Vortrag: Umweltgeschichte - Regionalgeschichte Baden, Elsass, Oberrhein


Vortrag / Präsentation: Umweltgeschichte - Regionalgeschichte Baden, Elsass, Oberrhein



Mittelalterlicher Erzabbau im Schwarzwald, der heute noch zu Umweltproblemen führt, giftschäumende Flüsse und Bäche in Südbaden, Schornsteine ohne Abluftreinigung im Elsass, Pläne im Jahr 1662 den Rheinfall zu sprengen und die heutigen Umweltkonflikte um Artenschutz, Flächenverbrauch, Gentechnik, Fessenheim, Freihandel und Nachhaltigkeit ...

An die erfolgreiche Bauplatzbesetzung gegen ein AKW im Wyhler Wald und an die Bauplatzbesetzung in Marckolsheim erinnern sich noch viele Menschen. Doch das alte badische Waldgesetz, die Besetzungen der AKW-Bauplätze in Gerstheim (F) und Kaiseraugst (CH), die auch klimabedingte Badische Revolution von 1848, der Bugginger Genacker und der Widerstand gegen den Giftmüllofen in Kehl sind manchmal schon vergessen.

BUND-Geschäftsführer Axel Mayer gibt in seinem Vortrag mit vielen Bildern einen kurzen, pointierten Überblick über Umweltgeschichte am Oberrhein, über Niederlagen und Erfolge der Umwelt- und Naturschutzbewegung.

Sie finden die Folien des Vortrages hier als pdf auf der BUND-Homepage.

Bitte bedenken Sie, dass ein Vortrag nicht nur von den gezeigten Bildern, sondern vor allem vom gesprochenen Wort lebt.

Wenn Sie im Vortrag "die geschichtliche Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "die historische Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es handelt sich um einen subjektiven Beitrag, darum auch der Titel: Umweltgeschichte(n) im Dreyeckland.
Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den anderen "geschichtlichen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
Axel Mayer


Umfassende Infos zur regionalen Umweltgeschichte finden Sie Hier


Hier ein kurzer Bericht über eine Vortragsveranstaltung in der Badischen Zeitung

Umweltgeschichten am Oberrhein: BUND-Vortrag in Endingen



BUND-Geschäftsführer Axel Mayer präsentierte in Endingen "Umweltgeschichte(n) am Oberrhein".

Umweltgeschichte(n) am Oberrhein präsentierte der BUND-Regionalgeschäftsführer Axel Mayer bei einem Vortrag in Endingen. Dabei machte er laut einer Pressemitteilung vor zahlreichen Besuchern deutlich, dass Umweltgeschichte die Geschichte der komplizierten Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur sei, die am Oberrhein vor mehr als 700 000 Jahren begann.
Ganz so weit blendete Mayer dann doch nicht zurück. Um das Jahr 1100 gab es erste Erwähnungen des zunehmenden Bergbaus in Kappel bei Freiburg, der erst 1954 endete und zu einer massiven Bleiverseuchung des Bodens führte. Der mittelalterliche Bergbau bringe als Spätfolge heute noch Schwermetallbelastungen entlang von Elz, Dreisam und Glotter.

Erstaunt waren viele der Zuhörer darüber, dass es schon im Jahr 1662 Pläne gab, den Rheinfall zu sprengen. Niederländische Kaufleute wollten damit ein Hindernis für den Abtransport von in der Schweiz geschlagenem Flößerholz nach Holland beseitigen. Die Grenzregion am Oberrhein war in der europäischen Geschichte auch immer wieder Kriegsgebiet. Fast jeder Krieg in Europa zwischen 1630 und 1945 sei auch am Oberrhein geführt worden, so Mayer. Die zumindest in Zentraleuropa erfreulich lange Friedensphase seit dem Zweiten Weltkrieg führe bei vielen Menschen zu der Illusion, der Friede sei etwas dauerhaft Gesichertes. Doch der Blick auf aktuelle Kriege und Konflikte zeige, wie wichtig es gerade heute sei, sich für Frieden und friedliche Problemlösungen einzusetzen.

Schwerpunkt des Abends war allerdings die jüngere Umweltgeschichte. Die erfolgreiche Verhinderung der geplanten Atomkraftwerke in Wyhl, Breisach und im schweizerischen Kaiseraugst liegen fast vier Jahrzehnte zurück. Dass auch im elsässischen Gerstheim ein AKW verhindert wurde, war vielen Zuhörern nicht bekannt. Und ob das altersschwache AKW in Fessenheim 2016 tatsächlich abgeschaltet werde, sei offen.

Nicht nur die Geschichte der Atomkraft und des AKW Fessenheim zeige, dass die Konflikte für eine bessere Umwelt immer auch mit einem Streit für mehr Freiheit und Demokratie verbunden waren, so Mayer. Er sprach von zwei deutlich unterscheidbaren Phasen der jüngeren Umweltgeschichte. Nach dem Krieg gab es eine Zeit massiver Umweltvergiftung mit luftverschmutzenden Fabriken, giftschäumenden Flüssen, mit Giften wie Asbest, DDT und Contergan. Eine Zeit, in der nicht nur in Teningen ein Baggersee, also offen liegendes Grundwasser, als Industriemüllkippe missbraucht wurde.

Mayer zeigte, dass es nicht nur das wichtige Wyhler "Nai hämmer gsait" zur Atomkraft gab, sondern auch das frühe Ja der "Sasbacher Sonnentage" zu umweltfreundlichen Formen der Energiegewinnung. Er erinnerte an vielfältigen, bunten Protest und beschrieb umweltbewegte Jahrzehnte und ihre Niederlagen und Erfolge. Luft und Wasser seien tatsächlich sauberer geworden, der Konflikt um das Waldsterben habe zu massiven Senkungen der Schwefelemissionen und anderer Luftschadstoffe geführt. Und Strom aus Windenergie und Sonnenkraft sei zum Entsetzen der Atomlobby schon billiger als Strom aus neuen Atomkraftwerken. Auch die Lachse kehrten endlich wieder in die Bäche der Region zurück – ein Beleg für die verbesserte Wasserqualität.

Heute seien Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit die großen, aber weniger spektakulären Themen der Umweltbewegung, so Mayer. Doch es gebe nicht nur Erfolge. Flächenverbrauch, Verlust an Lebensräumen, Vermaisung und der Oberrhein als lärmgeplagtes Transitland seien wichtige Themen der regionalen Umweltbewegung. Die große Bienenvergiftung am Oberrhein im Jahr 2008 zeige, dass der Streit gegen Umweltvergiftung noch lange nicht beendet ist. Und die Artenvielfalt sei weltweit weiterhin bedroht. Mayer: "Aktuell sterben täglich 380 Tier- und Pflanzenarten aus."

Dennoch zog der BUND-Geschäftsführer ein positives Resümee. Regional habe sich die Umweltsituation stark verbessert, die vielen Aktivitäten hätten sich für Mensch, Natur und Umwelt gelohnt. Doch Engagement für für Umwelt- und Naturschutz, Toleranz, Frieden, Demokratie und Nachhaltigkeit seien weiterhin nötig.













Vortrag: Umweltgeschichte - Regionalgeschichte Baden, Elsass, Oberrhein









"Die Wahrheit", Warnungen & Hinweise 2019:
  • 1) Diese regionalen BUND-Internetseiten sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleiner werdende Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern! Haben Sie Mut, Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen. Es gibt in diesem Land tatsächlich auch noch einige kluge, zumeist differenzierende Medien.
  • 3) Im Zweifel ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht von selber kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafener Nacht)


Aktueller Einschub vom 7.11.2019:

Grüne Kreuze & Artenausrottung in Deutschland 2019: Neue Studien


Während gerade bundesweit Landwirte mit Grünen Kreuzen & Demos für Agrargifte & Glyphosat demonstrieren, gab es neue, erschreckende Studien:

Vogelsterben


"Die Fachgruppe „Vögel der Agrarlandschaft“ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft hat mit Unterstützung des DDA ermittelt, dass die Zahl der abnehmenden und stark abnehmenden Arten von 55 Prozent auf 68 Prozent gestiegen ist. Die Bestandsrückgänge von Rebhuhn (89 Prozent seit 1992), Kiebitz (88 Prozent seit 1992), Feldlerche (45 Prozent seit 1992) und vieler weiterer Arten halten nicht nur an, sie haben sich sogar noch beschleunigt. Als wesentliche Ursache für die Bestandsrückgänge sehen die Fachleute die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Pestizideinsatz, starke Düngung, den Verlust von Landschaftselementen wie Ackerbrachen und die Einengung der Fruchtfolgen.
Quelle: Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.

Insektensterben


Der Rückgang der Insekten und Spinnen in Deutschland reicht weiter, als bislang angenommen. Seit 2009 ist etwa ein Drittel aller Arten aus Wiesen und Wäldern verschwunden. Die Auswertung ergab insgesamt: Sowohl die Zahl der Insektenarten nahm massiv ab wie auch die Biomasse – allein auf den Wiesen um mehr als zwei Drittel. Der Insektenschwund war überall dort besonders stark, wo die Wiesen von Ackerland umgeben waren. Damit weist das Forscherteam um den Ökologen Sebastian Seibold darauf hin, dass die Hauptursache in der Landwirtschaft zu finden ist.
Quelle: Studie der TU München

Lügen


Der Bauernbund bezeichnet das Insektensterben als „Agrarlüge“
Landwirte sollen ein Mitschuld am Insektensterben haben? Davon will der Bauernbund nichts wissen. Geschäftsführer Reinhard Jung spricht von der „größten Agrarlüge seit BSE“... Landwirte tragen aus Sicht des Brandenburger Bauernbunds gar keine Mitschuld am Insektensterben. „Die Behauptung des Nabu, in den letzten 25 Jahren sei die Masse der Insekten um mehr als 70 Prozent zurückgegangen, können wir nicht nachvollziehen“, sagte Bauernbund-Vorstand Thomas Kiesel. „Fest steht allerdings, dass sich auf landwirtschaftlicher Seite die Lebensbedingungen für Insekten in den letzten 25 Jahren nicht verschlechtert haben.“
Quelle: Märkische Allgemeine vom 25.3.2019