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Klima, Klimawandel & Extrem-Wetter am Kaiserstuhl: Endingen, Vogtsburg, Riegel & Breisach 2018

01.01.2017

Klima, Klimawandel & Extrem-Wetter am Kaiserstuhl: Endingen, Vogtsburg, Riegel & Breisach 2018


Aktueller Einschub 2017:


"Das Jahr 2016 war global das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Darin stimmen sämtliche Datensätze der Oberflächentemperaturen überein.[...] Die globale Erwärmung schreitet also immer weiter voran – wer sich Hoffnungen auf eine Verlangsamung gemacht hat, ist Wunschdenken erlegen. Drei Rekordjahre in Folge (2014, 2015 und 2016) hat es noch nie gegeben. Laut NASA hat unser Planet 16 seiner 17 wärmsten Jahre seit 2001 erlebt."
Quelle: Stefan Rahmstorf, 20. Januar 2017


Klimatische Voraussetzungen am Kaiserstuhl
Der Kaiserstuhl ist eine Wärmeinsel mit zum Teil mediterranem, trocken-heißem Charakter. Die klimatischen Voraussetzungen in diesem kleinen Vulkangebirge, das im Oberrheingraben liegt, werden zum einen von den Vogesen in Frankreich geprägt, die die von Westen kommenden Wetterfronten "abfangen" und so dafür sorgen, dass der Kaiserstuhl oft im Regenschatten liegt und so weniger Regen erhält als das Gebiet westlich der Vogesen und zudem von warmen Fallwinden und viel Sonnenstunden profitiert. Der mittlere Jahresniederschlag liegt am Kaiserstuhl bei circa 600-700mm, was im Vergleich zum restlichen Oberrheingraben und zu anderen Weinanbauregionen Deutschlands verhältnismäßig viel, aber im Vergleich zu der Region westlich der Vogesen wenig ist. Zudem steht der Kaiserstuhl im Einfluss des Rhônetals und der burgundischen Pforte, die dafür sorgen, dass mediterrane Warmluft in die Ebene einströmen kann. Er gilt als eines von Deutschlands sonnenreichsten und wärmsten Gebieten mit für Mitteleuropa vergleichsweise milden Wintern und warmen Sommern, die zum Teil im Juli und August sogar Durchschnittstemperaturen von über 20°C aufweisen können. Mit 1720 Sonnenstunden ist die jährliche Sonnenscheindauer am Kaiserstuhl sehr hoch und noch mal 40 Sonnenstunden über der durchschnittlichen Sonnenscheindauer des ohnehin schon „sonnenreichen“ Oberrheingrabens. Durch die klimatischen Bedingungen und die mit Löss bedeckten vulkanischen Böden ist der Kaiserstuhl bisher ein sehr gutes Weinanbaugebiet.

Hitzesommer 2003
Im Hitzesommer 2003, der europaweit bis zu 70.000 Menschen das Leben gekostet hat, wurden in Deutschland Temperaturextrema von bis zu 40,2°C in den vier Städten Karlsruhe, Mannheim, March und Freiburg gemessen, die alle im Südwesten Deutschlands im Gebiet des Oberrheingrabens liegen und zum Teil nicht weit vom Kaiserstuhl entfernt sind (March, Freiburg).

Im Zeitalter des Klimawandels scheinen sich die bisherigen klimatischen Begünstigungen und Standortvorteile des Kaiserstuhls und des Oberrheingrabens (Toskana Deutschlands, Weinanbau, Landwirtschaft...) zu Nachteilen und Risiken zu entwickeln.


Das Wetter der letzten Jahrzehnte brachte eine Vorahnung des Klimawandels am Oberrhein in Südbaden & Freiburg und war geprägt von vielen Extremwetterereignissen. Große Hitze, drückende Schwüle, heftige Gewitter, Starkregen, lange Trockenphasen, Temperaturschwankungen... brachten Mensch und Natur in Stress und Einbußen in der Landwirtschaft.

In Baden-Württemberg sind die Durchschnittstemperaturen seit Beginn des Industriezeitalters um 1 Grad gestiegen, am Oberrhein sogar schon um 2 Grad!

Das Zwei-Grad-Ziel ist der verzweifelte Versuch, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Am Kaiserstuhl wurde diese Zwei-Grad-Marke also schon überschritten.

Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass aus zukünftigen globalen 2 Grad mehr, 4 Grad zusätzlich am Kaiserstuhl werden. Die Hoffnung auf ein Erreichen des gewünschten globalen 2-Grad-Ziels ist in einer Welt die auf "unbegrenztes Wachstum" setzt und in der selbst in der "Ökoregion Oberrhein" die Autobahn sechsspurig ausgebaut werden soll, äußerst unwahrscheinlich.

In der schwül-heißen Rheinebene hat sich die Anzahl der Sommertage, also der Tage mit über 25 Grad, etwa in Karlsruhe von rund 30 auf heute 60 verdoppelt und wird weiter ansteigen.
Die nächsten Jahrzehnte in Südbaden und am Kaiserstuhl werden spannend und heiß.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

Nachtrag
Es ist unerklärlich, warum immer noch Menschen ihren Gefahrstrom von den Atom- und Kohlekonzernen E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW beziehen. Sie führen mit ihren Tarnorganisationen (industrienahen Bürgerinitiativen und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) einen aktiven und doch verdeckten Krieg gegen die Energiewende in BürgerInnenhand.

Mehr Infos Klima, Wetter, Klimawandel am Kaiserstuhl, in Endingen, Vogtsburg & Breisach hier


Klima, Wetter, Klimawandel am Kaiserstuhl

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Weblinks Kaiserstuhl 4/2018:






Ein Blick über den Rand des Kaiserstuhls:







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Dieser Artikel wurde 1243 mal gelesen und am 13.1.2018 zuletzt geändert.