Tschernobyl–Politik:

Postkartenaktion des BUND Nördlicher Kaiserstuhl an alle Bundestagsabgeordneten

An die Medien

BUND Bezirksgruppe Nördlicher Kaiserstuhl, Jechtingerstr. 3, 79361 Sasbach

Zugegeben: der Satz "Politiker haben ein kürzeres Gedächtnis als Pilze" klingt provozierend. Aber 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl "erinnern" Pilze mit bis zu 2000 Becquerel pro Kilo immer noch an die fatalen Unfallfolgen, während manche Politiker den Atomunfall vergessen zu haben scheinen. Da die kleine BUND Bezirksgruppe am Nördlichen Kaiserstuhl im Gegensatz zur EnBW keine WM- Eintrittskarten an Politiker verschenken kann (und will), wurde bei der letzten Sitzung beschlossen, ein Plakat des BUND Regionalverband in eine Postkarte umzuwandeln und persönlich an alle Bundestagsabgeordneten zu versenden. 615 individuelle Postkarten wurden gedruckt, unterschrieben und heute verschickt.

Der Text auf jeder Karte lautet:
Sehr geehrte Frau/sehr geehrter Herr...,
manche PolitikerInnen haben den Atomunfall am 26.4.1986 in Tschernobyl vergessen oder verdrängt. Wenn dies für Sie nicht zutrifft, dann möchten wir Sie gerne unterstützen.
Wenn Sie aber für die Laufzeitverlängerung von AKW sind, dann halten wir das für unverantwortlich. Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke bedeutet mehr Atommüll, mehr atomares Risiko durch die Alterung der Atomkraftwerke, mehr Gefahr durch die Versprödung der Reaktordruckgefäße und die Weitergabe von Atomkraftwaffen. Die Debatte um die Laufzeitverlängerung - als Einstieg in den zukünftig geplanten Neubau von AKW - zeigt auch die undemokratische Machtfülle von EnBW, E.ON und Co.
Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ist Gefahrzeitverlängerung.

Mit freundlichen Grüßen


Atomkraftwerk - Atom - Info: Eine umfassende Information zu den Gefahren von AKW, KKW und Atomenergie

Engagement für Mensch und Natur, das ist auch das Ziel der BUND-Gruppe am Nördlichen Kaiserstuhl. Wir sind aktiv in Endingen, Königschaffhausen, Forchheim, Kiechlinsbergen, Amoltern und Sasbach und damit ein kleiner Teil von 400 000 BUND Mitgliedern im Bundesgebiet.

Wie alle anderen BUND Gruppen "stehen wir auf zwei Beinen". Das eine Bein ist der klassische Naturschutz, das Engagement für die bedrohte Restnatur am Kaiserstuhl, für Pflanzen und Tiere. So pflegen unsere Aktiven u.a. wertvolle Naturgebiete in Sasbach und im Endinger Erletal. Wir organisieren auch Veranstaltungen und Vorträge zur Tier- und Pflanzenwelt.

Das andere Standbein ist der eher politische Umweltschutz, für den auch die aktuelle Postkartenaktion steht. Wir radeln schon auch mal gemeinsam zu einer Demonstration gegen das immer bedrohlicher werdende AKW Fessenheim und verteilen Infoblätter zum Katastrophenschutz. Wenn nötig geben wir bei Planungsvorhaben Stellungnahmen ab, damit die Natur nicht unter die Räder kommt. Unser Ziel ist eine naturverträgliche, zukunftsfähige Entwicklung am Kaiserstuhl.

Gemeinsam mit vielen anderen Gruppen rufen wir in diesem Jahr zur Tschernobyl-Fessenheim- Kundgebung am 29.4.2005 um 11 Uhr auf dem Freiburger Rathausplatz auf.