauscharmer und damit lufthygienisch kritischer Wetterlagen. Diese bioklimatischen Belastungsfaktoren sind in besonderem Maße in den Tieflagen ausgebildet, d. h. in der Oberrheinniederung und in den großen Schwarzwaldtälern. Dabei handelt es sich
gerade um jene Räume, in denen die Mehrzahl der Menschen in unserer Region leben und arbeiten." steht in der Klimaanalyse Suedlicher Oberrhein

Wissenschaftler wie Eberhard Parlow, Klimaexperte der Universität Basel, gehen davon aus, dass in den nächsten 80 Jahren die Jahresdurchschnittstemperatur im Oberrheingraben im Vergleich zu heute noch mal um 3,5 bis vier in den Städten sogar um bis zu fünf Grad Celsius steigen wird.

Der jetzt schon heiße Rheingraben wird zum Klima-Krisengebiet.


Was Hitze bedeutet, hat der Sommer 2003 gezeigt. Er hat nach verschiedenen Studien ca. 70.000 Menschen in Westeuropa den Tod gebracht, darunter waren 7.000 Deutsche. Am 13. August 2003 wurden in Freiburg, Mannheim, Karlsruhe sowie in der March laut Wikipedia 40,2 Grad gemessen. Damit war der Jahrhundertsommer 2003 eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte Europas und in Deutschland war der Brutofen Oberrhein am stärksten betroffen.

Der Klimawandel wird nach BUND-Ansicht in der zunehmend "tropischen" Hitzeregion Oberrhein massive Veränderungen bringen:

  • Die Lebensqualität für die hier lebenden Menschen wird sich verschlechtern
    (Gesundheitsrisiken nehmen mit zunehmender Wärmebelastung überproportional zu)
  • Die negativen Auswirkungen auf die Landwirtschaft, Forstwirtschaft und den Tourismus (Wintersport) werden sich verschärfen
  • Die Zunahme von Extremereignissen (Hochwasser, Stürme) wird zu einer verstärkten unmittelbaren Gefährdung von Leben
    und Gesundheit der Bevölkerung führen
  • Das regionale Artensterben wird sich durch den Temperaturanstieg verstärken
  • Aus bisherigen Standortvorteilen (Toskana Deutschlands...) werden Standortnachteile
  • Der Zuzug an den Oberrhein und nach Freiburg könnte enden oder sich umdrehen mit vielfältigen Folgen
  • Ein "Rentnerparadies" ist der Oberrhein in Zeiten der Erwärmung auf jeden Fall nicht mehr
  • Dies könnte durchaus auch zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt und beim Flächenverbrauch, aber auch zu sinkenden Immobilienpreisen führen


Der Klimawandel muss global angegangen werden
und dafür braucht es auch Druck und Initiativen aus Südbaden. In der "Öko-Region" am Oberrhein gibt es noch viel zu tun und es gibt auch eine Vielzahl von erfreulichen Entwicklungen und Initiativen. Doch auch in Südbaden wird der Ausbau der alternativen Energien massiv ausgebremst und südbadische PolitikerInnen fordern den klimaschädlichen Autobahnausbau. Da wird von den Menschen individuelles, klimafreundliches Verhalten gefordert (was von wenigen Ausnahmen abgesehen noch nie funktioniert hat) und gleichzeitig werden klimafeindliche Strukturen geschaffen. Die Menschen bauen energiefressende Klimaanlagen in ihre Häuser, kaufen vermehrt SUVs, und der badische Bauernverband will die Hitzefolgen mit mehr Gifteinsatz bekämpfen.
Der zentrale Wissenssatz im Zeitalter des Anthropozän hat sich immer noch nicht herumgesprochen:
Unbegrenztes Wachstum zerstört begrenzte Systeme und auch das Klima.
Die nächsten Jahrzehnte in Südbaden, Freiburg und Oberrhein werden spannend und heiß.




Nachtrag 1
Energiesparen und erneuerbare Energien lösen das weltweite Energie- & Klimawandel-Problem
Erneuerbare Energien sind kostengünstiger als Atomkraftwerke und erzeugen im "Normalbetrieb" keinen Kinderkrebs. Bei ihrer Nutzung fällt kein Atommüll an, der unendlich lange sicher gelagert werden muss. Bei einem Unfall im Windpark müssen im Gegensatz zu den Regionen um Tschernobyl und Fukushima keine riesigen Landstriche dauerhaft evakuiert werden. Nach wenigen Monaten Betrieb hat sich ein Windrad energetisch amortisiert. Erneuerbare Energien produzieren (fast) kein CO2 und sind ein wichtiger Ausweg aus der drohenden Klimakatastrophe. Nicht die zukunftsfähigen Energien, sondern der Klimawandel bedroht unsere Artenvielfalt. Bei ihrer Nutzung müssen keine Menschen in Uran- und Kohlegruben sterben und Kriege um erneuerbare Energien sind im Gegensatz zu Kriegen um Öl ebenso nicht sehr wahrscheinlich. Die Wertschöpfung bleibt im Land und mit den Gewinnen wird üblicherweise nicht der Islamische Staat suventioniert, was man von unserem Geld, das an die Ölscheichs fließt, leider nicht mit Sicherheit sagen kann.


Nachtrag 2
Es ist unerklärlich, warum immer noch Menschen ihren Gefahrstrom von den Atom- und Kohlekonzernen E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW beziehen. Sie führen mit ihren Tarnorganisationen (industrienahen Bürgerinitiativen und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) einen aktiven und doch verdeckten Krieg gegen die Energiewende in BürgerInnenhand.




Flugblatt zum Thema "Klimawandel Südbaden - Klimakrisenregion Oberrhein?"


Wir haben zu diesem Thema ein aktuelles Flugblatt gedruckt. Dieses können Sie für nur 2ct pro Exemplar (zzgl.Versandkosten) in unserem BUND-Shop bestellen, im BUND Büro in Freiburg abholen oder als kostenlose PDF-Datei hier herunterladen.


Titelbild des Flugblatts








CO2 am Schauinsland: Klima, Klimawandel, Wetter Oberrhein / Südbaden / Freiburg - Große Hitze, drückende Schwüle, heftige Gewitter, Starkregen, lange Trockenphasen, Temperaturschwankungen...











CO2-Jahresmittelkonzentration 2016 mit über 400 ppm auf dem Schauinsland auf neuem Rekordniveau

Wichtige Links: Klima, Klimawandel, Klimawandelleugner, Kohle & Atomkraft







Klima, Klimawandel, Wetter: Große Hitze, drückende Schwüle, heftige Gewitter, Starkregen, lange Trockenphasen, Temperaturschwankungen...
Stadt Freiburg,
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Bad Krozingen, Breisach am Rhein, Ehrenkirchen, Gundelfingen (Breisgau), Heitersheim, Kirchzarten, Löffingen, March (Breisgau), Müllheim, Neuenburg am Rhein, Staufen im Breisgau, Sulzburg, Titisee-Neustadt und Vogtsburg im Kaiserstuhl.
Landkreis Emmendingen,Denzlingen, Elzach, Emmendingen, Endingen am Kaiserstuhl, Herbolzheim, Kenzingen, Teningen und Waldkirch, Kaiserstuhl.
Ortenaukreis, Achern, Appenweier, Ettenheim, Gengenbach, Haslach im Kinzigtal, Hausach, Hohberg, Hornberg, Kehl, Lahr / Schwarzwald, Mahlberg, Neuried (Baden), Oberkirch, Offenburg, Oppenau, Renchen, Rheinau, Schutterwald, Willstätt, Wolfach, und Zell am Harmersbach.



Aktueller Einschub vom Mai 2017


Schneearme Winter kosten Feldberggemeinden viel Geld


"Die jüngsten Ausreißer nach unten drohen die Alpin Center Todtnau-Feldberg GmbH, die das Skigebiet betreibt, immer dramatischer in finanzielle Schieflage zu stürzen. Und damit ihre drei Anteilseigner, die Schwarzwaldkommunen St. Blasien, Todtnau und Feldberg. Vor allem die Domgemeinde St. Blasien bringen die schneearmen Winter in die Bredouille. Das 3800-Einwohner-Städtchen pumpte erst im Jahr 2015 rund 8,5 Millionen Euro ins Skigebiet: in den neuen Zeiger-Lift, der die Pisten dies- und jenseits der Bundesstraße 317 verbindet, zuzüglich Schneekanonen. Um das Darlehen für die Anlagen zu bedienen, bedarf es mindestens 550 000 Liftnutzer pro Saison, so die Kalkulation. "Wir haben das Soll diesmal nicht erreicht", heißt es zerknirscht aus dem Rathaus.

Auch für die Gemeinde Feldberg zahlte sich die zurückliegende Saison kaum aus. Vielmehr muss der knapp 2000 Einwohner zählende Ort aus der eigenen Kasse drauflegen, weil die erst Ende 2015 eröffnete Parkgarage am Skigebiet öfters leer stand. Ein Großkundenvertrag garantiert dem Investorenfonds, der 15 Millionen Euro in den Bau des Parkhauses steckte, Einnahmen von mindestens 400 000 Skitouristen pro Winter. Für jeden Skifahrer weniger werden zwei Euro fällig, was sich in der abgelaufenen Saison auf 200 000 Euro Kompensation summiert. Bereits im Vorjahr hatte Bürgermeister Wirbser rund 140 000 Euro an den Parkhausbetreiber, einen Immobilienfonds des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger, wegen Unterbelegung überweisen müssen.

Das millionenschwere Engagement der Kommunen ins Skigebiet spiegelt sich in deren Haushalten wider. St. Blasien und seine Eigenbetriebe drücken mittlerweile Schulden von über 17 Millionen Euro (Stand Ende 2015). Bei der Pro-Kopf-Verschuldung belegt die Gemeinde mit 4414 Euro landesweit einen unrühmlichen zweiten Platz. Lediglich die Großstadt Mannheim steht mit 5205 Euro Miese pro Einwohner schlechter da. Mit 3618 Euro Pro-Kopf-Pump (insgesamt über sieben Millionen Euro) belegt die Gemeinde Feldberg Platz vier der hiesigen Schuldenhitliste. Relativ sparsam geht lediglich Todtnau mit dem Geld der Bürger um: der Schuldenstand von 2448 Euro pro Kopf beträgt aber noch immer das Doppelte des Landesdurchschnitts (1179 Euro)."

Quelle: www.kontextwochenzeitung.de

Über eine Aufklärung und mehr aktuelle Infos in den regionalen Medien würden wir uns freuen.
Axel Mayer / BUND-Geschäftsführer





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Dieser Artikel wurde 3861 mal gelesen und am 1.9.2017 zuletzt geändert.