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Patrick Moore 2018: Genlobbyist, Atomlobbyist & Klimawandelleugner, der Golden Rice, das "Forum GRÜNE Vernunft", die wirtschaftlichen Interessen der Genkonzerne & Wikipediamanipulation

01.01.2018

Patrick Moore 2018: Klimawandelleugner, Genlobbyist, Atomlobbyist, der Golden Rice, das "Forum GRÜNE Vernunft", die wirtschaftlichen Interessen der Genkonzerne & Wikipediamanipulation

Patrick Moore: Der "fliegende Wechsel" einzelner "Umweltaktivisten" zur Industrie gehört zum PR-Geschäft der Gentechnik- und Atomkonzerne.


Sie wollen in der Industrie als Atom- oder Genlobbyist Karriere machen?
Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Sie können den üblichen, langen Weg gehen und sich in den Konzernen langsam und mühsam nach oben dienen. Oder Sie werden erst einmal Umweltaktivist und wechseln dann spektakulär die Seite...

Vor einigen Jahren sind die "Ex-Aktivisten" Bjorn Lomborg und Mark Lynas
diesen Weg sehr erfolgreich gegangen. Nach seinem medial hervorragend inszenierten Seitenwechsel warf Bjorn Lomborg den Umweltorganisationen in seinem industriefreundlichen Buch "Apokalypse No" vor, sie schürten unbegründete Umwelt-Ängste. Der sehr medienwirksame Hinweis auf die ehemalige Greenpeace-Mitgliedschaft gehörte zum gezielten Marketing.

Der Biochemiker Jens Katzek
hatte beim BUND jahrelang gegen Gentechnik "gekämpft", bevor er zum Saatguthersteller KWS wechselte. Sein Seitenwechsel wurde ihm hoch angerechnet: Bei der Bio Mitteldeutschland GmbH verdiente er fast so viel wie der Ministerpräsident, schreibt der Spiegel.

Doch ab und zu müssen "neue" Seitenwechsler
aufgebaut werden und der neue Star der Genlobby ist nach Mark Lynas jetzt der ehemalige Greenpeace-Aktivist Patrick Moore.

Am 18. Januar 2014 gab es in Berlin eine Großdemo
gegen die industrielle Landwirtschaft, gegen Massentierhaltung, gegen Gentechnik und gegen die Großkonzerne, die daran verdienen. Allerdings wären Monsanto, Bayer und Co. ziemlich dumm, wenn sie als "Monsanto, Bayer und Co." und als Konzerne erkennbar bei einer Gegendemo auftreten würden. Für solche Zwecke gibt es in Amerika schon lange industrienahe "Vorfeldorganisationen", die echten Bürgerinitiativen durchaus ähnlich sehen. Auch in Deutschland werden "industrienahe" Bürgerinitiativen immer mehr. Eine dieser "Bürgerinitiativen" ist die Gentechnik-Lobbyorganisation mit dem hübschen Namen "Forum Grüne Vernunft".
Das "Forum Grüne Vernunft" hatte für den Vortag der Großkundgebung eine Aktion angekündigt.
Ein "Gründervater" von Greenpeace, der Kanadier Patrick Moore, führte am Freitag, 17. Januar 2014 vor der Greenpeace-Zentrale in Hamburg mit weiteren europäischen Wissenschaftlern eine Mahnwache durch.

Patrick Moore ist der neue Star der Atom- und Genlobby und Klimawandelleugner
und er warb für seine weltweite PR-Kampagne „Allow Golden Rice Now“. Der Protest der Genlobbyisten am 17.1.14 vor der Greenpeace-Zentrale war die Auftakt-Protest-Veranstaltung der Europa-Tour von Patrick Moore. Wer sich die Internetseiten des "Forum GRÜNE Vernunft" betrachtet, gewinnt schnell den Eindruck, dass es Ziel des Forums ist, mit vorgeschobenen Argumenten die Gewinn- und Machtinteressen der Genkonzerne zu "maskieren". Eine industrienahe „Bürgerinitiative", die Aktionsformen der Umweltbewegung übernimmt, ist presse- und werbewirksam.

Patrick Moore wirbt für den "Golden Rice", über den man trefflich streiten kann.
Die Gentechnik-Konzerne haben am Golden Rice hauptsächlich ein propagandistisches Interesse. Sie erwirtschaften den Löwenanteil ihres Umsatzes mit chemischen Spritzmitteln. Ihr vorrangiges Interesse ist es, herbizidresistente Pflanzen und dazugehörige Spritzmittel in Kombination zu verkaufen. Herbizidresistente Pflanzen -das sind über 70 % der weltweit angebauten gentechnisch veränderten Organismen (GVO-Pflanzen)- erbringen keine höheren Hektarerträge als konventionelle Pflanzen. GVO-Pflanzen werden in der Regel nur auf Großflächen und von Großgrundbesitzern angebaut (zumindest bei den herbizidresistenten Pflanzen ist der einzige Vorteil für den Anbauer, dass sich größere Flächen mit weniger Arbeit bewirtschaften lassen), was in der Folge dazu führt, dass häufig Nahrungspflanzen durch Exportpflanzen -Soja, Energiepflanzen und Baumwolle- ersetzt werden. Dies wiederum führt dazu, dass ein Sahel-Hungerland wie Burkina Faso GVO-Export-Baumwolle anbaut... Es geht den Konzernen nicht um den Welthunger, sondern um Geld, Habgier und Macht. Die Gen-Konzerne, die heute mit "Golden Rice" und dem Argument des Welthungers Greenwash betreiben, versuchen gleichzeitig durch Patente auf Saatgut Monopole auf die landwirtschaftliche Produktion und Ernährung zu erlangen. Die Agrar-Konzerne Monsanto, Syngenta und Bayer verschaffen sich global immer mehr Patentansprüche auf unsere Hauptnahrungspflanzen und bestimmen so die Nahrungsmittelpreise, aus denen sie massive Profite ziehen. Der Welthunger ist immer mehr auch eine Folge der Nahrungsmittelspekulation.

Patrick Moore ist selbstverständlich auch für Atomkraft und leugnet den Klimawandel
"Im April 2006 lancierte das US-amerikanische «Institut für Atomenergie», die wichtigste Lobbyorganisation der Atomindustrie, die «Sauber und Sicher»-Koalition und berief Christine Todd Whiteman -aus der früheren Bush-Administration- sowie Patrick Moore zu deren Vorsitzenden. Die «Sauber und Sicher»-Koalition war Teil eines riesigen Propagandaprojektes des PR-Unternehmens Hill & Knowlton, welches ein 8 Millionen Dollar teures Mandat der Atomindustrie innehatte." Quellen: Greenpeace, Sourcewatch 1, Sourcewatch 2
(Hill & Knowlton ist die berüchtigte Werbeagentur, die durch die Brutkastenlüge "berühmt" wurde.)

"Die Atom- und Kohlelobby und ihre PR-
Profis bauen einen neuen Tarnkappenbomber : die „Clean and Safe Energy Coalition“. An die Spitze kommen frische Kronzeugen: Die Republikanerin Christine Todd Whitman, einst Chefin der US-Umweltbehörde EPA. Und Patrick Moore, ein Greenpeace-Veteran, der die Seiten wechselte, nun für genveränderte Pflanzen, Pestizide, PVC et cetera wirbt und gerne gegen das Kyoto-Protokoll und die alten Gefährten wettert.
Der Trick funktioniert. Viele Zeitungen zitieren Moore schlicht als „Umweltschützer“.
berichten Deutschlandfunk und SWR 2 in "Spin Oder: Die Industrialisierung der Meinungsproduktion" von Tom Schimmeck


Der Gen- Kohle- und Atomlobbyist Patrick Moore
wird bei Wikipedia immer noch als "environmentalist" dargestellt. Er war den kürzesten Teil seines Lebens Umweltaktivist und den größten Teil seines Lebens Atom- und Genlobbyist und dennoch steht bei der englischsprachigen Wiki immer noch die "gezielt falsche" Überschrift. "Schwarmintelligenz" nützt nichts gegen die Machenschaften der PR-Industrie und gegen das Geld der Konzerne.
Herr Moore hat in der Vergangenheit neben dem PR-Unternehmen Hill & Knowlton auch mit einer der größten PR-Firmen der Welt, mit Burson-Marsteller zusammen gearbeitet. Burson-Marsteller hat im Auftrag der Öl- und Kohleindustrie jahrelang Kampagnen zur Verharmlosung des Klimawandels organisiert. Jetzt arbeitet Burson-Marsteller für die Atomindustrie (genau genommen für das „Nuklearforum“) und dreht die bisher verwendeten Aussagen ins Gegenteil um. Die Kampagne „Kernenergie rettet das Klima“ stammt von Werbefirmen, die jahrzehntelang im Auftrag der Kohle- und Öllobby die Klimaveränderung heruntergespielt haben. Wikipediamanipulation ist heute ein klassischer Job von PR-Firmen.

Es gibt in der Werbung ein Grundprinzip:
"Lob dich nicht selber - lass dich von anderen loben." Wenn McDonalds sagt, McDonalds-Hamburger seien die besten, wenn Öl- und Kohlekonzerne den Klimawandel leugnen, wenn die Tabakindustrie das Krebsrisiko herunterspielt, wenn Monsanto die Gentechnik lobt und Atomkonzerne die sichere Kernenergie preisen, dann ist das weniger glaubwürdig als wenn "neutrale Dritte" die Werbung übernehmen und die Konzernmeinung geschickt verkaufen.
Immer wieder haben aus diesem Grund Tabak-, Atom- und Genkonzerne WissenschaftlerInnen gekauft, und "ehemalige UmweltschützerInnen" sind noch "glaubwürdiger" als ProfessorInnen.

Wenn ein ehemaliger "Umweltschützer"
nach dem Wechsel zur Industrie "fast so viel verdienen kann wie der Ministerpräsident" (Quelle: Der Spiegel), dann kann sich so ein Wechsel auch finanziell lohnen. Schade, dass über solche Zusammenhänge äußerst selten berichtet wird. Die Macht der Konzerne bei Wikipedia zeigt sich auch im absolut unkritischen Beitrag über den Gen- und Atomlobbyisten, der am 17.1.14 immer noch als "Patrick Moore (Umweltaktivist)" aufgeführt wird. Präzise wäre "Patrick Moore (ehemaliger Umweltaktivist / heute Atom- und Genlobbyist)". Mal schauen, ob der Wikipedia-Beitrag "neutraler" und objektiver wird... (dann würde auch dieses Textfragment gelöscht)

Spannend sind die Verbindungen von Patrick Moore zur Werbeagentur Burson-Marsteller
"After leaving Greenpeace, Moore set up a fish farm, which failed, and in 1991 set up his own environmental consultancy, Greenspirit. This attracted controversy of its own. Around the same time, he became a full-time paid director and consultant for the British Columbia Forest Alliance. The Alliance, although presented as a 'citizens group', was the brainchild of PR firm Burson-Marsteller.The Alliance has a budget of around $2m derived mostly from the forest industry and its 170 or so corporate members, and it campaigns for clear-cutting."
Quelle:lobbywatch

Burson-Marsteller heißt der Global Player in Sachen Public Relations
und käuflicher öffentlicher Meinung. Die weltweit führende Beratungsfirma auf dem Gebiet der strategischen Kommunikation beschäftigt weltweit mehr als 2200 Werbefachleute in 35 Ländern und erzielte 1999 einen Honorarumsatz von 275 Millionen US-Dollar. Die Firmenleitung versteht "Kommunikation als Instrument, durch Überzeugung Verhaltensweisen herbeizuführen, die zum wirtschaftlichen Erfolg der Kunden führen". Burson-Marsteller berät alle, die es nötig haben und die über das erforderliche Kleingeld verfügen. Seriöse und weniger seriöse Großkonzerne, Diktaturen, Militärmachthaber, Firmen, die Umweltkatastrophen kleinreden wollen und eben alle, die Geld haben.
Quelle: BUND

Selbstverständlich ist es auch möglich,
dass UmweltschützerInnen ihre Meinung ändern und das muss auch für die aufgeführten Personen gelten. Nicht jeder, der von einem Umweltverband oder einer Bürgerinitiative zur Industrie wechselt, darf unter Generalverdacht als Mietmaul stehen. Auffallend bei Patrick Moore, Mark Lynas, Bjorn Lomborg, Jens Katzek und anderen prominenten Seitenwechslern sind allerdings die mehr als professionellen, effizienten und aufwändigen Medien-Kampagnen, mit denen die "Meinungsänderung" verkauft wird. Geben Sie einmal den Namen "Patrick Moore" bei einer Suchmaschine ein und Sie werden feststellen, wie eine aufwändige, gut gemachte Werbekampagne funktioniert. Atom- Kohle- und Genkonzerne haben Werbeetats von vielen Millionen Euro.

Industriegelenkte Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen
nehmen nach amerikanischem Vorbild immer stärker zu. Da gibt es den "Umweltverband" "Entlang des Rheins - au fil du Rhin ", den die Energiekonzerne EDF und EnBW ins Leben gerufen haben, um Akzeptanz für das altersschwache AKW Fessenheim zu schaffen. Der Verein "Bürger für Technik (BfT)" arbeitet als "unabhängige Bürgerinitiative" und verbreitet Lobeshymnen über die Kernkraft, wie Christian Fuchs in einem Artikel der ZEIT vom 17.4.2008 schrieb. Energiekonzerne und Aluminiumindustrie "unterstützen" auch einige Bürgerinitiativen gegen Windkraft. Organisationen wie "Waste Watcher", "Aktionskreis Energie e.V", "Informationskreis Kernenergie", das "Forum Grüne Vernunft" oder "Genepeace" sind vergleichbare Scheininitiativen und Lobbyorganisationen. Die taz berichtet, dass es im Bereich Straßenbau ähnliche Industrieaktivitäten gibt.

Harte "amerikanische Methoden"
halten Einzug bei den großen sozialen Auseinandersetzungen und Umweltkonflikten, insbesondere und immer dann, wenn sie wirtschaftliche Interessen betreffen. Bei vielen dieser großen Konflikte, insbesondere im Bereich der Atomindustrie und der Gentechnik, geht es um Milliarden von Euro. Soziale Bewegungen, GlobalisierungskritikerInnen und die Umweltbewegung sind seit Jahren mit Spionage, Bespitzelung, Greenwash, Wikipediamanipulation, Akzeptanzforschung und industriegesteuerten Scheinbürgerinitiativen konfrontiert. Und auch der "fliegende Wechsel" einzelner "Umweltaktivisten" von den Umweltverbänden zur Industrie, das geschickt genutzte Saulus-Paulus-Prinzip (oder müsste es hier Paulus-Saulus-Prinzip heißen?) gehört zum PR-Geschäft, in dem die teuersten und "besten" PR-Agenturen mitmischen.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

Nachträge:
  • Es ist noch ziemlich putzig, was die Umweltbewegung diesen Kampagnen entgegensetzt...
  • Es gehört zur selbstverständlichen Pflicht der Medien, über die PR-Auftritte von Patrick Moore zu berichten. Doch seriöser Journalismus sollte auch die ökonomisch-politischen Hintergründe und über die Konzerne und die PR-Agenturen im Hintergrund der Patrick Moore-Aktionen berichten und informieren.

Mehr Infos: Greenwash, Akzeptanzforschung, PR und neue Durchsetzungsstrategien



Links: Hunger, Gentechnik, Greenwash






Patrick Moore und die Gier der Genkonzerne nach Profit und Macht





  • Wie zu erwarten war, verbreiten sich die Thesen des "Forum GRÜNE Vernunft" schnell über die neoliberalen Netzwerke. Eine zentrale Rolle spielt dabei wie immer die sogenannte "Achse des Guten".
  • Auch der Journalist Herr Müller-Jung übernahm die industriefreundlichen Thesen in der FAZ fast ungeprüft.


Dazu finden Sie hier eine BUND-Zuschrift:

Lieber Herr Müller-Jung,
Ich wünsche Ihnen ein Gutes Jahr 2014!!!
Anbei sende ich Ihnen eine Stellungnahme unserer für das Thema Gentechnik in der Landwirtschaft zuständigen Fachreferentin Heike Moldenhauer. Es grüßt herzlich,
Rüdiger Rosenthal, BUND-Sprecher

Greenpeace vor allem, aber auch „Friends of the Earth“, sollen Schuld sein an Tod und Siechtum von Millionen Menschen in Entwicklungsländern. Durch ihren ideologisch geprägten Widerstand gegen den gentechnisch veränderten „Golden Rice“ seien sie dafür verantwortlich, dass jährlich zwei Millionen Menschen, vorwiegend in Entwicklungsländern, in denen Reis das Hauptnahrungsmittel ist, erblinden und sterben. 1, 4 Millionen Lebensjahre allein in den letzten zehn Jahren sollen die Verbände durch ihre politisch motivierte Blockade auf dem Gewissen haben. Hätten die mangelernährten Menschen Zugang zu „Golden Rice“, der in seinen Körnern Carotinoide - Vorstufen von Vitamin A - produziert und zur Bekämpfung des Vitamin-A-Mangels beitragen soll, dann wären sie alle gerettet. Jetzt laden Greenpeace und „Friends of the Earth“ angeblich weitere Schuld auf sich: Die für 2014 erwartete Marktzulassung für den „Golden Rice“ wurde auf 2016 verschoben. Die humanitäre Katastrophe nimmt ihren Lauf.

Ein Faz-Artikel, der ungeprüft sämtliche Aussagen von Befürwortern für den „Golden Rice“ übernimmt, suggeriert all dies. Die Meinung von Patrick Moore, einem „Greenpeace-Renegaten“ und Klaus Ammann, ein emeritierter Botanikprofessor, werden 1:1 wiedergegeben. Beiden erscheint kein Vorwurf an die Anti-Gentechnik-Bewegung zu groß.

Was aber ist geschehen? Statt eine Zulassung für dieses Jahr auszusprechen, verlangt die philippinische Regierung weitere Fütterungsstudien und Feldversuche und stellt eine Zulassung 2016 in Aussicht. Statt auch nur in Erwägung zu ziehen, dass es sich dabei um regulatorische Sorgfalt der philippinischen Behörden handeln könnte oder um eine Nachlässigkeit der „Golden-Rice“-Entwickler, die die erforderlichen Daten bisher nicht geliefert haben, bekommt Patrick Moore in der FAZ viel Raum, die „moralischen Abgründe“ von Umweltschützern zu geißeln.

Weder Vertreter von Greenpeace noch von „Friends of the Earth“ erhielten Gelegenheit, sich dazu zu äußern.

Deren Vorbehalte gegen das„Golden Rice“-Projekt sind:

  • Es gibt längst Alternativen zur Bekämpfung des Vitamin-A-Mangels. Die UN empfiehlt die Vitaminanreicherung von Lebensmitteln wie Zucker. Ein gemeinsamer Bericht von UNICEF, Weltbank und anderen bestätigt die Fortschritte in der Bekämpfung des Vitamin-A-Mangels durch die Verteilung von Vitaminpräparaten. Diese werden als preiswerte und geeignete Methoden bewertet.
  • Ob die vom „Golden Rice“ produzierten Carotinoide, die Vitamin-A-Vorstufe, Kochen und Lagerung überstehen, ist unklar und damit auch, ob der Reis seinen Zweck zur Bekämpfung von Mangelernährung überhaupt erfüllen kann.
  • Der Reis kann durch Pollenflug in benachbarte Reisfelder und in Wildreis einkreuzen und sich unkontrolliert ausbreiten. Welche Folgen das für die Umwelt und die Reisbauern hat, ist nicht untersucht.
  • Das Projekt dient der Aufbesserung des Images der Agro-Gentechnik-Industrie, die mit ihren bisherigen herbizid- und insektenresistenten Pflanzen nichts zur Bekämpfung von Hunger und Armut beigetragen hat, sondern sich allein auf „cash crops“ für den Weltmarkt konzentriert. Diese Pflanzen landen als Tierfutter in den Trögen und als Agrosprit in den Tanks, aber nicht auf den Tellern der Armen. Und sie erhöhen durch das Spritzen u.a. von Millionen Litern von Glyphosat den Gifteinsatz auf dem Acker.


Heike Moldenhauer
Leiterin Gentechnikpolitik

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.
Friends of the Earth Germany
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin




"Patrick Moore, ein bezahlter Botschafter der Atom-, Papier- und Gentechnik-Industrie,
führt häufig eine längst zurückliegende Zugehörigkeit zu Greenpeace vor, um mehr Legitimität in den Medien zu gewinnen. Durch die hohe Medienpräsenz wird oftmals der Eindruck erweckt, Patrick Moore repräsentiere noch immer Greenpeace und es wird oft fast komplett unterschlagen, dass es sich bei ihm um einen bezahlten Lobbyisten handelt, der weder unabhängig noch objektiv berichtet. Auf dieser Seite finden Sie Informationen und Fakten zur Glaubwürdigkeit der Aussagen von Patrick Moore.

1. Patrick Moore ist ein bezahlter Sprecher der Atomindustrie

Im April 2006 lancierte das US-amerikanische «Institut für Atomenergie», die wichtigste Lobbyorganisation der Atomindustrie, die «Sauber und Sicher»-Koalition und berief Christine Todd Whiteman, aus der früheren Bush-Administration, sowie Patrick Moore zu deren Vorsitzenden. Die «Sauber und Sicher»-Koalition war Teil eines riesigen Propagandaprojektes des PR-Unternehmens Hill & Knowlton, welches ein 8 Millionen Dollar teures Mandat der Atomindustrie innehatte.

2. Patrick Moore hat falsche Angaben über die Kernkrafttechnologie gemacht

Im Jahr 2004 hat Moore einen Artikel mit dem Titel «Nuklear Um-denken» in der Zeitschrift der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) veröffentlicht. Laut Moore war 'Three Mile Island' eine Erfolgsgeschichte: «Die Behälterstruktur tat das, wozu sie entworfen wurde: Sie verhinderte den Austritt von Strahlung in die Umwelt.» Entgegen den Aussagen von Patrick Moore, gelangte über mehrere Tage Radioaktivität aus dem Reaktorbehälter in die Umwelt. Es scheint sogar, dass Moore sich noch nicht einmal die Mühe gemacht hat, seine Aussagen zu überprüfen. Ein Merkblatt der «US Nuclear Regulatory Commission» zu 'Three Mile Island (TMI)' bestätigt, dass die Kernschmelze zu «einer erheblichen Freisetzung von Strahlung ...» geführt hat. Selbst die Internationale Atomenergie-Organisation, die Patrick Moores Artikel veröffentlicht hat, musste bestätigen, dass durch die Kernschmelze Strahlung in die umliegenden Gemeinden freigesetzt wurde. Als Ergebnis zählt die IAEA den Unfall als Stufe 5 auf einer Skala von 7 auf, einen «Unfall mit Folgen» (nur Tschernobyl und die sowjetische Atommüll Tankexplosion im Jahr 1957 sind schlechter als die 'Three Mile Island'-Kernschmelze gelistet).

Nach Angaben der US-Atomaufsicht gelangten damals 10 Millionen «Curie» in die Umwelt. Allerdings schätzen Kerntechniker, welche den Unfall nachuntersucht haben, dass mehr als 150 Millionen «Curie» entwichen sind. Die Kernschmelze in 'Three Mile Island' machte über Nacht aus einem Millionengeschäft eine mehrere Milliarden schwere Haftung und besiegelte das Schicksal der Kernenergie in den USA. Etwas anderes zu behaupten ist nichts weiter als reine PR."
Quelle: Greenpeache Schweiz



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Dieser Artikel wurde 7580 mal gelesen und am 26.1.2018 zuletzt geändert.