Greenwash bei British Petroleum - Der BP-Schwindel

+ 19.02.2006 + Wer BP-Anzeigen regelmäßig liest, könnte meinen: Der zweitgrößte Ölkonzern der Welt sei auf dem Weg zu einem Öko-Konzern.

BP gab sich ein neues Logo: Die Sonne umgeben von grüner Biomasse. Sogar der Traditionsname BP = British Petroleum wurde geändert. BP heißt jetzt Beyond Petroleum = Jenseits vom Öl, Nachöl-Zeitalter. Entsprechend klingen auch die Anzeigen des Ölmultis.

("Wer uns heute das Öl liefert, sollte sich so rasch wie möglich um eine alternative Energie kümmern.") Und jetzt startet BP mit einem neuen Geschäftsbereich, mit "Alternativenergy". Wir wollen unser Engagement "für Solarkraft, aber auch für Wind, Wasserstoff und Erdgas deutlich ausweiten. Alles, um sauberen und CO2-reduzierten Strom zu produzieren". Auch das klingt gut in den neuesten BP-Anzeigen.

Doch man muss schon genau hinter die Anzeigen schauen: "In den nächsten zwei Jahren werden wir unser Solargeschäft verdoppeln, indem wir unsere Produktionsanlagen weltweit um 95 MW aufstocken. Genug Energie für 40.000 deutsche Haushalte pro Jahr."

BP hat 2005 über 25 Milliarden US-Dollar verdient und etwa 0,13 Prozent seines Umsatzes mit erneuerbaren Energien gemacht. Ein lächerlich geringer Prozentsatz - gemessen an der bombastischen Reklame für Ökoenergie. Auch BP schmückt sich gerne mit einem Öko-Mäntelchen - die Taten freilich sehen ganz anders aus.

Wohlmeinend konnte man bisher noch vermuten, die 0,13 Prozent Ökostrom seien eben der bescheidene Anfang, aber jetzt werde der Großkonzern ökologisch durchstarten. Und dann die neueste Anzeige: Weltweit Strom für 40.000 Haushalte mehr pro Jahr!

Das ist geradezu lächerlich im Angesicht von Milliarden gewinnen und den damit gegebenen Möglichkeiten. Da der Stromverbrauch weltweit rasch wächst leistet BP keinen wirklichen Beitrag zur solaren Energiewende - trotz aller Angeberei in den Anzeigen.

Quelle: Franz Alt 2006


Hintergrundinfo: Akzeptanzforschung, Greenwash, PR und neue Durchsetzungsstrategien




"Die Wahrheit", Warnungen & Hinweise 2019:

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht von selber kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafener Nacht)


Aktueller Einschub vom 7.11.2019:

Grüne Kreuze & Artenausrottung in Deutschland 2019: Neue Studien


Während gerade bundesweit Landwirte mit Grünen Kreuzen & Demos für Agrargifte & Glyphosat demonstrieren, gab es neue, erschreckende Studien:

Vogelsterben


"Die Fachgruppe „Vögel der Agrarlandschaft“ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft hat mit Unterstützung des DDA ermittelt, dass die Zahl der abnehmenden und stark abnehmenden Arten von 55 Prozent auf 68 Prozent gestiegen ist. Die Bestandsrückgänge von Rebhuhn (89 Prozent seit 1992), Kiebitz (88 Prozent seit 1992), Feldlerche (45 Prozent seit 1992) und vieler weiterer Arten halten nicht nur an, sie haben sich sogar noch beschleunigt. Als wesentliche Ursache für die Bestandsrückgänge sehen die Fachleute die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Pestizideinsatz, starke Düngung, den Verlust von Landschaftselementen wie Ackerbrachen und die Einengung der Fruchtfolgen.
Quelle: Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.

Insektensterben


Der Rückgang der Insekten und Spinnen in Deutschland reicht weiter, als bislang angenommen. Seit 2009 ist etwa ein Drittel aller Arten aus Wiesen und Wäldern verschwunden. Die Auswertung ergab insgesamt: Sowohl die Zahl der Insektenarten nahm massiv ab wie auch die Biomasse – allein auf den Wiesen um mehr als zwei Drittel. Der Insektenschwund war überall dort besonders stark, wo die Wiesen von Ackerland umgeben waren. Damit weist das Forscherteam um den Ökologen Sebastian Seibold darauf hin, dass die Hauptursache in der Landwirtschaft zu finden ist.
Quelle: Studie der TU München

Lügen


Der Bauernbund bezeichnet das Insektensterben als „Agrarlüge“
Landwirte sollen ein Mitschuld am Insektensterben haben? Davon will der Bauernbund nichts wissen. Geschäftsführer Reinhard Jung spricht von der „größten Agrarlüge seit BSE“... Landwirte tragen aus Sicht des Brandenburger Bauernbunds gar keine Mitschuld am Insektensterben. „Die Behauptung des Nabu, in den letzten 25 Jahren sei die Masse der Insekten um mehr als 70 Prozent zurückgegangen, können wir nicht nachvollziehen“, sagte Bauernbund-Vorstand Thomas Kiesel. „Fest steht allerdings, dass sich auf landwirtschaftlicher Seite die Lebensbedingungen für Insekten in den letzten 25 Jahren nicht verschlechtert haben.“
Quelle: Märkische Allgemeine vom 25.3.2019



Greenwash, Akzeptanz, Akzeptanzforschung, postfaktische PR, Kriegspropaganda, Neusprech und Propaganda 2019



Leitartikel / Zusammenfassung zum Thema Greenwash


Greenwash, Kriegspropaganda, Akzeptanzforschung, PR, Umweltpropaganda und neue Durchsetzungsstrategien
Public Relations und Werbung für Umweltzerstörung, AKW, Gentechnik und Krieg


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  • Nuclear Pride Coalition 2018: Atompropaganda, Klimawandel & industriegelenkter Ökooptimismus






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