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Fortschreibung Regionalplan am Südlichen Oberrhein: Flächenverbrauch, Zersiedelung & Verbreiung entlang der B3 von Freiburg bis Offenburg

10.01.2014

Fortschreibung Regionalplan am Südlichen Oberrhein: Flächenverbrauch, Zersiedelung & Verbreiung entlang der B3 von Freiburg bis Offenburg

Grafik: RVSO
Entlang der Bundesstraße 3 wächst zwischen Freiburg und Offenburg (aber auch im Markgräflerland) ein zunehmend hässliches Siedlungsband zusammen.
  • Beginnt man die Rechnung am Nordrand Gundelfingens bis zum Südrand Offenburgs ergeben sich 17,7 km Freiraum und 32,4 km Siedlungsflächen (auf einer Gesamtstrecke von 50 km).
  • Zählt man die Siedlungsgebiete von Freiburg/Gundelfingen (10,7 km) und Offenburg (7,6 km) dazu ergeben sich 17,7 km Freiraum und 50,3 km Siedlungsflächen (auf einer Gesamtstrecke von 68 km).


BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein
Wilhelmstr. 24 a, 79098 Freiburg

NABU Bezirksverband Südbaden
Nelly-Sachs-Str. 1, 79111 Freiburg






An die Herren Landräte
Hanno Hurth, Landkreis Emmendingen,
und Frank Scherer, Landkreis Ortenau

6.12.2013

Vernünftig „regionalplanen“: Ein Siedlungsband entlang der B3 verhindern


Sehr geehrte Herren Landräte Hurth und Scherer,

Flächenverbrauch, Zersiedelung, Naturverlust und die abnehmende Lebensqualität am Südlichen Oberrhein sind für den BUND und den NABU wichtige Natur- und Menschenschutzthemen.
Aktuell wird der Regionalplan fortgeschrieben und bei dieser Fortschreibung geht es auch um einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsgestaltung in den Landkreisen. In diesem Zusammenhang gibt es eine Vielzahl von Konflikten und Gefährdungen, aber auch Chancen, zu denen sich NABU und BUND mit einer gemeinsamen Stellungnahme äußern werden.

Mit diesem Brief wollen wir insbesondere einen von vielen wichtigen Teilaspekten aufgreifen, der die Probleme einer zunehmenden „Verbreiung“ der Landschaft exemplarisch aufzeigt.
Mit zunehmender Sorge sehen wir seit Jahren, dass am Fuß der Vorbergzone, entlang der Bundesstraße 3, ein fast durchgängiges Siedlungsband entsteht. Die “liebevoll geplanten“ Bau- und Gewerbegebiete der einzelnen Gemeinden verschmelzen nach und nach zu einem zunehmend hässlichen Siedlungsbrei.

Von der südlichen Stadtgrenze Freiburgs bis zur Nordgrenze Offenburgs liegt eine Gesamtstrecke von 68 km. Von diesen 68 km sind 50,3 km Siedlungsflächen und es bleiben nur noch kleine Freiraumrelikte von 17,7 km Länge mit der Tendenz zur weiteren Abnahme. Erschreckend deutlich wird dies zum Beispiel auf der Teilstrecke zwischen Emmendingen und Köndringen.

Größere Kartenansicht
Logistikzentrum in Kippenheim: Gigantisch, flächenfressend und jetzt noch einmal 18 Hektar größer? Eine Erweiterung "nach oben" wäre akzeptabel, eine Erweiterung auf Kosten der Landschaft nicht!
Quelle: Google Maps, Dezember 2013


Der neue Regionalplan bringt Fortschritte, aber auch Rückschritte. Es ist für uns absolut nicht nachvollziehbar, dass das gigantisch-flächenfressende Logistikzentrum in Kippenheim noch einmal um 18 Hektar erweitert werden darf. In Kippenheim und bei den Parkplatzplänen des Europaparks sollte jetzt endlich flächensparend mit mehrgeschossigen Parkdecks gearbeitet werden.

Auch die auf politischen Druck erfolgte Zurücknahme des Grünzuges bei Mahlberg wird die Tendenz zu einer Bandstadt entlang der Vorbergzone vorantreiben.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns mitteilen würden, was die Landratsämter im Rahmen der Fortschreibung des Regionalplanes unternehmen, um ein Zusammenwachsen der Gemeinden entlang der B3 zu verhindern und um die kleinen Fragmente verbliebener Restnatur – wichtig für Landschaftsbild, Ökologie und die Lebensqualität der Menschen zu erhalten.

Das durchgängige Siedlungsband zwischen Malterdingen und Riegel ist eine raumordnerische Sünde ersten Ranges und zeigt ein Versagen der Regionalplanung, das sich entlang der B3 nicht wiederholen darf. Dort ist ein unüberwindbarerer Querriegel entstanden.
Die verbleibenden winzigen Reste von freier Landschaft von ingsamt nur noch 17,7 km zwischen Offenburg und Freiburg dürfen nach Ansicht von BUND und NABU nicht mehr für Siedlungswachstum und Flächenfraß geopfert werden.
Auch der dringend notwendige Grundwasserschutz sollte Vorrang vor der Siedlungsentwicklung haben und nicht ausgehebelt werden, wie dies in den Gemeinden Kappel-Grafenhausen, Rust, Ringsheim und Rheinhausen geschehen ist.
Die Landkreise Emmendingen, Ortenau sowie die gesamte Region in der Rheinebene am südlichen Oberrhein wuchern noch für kurze Zeit auf Kosten der Gebiete im Osten der Republik und des ländlichen Raums auch in Baden Württemberg und im Schwarzwald. Deutschland verliert in den kommenden 50 Jahren bis zu 17 Millionen Einwohner, also ein Fünftel der Bevölkerung und die Menschen zahlen mit ihren Steuern für die Erschließung neuer Baugebiete und für den „Abbruch Ost“.
Wir bitten Sie, sich für eine vernünftig-kluge, nachhaltige und zukunftsfähige Regionalplanung einzusetzen, auch wenn dies in den Landkreisen und Kreistagen politisch keine einfache Aufgabe darstellt.

Mit freundlichen Grüßen

  • BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein, Geschäftsführer: Axel Mayer
  • NABU Bezirksverband Südbaden, Geschäftsführer: Dr. Felix Bergmann




  • Mehr Infos zum Flächenverbrauch am Oberrhein finden Sie Hier
  • Einen Vortrag zum Thema Flächenverbrauch am Oberrhein finden Sie Hier



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Dieser Artikel wurde 3158 mal gelesen und am 3.2.2014 zuletzt geändert.