Erneut schwerer Störfall bei der Rhodia (F) - Cyclohexan entwichen

An die Medien in Südbaden und in Frankreich

Neben dem AKW Fessenheim gehört die Firma Rhodia (ehem. Rhône Poulenc in Chalampé), nach Ansicht des BUND, wohl zu den gefährlichsten Industrieanlagen im Elsass.

Die französische Tageszeitung DNA berichtet in ihrer heutigen Ausgabe von einem bisher unbekannten Störfall am 18. Dezember 2002. Bei diesem Unfall wurden nach einer anonymen Quelle der DNA 30 Tonnen (Stand 08.01.03, inzwischen ist bekannt, dass es 1200 (!) Tonnen waren) Cyclohexan freigesetzt. Dies ist zwar kein Ultragift (siehe Anlage), die ungeheure Menge des freigesetzten Giftstoffes aber zeigt wieder einmal, wie bei der Rhodia in Chalampé mit solch gefährlichen Stoffen umgegangen wird. Der "freigesetzte" hochbrennbare Stoff und die Blausäureproduktion der Rhodia in nächster Nähe...Rhodia (F) ist eine grenzüberschreitend gefährliche Fabrik.

Bereits im Mai des Jahres 2000 kam es zu einem Unfall mit "Freisetzung" von 15 kg extrem giftiger Blausäure. Nach diesem Unfall und der Kritik des BUND war die Werbeabteilung der Firma intensiv bemüht, die bestehenden Risiken herunterzuspielen.

Die französischen Medien berichten, dass am 29.9.00 bei Bauarbeiten auf der großen Erweiterungsbaustelle "Eden" der Rhodia elf Personen durch die "Freisetzung" von Lösungsmitteln verletzt wurden.

Noch schlimmer kam es am 18.10.00: Nach einem Salzsäureunfall beim Transport von Phosphorchlorid mussten 44 Personen ärztlich behandelt werden. 4 Personen kamen sofort ins Krankenhaus. 1000 Menschen auf der "Eden"-Baustelle mussten in Sicherheit gebracht werden, während Feuerwehrleute mit Wasservorhängen versuchten, das Ausmass des Unfalls zu reduzieren.

Von den Bauarbeitern mussten 22 Personen in die Ambulanz. Auch bei diesem Unfall musste erst ein anonymer Anrufer Öffentlichkeit herstellen.

BUND Regionalgeschäftsführer Axel Mayer erkennt einen massiven Widerspruch zwischen der verharmlosenden Selbstdarstellung der Firma und der von stetigen Unfällen geprägten Realität: "Gerade die vielen Vertuschungsversuche stimmen uns misstrauisch. Angesicht von 28 Tonnen Blausäure, die in der Firma stündlich produziert werden, wird das Misstrauen gegenüber der Firma angesichts des jetzt bekannt gewordenen Unfalls am 18.12.02 nicht geringer.

Wir fragen uns, ob das Regierungspräsidium informiert war und insbesondere, ob Feuerwehr und Katastrophenschutz auf der deutschen Rheinseite (Breisgau- Hochschwarzwald, Neuenburg, Müllheim) auf einen jeden Tag möglichen schweren Unfall vorbereitet wären".

Axel Mayer

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