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Nationalpark? Nein Danke!? Gegen einen Nationalpark Nordschwarzwald / Teutoburger Wald / Eggegebirge / Lieberoser Heide / Wasgau / Steigerwald

10.12.2012

Nationalpark? Nein Danke!? Gegen einen Nationalpark!


Nordschwarzwald / Teutoburger Wald / Eggegebirge / Lieberoser Heide / Wasgau / Steigerwald


Ein Nationalpark ist ein großes, wertvolles Schutzgebiet, das meistens seiner natürlichen Dynamik unterliegt und durch spezielle Maßnahmen vor schädlichen menschlichen Eingriffen und vor Umweltverschmutzung geschützt wird.

Laut Definition der "Internationalen Union zum Schutz von Natur und natürlichen Objekten (IUCN)" sind Nationalparks natürliche Gebiete auf dem Wasser oder dem Land, die vorgesehen sind,

  • um die Unversehrtheit eines oder mehrerer Ökosysteme zu schützen und für die jetzige und künftige Generationen zu erhalten.
  • um Ausbeutung ebenso zu verhindern wie andere Tätigkeiten, die dem Gebiet Schaden zufügen.
  • um eine Basis zur Forschung, Schulung, Erholung, Spiritualität und Besichtigung zur Verfügung zu stellen, die ökologisch und kulturell vereinbar ist.


Heute gibt es in Deutschland 14 Nationalparks,
die eine Fläche von insgesamt nur 0.54% des Bundesgebietes einnehmen. Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz haben als einzige Flächenländer noch keinen Nationalpark. Dort, wo in den letzten Jahrzehnten Nationalparke geplant waren, gab und gibt es häufig einen massiven Widerstand gegen solche Projekte.
Schauen Sie einmal bei GOOGLE unter dem Stichwort Nationalpark? Nein Danke! nach..

Es gab in der Vergangenheit und gibt aktuell u.a. Widerstand gegen den

  • Nationalpark Bayrischer Wald (seit 1970 nach langen Konflikten Nationalpark)
  • Nationalpark Nordschwarzwald
  • Nationalpark / in den Kreisen Lippe, Paderborn und Höxter
  • Nationalpark Wasgau im Pfälzerwald
  • Nationalpark Lieberoser Heide
  • Nationalpark Siebengebirge
  • ...


Nationalpark Nordschwarzwald / Teutoburger Wald / Eggegebirge / Lieberoser Heide / Wasgau : Die gleichen Ängste und Interessen wie vor 140 Jahren


"Anfangs mussten die Naturschützer gegen erheblichen Widerstand kämpfen. Industrielle fürchteten um ihren Zugang zu Wasser- und Holzschätzen. Freiheitsliebende Bürger und Politiker störten sich an dem großen Einfluss der Regierung. Parlamentarier in Washington und in den neuen Bundesstaaten schien die wirtschaftliche Expansion ihrer Nation zunächst wichtiger als die Bewahrung der Natur."
So berichtete die Badische Zeitung am 01. Oktober 2011 über den massiven Widerstand gegen den ersten amerikanischen Nationalpark im Yellowstone-Gebiet im Jahr 1872.

140 Jahre später ist Amerika stolz
auf diesen und viele andere Nationalparks. 140 Jahre später gibt es endlich Überlegungen und Planungen für mehr Nationalparks in Deutschland. Überlegungen und Planungen für ein wenig "Restnatur" in der zersiedelten, geschundenen, zerschnittenen, auf- und ausgeräumten Landschaft unserer Heimat.

Und wieder gibt es "gut organisierte Ängste" und finanzstarke Lobbygruppen dagegen
und die fast gleichen, 140 Jahre alten Argumente. Insbesondere die FDP (wer erwartet von dieser Partei etwas anderes?), der große strukturkonservative Teil der CDU und insbesondere die Lobbyisten und Vertreter der Sägewerke, der Holzindustrie und der Waldbesitzer kritisieren lautstark (fast) alle Nationalparkpläne.

Ordnung & Sauberkeit contra „wilde“ Natur
Bei vielen großen Konfliktthemen im Naturschutz schimmert immer wieder eine deutsche Urangst hervor. Es ist die große Angst vor Veränderung und Unordnung. Das beginnt im Kleinen, beim sauber auf- und ausgeräumten Garten, in dem kein Vogel mehr einen Brutplatz findet. Es geht weiter mit der auf- und ausgeräumten Kulturlandschaft, wo Hochstammbäume und Hecken in der Maissteppe nichts mehr zu suchen haben. Doch auch die großen Konflikte um die Nationalparks sind von solchen Ängsten geprägt. Ein Wald, der sich „ungeplant und nicht von Menschen gesteuert“ verändert als Skandal? Solche Veränderungen oder gar „Wildnis“ lösen tiefsitzende Ängste aus. Und diese Ängste werden von Holz- und anderen Lobbyisten gezielt aufgegriffen und verstärkt.

Der Slogan der gut organisierten Nationalparkgegner
beispielsweise im Schwarzwald lautet: "JA zum Wald – NEIN zum Nationalpark Nordschwarzwald", doch das "Ja zum Wald" ist wohl eher ein "Ja zum Holz"... Geld macht Meinung. Die deutschen Sägewerke stecken aus ganz anderen Gründen in einer tiefen Krise. "Das Problem der deutschen Sägeindustrie: Es gibt zu viele Mitbewerber. Fachleute schätzen, dass die Sägewerke der Republik etwa 2,5-mal mehr Holz sägen könnten, als ein nachhaltiger Einschlag im Wald erlaubt." schreibt die BZ. Ein Sündenbock Nationalpark bietet sich da an, um um von den selbst gemachten Problemen der Sägewerke abzulenken.

Es ist beeindruckend,
wie geschickt die ökonomischen Interessen der Nationalparkgegner bundesweit mit einem "grünen Mäntelchen" bedeckt werden, wie häufig mit vorgeschobenen, falschen "Naturschutzargumenten" gegen Natur argumentiert wird. Ängste werden gezielt geschürt und dann gibt es noch die weit verbreitete Angst vor "Unordnung im Wald". Nationalparkgegner gibt es nicht nur in den Wäldern Amazoniens und in Afrika... In der "veröffentlichten Debatte in den Medien", im Konflikt um geplante Nationalparks spielen die massiven ökonomischen Interessen im Hintergrund leider zumeist eine untergeordnete Rolle.

Der lange bekämpfte, heute aber gut angenommene Nationalpark Bayrischer Wald
ist jetzt für die Menschen auch ein Stück Heimat und bringt einen verträglich-einträglichen Tourismus. Auch die Menschen und Gemeinden der anderen, bundesweit geplanten Nationalparks könnten so profitieren. Überall dort, wo es Nationalparks gibt, hat ein naturverträglicher Tourismus eingesetzt, der Gelder in die Gemeinden bringt und Arbeitsplätze schafft, denn Nationalparkbesucher sind meist keine Tagestouristen und bleiben länger. Und die Einheimischen sind stolz auf das gerettete, faszinierende Naturerbe vor ihrer Tür.

Axel Mayer, Bund Geschäftsführer, Freiburg




Nationalpark Nordschwarzwald: Dunkle Wälder und eingestreute himmlische Seen (hier: Huzenbacher See)


Was tun? Ein ziemlich ungewöhnlicher Vorschlag
  • fahren Sie einfach mal hin, machen Sie Urlaub im Gebiet eines der geplanten Nationalparks, bekennen Sie sich mit einem Aufkleber oder Plakat zum Park, fragen Sie nach Nationalparkbroschüren und reden Sie mit den Menschen. Nationalparktourismus kann den Umschwung bringen...



  • Nationalpark? Ja bitte! Nordschwarzwald / Teutoburger Wald / Eggegebirge / Lieberoser Heide / Wasgau




    Regionales BUND-Material für Nationalpark-Freunde & Freundinnen







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    Dieser Artikel wurde 4616 mal gelesen und am 22.8.2014 zuletzt geändert.