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Kembs: Neue Konzession für das Kraftwerk : EdF muss nachbessern!

20.03.2007
Fischerei-, Umwelt- und Naturschutzverbände

Pressemitteilung zur „Neukonzessionierung Kembs“

Zum „Französischen Wasserrechtsverfahren zur Wiedererteilung der Konzession für die Wasserkraftanlage Kembs“ („Enquete Public“) teilen die südbadischen Fischerei- und Naturschutzverbände mit:

Im Antrag des staatlichen französischen Stromkonzerns Electricité de France (EdF) auf eine neue Konzession (Betriebsgenehmigung) für das Rheinwasserkraftwerk werden wesentliche ökologische Mindestkriterien nicht erfüllt. Die Verbände empfehlen daher der Kommission der Enquete Public sowie den Schweizer Behörden, das EdF-Konzessionsgesuch azulehnen. Nach Ansicht der Verbände muss die Erlaubnis zur weiteren Verstromung des Rheinwassers an folgende Bedingungen gekoppelt werden:.

1. Mindestabfluss (Sockelabfluss) von 100 Kubikmeter pro Sekunde ab 2008 (anstatt nur 52 cbm/s) im Rheinabschnitt zwischen Märkt und Breisach. Hilfsweise soll der ab 2020 in Aussicht gestellte Mindestabfluss von 80 - 240 cbm/s bereits ab 2008 verbindlich im Konzessionsvertrag festgeschrieben werden. Geringere Abflussmengen sind allenfalls als vorübergehende Lösung bis 2020 zuzulassen.

2. Verbesserung der Fischabwanderung - u.a. durch den Einbau fischfreundlicherer Turbinen und/oder einem Turbinenmanagement zur Reduzierung der Verluste bei der Abwanderung insbesondere beim Aal, dessen Restbestände akut bedroht sind.

3. Einrichtung einer mindestens trinational besetzten Begleitkommission, die die Umsetzung der im Konzessionsvertrag festgelegten Pflichten überprüfen kann.

Durch die neue Betriebsgenehmigung für das 75 Jahre alte Kraftwerk Kembs werden jetzt am südlichen Oberrhein die Weichen gestellt: Hat weiterhin die Verstromung des Rheinwassers absoluten Vorrang - oder bekommen Lachs, Biber und Fischotter wieder eine Chance? Die jetzt anstehende Neukonzessionierung für das EdF-Kraftwerk Kembs wird ein Zeichen setzen für die folgenden Neukonzessionierungen der Kraftwerkskette am südlichen Oberrhein.

Der „Internationale Tag des Wassers“ am 22. März. unter dem Motto „Zeit zum Handeln - Wasserknappheit und Dürre“ sollte Anlass sein, auch im Rhein zwischen Märkt und Breisach 75 Jahre Wasserknappheit endlich zu beenden.

Hinsichtlich der grundlegenden Bedeutung der Neukonzessionierung Kembs für den weiteren Naturschutz am Rhein wird die ausführliche Stellungnahme der südbadischen Verbände zum Neukonzessionierungsverfahrens (siehe Anhang) von zahlreichen weiteren Verbänden unterstützt:

Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände
(DNR) e.V. (Präsident: Hubert Weinzierl)
Aktionsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz Oberbaden (ANUO) e.V.
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Baden-Württemberg
BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein
BUND Regionalverband Hochrhein-Bodensee
Deutsche Umwelthilfe (DUH)
Landesfischereiverband Baden e.V.
Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV)
LNV - Arbeitskreis Nördliches Markgräflerland
Naturschutzbund Deutschland (NABU) – Landesverband Baden Württemberg
NABU-Bezirksverband Südbaden
Schwarzwaldverein e. V.
Die Stellungnahme wird außerdem unterstützt von
Stichting Reinwater, Niederlande
Alsace Nature, Frankreich
European Rivers Network (ERN), Frankreich

Für Rückfragen können Sie sich wenden an:
Dr. Jörg Lange (Biologe und Binnengewässerkundler), regioWASSER e.V.: Tel.: 0761/4568 3334,
Nikolaus Geiler (Biologe und Binnengewässerkundler), Ak Wasser im BBU, Tel.: 0761/275 693, E-Mail:


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Dieser Artikel wurde 4391 mal gelesen und am 27.6.2007 zuletzt geändert.