Arbeitskreis Botanik am Südlichen Oberrhein - Aktuelles/Exkursionen

Arbeitskreis Botanik am Südlichen Oberrhein - Aktuelles/Exkursionen



Inhaltsverzeichnis:




Aktuelles / Geplante Exkursionen


AK Botanik Exkursionen: Derzeit immer am Freitag um 17 Uhr (Stand 18.7.18)



Liebe Freundinnen und Freunde der Botanik,

die Tage werden länger, Scilla, Winterling & Co. blühen bereits. Der "harte Kern" des AK Botanik hat sich deshalb letzte Woche einmal zusammengesetzt und überlegt, wie wir es heuer angehen könnten.
Zum einen wollen wir uns ein paar Stellen im Frühjahr ansehen, die wir letztes Jahr im Herbst hatten (Vauban, Bienengarten).
Dann waren wir an der "Sängerruh" aus Zeitgründen vor den spannenden Flächen bereits umgekehrt - da wollen wir nochmal hin: Ich meine, vom Bahnhof St.Georgen aus kommen wir schneller und direkter ans Ziel. Wir können uns aber auch wieder an der Endhaltestelle Vauban (Innsbrucker Str.) treffen, und geschwind mit 2,3 Autos hochfahren ...
Von der Leiterin des Mundenhofs haben wir letztes Jahr den "Auftrag" bekommen, das Gelände dort mal auf Baumarten und evtl. Giftpflanzen abzugrasen.
An zwei Wochenenden haben wir den Termin wegen Kollision mit dem BLNN-Exkursionsprogramm auf Donnerstag verlegt - wohl wissend, dass da manche nicht kommen können - alles geht halt nicht!
Der vorliegende Plan ist nicht in Stein gemeißelt - wenn jemand eine andere gute Idee hat, immer her damit! Insbesondere für die Wasserpflanzen und die Seggen suchen wir noch ergiebige Standorte ...
Auch wenn jemand irgendwohin eine geschicktere Anfahrtsmöglichkeit weiß - alle Öffi-Fahrer werden den Tip begrüßen!





AK-Botanik 2019








Hier zum RV Jahresprogramm 2019





Oktober 2018

Der AK Botanik im BUND RVSO – ein „innovatives Format“


Die Idee dazu kam in einem Straßengraben: Ich hatte mich dort niedergelassen, um einer mir noch nicht bekannten Pflanze ihre Identität zu entlocken. Als ich noch im „Rothmaler“ blätterte, hupte ein vorbeifahrender Autofahrer. Später hielt einer an – ob ich ein Problem hätte?
Das Erlebnis war nicht gerade angenehm und der Artenkenntnis nicht zuträglich. Ich erinnerte mich an Exkursionen mit einem Freund beim NABU Heidelberg, der dort seit vielen Jahren einen Botanischen Arbeitskreis leitet – in klassischer Manier: Ein Grüppchen Interessierter trifft sich wöchentlich, und der „Meister“ erklärt die Pflanzen.

So entstand – zunächst im Kopf – die Vision eines AK Botanik, der ohne „Meister“ funktioniert, und der den vielen Angeboten botanischer Exkursionen, die es ja im Raum Freiburg durchaus gibt, keine Konkurrenz macht. Wenn fünf oder zehn Wissbegierige sich mit ihren Bestimmungsbüchern über die Pflanze im Straßengraben beugen, dann denkt der Autofahrer nicht an einen psychiatrischen Notfall, sondern an eine Expertengruppe.

Nach Rücksprache mit Geschäftsführer und Vorstand habe ich diese Idee einer „Selbsthilfegruppe für botanische Artenkenntnis“ über die Kanäle des BUND RV Südlicher Oberrhein verbreitet, und siehe da, es meldeten sich Menschen für diesen Arbeitskreis an! Offenbar war ich mit meinem Problem nicht allein. Im Februar 2018 trafen sich 24 (!) Interessierte in der Ökostation: Es wurden Vorschläge gemacht für Exkursionsziele, und es wurde abgestimmt, zu welchem Zeitpunkt und wie oft wir uns treffen wollten. Die Ziele mussten nicht spektakulär sein, im Prinzip könnte man an jeder beliebigen Haltestelle in der Peripherie des Freiburger Verkehrsverbundes losziehen. Und wir wollten uns wöchentlich treffen – wer kann, der kommt, wer gerade was anderes vorhat, kommt nächstes Mal wieder. Ganz formlos.

Die erste Exkursion, bei der noch ein „Meister“ dabei war (zur Sicherheit – ich hatte ja keine Ahnung, wie sich die Leute anstellen würden), wurde ganz gut angenommen, bei der zweiten waren sogar 15 Interessierte am Treffpunkt. Mein
mail-Verteiler, über den ich die Exkursionen ankündige und die Protokolle verschicke, war mittlerweile auf weit über 30 Adressen angewachsen.
Im Laufe der Vegetationsperiode wurden die Teilnehmerzahlen kleiner, es gab auch mal „tres faciunt collegium“, d.h. auch drei sind eine Gruppe – aber im Schnitt pendelte sich das auf 5-10 Personen ein - ideal, um effizient zu sein.
Eines der Highlights, sogar mit nachfolgendem Pressetermin, war unsere Exkursion zur „Pflasterfugen- flora“ im Stadtteil Vauban.

Jetzt, 17 Exkursionen und Protokolle nach der Auftaktveranstaltung, kommen immer noch neue Interessenten dazu, andere verabschieden sich – die Liste hat sich bei knapp 50 Adressen eingependelt. Die einigermaßen regelmäßig zu den Exkursionen kommen, bilden mittlerweile eine Art „harten Kern“ von 12 – 15 Leuten. Genau diese haben sich jetzt im Oktober wieder in der Ökostation getroffen und einhellig beschlossen: Wir machen weiter!

Dr. Henner Wenzel
(mittlerweile) Vorstand RVSO

Nachtrag im Frühjahr 2019: Der Verteiler umfasst mittlerweile 72 Adressen !
Wir sollten jetzt mal etwas bremsen …





Ankündigung AK Botanik

Unter dem Motto „Was blüht denn da?“ soll beim BUND Regionalverband (nach einem Vorbild beim NABU Heidelberg) ein Arbeitskreis Botanik ins Leben gerufen werden.
Wer von Euch/Ihnen hat sich nicht schon geärgert, dass sie/er Allerweltspflanzen im Gelände nicht ansprechen konnte? Wer macht nicht einen großen Bogen um das Bestimmen von allem, was ein gelber Korbblütler ist oder wie Gras aussieht?
Geplant ist, sich in einer festen Gruppe regelmäßig in und um Freiburg im Gelände zu Exkursionen zu treffen. Was wir im Gelände bestimmen können, bestimmen wir dort, den Rest nehmen wir mit nach Hause zum Pressen. Gute Fotos alleine genügen nicht, sind aber oft eine große Hilfe.
Hin und wieder treffen wir uns dann in der Ökostation oder im BUND-Büro, um die schwierigen Fälle anzugehen: Wie weit komme ich mit einem Schlüssel, wie weit mit einem „Bilderbuch“? Wie kann ich beides sinnvoll kombinieren?
Im Winterhalbjahr gibt es Knospen, Rinden, Fruchtstände und Rosetten, die zugeordnet werden wollen. Daneben könnten wir im Winter Vorträge organisieren - es gibt ja einige botanische Koryphäen in Freiburg und Umgebung.
Ziel ist in jedem Fall, die eigene Artenkenntnis aus- und die Hemmschwelle vor „schwierigen Pflanzen“ abzubauen. In der Gruppe geht das viel besser - jede/jeder ist irgendwo AnfängerIn, jede/ jeder hat ihr/sein Steckenpferd, wo sie/er sich auskennt, und alle kochen nur mit Wasser.
Um den Einstieg zu finden und sich kennenzulernen, soll es im zeitigen Frühjahr eine „Auftaktveranstaltung“ im BUND-Büro oder in der Ökostation geben.
Wer sich angesprochen fühlt, möge sich bitte (evtl. mit einem Terminvorschlag) melden bei:
Henner Wenzel, Tel. 0174 7273558 bzw. per mail: henner-wenzelweb.de





Liebe Freundinnen und Freunde der Botanik,

letzten Montag, am 15.10.18, trafen sich ein Dutzend Interessierte in der Ökostation
zur "Manöverkritik" bezüglich der abgelaufenen Saison und zur Planung sowohl des
Winterprogramms als auch der nächsten Exkursionssaison.

Die Kritik hielt sich in engen Grenzen, auch an dem Standardtermin Freitag 17 Uhr
wollte niemand grundsätzlich etwas ändern. Da nur ein Viertel der prinzipiell Interes-
sierten anwesend war, möchte ich aber vor Saisonbeginn im März nochmal einen
Doodle rausschicken, um die Terminpräferenzen abzufragen. Vielleicht lassen sich
ja doch durch entsprechende Anpassungen die Teilnehmerzahlen etwas erhöhen.
Im Sommer 2018 waren es im gefühlten Durchschnitt 6-7 TeilnehmerInnen pro
Exkursion - ein Wert, der bei mittleweile 50 InteressentInnen auf der Mailingliste
doch ausbaufähig sein sollte.

Zu der Pflasterfugenflora-Exkursion im Vauban gab es am Mittwoch einen Artikel in
der BZ (ich hatte mich ja im Nachgang zu unserer Exkursion auf Axels Anregung hin
dort noch einmal mit einer BZ-Redakteurin getroffen). Mancher Abschnitt ist etwas
holprig, aber insgesamt hat sie das recht nett und ansprechend gemacht:

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/vielfalt-im-kleinen--157748566.html


Nachdem es immer noch zu trocken ist, wird es heuer mit der von Günter Saar ange-
botenen Pilzexkursion möglicherweise nichts mehr.
Und ob Georg Schepers in seinem Terminkalender noch eine Lücke finden wird, in
der er eine Rosetten- und Fruchtstände-Exkursion unterbringen kann, ist auch noch
offen.
In den ersten Monaten des neuen Jahres wollen wir auf jeden Fall einen Grundlagen-
kurs abhalten (Pflanzenanatomie, Taxonomie, Nomenklatur), um den "Quereinsteigern"
ohne oder mit magerem biologischen Hintergrund den Dialog mit den "Experten"
etwas zu erleichtern. In die gleiche Richtung zielt der Vorschlag, den Umgang mit dem
Bestimmungsschlüssel zu erklären und zu üben.
Für das erstere Ansinnen hat sich Dr. Patrick Kuss (feldbotanik.de) bereit erklärt, uns
eine entsprechende Einführung zu geben.
Für die Übungen mit dem Schlüssel kann uns Jan Debusmann entsprechende Hilfs-
mittel von seinem Botaniklehrer Winfried Meier zur Verfügung stellen.

Für die Exkursionssaison haben wir bereits eine Fülle von Vorschlägen gesammelt,
die ich als Liste gesondert in den Anhang stelle.

Dazu und auch sonst bitte ich alle InteressentInnen um Anregungen und Vorschläge -
wir sind schließlich eine Selbsthilfegruppe, auch wenn ich gerne die Koordination,
Organisation und auch mal das Protokoll übernehme.
A propos: Die Winterpause möchte ich gerne nutzen, um aus der Vielzahl der bisher
entstandenen Protokolle zu ein paar erfahrungsgemäß nervigen Pflanzengruppen
brauchbare Hilfsschlüssel für den Freiburger Raum zu basteln - oft kommt ja eine
große Zahl der Arten einer Gattung hier gar nicht in Frage, und man hätte es mit so
einem lokalen Schlüssel einfacher. Ich denke da z.B. an Centaurea, an Ampfer, an
Knöteriche, Gänsefußgewächse, Apiaceen oder vielleicht sogar die berühmten gelben
Compositen ... (der nächste Winter kommt ja auch noch).
Wenn jemand Lust hat, daran mit zu basteln - bitte meldet Euch gerne!

Mit den besten Grüßen!
Henner








Protokolle und Artenlisten


Protokoll der Exkursion vom 28.9.18: Am Hauptfriedhof Freiburg


Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 28.9.18: Am Hauptfriedhof FR

Der Friedhof selbst ist „leider“ sehr gepflegt – hier wurden wir nur am Grunde eines ausgetrockneten Teiches fündig.
Vorher ging es am Straßenrand entlang über den Spielplatz und entlang des Radweges an der südlichen Friedhofsmauer – von der Südwestecke durch den Friedhof wieder zum Haupteingang.




Protokoll der Exkursion vom 21.09.18 am Mundenhof


Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 21.9.18: Bienengarten im Mundenhof

Trotz Wind und aufziehendem Regenwetter fanden sich 8 Interessierte am Mundenhof ein, um dort die Wiese im Bienengarten artenmäßig zu erkunden: Leider war von dem nach der Mahd im Juli erwarteten „2. Flor“ nicht viel zu sehen, und so waren wir im wesentlichen auf vegetative Merkmale angewiesen. Auch Dank der fachkundigen Unterstützung durch Winfried Meier von der Forstbotanik kamen doch einige Arten zusammen:





Protokoll der Exkursion vom 14.09.18 in Buchholz


AK Botanik-Exkursion am 14.09.18: Kartieren in Buchholz (Prot. Lena Purmann)

Zu dritt haben wir uns mit der Kartierarbeit in Buchholz beschäftigt und dabei viele Pflanzen der Pflasterfugen und Rinnsteine der letzten Exkursion wiederholt. Da es bei der Kartierung um die vollständige Aufnahme aller sicher bestimmbaren Pflanzen geht, werden auch diese im Protokoll noch einmal aufgeführt.
Route: Bahnhofsvorplatz, Eisenbahnstr., Schloßstr. und Torackerstr.

1) Digitaria sanguinalis subsp. sanguinalis (Blut-Fingerhirse): Bei Digitaria-Arten haben die fingerartigen Ähren keinen gemeinsamen Ursprung (vgl. Cynodon), die Ährchen stehen paarweise auf einer Seite der Ährenachse; D. sanguinalis: Ährchen lanzettlich spitz, obere Hüllspelze nur halb so lang wie Deckspelze; obere Blattscheiden immer behaart;
2) Eragrostis minor (Kleines Liebesgras): Ligula in Haare aufgelöst, Blattscheiden behaart, runde, walzlich- lange Ährchen (vgl. Poa annua m. kurzen, flachgedrückten Ährchen); Warzen bzw. „Drüsen“ am Blattrand (E. pilosa ohne diese)
3) Lotus corniculatus (Gewöhnlicher Hornklee)
4) Pilosella officinarum (Gewöhnliches Mausohr-Habichtskraut)
5) Cornus sanguinea subsp. australis (Blutroter Hartriegel): Blattunterseite nur anliegend behaart; bei der Nominat-Unterart (C. sang. ssp. sanguinea) einfache, abstehende Haare, nur am Rand anliegende!
6) Verbena officinalis (Eisenkraut)
7) Taraxacum sect. Ruderalia
8) Erigeron annuus subsp. annuus (Einjähriger Feinstrahl, einjähr. Berufkraut): Neophyt aus N-Amerika, Stängelblätter grob gezähnt
9) Setaria viridis (Grüne Borstenhirse): Deckspelze glatt, Borsten grün, später gelbrot
10) Setaria pumila (Fuchsrote Borstenhirse): Deckspelze stark querrunzelig, Borsten gelb, später fuchsrot, Bl. lang bewimpert
11) Polygonum arenastrum subsp. arenastrum (Gewöhnlicher Vogel-Knöterich; gehört zur Artengruppen Polygonum aviculare): dreieckige Früchte mit konvexen Seiten; Blüten zu wenigen in den Blattachseln
12) Portulaca oleracea subsp. oleracea (Gemüse-Portulak): Stg. rot, fleischig; Blätter fleischig; Blüten gelb; meist niederliegend und sternförmig wachsend
13) Potentilla reptans (Kriechendes Fingerkraut): alle Stängel ausläuferartig niederliegend, an den Knoten wurzelnd
14) Plantago major (Breitwegerich): klassische Trittrasenpflanze; Blätter gestielt, Blattgrund herzförmig, Blattadern vereinigen sich vor der Spitze; vgl. P. uliginosa (Kleiner Wegerich): Blattrand weit gezähnt;
15) Plantago lanceolata (Spitzwegerich)
16) Lepidium virginicum (Virginische Kresse): Kronblätter länger als der Kelch (Neophyt), Blätter gesägt mit Seitennerven, Grundbl. fiederteilig
17) Conyza canadensis = Erigeron canadensis (Kanadisches Berufkraut): Blattränder zerstreut abstehend lang behaart; kann bis zu einem Meter hoch werden
18) Lapsana communis (Rainkohl): bildet eine Rosette, Blätter unterseits auf den Adern behaart, Blätter fiederteilig: blattstielwärts zwei typisch nach hinten gerichtete Fiederteile
19) Hypochaeris radicata (Gewöhnliches Ferkelkraut): Köpfchenboden mit Spreublättern; Blätter weit gezähnt, ober- und unterseits mit borstigen Haaren besetzt
20) Hedera helix (Efeu): Giftig!
21) Oxalis corniculata (Gehörnter Sauerklee): Blüte gelb, Blätter oft dunkelrot (viel Anthocyan), Neophyt
22) Oxalis stricta: Blüte gelb, Kapseln +- kahl (bei O. corniculata Kps. weichhaarig)
23) Poa annua: kurze flachgedrückte Ährchen
24) Chenopodium polyspermum: oft rotstielig
25) Trifolium pratense (Wiesen-Klee): unterirdische Ausläufer
26) Glechoma hederacea (Gundelrebe)
27) Cerastium holosteoides (Gewöhnliches Hornkraut); ausdauernd, wintergrün, Stg. U. Bl. stets behaart, Kronbl. 3-7 mm, kaum länger als Kelchbl; Kapsel kürzer als 12 mm;
28) Ranunculus acris (Scharfer Hahnenfuß); Obere Bl. geteilt, KBl. nicht zurückgeschlagen, B.stiele nicht gefurcht, Pfl. anliegend behaart, B.boden immer kahl
29) Ranunculus repens (Kriechender Hahnenfuß); B.stiele gefurcht, B.boden behaart, lg. Kriechende Ausl., Bl. 3-zählig
30) Calystegia sepium (Gewöhnliche Zaunwinde): Blätter pfeilförmig; Stängel windend
31) Potentilla sterilis (Erdbeer-Fingerkraut): Blätter wie bei der Erdbeere, aber am Rande feiner, silbriger Haarsaum; unterirdische Ausläufer; weiße Kronblätter breit getrennt, nicht wie bei Erdbeere überlappend
32) Sedum sexangulare (Milder Mauerpfeffer): ohne scharfen Geschmack
33) Achillea millefolium (Wiesen-Schafgarbe; Gruppe von Kleinarten)
34) Sambucus nigra (Schwarzer Holunder): weißes Mark
35) Rumex obtusifolius (Stumpfblättriger Ampfer): Blätter lang gestielt mit abgerundetem bis herzförmigem Grund und stumpfer Spitze
36) Alliaria petiolata (Lauchhederich, Knoblauchsrauke): essbar; Blätter nach Knoblauch riechend; Stängel schwach kantig, am Grund abstehend behaart
37) Daucus carota: Möhrengeschmack, abgeblühte Blütenstände bilden “Nester”
38) Sagina apetala (Kronloses Mastkraut): Kelchblätter liegen der Frucht an, sind unterschiedlich, äußere stachelspitzig; Blätter lang stachelspitzig; (≠ S. procumbens: Kelchblätter sternförmig abstehend, alle gleich, stumpf; Bl. kurz stachelspitzig)
39) Geum urbanum (Gewöhnliche Nelkenwurz): Blätter gefiedert, Fiedern zum Ende hin größer werdend
40) Solanum nigrum (Schwarzer Nachtschatten): Giftig! Blätter beidseitig behaart; Beeren meist schwarz
41) Festuca rubra (Rot-Schwingel): Blätter der nicht blühenden Triebe borstig, Stängelblätter breiter; bildet lange unterirdische Ausläufer
42) Festuca arundinacea (Rohr-Schwingel): auch die grundständigen Blätter flach, kahnförmig, Öhrchen am Rand bewimpert; Blattscheiden offen (≠ Bromus spec.: Blattscheiden geschlossen); abgerundete Spelzen (≠ Poa spec.: gekielte Spelzen)
43) Trifolium repens (Weiß-Klee): Nebenblätter trockenhäutig, zu Tute verwachsen; Blüten weiß bis hellrosa, später stark zurückgebogen; Sprossachse kriechend m. oberird. Ausl.; Blätter gezackt
44) Prunella vulgaris (Kleine Braunelle); Krone 7-15 mm, höchstens doppelt so lang wie Kelch; oberstes Laubblattpaar direkt unter B.std. (P. grandiflora: K>20mm, 2-3x Kelchlge., Abstand Laubbl.-B.std.)
45) Senecio vulgaris (Gemeines Greiskraut): fiederspaltige Blätter, blüht gelb ohne Zungenblüten, oberer Teil d. Hülle schwarzbraun
46) Geranium robertianum (Stinkender Storchschnabel, Ruprechtskraut)
47) Chenopodium album (Weißer Gänsefuß)
48) Aquilegia vulgaris agg. (Artengruppe Gewöhnliche Akelei): Giftig! B m. 5 hakenförmigen Spornen
49) Echium vulgare (Gewöhnlicher Natternkopf): Griffel zweispaltig; bildet Rosetten
50) Herniaria glabra (Kahles Bruchkraut): typisch an sandigen, betretenen Ruderalstellen wie Pflasterfugen; frischgrün, höchstens schwach bewimpert, Frucht länger als Hülle
51) Persicaria lapathifolia (Ampfer-Knöterich); B.stds.achsen m. sitzenden Drüsen, Ochrea kahl
52) Chelidonium majus (Schöllkraut): Giftig! Pflanze mit orangefarbenem Milchsaft, der äußerlich gegen Warzen angewendet wird; Blätter gefiedert, Fieder ungleich doppelt gekerbt oder gelappt; Blüten gelb
53) Robinia pseudoacacia (Robinie): Jungpflanze; Nebenblattdornen!
54) Echinochloa crus-galli (Echte Hühnerhirse)
55) Aegopodium podagraria (Giersch)
56) Galium album (Weißes Labkraut): Blüte weiß
57) Juncus tenuis (Zarte Binse); typ. Trittrasenart, Neophyt! s. Protokoll Hirzberg
58) Linaria vulgaris (Gewöhnliches Leinkraut): Blüte gelb
59) Cichorium intybus (Gewöhnliche Wegwarte)
60) Arrhenatherum elatius (Glatthafer) Spelzen ohne Kiel, untere DSp fast am Grund lg. begrannt
61) Acer campestre (Feldahorn): Jungpflanze; bildet Korkleisten




Protokoll der Exkursion vom 07.09.18 im Vauban


AK Botanik-Exkursion am 07.9.18: Pflasterfugenflora im Vauban

Nach langer Sommerpause fanden sich erfreulicherweise 10 (!) Interessierte zusammen, um sich mit der weithin unbekannten Pflanzenwelt der Pflasterfugen, Rinnsteine und Asphaltränder zu beschäftigen.
Vorab konnten wir noch eine Kuppel aus Weidenstecklingen besichtigen, die schon etliche Jahre besteht,
aber in einer anderen Technik gebaut ist (Weidenrutenbüschel; Methode M.Kalberer) als die Weiden-pavillons im Bot. Garten FR (zusammengewachsene Stämme; Methode Prof. Speck).









Protokoll der Exkursion vom 20.07.2018 in Ebringen


AK Botanik-Exkursion am 20.7.18 in Ebringen (auf den Spuren vom 16.3.)
Zu der Liste aus dem Frühjahr kamen einige wenige Arten dazu:


Krautige Pflanzen:


In den Gärten fiel uns unter anderem auf:


Protokoll der Exkursion vom 13.07.2018 in Ihringen


AK Botanik-Exkursion am 13.7.18: Rebland/Böschungen in Ihringen („Schlichten“)
Es war wieder heiß, aber vom Bahnhof zum Einstieg beim Friedhof musste niemand laufen. Die Motivation der 6 Teilnehmer wurde durch die Aussicht auf die abschließende Einkehr in der Eisdiele hochgehalten … Allerdings wurde es 20 Uhr, bis wir dort ankamen – es gab viel zu sehen!



Protokoll der Exkursion vom 06.07.2018 beim Güterbahnhof Freiburg


AK Botanik-Exkursion am 06.7.18 auf dem Gelände des ehem. Güterbahnhofs FR
Bei unbeständigem Sommerwetter mit kurzem Schauer konnten sich sieben Interessierte davon überzeugen, dass Bahnhofsgelände hotspots der Artenvielfalt sind (Gbf FR: ca. 380 Arten / 40 ha). Trotz bereits umfangreicher Bebauung bekamen wir einen Eindruck davon, wie sich hier ganz besondere Arten zusammenfinden: Ruderalflora! Viele Neophyten und „Eisenbahnwanderer“, z.B.



Protokoll der Exkursion vom 29.06.2018 in Littenweiler


AK Botanik-Exkursion am 29.6.18: Waldvegetation bei St.Barbara, Littenweiler
Es war heiß und weit oben und der Bahnübergang in Littenweiler war zu: So waren wir nur zu dritt, aber botanisch hat es sich voll gelohnt! Viele typische Waldarten, viel Neues, viel Bestimmungsarbeit. Auf dem Rückweg wäre es noch viel mehr geworden, wenn es nicht schon so spät gewesen wäre…
Zunächst noch ein Nachtrag vom Rieselfeld von Jan Debusmann:


Protokoll der Exkursion vom 22.06.2018 im NSG Rieselfeld


AK Botanik-Exkursion am 22.6.18: NSG Rieselfeld am Mundenhof
Bei angenehm kühlem Wind fanden 8 Interessierte auf einem kurzen Weg eine bemerkenswerte Fülle an z.T. recht raren Arten. Auf dem Rückweg lernten wir noch die Mundenhof-Chefin kennen, die uns ihren Bienengarten (als zukünftiges Betätigungsfeld für uns!) gezeigt hat. Jan wird sich mit ihr in Verbindung setzen. Gleich gegenüber vom Parkplatz fanden wir am Rande eines großen Dinkelackers:



Im feuchten Bereich an einem Graben:


Protokoll der Exkursion vom 08.06.2018 am Hirzberg


AK Botanik-Exkursion am 08.6.18: Halbtrockenrasen am Hirzberg
Am Rande einer großen Gewitterzelle, die am Kandel hing, hatten die erfreulichen 8 TeilnehmerInnen neben kurzen Regenintervallen auch Sonnenschein auf der allerdings nassen Hirzbergwiese. Bestimmungsbedarf stand bereits an der Böschung neben dem Weg, der an den Waldrand hochführt …
Dank an Sophia Anslinger für die Vorbereitung des Protokolls!

Artenliste:


Protokoll der Exkursion vom 18.05.2018 im Liliental


AK-Botanik-Exkursion am 18.05.2018 im Liliental bei Ihringen/Kaiserstuhl
Die Exkursion vor Pfingsten zur Orchideenblüte im Liliental wurde von Siegfried Mattausch organisiert und geführt. Vier weitere Botanik-Interessierte nahmen teil und ließen sich die große Artenvielfalt und die geologischen und ökologischen Besonderheiten des Lilientals erklären.
Protokoll: Gudrun Seiffert und Siegfried Mattausch

Geologie und Klima:
Lössboden mit hohem Kalkgehalt; wärmebegünstigte Lage am Oberrhein (Ihringen gilt als wärmster Ort Deutschlands)

Wegbeschreibung:
Einstieg ca. 300 m nördlich des Restaurants „Zur Lilie“, kurzer steiler Pfad in die Wiese (1),
kleiner Bogen nach W über die Wiese;
wieder nach N bergauf zu Wald-/Gehölzrand (2);
nach NO weiter bergauf am Rand einer Terrasse (3);
wieder nach N, zw. Birkenwäldchen im W und Waldrand im O (4);
Rückweg direkt (5) (oberhalb Punkt 1).

I. Artenliste
Orchideenarten sind fettgedruckt
1: Wiese an steilem Hang, mit jungen Bäumen; anfangs nitratreich


2: unter Sträuchern / am Waldrand


3: wieder offener; Halbtrockenrasen


4: Waldsaum, schattiger als vorherige Stellen


5: wieder offener, sonniger (Halbtrockenrasen)


II. Theorie / Hintergrund:
Orchideen:
Orchideen sind phylogenetisch jung, deshalb ist die Artbildung noch nicht abgeschlossen, dadurch bilden sich viele Hybriden.
Die Samen der Orchideen sind sehr klein und können gut durch den Wind verbreitet werden. Sie enthalten jedoch kein Nährgewebe zur Versorgung der Jungpflanze. Diese ist bei der Keimung und in ganz jungem Stadium auf die Nährstoffzufuhr durch Mykorrhizapilze angewiesen.
Trick bei der Bestäubung: Ragwurzen imitieren das Aussehen und den Geruch von Insekten (Pheromone), locken dadurch diese Insekten zur Bestäubung an.
Bestimmungshilfe: Das Heft „Orchideen im Kaiserstuhl“, herausgegeben vom Naturzentrum Kaiserstuhl, gibt es in Freiburger (und Umgebungs-?) Buchhandlungen oder beim Naturzentrum selbst zu kaufen.

Vegetation in Mitteleuropa, Entwicklung:
Die Artenvielfalt in Mitteleuropa ist sehr viel kleiner als z.B. in Amerika. Grund: Während der Eiszeiten wurden wärmebedürftige Arten verdrängt. In Amerika konnten sie nach Süden ausweichen (Hauptgebirge wie die Rocky Mountains verlaufen in Nord-Südrichtung, bilden also keine Barriere), in Europa wurde die Abwanderung nach Süden von den Alpen blockiert, viele Pflanzen starben (nördlich der Alpen) aus.
In Amerika konnten viele Arten nach den Eiszeiten wieder nach Norden zurückwandern.
Die Barriere der Alpen könnte auch im Klimawandel verhindern, dass wärmeliebende Arten zu uns einwandern.
Nach SW-Deutschland könnte Zuwanderung noch über die Burgundische Pforte erfolgen; Bayern wäre viel stärker abgeschnitten.

Beweidung und Trockenrasen / Magerrasen:
Schafe und Ziegen halten Gelände offen, verhindern Verbuschung. Damit ein Gebiet mager bleibt, müssen sie aber abends in ein anderes Gelände getrieben werden, damit sie durch ihren Kot nicht zu viele Nährstoffe in den Magerrasen eintragen.


Protokoll der Exkursion vom 11.05.2018 an der Wonnhalde


AK Botanik-Exkursion am 11.5.18: Wonnhalde zwischen Haltestelle und FVA
Bei sonnigem Frühlingswetter trafen sich 8 Interessierte an der Straßenbahnhaltestelle Wonnhalde. Auf einem niedrigen Hochwasserdamm (Ost-West verlaufend) mit nördlich anschließendem kleinem Bach hatten wir mit Bestimmen gut zu tun, abschließend ging es noch in eine feuchte Senke innerhalb des „Rückhaltebeckens“.

Wonnhalde, Foto: Margot Pauli

Folgende Arten waren uns neu (teilweise mit mitgenommenem Material nachbestimmt):



In einer feuchten Senke:



Nachtrag zur Pulmonaria im Protokoll „Sängerruh“ vor 14 Tagen: Wir hatten die Pflanze ohne weiteres als Pulmonaria officinalis vermerkt („die kennt man ja“). Von Georg Schepers kam der Hinweis, dass wir da in Zukunft genauer hinschauen sollten, denn wahrscheinlich war es eher P. obscura!


Protokoll der Exkursion vom 27.04.2018 am Schönberg


AK Botanik-Exkursion am 27.4.18: Schönberg oberhalb St.Georgen („Sängerruh“)
Bei sonnigem Frühlingswetter trafen sich 7 Interessierte an der Straßenbahn-Wendeschleife Vauban. Auf einem NW-exponierten Waldrand-Weg mit Fettwiese gegenüber gingen wir wenige 100 m bergauf bis zu einem Gelände, wo es magerer und artenreicher wurde.
Ohne Anspruch auf 100%ige Vollständigkeit kam die folgende Artenliste zusammen (dazu viele der Arten, die wir auf unseren letzten Exkursionen gesehen hatten):



Im magereren Wiesenbereich:



Protokoll der Exkursion vom 13.04.2018 im Mooswald mit Artenliste


AK Botanik-Exkursion am 13.4.18 im Mooswald bei Landwasser
Bei kurzfristig sonnigem Frühlingswetter (vormittags Regen, abends noch ein heftiger Schauer) trafen sich ganze 6 Interessierte an der S-Bahn-Haltestelle Landwasser („FR-West“). Zwischen Bahngleis und Weg sowie am Waldmantel auf der anderen Seite des Weges gab es reichlich krautige Pflanzen, aber auch Gehölze mit soeben aufgehenden Blattknospen bzw. bereits blühend.
Ohne Anspruch auf 100%ige Vollständigkeit kam die folgende Artenliste zusammen (dazu die meisten der Arten, die wir letztes Mal am Lehener Bergle gesehen hatten):



In vegetativem Zustand konnten wir identifizieren:



Protokoll der Exkursion vom 06.04.2018 am Lehener Bergle mit Artenliste


AK Botanik-Exkursion am 06.4.18 auf dem Lehener Bergle

Bei schönem und warmem Frühlingswetter waren ca. 15 Interessierte auf dem Lehener Bergle oberhalb des Blumencafés unterwegs, um unter fachkundiger Anleitung von Georg Schepers die noch wenigen blühenden Pflanzen entlang des Wegrandes kennenzulernen und z.T. auch nach dem Rothmaler-Schlüssel ganz klassisch zu bestimmen. Dazu kamen etliche Arten, die wir (mit Georgs Anleitung) auch vegetativ anzusprechen lernten.
Ohne Anspruch auf 100%ige Vollständigkeit kam die folgende Artenliste zusammen:



In vegetativem Zustand konnten wir identifizieren:



Kleiner Ausflug in die Veilchen-Bestimmung:
Auf die folgenden Merkmale muss man achten:
1) Seitl. Blütenblätter aufwärtsgerichtet („Stiefmütterchen“), Blü.bl. teilw. gelb / Blütenbl ohne Gelb, nicht aufw. gerichtet („Veilchen“)
2) Grundständige Blattrosette oder nicht, 3) Blätter und Blüten tragende Stängel / nur blattachselständige Blüten aus der grundständigen Blattrosette
Weitere wichtige Merkmale sind Länge und Farbe des Blütensporns sowie die Beschaffenheit
der Nebenblätter und das Vorhandensein von Ausläufern.


Protokoll der Exkursion vom 16.03.2018 in Ebringen mit Artenliste


AK Botanik-Exkursion am 16.3.18 auf dem Nat-ur-waldpfad in Ebringen

Bei unerwartet schönem und warmem Frühlingswetter waren wir zu elft unter Führung von Siegfried Mattausch auf einem kurzen Teilstück des Pfades unterwegs (am Samstag bei wesentlich unwirtlicheren Wetterverhältnissen waren’s dann nur noch fünf), um Bäume und Sträucher anhand von Knospen-, Rinden- und Wuchsform-Merkmalen unterscheiden zu lernen. Untypischerweise ohne Bestimmungshilfen, denn Siggi konnte uns ja alles erklären.
Ohne Anspruch auf 100%ige Vollständigkeit kam die folgende Artenliste zusammen: