Fessenheim: Korrosion an den Hüllrohren des AKW - Rostreaktor Fessenheim


Fessenheim: Korrosion an den Hüllrohren des AKW - Rostreaktor Fessenheim



Zusätzlich zu den „üblichen Problemen“ sind laut Medienberichten an 25 der 58 französischen Kernreaktoren Schäden an Hüllrohren der Brennelemente festgestellt worden und selbstverständlich sind auch die ältesten Reaktoren Frankreichs in Fessenheim davon betroffen.
Wenn die dünnen Rohre, die die Brennelemente umhüllen und vom Kühlwasser trennen, stark oxidieren können sie auch rissig werden. Wird die Hülle eines Brennelements durch Rost stark beschädigt, so können radioaktive Gase in das Reaktorwasser austreten. Vergrössert sich ein Riss im Hüllrohr, so entweicht neben den Edelgasen auch gefährliches radioaktives Iod in den Primärkreislauf. Da es auch zwischen Primärkreislauf und Sekundärkreislauf immer wieder Undichtigkeiten gibt, kann dies auch zu einer Erhöhung der der krebserregenden Strahlung im sogenannten Normalbetrieb führen. Über das konkrete Ausmaß der Schäden in den 25 französischen Reaktoren gibt es noch keine Informationen. Da die Radioaktivtät im Reaktorwasser kontinuierlich überwacht werden sollte, ist es mehr als erstaunlich, dass das Problem „unbemerkt-gleichzeitig“ an 25 der 58 französischen Kernreaktoren aufgetreten sein soll.
Notwendig wäre eine schnelle Abschaltung der betroffenen AKW und eine Ursachen- und Folgenanalyse. Doch die notwendige Abschaltung von 25 Reaktoren wäre auch eine wirtschaftliche Katastrophe für Frankreich und die EDF. Hier zeigt sich wieder einmal die risikovergrößernde Abhängigkeit des französischen Staates von einer Hochrisikotechnologie. Die fast baugleichen, gleichzeitig alternden Reaktoren könnten schon morgen Probleme bekommen die eine schnelle gemeinsame Abschaltung erforderlich machen würden. Doch es fehlen die Alternativen und es fehlt insbesondere auch die finanzielle Rücklagen für den Abbruch der AKW. Der Strom in Frankreich ist nur scheinbar billig.

Es gibt auch erste, unbestätigte Hinweise auf große Probleme einiger französischer Reaktoren der 900 MW Klasse. Dort scheint es "Undichtigkeiten" an den Stutzen zum Reaktordruckgefäß zu geben. Wenn sich dies bestätigt, dann wäre das auch ein Sicherheitsproblem.

Axel Mayer, BUND Geschäftsführer

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