Arbeitskreis Botanik am Südlichen Oberrhein - Aktuelles/Exkursionen

Arbeitskreis Botanik am Südlichen Oberrhein - Aktuelles/Exkursionen



Inhaltsverzeichnis:




Aktuelles / Geplante Exkursionen


AK Botanik Exkursionen: Derzeit immer am Freitag um 17 Uhr



Liebe Freundinnen und Freunde der Botanik,


im Anhang findet Ihr ein wunderbares, innovatives Protokoll von Jan über die Stadtbäume-Exkursion von Sigi Mattausch Anfang August, bei der ich leider nicht dabei sein konnte.
Für unsere erst einmal letzte Exkursion - es blüht kaum noch etwas - möchte ich Euch an die Köndringer Elz einladen, dort ist am Fließgewässer doch noch ein bisschen was zu sehen.
Bei der "Köndringer Elz" handelt es sich um ein Renaturierungsprojekt, das die Deutsche Bahn als Ausgleichsmaßnahme im Vorgriff auf den Neubau des 3. und 4. Gleises der Rheintalbahn finanziert hat. Bernd Walser, der Flussmeister des RP Freiburg, hat diese Maßnahme vorbildlich geplant und umgesetzt: Durch die Deichrückverlegung kann die Elz ihr altes Bett verlassen, sich bei Hochwasser neue Wege suchen, Kiesbänke aufschütten und Kolke ausheben. Bereits im zweiten Frühjahr nach der Maßnahme haben auf den neuen Kiesbänken 4 Flussregenpfeifer-Paare erfolgreich gebrütet!
Entsprechend spannend ist dort die Botanik - das meiste ist um diese Jahreszeit natürlich auch passé, dafür sehen wir jetzt sicher Arten, die wir dort im nächsten Frühsommer womöglich noch nicht finden werden (ich möchte da natürlich auch in der "guten" Jahreszeit noch einmal hin, wie wir nächstes Jahr generell öfter mal gleiche Standorte zu verschiedenen Jahreszeiten aufsuchen werden).
Wir treffen uns nächsten Freitag (nach der Groß-Demo) um 17 Uhr an der kleinen Elzbrücke am nordwestlichen Ende von Köndringen (Google-maps-Bild liegt bei). Vom Bahnhof (FR ab 16:25, Köndringen an 16:44) ist man über die Mühlenstraße schnell dort. Ich kann auch gerne jemand in Riegel am Bahnhof abholen, das liegt auf meinem Weg ...

Herzliche Grüße
Henner





AK-Botanik 2019








Hier zum RV Jahresprogramm 2019






Liebe Freundinnen und Freunde der Botanik,

letzten Montag, am 15.10.18, trafen sich ein Dutzend Interessierte in der Ökostation
zur "Manöverkritik" bezüglich der abgelaufenen Saison und zur Planung sowohl des
Winterprogramms als auch der nächsten Exkursionssaison.

Die Kritik hielt sich in engen Grenzen, auch an dem Standardtermin Freitag 17 Uhr
wollte niemand grundsätzlich etwas ändern. Da nur ein Viertel der prinzipiell Interes-
sierten anwesend war, möchte ich aber vor Saisonbeginn im März nochmal einen
Doodle rausschicken, um die Terminpräferenzen abzufragen. Vielleicht lassen sich
ja doch durch entsprechende Anpassungen die Teilnehmerzahlen etwas erhöhen.
Im Sommer 2018 waren es im gefühlten Durchschnitt 6-7 TeilnehmerInnen pro
Exkursion - ein Wert, der bei mittleweile 50 InteressentInnen auf der Mailingliste
doch ausbaufähig sein sollte.

Zu der Pflasterfugenflora-Exkursion im Vauban gab es am Mittwoch einen Artikel in
der BZ (ich hatte mich ja im Nachgang zu unserer Exkursion auf Axels Anregung hin
dort noch einmal mit einer BZ-Redakteurin getroffen). Mancher Abschnitt ist etwas
holprig, aber insgesamt hat sie das recht nett und ansprechend gemacht:

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/vielfalt-im-kleinen--157748566.html


Nachdem es immer noch zu trocken ist, wird es heuer mit der von Günter Saar ange-
botenen Pilzexkursion möglicherweise nichts mehr.
Und ob Georg Schepers in seinem Terminkalender noch eine Lücke finden wird, in
der er eine Rosetten- und Fruchtstände-Exkursion unterbringen kann, ist auch noch
offen.
In den ersten Monaten des neuen Jahres wollen wir auf jeden Fall einen Grundlagen-
kurs abhalten (Pflanzenanatomie, Taxonomie, Nomenklatur), um den "Quereinsteigern"
ohne oder mit magerem biologischen Hintergrund den Dialog mit den "Experten"
etwas zu erleichtern. In die gleiche Richtung zielt der Vorschlag, den Umgang mit dem
Bestimmungsschlüssel zu erklären und zu üben.
Für das erstere Ansinnen hat sich Dr. Patrick Kuss (feldbotanik.de) bereit erklärt, uns
eine entsprechende Einführung zu geben.
Für die Übungen mit dem Schlüssel kann uns Jan Debusmann entsprechende Hilfs-
mittel von seinem Botaniklehrer Winfried Meier zur Verfügung stellen.

Für die Exkursionssaison haben wir bereits eine Fülle von Vorschlägen gesammelt,
die ich als Liste gesondert in den Anhang stelle.

Dazu und auch sonst bitte ich alle InteressentInnen um Anregungen und Vorschläge -
wir sind schließlich eine Selbsthilfegruppe, auch wenn ich gerne die Koordination,
Organisation und auch mal das Protokoll übernehme.
A propos: Die Winterpause möchte ich gerne nutzen, um aus der Vielzahl der bisher
entstandenen Protokolle zu ein paar erfahrungsgemäß nervigen Pflanzengruppen
brauchbare Hilfsschlüssel für den Freiburger Raum zu basteln - oft kommt ja eine
große Zahl der Arten einer Gattung hier gar nicht in Frage, und man hätte es mit so
einem lokalen Schlüssel einfacher. Ich denke da z.B. an Centaurea, an Ampfer, an
Knöteriche, Gänsefußgewächse, Apiaceen oder vielleicht sogar die berühmten gelben
Compositen ... (der nächste Winter kommt ja auch noch).
Wenn jemand Lust hat, daran mit zu basteln - bitte meldet Euch gerne!

Mit den besten Grüßen!
Henner









Protokolle und Artenlisten


[Alle Fotos ohne Kennzeichnung: AK Botanik im BUND RVSO]

Hier finden Sie die Protokolle der Exkursionen von 2018






Exkursion am 06.09.2019 - Ba:


Zweite Exkursion Stadt- und Straßenbäume 27.09.2019
Nachträge zum Protokoll vom 02.08.2019 (gleiche Exkursionsstrecke)





Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 20.09.2019: Renaturierte Elz bei Köndringen



Trotz anstrengender Großdemo in Freiburg an diesem Tag und einem etwas abgelegenen Treffpunkt konnten wir uns zu siebt im Ufer- und Wiesenbereich, an einem Teil des alten Dammes und auf der der Öffentlichkeit zugänglichen Kiesbank nach interessanten Pflanzen umsehen. Wir wurden belohnt!





Exkursion „Straßenbäume“



Exkursionsleitung: Sigi Mattausch, siegfriedmattauschweb.de
Protokoll: Jan-Aurel Debusmann, jan.aurel.debusmanngmail.com , 0160-7811369, gern auch
Whatsapp, bei Fragen und Verbesserungsvorschlägen bitte jederzeit melden)
Leitung des BUND-AK Botanik: Dr. Henner Wenzel, Henner-Wenzelweb.de
Datum der Exkursion: 02.08.2019
Exkursionstrecke: Freiburg-Wiehre bis Lorettoberg. Start am Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße mit kleinen Abstechern rechts/links, Günterstalstraße nach Süden, kurzer Abstecher Maria-Theresia-Straße,längerer Abstecher Türkenlouisstraße (am Forstamt ab runter zur Schnurbaum-Allee), wieder zurück, quer durch zum Lorettobad und schließlich den steilen, alten Fußgänger-Aufstieg hoch zum Lorettoberg, dort Einkehr im Schlosscafe.

Hier mein Protokoll-Erstversuch mit Internet-Links.
Die dann offene Seite auch mal nach unten/oben abscrollen, meist finden sich die direkten Nachbararten dort. Ergänzende Textangaben aus: Bachhofer et. al. (2006), Der neue Kosmos Baumführer, Stuttgart, aus baumkunde.de, aus der Wikipedia sowie aus meinen Vorlesungsunterlagen „Waldvegetation“ von Prof. Albert Reif (direkte Zitate nicht extra gekennzeichnet). Arten in der Reihenfolge der Sichtung.





Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 25.07.2019 : Günterstal - St. Valentin



Am Abend eines extrem heißen Tages (38 Grad) haben wir - mit Aussicht auf ein kühles Bier am Ziel - den
Waldweg von Günterstal bis St. Valentin „abgegrast“. Es gab viel Bekanntes, aber auch viel Neues …
Zu Anfang die nun schon zu erwartenden Mitbringsel von Günter Saar aus seinem Garten:



Dann ging es an einem (wohl manchmal nassen) Graben entlang den Berg hoch:





Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 18.07.2019 : Hohfirst bei Bollschweil



Ziel unserer Exkursion oberhalb des ehem. Steinbruchs war ein Wald mit über 150-jährigen Eichen, an dessen Rand sich offene Flächen mit vielen Saumarten finden. Hin- und Rückweg mit interessanten Wald- und Wegrändern; Nachtrag zum Opfinger See: die Für V. anagallis-aquatica gehaltene Strandpflanze war Veronica beccabunga. Klares Unterscheidungsmerkmal (Blätter und Wuchsform können sehr ähnlich sein, s. Protokoll Hinterzarten!) ist der bei V. anagallis-aquatica hohle Stängel, während der bei V. beccabunga stets markhaltig ist!







Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 12.07.2019 :
Opfinger See



Eine Mischung aus Kiesflur, Trittrasen, Ruderal- und Ufervegetation erwartete uns rund um den Badestrand (neben dem DLRG-Kiosk am Südende) des Großen Opfinger Baggersees.







Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 21.06.2019:
Hinterzartener Moor



Zu neunt und bei sonnigem Wetter (nachdem es anfangs noch geregnet hatte) konnten wir die Moorvegtation zu einer günstigen Zeit genießen:
Fast alles blühte noch oder schon (oder fast schon)…























Manche Arten, die wir schon ausführlich besprochen hatten, habe ich hier weggelassen, da wir in der Kürze der Zeit ohnehin keine vollständige Artenliste erstellt haben.






Protokoll der Exkursion vom 12.04.2019:
Alter Friedhof Herdern



Eine recht große und vielfältige Gruppe des AK Botanik machte sich auf die Suche, was der Friedhof mit seinen Mauern und halbschattigen Wiesenflächen botanisch so „anzubieten“ hat. Das war doch Einiges! Dabei sind wir sicher auch an etlichen Arten achtlos vorbeigelaufen, und bei den Gehölzen haben wir nur selten einen Blick riskiert. Es wäre einfach zu viel geworden! Dankenswerterweise hat Winfried Meier (der sich hier sehr gut auskennt) die Führung übernommen und uns manche Pflanze gezeigt, die wir sonst höchstwahrscheinlich übersehen hätten.

(K) = kultivierte Form







Protokoll der Exkursion vom 05.04.2019:
Wiese, Damm und Graben

Bebelstr. gegenüber Benzhausen

Eigentlich wollten wir in den Bannwald und hatten eine Karte mit Suchräumen für den Königsfarn dabei (von Klemens Fritz zur Verfügung gestellt). Die Feuchtwiese vor dem Damm war schon sehr artenreich, auf dem Damm und am Rand des Eichmattenbächles wurde es dann schon langsam dunkel… Arten, die wir bei der letzten Exkursion bereits behandelt hatten, zähle ich am Ende nur kommentarlos auf.








Protokoll der Exkursion vom 29.03.2019: Tuniberg bei Munzingen



Bei warmem Frühlingswetter haben wir - ca. 18 Interessierte - die Frühlingsflora am Wegrand und in den Weinbergen unterhalb der St. Ehrentrudis-Kapelle erkundet. Um diese Zeit sind viele Pflanzen in einem schwer zu erkennenden Rosettenstadium, bevor sich die Sprossachse streckt - für dieses Entwicklungssatdium sind auch kaum Bilder im Netz zu finden, geschweige denn so etwas wie Schlüssel.

Bereits in Blüte konnten wir diese Arten identifizieren:



Nicht sicher waren wir uns bei unterschiedlichen Verbascum- und Cirsium-Rosetten, sowie bei einer Rosette, die als Foto beigelegt ist: Evtl. Papaver dubium, Saatmohn? Auch zwischen Geranium rotundifolium und G. pyrenaicum konnten wir uns nicht abschließend entscheiden.


Für die vergrößerte Ansicht
auf das jeweilige Bild klicken!
























(BUND Naturschutz RVSO, Arbeitskreis Botanik)

Protokoll der Knospenexkursion am südwestlichen Schönberg am 22.03.2019






Wir trafen uns bei sonnigen 18°C zur diesjährig ersten Exkursion des AK Botanik. Hocherfreut durften wir an die 15 TeilnehmerInnen begrüßen, darunter sehr viele Bachelor-und Masterstudenten der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen (UNR) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Wir drehten eine 2-h-Runde rund um den Talkessel oberhalb von Ebringen. Die meisten Knospen hatten schon geschoben, sodass wir bis auf wenige Ausnahmen genau das „Mittelding“ zwischen Knospe und fertigem Blattschmuck bestaunen durften. Ich entschied mich zu einer Fotodokumentation (Erstversuch). Die Bilder werden in einem Ordner auf GoogleDrive für alle zur Verfügung gestellt.
Kamera: SONY Cybershot DSC-W120 von 2006 mit 7,2 MP. Wegen der vielen Studenten-Neuzugänge hier nochmal eine explizite Zusammenstellung guter Botanik-Links und Bestimmungsliteratur.


Empfohlene Links in Sachen Botanik:


1. http://blumeninschwaben.de: genial zur Verifizierung bestimmter Pflanzendetails oder Komplettbestimmung mit Blüten, braune Schaltflächen oben mal durchprobieren. Über „Familien“ direkter Bestimmung-Einstieg bei der jeweiligen Familie oder Gattung möglich: mit Strg+F Suchfeld öffnen, Eingabe der Familie oder Gattung, los geht´s.
2. https://www.baumkunde.de: Focus auf Gehölzen, auch im Winterzustand.
3. https://www.schmitzens-botanikseite.de/archiv.htm: das „Tor zum Oberdorfer“, gute Website für lebendig dargestellte Zusammenhänge in der Pflanzensoziologie.
4. http://www.forstbotanik.uni-freiburg.de/Lehre: hier findet Ihr z.B. die Bestimmungsschlüssel und Botanik-Skripten für Studenten der Forstwissenschaften. Auch gut: hinter der Schaltfläche „Forstbotanischer Garten“ finden sich u.a. Listen zur Erklärung botanischer Art und Gattungsnamen.

Empfohlene botanische Bestimmungsschlüssel bzw. Literatur:
1. Jäger, E.J. (Hrsg.) (21. Aufl., 2016), Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland.
Gefäßpflanzen: Grundband, Wiesbaden. [DIE Standardflora zur Bestimmung mit Blüten]
2. Jäger, E.J. et. al. (Hrsg.) (12. Aufl., 2013), Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland.
Gefäßpflanzen: Atlasband, Wiesbaden. [Zugehöriger Band mit Zeichnungen zu 1.]
3. Eggenberg, S. und Möhl, A. (3. Aufl., 2013), Flora Vegetativa, Bern. [Bestimmung ohne Blüten]
4. Yann, F. et. al. (1. Auflage 2018), Botanische Grundkenntnisse auf einen Blick – 40 mitteleuropäische
Pflanzenfamilien, Bern. [optisch einprägsamer Überblick Familienmerkmale]
5. Application für iOS oder Android (im Playstore): Flora Helvetica [sehr teuer, sehr gut, läuft auch offline, Vorteil vor blumeninschwaben.de]
6. http://blumeninschwaben.de (auf jeden Fall sehr gut, wenn Internet und Blüte vorhanden)

Bestimmungsschlüssel anbei: „Knospen und Zweige: Tabelle zur Bestimmung der wichtigsten Bäume und Sträucher (Angiospermae) im Winterzustand“. Den habe ich leider nicht mehr „neu“ gefunden, Exemplar stammt noch aus meinem Studium Forstwissenschaften mit ein „bissl Gekrakel“ drin.



Noch ein Wort zu meinen Quellen für Art- und Familienangaben: Durch die neueste Forschung haben sich gerade in den letzten 10 Jahren die Familienzugehörigkeiten vieler Arten und Gattungen geändert und ändern sich voraussichtlich auch in Zukunft immer mal wieder. Die Plattform mit der aktuellsten Umsetzung dieser Änderungen ist:
http://www.mobot.org/MOBOT/Research/APweb/, dort fließen die neuesten Forschungsergebnisse ein. Mir ist die schnelle Suche dort allerdings zu zeitraubend „um die Ecke“. Die Quellen meiner Familienangaben sind die Online-Enzyklopädie Wikipedia und die Flora Vegetativa (3. Auflage 2013), die sich meiner Erfahrung nach noch nie widersprochen haben. Das Wiki-Prinzip der offenen Plattform scheint gut zu funktionieren. Ich vermute, dass Botanik-Literatur ab 2013 prinzipiell auf dem neuesten Stand ist.

GEOLOGIE: Der Schönberg stellt im „Grabenbruchsystem Rheinebene“ eine auf halbem Weg nach unten „hängengebliebene“ Jura-Scholle dar – hängen geblieben zwischen dem eingebrochenen Graben der Rheinebene und dem herausgehobenen Massiv des Schwarzwalds auf der westlichen Grabenseite (auf der östlichen Seite wurden die Vogesen herausgehoben).

BÖDEN: geprägt durch Kalk (Stichwort Kalkserie: Rendzina - Terra fusca - Terra rossa, wobei die Bodengenese am Schönberg bei der Terra fusca aufhört), gute Basenversorgung, K, Ca, Mg ist immer gut verfügbar. An vielen Standorten finden sich flachgründige Rendzinen, an manchen Stellen auch stark entcarbonatisiert, die Bodengenese läuft dort schon ansatzweise Richtung Terra fusca: Kalkfels enthält neben den Carbonaten als Hauptbestandteil etwa 1 - 3 % Silikate und Oxide als Beimischung.
Verwittert Kalkfels und werden alle Carbonate weggeführt, bleiben irgendwann die Silikate und Oxide übrig, allerdings erst bei sehr fortgeschrittener Bodengenese. Bildlich gesprochen bleiben somit von einem Meter Kalkfels nach vollständiger Entcarbonatisierung etwa 1 – 3 cm silikatischoxidischer Rückstand übrig¹. Dieses Material ist das, was Siggi als „Ton“ angesprochen hat, weil dieser Rückstand die Korngröße der Tonfraktion besitzt (Partikelgröße < 0,002 mm) und die vorhandene Lehm-Mischung aus den Korngrößen Sand, Schluff und Ton zugunsten der Tonfraktion verschiebt. Solange noch Carbonat im Boden ist, sinkt der pH nie unter 6,2 (Carbonat-puffer). Ist der Kalk jedoch weg, sinkt den Boden-pH mehr oder weniger deutlich darunter.
Mit der Wasserversorgung kann es auf Kalkböden wegen des durchlässigen Gesteins in trockenen Sommern Probleme geben, besonders auf sehr flachgründigen Rendzinen. Die hohen Niederschläge am Schönberg sorgen jedoch für eine gute Wasserversorgung der Region.

¹ Von ursprünglich 10 m Kalkfels bleiben dementsprechend 10 bis 30 cm silikatisch-oxidischer Rückstand. Es ist je nach Höhe des entsprechenden Bodenhorizontes und dessen Lage im Gelände somit ein bedingter Rückschluss auf die Höhe des ursprünglichen Kalkfelsens und die Zeit der Bodenentwicklung möglich. Dies ist am Schönberg gut zu beobachten in der Nähe des „Schönberger Hofes“: unterhalb des Parkplatzes der Gaststätte führt eine ansteigende Forststraße Richtung Osten, an deren Wegrand vom Institut für Bodenkunde verschiedene Bodenprofile ausgehoben worden sind, welche unterschiedliche Entwicklungsstadien zwischen den Bodentypen Rendzina und Terra fusca zeigen.


KLIMA: Höhe der Exkursionsroute etwa 350 – 400 m NN (Schönberg-Gipfel 644 m NN), immer noch Weinbauklima, relativ warm, Jahresmitteltemperatur etwas weniger als Fr, etwa 9°C. Niederschlag ist relativ hoch, hier schon im Rückstaugebiet des Schwarzwaldes, etwa 850 – 900 mm, somit relativ gute Wasserversorgung, prinzpiell erstmal kein Wasserstress. Unser Exkursionsgebiet ist allerdings Südwest-exponiert, zusammen mit dem Kalk-Untergrund ist es doch eher trocken, zumal unter dem Zeichen der Klimaerwärmung.


ARTENLISTE:



Juglans regia, Walnuss (Juglandaceae, Walnussgewächse)
Fagus sylvatica, Rotbuche (Fagaceae, Buchengewächse)
Sambucus nigra, Schwarzer Hollunder (Adoxaceae, Moschuskrautgewächse). Weißes Mark.
Sambuscus racemosa, Roter Hollunder. Rotes Mark.
Taxus baccata, Eibe (Taxaceae, Eibengewächse). Nadeln als grüne Leisten am Zweige herablaufend (siehe Bestimmungsschlüssel für Koniferen auf
http://www.forstbotanik.uni-freiburg.de/Lehre ).
Ilex spec., Stechpalme, (Aquifoliaceae, Stechpalmengewächse). In der Siedlung Zuchtform mit einer
Dorne an der Spitze (Foto 08). Steinfrucht kugelig, rot, giftig (20 - 30 Beeren sind tödlich!)
Ilex aquifolium, Europäische Stechpalme (Foto 62). Mehrere bedornte Blattlappen.
Pinus mugo, Berg-Kiefer, Latsche (Pinaceae, Kieferngewächse). 2-nadelige Kiefer, Nadeln kurz.
Weitere wichtige Kiefern-Arten [siehe auch Forstbotanik-Bestimmungschlüssel Pinus]:

Betula pendula, Hänge-Birke (Betulaceae, Birkengewächse)
Coryllus avellana `Contorta´, Korkenzieher-Hasel (Betulaceae, Birkengewächse)
Hedera helix, Gemeiner Efeu (Araliaceae, Araliengewächse)
Picea abies, Gemeine Fichte (Pinaceae, Kieferngewächse). Gattung Picea: Nadeln sitzen auf kleinen braunen Stielchen dem Zweige auf (fallen die Nadeln ab, bleiben die braunen Stielchen als „Raspel“. Gattung Abies, Tanne: Nadeln sitzen auf kleinen grünen Scheibchen dem Zweige auf.
Paulownia tomentosa, Blauglockenbaum (Paulowniaceae).
Vinca minor, Kleines Immergrün (Apocynaceae, Hundsgiftgewächse)
Acer pseudoplatanus, Berg-Ahorn (Sapindaceae, Seifenbaumgewächse). Acer, Fraxinus
+ Aesculus (!) (im Gegensatz zur Aussage auf der Exkursion) sind im Forstbotanik-Schlüssel die einzigen Baumgattungen, die gegenständig sind.
Acer campestre, Feld-Ahorn (Sapindaceae, Seifenbaumgewächse)
Buxus sempervirens, Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxaceae, Buchsbaumgewächse). Gegenständig.
Früchte grün. Abgrenzung zu Cotoneaster integerrimus, Gewöhnliche Zwergmispel („Cotoneasterwüste“ in Wohngebieten): letzterer gehört zur Familie Rosaceae, wechselständig, Früchte rot.
Ligustrum vulgare, Gewöhnlicher Liguster (Oleaceae, Ölbaumgewächse). Gegenständig.
Rubus fructicosus agg., (Rosaceae, Rosengewächse)
Cornus sanguinea, Roter Hartriegel (Cornaceae, Hartriegelgewächse). Rote Jahrestriebe.
Euonymus europaeus, Gewöhnlicher Spindelstrauch, Europäisches Pfaffenhütchen (Celastraceae, Spindelstrauchgewächse). Grüne Jahrestriebe.
Clematis vitalba, Gewöhnliche Waldrebe (Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse). Liane, im Bild „Kurve“ bzw. ganze „Vorhänge“ bildend. Im Naturschutz u.U. unerwünscht, kann verdämmende Wirkung haben, heißt: wächst nichts mehr drunter.
Rosa spec. (Tja, kaum zu glauben, aber so sieht´s aus: Rosaceae, Rosengewächse :-)
Ulmus minor, Feldulme (Ulmaceae, Ulmengewächse)
Prunus spinosa, Schlehdorn (Rosaceae, Rosengewächse)
Viburnum lantana, Wolliger Schneeball (Adoxaceae, Moschuskrautgewächse)
Crataegus laevigata (VERMUTUNG), Zweigriffeliger Weißdorn (Rosaceae, Rosengewächse). Zwei Griffel, zwei Steinfrüchte, Blätter meist nicht tief geteilt (weniger als 1/3).
Crataegus monogyna, Eingriffeliger Weißdorn. Ein Griffel, eine Streinfrucht, Blätter tief geteilt.
Tilia cordata (VERMUTUNG), Winter-Linde (Malvaceae, Malvengewächse)
Quercus robur (VERMUTUNG), Stiel-Eiche (Fagaceae, Buchengewächse). Fruchtstiele lang, Blattstiele kurz.
Quercus petrea, Trauben-Eiche. Fruchtstiele kurz, Blattstiele lang.
Carpinus betulus, Hainbuche (Betulacea, Birkengewächse)
Sorbus torminalis, Elsbeere (Rosaceae, Rosengewächse)
Lonicera xylosteum, Rote Heckenkirsche (Caprifoliaceae, Geißblattgewächse). Silbriges Holz, gegenständig.
Prunus avium, Vogel-Kirsche, Süß-Kirsche (Rosaceae, Rosengewächse). Am Blattstiel unterhalb des Blattes zwei rote Drüsen.
Prunus spec., Steinobst. Auch als „Süßkirsche“ angesprochen.
Fraxinus excelsior, Gemeine Esche (Oleaceae, Ölbaumgewächse). Neben Acer und Aesculus einzige gegenständige Baumgattung im Forstbotanik-Schlüssel.
Galium odoratum, Waldmeister (Rubiaceae, Rötegewächse)
Salix caprea (VERMUTUNG), Sal-Weide (Salicaceae, Weidengewächse). Einzige Weide, die trocken steht. Passt hier vom Standort, aber nicht in Bezug auf Knospen und Kätzchen
[vgl. baumkunde.de]
Aesculus hippocastanum, Roßkastanie (Sapindaceae, Seifenbaumgewächse). Neben Acer und Fraxinus einzige gegenständige Baumgattung im Forstbotanik-Schlüssel.