Kirschessigfliege: Was tun? Gift oder kein Gift?


Die Kirschessigfliege – was tun? Gift oder kein Gift?

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), ein erst im Jahr 2011 bzw. v.a. auch im Jahr 2014 kurz vor der Weinlese aufgetretener Schädling, der alles weichschalige Obst wie Trauben, Beeren, Pflaumen, Kirschen, Pfirsiche….., befällt, auch gesunde reife und noch reifende Früchte.

Die Eier werden in die Früchte gelegt, durch die schlüpfenden Maden wird das Fruchtfleisch von innen aufgefressen, sodass die Früchte in sich zusammenfallen. Dies kann innerhalb von 2-3 Tagen nach Befall erfolgen.

Innerhalb von 8-14 Tagen kann sich 1 Generation entwickeln, ein Weibchen kann zw. 200 und 400 Eiern legen. So können sich innerhalb 1 Jahres zwischen 10 und 15 Generationen jeweils mit einer entsprechend großen Population entwickeln.

Es ist immer mit dem Einwandern von neuen Schadinsekten aus benachbarten Kulturen oder auch von Wildbeeren wie Holunder oder Brombeeren zu rechnen. Für die Kirschessigfliege war das Jahr 2014 "ideal". Der milde Winter und des nasse Sommer führten zu einem starken Anwachsen der Population.

Die Kirschessigfliege bereitet Obst-, Beeren- und Weinbauern große Probleme, teilweise sogar existentielle Sorgen, wie der kurze folgende Auszug aus der Badischen Zeitung zeigt:
"Die Kirschessigfliege hat dem Obstbau in der Region bereits massiv geschadet. Matschige Beeren, stinkende Kirschen: Nicht nur die Winzer fürchten die Kirschessigfliege. Bei den Obstbauern in der Region hat sie bereits massive Schäden angerichtet."

Für den Naturschutz bedeutet dies ein Dilemma:
Einerseits können wir die Landwirte verstehen, die ihre Ernten und Erträge schützen wollen, andererseits dürfen sich die umwelt- und bienenschädlichen Giftorgien, die wir bei der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers und des Buchsbaumzünslers teilweise erlebt haben, nicht wiederholen.

Im Rebbau ist momentan noch vieles unklar:
Welche Sorten überhaupt anfällig sind, in deren Beeren sich die Larven wirklich entwickeln können. Auch für die Bekämpfung gibt es momentan keine wirklich wirksamen Ansätze.

Allerdings sind überall Forschungsprogramme angelaufen. Biologische Schädlingsbekämpfungsmittel werden erforscht, sind aber noch längst nicht praxisreif.

Kirschessigfliege, Maiswurzelbohrer und Buchsbaumzünsler zeigen beispielhaft die Probleme einer globalisierten Welt und teilweise auch die Folgen des Klimawandels.
Hier müssen Landwirte, Bio-Landwirte und Naturschutzverbände gemeinsam nachhaltige zukunftsfähige Lösungen suchen.


Welche Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es?
Vor der Fruchtreife:
- Einnetzen von Kulturen:
Nur bei kleinen Kulturen, gerade auch im Haus- und Kleingarten, möglich, oder unter Folientunneln, Maschenweite max. 0,8mm
- Mögliche Befallsreduzierung durch Aufhängen von Köderfallen: Plastikbehälter (z.B. Trinkbecher) ca. 4cm hoch gefüllt mit naturtrübem Apfelessig und Wasser im Verhältnis 1:1, dazu ein Schuss Rotwein (wegen der Farbe) und ein Tropfen Spülmittel (wegen der reduz. Oberflächenspannung), Deckel mit ca. 15-20 Öffnungen nicht größer als 3-4mm, da sonst viele andere nicht erwünschte Insekten in die Falle gelockt werden. Köderflüssigkeit regelmäßig erneuern
- Durch Hygienemaßnahmen zur sofortigen Bekämpfung:
Sehr wichtig!

Keine befallenen Früchte am Baum lassen, abgefallene Früchte immer sofort entfernen,
befallene Früchte in Plastiktüten verschließen und zur Abtötung von Eiern und Larven der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen
nicht Kompostieren, da dabei die verschiedenen Entwicklungsstadien nicht sicher abgetötet werden
- Durch natürliche Feinde, wie verschiedene Wespenarten ( Gall-,Brack-,Zehr-,Erzwespen), die auch als Larvenstadien gekauft werden können
- Schnelles Abernten, alle 2 Tage

- spezielle Insektizide, aber:


Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


Links zum Thema Kirschessigfliege:



Kirschessigfliege: Überwachung und Massenfang:


Ein lesenswerter Beitrag von Claudia Daniel auf der Seite von .bioaktuell.ch


Im Rebbau ist momentan noch vieles unklar:
Welche Sorten überhaupt anfällig sind, ob sich die Larven in den Beeren wirklich entwickeln können. Auch für die Bekämpfung gibt es momentan keine wirklich wirksamen Ansätze.

Allerdings sind überall Forschungsprogramme angelaufen. Biologische Schädlingsbekämpfungsmittel werden erforscht, sind aber noch längst nicht praxisreif.






Übersicht: Landwirtschaft, Kirschessigfliege, Maiswurzelbohrer, Gift, Bienensterben, Insektensterben, Glyphosat, Mais, Genmais, Grüne Kreuze, Bauer Willi & Umwelt






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