AKW Fessenheim: Pannenserie 2004

An die Medien


Die bedrohliche Pannenserie im französischen Atomkraftwerk Fessenheim am Oberrhein von dem auch die deutsche EnBW ihren Strom bezieht, setzt sich fort.



Bei der Beschreibung des "neuen" Problems spricht der Betreiber wieder einmal gezielt in Rätseln: Es handelt sich beim Ausfall eines Filtersystems der Belüftung um eine "schlechte Planung" (?) beim Betrieb des Reaktors 2. Dieser "Qualitätsmangel" (?) sei Grund für die Einstufung auf der Skala gewesen. "Ich kann nicht mehr dazu sagen", sagte die Sprecherin des AKW Fessenheim.

Diese mehr als dürftigen Aussagen erlauben keine seriöse Bewertung des x-ten Störfalls in einer langen Pannenserie. "Es handelt sich bei Fessenheim aber nicht um eine Wurstfabrik bei der ein Unfall nur einige wenige Menschen beträfe. Ein schlimmer Unfall in Fessenheim und jedem anderen AKW würde einen Teil Zentraleuropas auf Dauer unbewohnbar machen". Die verschleiernden Aussagen der Betreiber lassen alle technischen Fragen offen und darum nur an einer Stelle seriösen Widerspruch zu. "Bedenkliche Mängel im AKW Fessenheim sind keine "Anomalie" wie die EDF sagt, sondern zwischenzeitlich eher "Nomalie" also bedrohliche Normalität und Alltag", sagt BUND Geschäftsführer Axel Mayer. Ministerpräsident Teufel sollte sich lieber um den Zustand der AKW in Baden- Württemberg und in Grenznähe kümmern, statt sich als Atom Lobbyist und Kämpfer gegen Windmühlenflügel zu betätigen. Jetzt gilt es Druck auf die EnBW auszuüben, die Mitverantwortung für Fessenheim trägt, von dort Strom bezieht und die neuen Euroreaktoren mitfinanziert.

Die französische Umweltbewegung wird mit einer landesweiten Protestaktion auf die Gefahren der AKW und auf den drohenden Zubau neuer Euroreaktoren aufmerksam machen. Am 24. April startet die "Tour de France" von Sortir du nucleaire am maroden elsässischen AKW Fessenheim. Am gleichen Tag werden auch badische Umweltgruppen und Bürgerinitiativen diese Aktion unterstützen. Fahrradtouren ab Müllheim, Freiburg und von anderen Orten zur Unterstützung der französischen Umweltschützer nach Fessenheim und eine Kundgebung in Breisach sind geplant.


Nachtrag: 27.4.04

Einzelne Medien bringen die Vielzahl von Störfällen der letzten Wochen in Fessenheim in den Zusammenhang mit einer "möglicherweise erfolgten" teilweisen Kernschmelze im AKW Fessenheim. Nach Ansicht von Axel Mayer und Jean Paul Lacote spricht außer Vermutungen bisher wenig für diese These. Die Situation im altersschwachen AKW ist auch ohne Überteibung schon schlimm genug.
Hintergrundinformation zum AKW Fessenheim