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Olympische Spiele in Japan und Fukushima & PR für Atomkraft

01.10.2019

Olympische Spiele in Japan und Fukushima & PR für Atomkraft



Wie kann man als japanische Regierung zur Normalität übergehen, obwohl in Fukushima die nächsten Jahrzehnte die Atomruine noch weiter existiert mit all den gefährlichen Auswirkungen?


- Man bewirbt sich für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2020 und bekommt den Zuschlag für Tokio (es ist ja alles angeblich kein Problem mit der Strahlung - man hat alles im Griff).
- Oder man versucht auf die Unterstützung der Bauern vor Ort zu appellieren und den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten aus der verstrahlten Region um Fukushima als unschädlich zu propagieren.
- Oder man kürt die havarierte Atomanlage zur Touristenattraktion!

Knapp vor dem 3. Jahrestags des Unglücks veröffentlichten die Deutschen Wirtschafts Nachrichten am 14.2.14, dass „Tepco Strahlenwerte zurückgehalten hat, um die Olympia-Bewerbung nicht zu gefährden. Tepco, die Betreiberfirma der havarierten Atomkraftwerke in Fukushima, verschwieg, wie sie selbst später zugaben, aus taktischen Gründen die tatsächlichen Messwerte der Strontium-Verseuchung im Grundwasser im September 2013. Tokio und die japanische Regierung versuchten damals (und auch heute noch) das Atomunglück in Fukushima herunterzuspielen und die Flucht nach vorne anzutreten, z.B. durch die Bewerbung für die Austragung der olympischen Spiele in Tokio und auch gezielt mit dem Austragungsort Fukushima für einige Disziplinen. Die damals im September 2013 aktuellen radioaktiven Werte, die von offizieller Seite und von den Bürgerinitiativen vor Ort bekanntgegeben wurden, unterschieden sich sehr!
Nach dem Zuschlag für Olympia rückte Tepco mit aktuellen, damals aufgezeichneten Daten heraus, die für die Strontium-90-Belastung im Grundwasser bei 5 Millionen Becquerel pro Liter lagen, der Grenzwert dafür wird von der japanischen Nuklearbehörde auf nur 30 Bequerel pro Liter festgelegt. (s. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/16/fukushima-japan-hat-vor-olympia-bewerbung-falsche-zahlen-geliefert/).

Es wird geplant, dass die Wettbewerbe von Baseball und Softball, wenn sie wieder ins olympische Programm aufgenommen werden, in Fukushima stattfinden sollen. Laut dem Stadt-Offiziellen Hiroaki Kuwajima sollen so die „schädlichen Gerüchte“ über die Stadt widerlegt werden. Auch sollen Athleten und Zuschauer Fukushimas Lebensmittelerzeugnisse verzehren. Werden dann Athleten und Zuschauer ganz besonders strahlen?
Man möchte einfach zum Alltag zurückkehren, das würde sich jeder wünschen, aber so einfach geht dies nicht bei havarierten Atomkraftwerken! Es liegt eine völlig andere Situation vor, als wenn „nur“ ein Erdbeben oder ein Tsunami, was schon schrecklich genug gewesen wäre, erfolgt wären und nicht Atomreaktoren zerstört worden wären!
http://www.sport1.de/olympia/2015/03/olympische-spiele-2022-fukushima-will-baseball-wettbewerbe-ausrichten
Pikanterweise soll Tepco Hauptsponsor der olympischen Spiele werden! Weiter wird befürchtet, dass durch die olympischen Aktivitäten die notwendigen Arbeitskräfte (- auch das Geld??) fehlen werden, um im Katastrophengebiet und in den zerstörten Reaktoren die notwendigen Aufräumarbeiten zu erledigen.
(http://netzfrauen.org/2015/02/03/olympia-2020-der-wahnsinn-hat-einen-namen-fukushima-austragungsort-tepco-hauptsponsor-tokyo-olympics-announce-tepco-main-sponsor-140000-still-displaced-fukushima/)

Zu der angeblichen Unschädlichkeit von landwirtschaftlichen Produkten und auch von Nahrungsmitteln aus dem Meer um Fukushima veröffentlichten die IPPNW (die internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs- Ärzte in sozialer Verantwortung) im März 2015, dass „ die chronische Belastung mit radioaktiven Isotopen von großen Bevölkerungsteilen in den kommenden Jahrzehnten gesundheitspolitisch eine große Herausforderung darstellen werden.“ Gerade auch Babys und Kinder, die eine wesentlich höhere Empfindlichkeit gegenüber Strahlung, Pestiziden, chemischen Schadstoffen…haben, sind davon besonders betroffen. „Es gibt keinen sicheren Grenzwert für Radioaktivität bei Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Potentiell können sogar geringste Strahlendosen zu Mutationen des Erbguts, Zellschäden und Krebs führen. Radioaktives Jod sollte aufgrund seiner kurzen Halbwertszeit in Lebensmitteln überhaupt nicht enthalten sein.“ Bei Aufnahme von radioaktivem Jod hat man durch den Zerfall des kurzlebigen radioaktiven Jods einen kleinen Strahler in der Schilddrüse, in der das Jod gespeichert wird. In Japan liegt der zugelassene Grenzwert für radioaktives Jod bei 300 Bq/kg für Milch und Babynahrung und bei 2.000 Bq/kg für Gemüse! Durch Heraufsetzen der Grenzwerte, wie dies auch bei uns nach Tschernobyl teilweise erfolgte, kommt man leichter unter die Grenzwerte.
(http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Fukushima_IPPNWaktuell.pdf).

Eine weitere Idee der japanischen Regierung, die Probleme in und um die Reaktorkatastrophe von Fukushima zu verharmlosen und am besten vergessen zu machen, ist nun, die zerstörten Atomreaktoren und die verwüstete Gegend drum herum zur Touristenattraktion zu machen, eigentlich ein Katastrophentourismus, mit dem Ziel, wie es einer der Reiseführer formuliert, „die Menschen vor Ort zur Belebung von Fukushima zu ermutigen!“ Und das in einem verstrahlten Gebiet? Wie viel Verantwortung trägt hier die japanische Regierung für ihre rückwärtsgewandte Atompolitik und für die ihnen anvertraute Bevölkerung? Auch sollen langsam wieder die Atomreaktoren angefahren werden, obwohl Japan seit dem Atomunglück seinen Energiebedarf anderweitig decken konnte! Und als Inselstaat sicherlich auch viel Wind zur Erzeugung von Windenergie zur Verfügung hätte!
(http://www.epochtimes.de/Die-Ruinen-von-Fukushima-Japans-neue-Touristenattraktion-a1203901.html)

"Japan lädt die Sportler der Welt zu sich ein: 2020 sollen die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden. Wir hoffen auf friedliche und faire Spiele. Gleichzeitig sind wir besorgt, denn auch in der Hauptstadt der Präfektur Fukushima sind olympische Wettkämpfe geplant: Baseball und Softball-Spiele sollen in Fukushima Stadt ausgetragen werden – 50 km vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi entfernt. 2011 kam es dort zu einem mehrfachen Super-GAU. Radioaktive Wolken verstrahlten damals Japan und den umliegenden Ozean - vergleichbar nur mit dem Super-GAU in Tschernobyl.
Die ökologischen und sozialen Folgen sind in Japan weithin sichtbar: Entwurzelte Familien, ausgestorbene Evakuierungszonen, hunderttausende Säcke mit verstrahlter Erde, verseuchte Wälder, Flüsse und Seen. Es herrscht weiter keine Normalität in Japan.
Die havarierten Reaktoren sind noch längst nicht außer Gefahr. Von ihnen geht eine anhaltende Strahlenbelastung aus; jeden Tag nimmt die radioaktive Kontamination von Meer, Luft und Boden zu. Große Mengen an radioaktivem Material befinden sich weiterhin in den havarierten Reaktorgebäuden, während auf dem Kraftwerksgelände radioaktive Materialien unter freiem Himmel gelagert werden. Dieser Zustand stellt im Fall eines erneuten Erdbebens eine große Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Die Atomkatastrophe dauert an. Es gibt keine Entwarnung."
Quelle: IPPNW

Links:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/16/fukushima-japan-hat-vor-olympia-bewerbung-falsche-zahlen-geliefert/

http://www.sport1.de/olympia/2015/03/olympische-spiele-2022-fukushima-will-baseball-wettbewerbe-ausrichten

http://www.spiegel.de/sport/sonst/olympische-spiele-ioc-wiegelt-fukushima-problemen-ab-a-927989.html

http://netzfrauen.org/2015/02/03/olympia-2020-der-wahnsinn-hat-einen-namen-fukushima-austragungsort-tepco-hauptsponsor-tokyo-olympics-announce-tepco-main-sponsor-140000-still-displaced-fukushima/

http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Fukushima_IPPNWaktuell.pdf

http://www.epochtimes.de/Die-Ruinen-von-Fukushima-Japans-neue-Touristenattraktion-a1203901.html

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Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht von selber kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafener Nacht)


Aktueller Einschub vom 7.11.2019:

Grüne Kreuze & Artenausrottung in Deutschland 2019: Neue Studien


Während gerade bundesweit Landwirte mit Grünen Kreuzen & Demos für Agrargifte & Glyphosat demonstrieren, gab es neue, erschreckende Studien:

Vogelsterben


"Die Fachgruppe „Vögel der Agrarlandschaft“ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft hat mit Unterstützung des DDA ermittelt, dass die Zahl der abnehmenden und stark abnehmenden Arten von 55 Prozent auf 68 Prozent gestiegen ist. Die Bestandsrückgänge von Rebhuhn (89 Prozent seit 1992), Kiebitz (88 Prozent seit 1992), Feldlerche (45 Prozent seit 1992) und vieler weiterer Arten halten nicht nur an, sie haben sich sogar noch beschleunigt. Als wesentliche Ursache für die Bestandsrückgänge sehen die Fachleute die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Pestizideinsatz, starke Düngung, den Verlust von Landschaftselementen wie Ackerbrachen und die Einengung der Fruchtfolgen.
Quelle: Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.

Insektensterben


Der Rückgang der Insekten und Spinnen in Deutschland reicht weiter, als bislang angenommen. Seit 2009 ist etwa ein Drittel aller Arten aus Wiesen und Wäldern verschwunden. Die Auswertung ergab insgesamt: Sowohl die Zahl der Insektenarten nahm massiv ab wie auch die Biomasse – allein auf den Wiesen um mehr als zwei Drittel. Der Insektenschwund war überall dort besonders stark, wo die Wiesen von Ackerland umgeben waren. Damit weist das Forscherteam um den Ökologen Sebastian Seibold darauf hin, dass die Hauptursache in der Landwirtschaft zu finden ist.
Quelle: Studie der TU München

Lügen


Der Bauernbund bezeichnet das Insektensterben als „Agrarlüge“
Landwirte sollen ein Mitschuld am Insektensterben haben? Davon will der Bauernbund nichts wissen. Geschäftsführer Reinhard Jung spricht von der „größten Agrarlüge seit BSE“... Landwirte tragen aus Sicht des Brandenburger Bauernbunds gar keine Mitschuld am Insektensterben. „Die Behauptung des Nabu, in den letzten 25 Jahren sei die Masse der Insekten um mehr als 70 Prozent zurückgegangen, können wir nicht nachvollziehen“, sagte Bauernbund-Vorstand Thomas Kiesel. „Fest steht allerdings, dass sich auf landwirtschaftlicher Seite die Lebensbedingungen für Insekten in den letzten 25 Jahren nicht verschlechtert haben.“
Quelle: Märkische Allgemeine vom 25.3.2019








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Dieser Artikel wurde 2181 mal gelesen und am 12.10.2019 zuletzt geändert.