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Lachs & Rhein: Den Lachs auch in der Elz und Glotter wieder willkommen heißen

22.02.2006

Lachs & Rhein: Den Lachs auch in der Elz und Glotter wieder willkommen heißen



Ein Brief an Herrn Landrat Hurth

An die Medien im Landkreis Emmendingen, mit der Bitte um journalistische Verwertung


BUND Regionalverband, Wilhelmstr. 24a, 79098 Freiburg, 0761/30383, www.bund-freiburg.de


Sehr geehrter Herr Landrat Hurth,

dieser gemeinsame Brief vom BUND Regionalverband und der BUND Kreisgruppe Emmendingen hat einen sehr erfreulichen Hintergrund.

Nachdem wir im Jahr 2005 vom ersten Lachslaichfund in der Kinzig nach 50 Jahren erfahren haben, ist jetzt (nicht nur) beim BUND die Freude groß, dass nach über 100 Jahren der erste Lachs auch wieder in der Murg gelaicht hat. "Willkommen zu Hause" können wir angesichts des zweiten Fundes jetzt nur sagen und wir würden uns freuen, den Lachs bald wieder im Landkreis Emmendingen willkommen heißen zu können.

Die Freude beim BUND über diesen Fund ist groß. Nachdem seit Jahren auch wieder einzelne Lachse im Rhein aufsteigen, zeigt dieser erneute Fund, dass sich die jahrzehntelangen Bemühungen des BUND, der Umwelt- und Fischereiverbände, sowie der Politik gelohnt haben.
Wenn der Lachs sich im Rhein und seinen Nebenflüssen wieder wohler fühlt, dann hat das eine Vielzahl von Ursachen und nützt auch dem Menschen. Der Rhein wird für Fische langsam wieder durchlässiger, die Wasserqualität hat sich verbessert und mit Sicherheit hat auch das "Lachsprogramm Baden-Württemberg" dazu beigetragen. Wir erinnern in diesem Zusammenhang aber auch an die erfreulicherweise vergangenen Konflikte des BUND mit Behörden und Betreibern um fehlende Kläranlagen bei Gemeinden und Fabriken.

In der Elz wurde der letzte wildlebende Lachs 1958 gefangen. Dank einer Initiative des Landesfischereiverbandes Baden, der Fischereigemeinschaft Hummel/Franki, des ASV Waldkirch und der IG-Elz wurden im Jahr 2005 2000 Junglachse in der Elz zwischen Waldkirch und Kollnau ausgesetzt.

Doch das Aussetzen von Junglachsen genügt nicht. In der Vergangenheit wurden die meisten Mittel- und Unterläufe unserer Bäche und Flüsse zu geradegestreckten, kanalisierten, naturfernen Kanälen umgebaut. Gerade Elz, Dreisam und Glotter - diese landschaftsprägenden Gewässer unserer Heimat könnten durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Dammrückverlegungen, ökologisch aufgewertet und renaturiert werden.
Eine weitere wichtige Maßnahme wäre es, die Bäche für Wanderfische wieder durchlässiger zu machen. Gerade die IG Elz hat in diesem Zusammenhang viele wichtige Vorschläge unterbreitet.

All diese Maßnahmen nutzen nicht nur dem Lachs, sondern auch dem Menschen. Die Kanalisierung der Bäche im Landkreis Emmendingen verschärft rheinabwärts die Hochwassersituation. Durch eine beschleunigte Renaturierung, auch im Rahmen des wichtigen IRP, könnten zusätzliche Möglichkeiten zur Hochwasserrückhaltung geschaffen werden. Hochwasserschutz ist Menschenschutz und darf im Landkreis Emmendingen nicht nur am Rhein betrieben werden.
Grüne Bänder, d.h. breite, naturnahe Korridore, teilweise mit Auecharakter, zwischen Schwarzwald und Rheinaue sollten als Ziel angestrebt werden, gerade um der zunehmenden Landschaftszerschneidung durch neue Verkehrsprojekte im Kreis entgegenzuwirken. Nicht teure Ingenieurbiologie und Grünbrücken, sondern zusammenhängende Flächen in Bachnähe werden gebraucht. Dazu gehört auch die Wiedervernässung von Wiesen in Flussnähe als Maßnahme für einen wirklichen Biotopverbund. Es sollte geprüft und nach der Prüfung umgesetzt werden, wie mit dem geringsten finanziellen Aufwand der größtmögliche Effekt für Mensch, Natur und Umwelt und eben auch für den Lachs erzielt werden könnte.

Wir wissen, dass in diesem Bereich auch im Landkreis Emmendingen manches Wichtige geschehen ist und geschieht - und gute Pläne liegen noch in den Schubladen und warten auf ihre Umsetzung.

Die aktuelle, erfreuliche Rückkehr von Lachsen in Murg und Kinzig ist aber Anlass für den BUND, auf eine beschleunigte Umsetzung dieser wichtigen Pläne zu drängen.

Mit freundlichen Grüßen

Edwin Roth, BUND KG Emmendingen
Axel Mayer, BUND RV Südlicher Oberrhe
in
hier: Mehr Infos zum Integrierten Rheinprogramm IRP



EDF, Wasserkraftwerke ohne Fischtreppen und der Lachs

Seit vielen Jahrzehnten macht der französische Energieversorger Électricité de France satte Gewinne mit seinen abgeschriebenen alten Wasserkraftwerken am Rhein. Es ist ein Umwelt- und Naturschutzskandal, dass an vier großen französischen Wasserkraftwerken immer noch keine Fischtreppen gebaut wurden. Doch der Lachs will auch an den den Oberrhein zurück und in die Schweiz, das Elsass und den Schwarzwald zurückzukehren. Die Lachse die in den letzten Jahren in den Nebenflüssen des Rheins gefunden wurden waren "Schleußentaucher".
Immer noch versperren vier französische Kraftwerke die Lachs-Wanderung und den Aufstieg. Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer muss der deutsch-französisch Rheinabschnitt bis 2020 für den Lachs passierbar gemacht werden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.


Übersicht 2018: Wasser, Grundwasser, Trinkwasser, Wasserverschmutzung und Rhein





Aktuell:


Das Hochwasser im Schwarzwald und an der Elz und Dreisam in der ersten Woche im Januar 2018, zeigte auch den wichtigen zweiten Aspekt der Renaturierung unserer Flüsse, den Hochwasserschutz. Zumindest ein kleiner Teil des Hochwassers wird zurückgehalten und gebremst. Angesichts der sichtbaren Erfolge für Mensch und Natur ist der Widerstand gegen die Renaturierung anderer Flussabschnitte und gegen die ökologischen Aspekte des Integrierten Reinprogramms immer unverständlicher.
Bis 2040 werden weltweit Millionen Menschen zusätzlich von Überschwemmungen betroffen sein, sagen aktuelle Studien. Allein in Deutschland könnte die Zahl der Betroffenen um das Siebenfache ansteigen, warnen Forscher auf Basis aktueller Daten.


  • Aktuell: Renaturierung Elz, Dreisam, Kinzig, Glotter 2017/ Eine Erfolgsgeschichte







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