Schwarze Serie im AKW Fessenheim setzt sich fort

Pleiten, Pech und Pannen.

Wir können und wollen nicht jeden der vielen Störfälle und jede Panne im französischen AKW Fessenheim kommentieren und bewerten. Dennoch ist nach Ansicht des BUND der aktuelle Zustand des alternden AKW mehr als problematisch und die Pannenserie des letztem Jahres setzt sich 2005 verstärkt fort.

Wenn in den neuen, offiziellen Site Infos der EDF jetzt aber verharmlosend steht der "letzte" Störfall (Rohrbruch) vor Ostern hätte durch die Schließung eines Absperrhahnes behoben werden können und Reparatur der Röhre sei im Gange, so erscheint uns das doch massiv verkürzend und verharmlosend.

Nach Augenzeugenberichten von Anwohnern stand ab dem 23.3.mehrfach und lange eine große Dampfwolke über dem AKW (vermutlich eine Folge der Schnellabschaltung?). Der Rohrbruch (im radioaktiven oder nicht radioaktiven Teil?) und die Tatsache dass drei Feuerwehrzüge (u.a. aus Mulhouse) nach Fessenheim gerufen wurden spricht auch nicht für die Qualität der Aussagen aus dem neuesten Site Info.

AnwohnerInnen, Behörden, BUND und Medien haben das stets gleiche Problem. Sie sind auf die einseitigen, verharmlosenden Interpretationen der Betreiber angewiesen. Diese haben die Definitionsmacht, zumindest über die beherrschbaren Störfälle. Objektive Infos von neutraler Seite gibt es nicht.

Und der vorösterliche Störfall ist leider nur Teil einer Serie. So berichtete das Saar Echo(!) am 3. März 2005 vom dritter Störfall im AKW Fessenheim innerhalb eines Monats:

"Zum dritten Mal innerhalb eines Monats hat sich im elsässischen Atomkraftwerk Fessenheim am Oberrhein ein Störfall ereignet. Wie die Kraftwerksleitung am Donnerstag mitteilte, schloss ein Arbeiter versehentlich im Reaktorgebäude von Block 2 einen Schalter an einem Luftkreislauf. Dadurch seien Informationen über den Druck in dem Kreislauf verloren gegangen, hieß es. (...) Bereits vor einer Woche hatte ein Techniker im gleichen Reaktorblock beim Austausch von Brennstäben versehentlich einen Isolierungsschalter an einem Luftkreislauf geöffnet. Zuvor war am 8. Februar in einer Leitung mit Bor eine um zwei Grad zu niedrige Temperatur festgestellt worden. Das Bor dient dazu, Neutronen zu absorbieren und so die Kettenreaktion zu verlangsamen oder anzuhalten. Dazu muss es eine ganz bestimmte Temperatur haben. Diese beiden Vorfälle wurden auf der Störfallskala mit eins eingestuft." Zitatende.

Seit dieser Meldung vom 3. März haben sich nach Angaben aus der Kontrollkomission des AKW insgesamt mindestens drei weitere bekannt gewordene (bekannt gegebene) Störfälle ereignet.

U.a. wurde durch einen Bedienungsfehler die Sprinkleranlage ausgelöst. Sie funktionierte allerdings nicht und hätte im Falle eines Brandes also auch nicht funktioniert.....

Die bekannten Forderungen des BUND und der Umweltbewegung zum Thema AKW Fessenheim brauchen wir an dieser Stelle nicht zu wiederholen, wir verweisen allerdings auf eine Möglichkeit zum Protest..

Am Samstag den 23.April 2005 findet die diesjährige "Tour de Fessenheim" statt. Ein Protestaktion gegen die Gefahren der Atomenergie und ein erster Auftakt zu den Großveranstaltungen im Jahr 2006, zum zwanzigjährigen Erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

(auf Wunsch mailen wir Ihnen ein Foto der vorösterlichen "Wasserdampfwolke" über Fessenheim zu.)


Fessenheim strahlt - Eine Ausstellung zum AKW Fessenheim
Hintergrundinformation zum AKW Fessenheim