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Leibstadt & Radioaktivität: Was verheimlicht das AKW Leibstadt?

01.06.2016

Leibstadt & Radioaktivität: Was verheimlicht das AKW Leibstadt?


Was verheimlicht das AKW Leibstadt?
Peinlich rückwärtsgewandtes Urteil des Schweizer Bundesverwaltungsgerichts


In der Schweiz wollten Umweltschützer die Veröffentlichung der radioaktiven Emissionen des AKW Leibstadt (in einem bestimmten Zeitraum) erreichen und selbst die atomkraftfreundliche „Kontroll“-Behörde ENSI hatte diese, heute selbstverständliche, Forderung aufgegriffen.

Doch die Betreiberin des AKW Leibstadt muss die genauen Daten zur radioaktiven Abluft nicht veröffentlichen. Das Bundesverwaltungsgericht hat ihre Beschwerde gegen die Verfügung der Atomaufsicht im Sommer 2016 gutgeheißen...

Eine solche peinliche Nichtinformations- und Geheimhaltungspolitik und ein solches Urteil erinnern an Zustände und Öffentlichkeitsarbeit aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Dieser Textteil aus der NZZ zeigt das rückwärtsgewandte Denken deutlich:

„Das Bundesverwaltungsgericht führt in seinem 35 Seiten zählenden Entscheid aus, die KKL sehe sich regelmässig der mehr oder weniger heftigen Kritik von Organisationen und Parteien ausgesetzt, welche der Kernkraft gegenüber ablehnend eingestellt seien.
Bei den EMI-Daten handle es sich zwar nicht um besonders schützenswerte Personendaten. Die Daten seien jedoch nicht von unerheblicher Brisanz - wegen ihrer Natur, jedoch grundsätzlich nicht wegen ihres Inhalts.
Bei deren Veröffentlichung besteht laut Gericht ein nicht zu vernachlässigendes Risiko, dass die Daten zum Nachteil der AKW-Betreiberin verwendet würden. Die KKL nehme anderseits bewusst in Kauf, dass sich die Weigerung der Offenlegung allenfalls auch negativ auf die Reputation auswirken könne.“ (Zitatende)


Erfreulich kritisch hat der Deutschlandfunk berichtet

In der Werbung der Atomkonzerne werden Atomkraftwerke häufig als "abgasfrei" bezeichnet. Doch Atomkraftwerke geben auch im so genannten Normalbetrieb über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive Strahlung kann Krebs auslösen. In der Umgebung vieler Atomanlagen wurden erhöhte Krebsraten festgestellt. Die erlaubte "Entsorgung durch Verdünnung", die schleichende Verseuchung über den Kamin und das Abwasser ist ein Skandal. Betroffen von den radioaktiven Emissionen der grenznahen Schweizer AKW sind insbesondere die Menschen in der Hauptwindrichtung in Deutschland. Die Öffentlichkeit hat ein selbstverständliches Interesse an der Veröffentlichung der Datenn nicht nur aus Leibstadt, sondern aus allen AKW, egal in welchem Land. Ein kluges Urteil hätte hier Vorbildcharakter gehabt. So müssen wir fragen, was das AKW Leibstadt zu verheimlichen hat!

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

Aktueller Einschub:

10 Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima


Vor 10 Jahren, am 11. März 2011 begann mit dem Tōhoku-Erdbeben die Atomkatastrophe von Fukushima. In vier der sechs Reaktorblöcke gab es extrem schwere Unfallabläufe, teilweise mit Kernschmelzen und ein massives Entweichen von Radioaktivität. Es war einer dieser typischen schweren Atomunfälle, ein Katastrophenablauf mit dem die Betreiber im Vorfeld nicht gerechnet hatten. Glück im Unglück war ein gnädiger Wind, der in den Anfangstagen die Radioaktivität aufs Meer hinaustrug und nicht in die nahe Metropolregion Tokio mit ihren 37 Millionen Menschen.
Wenige Monate nach den Kernschmelzen in den Atomanlagen Fukushima Daiichi traf der Betreiber Tepco, und die japanische Regierung die Vereinbarung den geschmolzenen Kernbrennstoff binnen eines Jahrzehnts aus den zerstörten Meilern zu bergen, doch wie so viele Versprechungen des japanischen atomaren Dorfes ist dies nicht geschehen. Erfolgreich war allerdings die Nach-Unfall-Propaganda, die heute Krisenkommunikation genannt wird.

Hier geht´s zum vollständigen Fukushima Text



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Dieser Artikel wurde 1076 mal gelesen und am 22.7.2016 zuletzt geändert.