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Altlast Teningen: 6,9 Mio Sanierungs- und Untersuchungskosten für die SteuerzahlerInnen

27.02.2008
Nachtrag 6.2012:
Das alte Schuttloch in Teningen ist leider nicht die einzige Altlast der Firma FRAKO. Ein vergleichbares Grundwasser-Problem gibt es auch in Köndringen.
Hier gibt´s Info der Köndringer Bürgerinitiative.





An die Medien 27.2.2008

Schuttloch Teningen: 6,9 Mio Sanierungs- und Untersuchungskosten für die SteuerzahlerInnen


Seit November 2007 wird eine der problematischsten Altlasten in Südbaden mit großem Aufwand saniert: die ehemalige Teninger Müllkippe an der Autobahn.
Seit dem Jahr 1954 wurde ein kleiner Baggersee, also offen liegendes Grund- und damit Trinkwasser, mit Haus- und Industriemüll verfüllt. Besonders problematisch waren die PCB-haltigen Kondensatoren der Köndringer Firma FRAKO, aber auch die Abfälle des Teninger Tscheulinwerks. PCB und andere Gifte belasten das Grundwasser.
BUND-Geschäftsführer und Kreisrat Axel Mayer kennt die Altlast aus eigener Anschauung noch aus seiner Kindheit in Teningen. Als Sprecher der ehemaligen Bürgerinitiative Riegel hatte er schon 1984 die Sanierung der Altlast gefordert.
Eine Anfrage an das Landratsamt Emmendingen zu den Kosten der Sanierung und zur Anwendung des Verursacherprinzips wurde jetzt beantwortet.

Gefragt wurde:
-Gab und gibt es keine Möglichkeit die alten juristischen Verfahren neu aufzurollen, oder ist die Verjährungsfrist abgelaufen?
-Was wurde (neben den erfreulichen Aktivitäten der Gemeinde) in den vergangenen Jahrzehnten (und aktuell) vom Land in dieser Sache getan um das Verursacherprinzip durchzusetzen?
-Gibt es andere, vergleichbare Fälle im Land, bei denen das Verursacherprinzip durchgesetzt werden konnte, oder wo es, wie in Grenzach Wyhlen, zu “freiwilligen Zahlungen” kam?

Die inhaltlich nachvollziehbare Antwort zeigt, dass die 6,9 Mio Euro Sanierungs- und Untersuchungskosten von den SteuerzahlerInnen und nicht von den verursachenden Firmen bezahlt werden wird, denn die Gemeinde Teningen war und ist Grundstückseigentümerin und sie war auch Betreiberin der legalen Deponie.

Das offen liegende Grund- und damit Trinkwasser eines Baggersees mit Haus- und Industriemüll aufzufüllen, ist heute bei uns nicht mehr denkbar. Hier hat der jahrzehntelange Druck der Umweltbewegung und eine Änderung der Gesetze zu erkennbaren Fortschritten geführt. Doch der Brand und die Schließung des „modernsten Endlagers für Giftmüll“ Stocamine im Elsass und die Überlegungen der Schweiz, Atommüll in Benken in viel zu dünnen Schichten Opalinuston zu lagern, zeigt, dass auch heute Wachsamkeit erforderlich ist, um nachfolgenden Generationen Probleme und Folgekosten zu ersparen.
Überall dort, wo große Firmen auf eigenem Gelände die Umwelt vergiftet haben (elsässische Kaliminen, Kali und Salz AG in Buggingen...) sollte das Verursacherprinzip streng angewandt werden, auch wenn die Firmen versuchen sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Axel Mayer / BUND-Geschäftsführer / Kreisrat
(auf Wunsch mailen oder faxen wir Ihnen die Antwort des Landratsamtes)

Einige Infos zur Teninger Altlast:

- bis 1958 Kiesgewinnung
- ab 1954 Nutzung des Sees als Deponie für Hausmüll und Industriemüll (Frako / Tscheulin) auf einer Fläche von 20 000 m². Große Teile des Grundwassers sind u.a. mit PCB belastet.
- ab 1973 Schließung der Deponie und "Umwandlung" in einen Parkplatz
- ab 1984 Die Bürgerinitiative Riegel und die Gemeinde Teningen greifen das Thema auf
- ab 1986 Erkundung der Altlast (Kosten für die SteuerzahlerInnen 1,7 Mio. Euro)
- 1996 Abschluss der Untersuchungen
- ab November 2007 Beginn der Sanierung (geschätzte Kosten für die SteuerzahlerInnen 5,2 Mio. Euro)



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Dieser Artikel wurde 3740 mal gelesen und am 10.6.2012 zuletzt geändert.