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Neue Konzession für das Kraftwerk Kembs am Rhein

20.02.2007
Arbeitsgemeinschaft Hochrheinrenaturierung,
Arbeitskreis Wasser im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein,
BUND-Regionalverband Hochrhein,
Landesfischereiverband Baden

Wichtige Weichenstellung für Natur und Umwelt am Oberrhein: Für den größten Biotopverbund Europas kommt dem Antrag der EdF zur Neukonzessionierung für das Rheinwasserkraftwerk Kembs strategische Bedeutung zu.


Mehr Wasser für den „Alten Rhein“
zwischen Weil und Breisach!

Am 19. Februar hat im Elsass, in Basel und in Südbaden die Offenlage der Planfeststellungsunterlagen zur Neukonzessionierung des ältesten Wasserkraftwerkes am Oberrhein - der Wasserkraftzentrale Kembs - begonnen. Hierzu erklären die Fischerei- und Umweltverbände:

Mit dem überarbeiteten Antrag zur Neubewilligung der Wasserrechte für das Kraftwerk Kembs hat die französische Betreibergesellschaft, die Electricité de France, nach Auffassung der Umwelt- und Fischereiverbände ein nur begrenztes Entgegenkommen gezeigt. Bislang hat die EdF eine Aufstockung der winterlichen Mindestwasserführung im „Restrhein“ von kümmerlichen 20 Kubikmetern pro Sekunde auf 45 Kubikmeter als „Ende der Fahnenstange ihrer Kompromissbereitschaft“ bezeichnet. Das Büro des Premierministers hat die EdF jetzt dazu veranlasst, mit einer winterlichen Mindestwasserführung von 52 cbm/s in die Planfeststellung zu gehen. Die Fischerei- und Naturschutzbände stufen die bescheidene Aufstockung um sieben Kubikmeter als völlig ungenügend ein. Die Verbände erinnern daran, dass die Internationale Rheinschutzkommission von Basel bis Rotterdam den größten Biotopverbund in Europa etablieren will. Die 50 Kilometer lange Strecke des „Restrheins“ stellt das „Filetstück“ in diesem Biotopverbund dar. Der „Restrhein“ zwischen Weil und Breisach hat von allen Rheinabschnitten die größten Potenziale als Laich- und Jungfischhabitat für den Lachs. Die Ausschöpfung dieser Potenziale, die Wiederansiedlung von Lachs, Biber und Fischotter, wird aber nur gelingen, wenn für die Ökologie im „Restrhein“ auch genügend Wasser bereit gestellt wird. Die Fischerei- und Umweltverbände gehen weiterhin davon aus, dass eine mehr als symbolische Aufwertung des „Restrheins“ mindestens 100 cbm/s erfordert. Dieses Ziel werden die Verbände offensiv im jetzt begonnenen Planfeststellungsverfahren vertreten. Die Fischerei- und Umweltschutzverbände auf der badischen Rheinseite plädieren weiterhin dafür, dass jetzt die Chancen genutzt werden müssen, um am „Restrhein“ eine für Mitteleuropa einzigartige Synthese von Naturschutz, Hochwasserrückhalt und Naherholung zur realisieren.

Die Sprecher der Verbände sind sich dabei einig mit ihren Kollegen auf der elsässischen Seite sowie in Basel. Auch die Eidgenossenschaft ist bei der Planfeststellung gefragt. Da die Stauwurzel des Kraftwerkes Kembs bis nach Basel reicht, mußte die EdF das Konzessionsgesuch auch in der Schweiz einreichen.

Die Fischerei- und Umweltverbände werden der Presse am 20. März (anlässlich des Internationalen Tags des Wassers am 21. März) in einer Pressekonferenz detailliert die Stellungnahmen der Verbände zum Planfeststellungsverfahren erläutern. Über Ort und Zeit werden wir Sie noch rechtzeitig informieren.

Für Rückfragen können Sie sich schon jetzt wenden an:

Dr. Jörg Lange (Biologe und Binnengewässerkundler),
regioWASSER e.V.:
Nikolaus Geiler (Biologe und Binnengewässerkundler),
Ak Wasser im BBU,

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage
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Dieser Artikel wurde 3808 mal gelesen und am 27.6.2007 zuletzt geändert.