BUND begrüßt viel zu späte Schließung der Giftmülldeponie Stocamine (F)



An die Medien am Oberrhein:

"Das Kind liegt trotz aller vorherigen Warnungen im Brunnen. Jetzt wird ein Deckel auf den Brunnen gelegt"

Ein Jahr nach dem Brand in der größten französischen Giftmülldeponie sind jetzt die Betreiber der Forderung der Umweltschützer nach einer endgültigen Schließung endlich nachgekommen.

Vor einem Jahr hatte der nach Betreiberangaben absolut unbrennbare Giftmüll gebrannt. Die Warnungen von Alsace Nature und BUND vor der Inbetriebnahme der Anlage waren in den Wind geschlagen worden. Nicht einmal einen Rauchmelder gab es in der größten Giftmülldeponie Frankreichs. Der symbolische Rauchmelder für 6 Euro, den BUND Geschäftsführer Axel Mayer der Firmenleitung nach dem Brand schickte, wird jetzt wohl nicht mehr gebraucht.

Die unsichere Giftmülldeponie hätte gar nicht erst in Betrieb gehen dürfen. Was bleibt ist ein massiver Glaubwürdigkeitsverlust der Betreiber und der Genehmigungsbehörden. Wir erinnern an die Kritik, der die Umweltschützer ausgesetzt waren, als Sie bei der Inbetriebnahme Zweifel an der Sicherheit der Anlage äußerten.

Nach "einhelliger Ansicht der Experten" war Stocamine bestens geeignet den Giftmüll für Jahrhunderttausende sicher zu lagern. Erstaunlich wie schnell Jahrhunderttausende vorbei sein können.

In Zukunft könnte der französische Atommüll in Bure und der Schweizer Atommüll in Benken am Rheinfall "nach übereinstimmender Ansicht der Experten" für eine Million Jahre sicher gelagert werden.

Und wieder gibt es berechtigte und ernstzunehmende Zweifel an der Sicherheit dieser noch gefährlicheren Projekte.

In Sachen Stocamine stellt sich immer noch die Frage nach der strafrechtlichen Verantwortung der Betreiber. Bei kleinen Umweltsündern ist die Staatsanwaltschaft schnell zur Stelle.

Axel Mayer
BUND und Alsace Nature wünschen angemessenes Stocamine Urteil

Mehr Informationen über Stocamine finden Sie mit Hilfe der Suchfunktion auf der BUND Homepage