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Rettet die Bienen: Volksbegehren Artenvielfalt in Baden-Württemberg / Zweite Runde im Herbst 2019!

18.07.2019

Rettet die Bienen: Volksbegehren Artenvielfalt in Baden-Württemberg / Zweite Runde im Herbst 2019!



Aktueller Einschub:


Die erste Runde des Volksbegehren wurde am 9.6.19 abgeschlossen. Für diese Runde waren "nur" 10.000 Unterschriften nötig und wir liegen schon weit über 20.000. Nach der Prüfung des Volksbegehrens durch die Landesregierung kommt die viel schwierigere zweite Runde. Dann braucht es Eure Aktivitäten und mindestens 10 % an Unterschriften der Wahlberechtigten des Landtags, also ca. 770.000 Unterschriften!!!
Da kommt viel Arbeit auf Euch und uns zu.


Hoffnungsfroh-illusionslos
unterstützt auch der BUND am Südlichen Oberrhein das Volksbegehren "Artenschutz - Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg. Die Initiative "Pro Biene" wird u.a. auch vom BUND-Landesverband unterstützt.

  • Hoffnungsfroh, weil das bayrische Volksbegehren die Politik aufgerüttelt hat.
  • Illusionslos, weil angesichts der Dimension des Artensterbens die Forderungen des Volksbegehrens immer noch "sehr brav" sind. (Andere Forderungen sind teilweise aus juristisch-formalen Gründen leider nicht möglich)


Die Unterschriftenlisten für die "zweite Runde" des Volksbegehrens gibt es vermutlich ab Mitte Ende Sept. 2019 auch beim BUND-Regionalverband in Freiburg und bei vielen regionalen BUND-Gruppen.

Das Volksbegehren und Ihre Unterschrift sind wichtig!
Sie werden das Artensterben allerdings nur verlangsamen. Schon dies ist in dieser Zeit des globalen Artensterbens ein Fortschritt.


Was jetzt langsam anläuft ist ein Propaganda-Krieg gegen das Volksbegehren
Unser Volksbegehren greift die finanziellen Interessen der großen Agro-Chemie-Konzerne massiv an. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden solche Konflikte direkt zwischen Umweltbewegung und Konzernen ausgetragen, doch die PR-Strategien haben sich geändert. Heute schieben Bayer, Höchst & Co. industriegelenkte Initiativen, Stiftungen und Kleinbauern vor, um im großen Streit nicht selber öffentlich in Erscheinung zu treten.

Insektensterben & Bauernsterben
Seit 1949 sind in Baden-Württemberg 75 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe aus der Land- und Forstwirtschaft verschwunden. Bundesweit gab es einen Rückgang von 196.568 Betrieben oder 42 Prozent innerhalb der letzten 17 Jahren. Und mit den kleinen und mittleren Betrieben sterben auf größer werdenden Äckern auch Bäume, Hecken, Insekten, Vögel und jede Art von biologischer Vielfalt. Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg konkurriert auf einem weltweiten Agrarmarkt im Rahmen der Globalisierung und des Freihandels mit Ländern wie Kanada. Unsere in kleinen Teilen immer noch erfreulich kleinräumige Landwirtschaft verkauft teilweise auf dem gleichen Markt wie die giftdominierte großindustrielle Landwirtschaft in den USA. Auch in Nord- und Ostdeutschland dominiert eine politisch gewollte, industrielle, massiv umweltzerstörende Landwirtschaft. Wenn nur noch der Preis und der „freie Markt“ zählen, wenn eine verfehlte EU-Agrarpolitik nur die großindustrielle Landwirtschaft und Agrarfabriken unterstützt, wenn die Bauernverbände in Baden-Württemberg diese Zusammenhänge nicht erkennen wollen, dann haben Insekten, Vögel, Hecken, Grundwasser, aber auch die Mehrzahl der Landwirte in Baden-Württemberg selber keine Chancen. Die Naturschutzbewegung und das Volksbegehren sind nicht die Feinde der Landwirtschaft, sondern potentiell Verbündete einer insektenfreundlichen, grundwasserfreundlichen, naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft. Wir müssen den Wachstumswahn brechen und die Globalisierung menschengerecht und nachhaltig gestalten. Dazu braucht es nicht nur ein Volksbegehren, sondern eine andere Agrar- und Subventionspolitik als die von CDU, CSU, FDP und der Europäischen Kommission.


Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


Ab sofort gibt´s die Unterschriftenlisten für das Volksbegehren hier:

"Pro Biene" wird den von Ihnen ausgefüllten Fragebogen an die jeweilige Gemeinde zur Bestätigung senden, wenn Sie dies nicht selber erledigen wollen.


Die (ziemlich braven) Forderungen des Volksbegehrens:
    • 50% Ökolandbau bis zum Jahr 2035
    • 100% der im Eigentum des Landes stehenden landwirtschaftlich genutzte Flächen werden ökologisch bewirtschaftet
    • Halbierung der Pestizidmenge bis 2025
    • kein Pestizideinsatz in Schutzgebieten
    • besserer Schutz des Biotopverbunds
    • bessere Bildung zu ökologischer Landwirtschaft und Naturschutz
    • Monitoring und jährlicher öffentlicher Bericht zur Artenvielfalt


Den genauen Gesetzestext des Volksbegehrens finden Sie Hier

Der Ablauf des Volksbegehrens ist wie folgt:
  • Schritt 1: Antrag Volksbegehren. Start: 19. Mai (mindestens 10.000 Unterschriften/einfach)
  • Schritt 2: Volksbegehren. Start: Sommer 2019 (Mindestens 10 % an Unterschriften der Wahlberechtigten des Landtags (ca. 680.000/schwierig)
  • Schritt 3: Beratung des Landtags
  • Schritt 4: Volksabstimmung/sehr schwierig (nur bei Ablehnung durch den Landtag)


Die Ursachen für das große globale und regionale Insektensterben, Artensterben und für den Klimawandel sind vielfältig und doch lassen sie sich zu einem Bild zusammenfügen. Wir leben in einer Zeit der global organisierten Gier und einer Endzeit exponentiellen wirtschaftlichen Wachstums im begrenzten System Erde und verwandeln die vielfältige Welt in eine große einheitliche Fabrik. In eine Agrar-Fabrik, eine Fabrik-Fabrik, eine Konsum-Fabrik und eine Wohn-Fabrik, in der zunehmend übersättigte Menschen immer unzufriedener werden. Wir zerstören die Erde für dummen Überkonsum und der Rest der Welt will genauso verschwenderisch leben wie wir. Die meisten der angebotenen Problemlösungsansätze von Politik und Medien sind "putzig" angesichts der Dimension der Probleme. In Friedenszeiten werden in Deutschland die Rüstungsausgaben auf 85 Milliarden Euro (85.000.000.000) verdoppelt und die Überlebensausgaben (Artensterben, Klimakatastrophe) werden vernachlässigt.
Axel Mayer



BUND Infos zum Thema Insektensterben


Schmetterlingssterben, Insektensterben, Bienensterben & Ursachen

Ein internationales Forscherteam aus den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland hat die dramatischen Befunde zum Insektenrückgang in Nordwestdeutschland in einer Studie bestätigt. Die Forscher stellten damit die Beobachtungen des Entomologischen Vereins Krefeld auf eine wissenschaftlich abgesicherte Basis. So ist mit den Biomasseverlusten bei Fluginsekten von 76 bis 81 Prozent seit den 1990er Jahren ein klarer Negativ-Trend erkennbar. Insgesamt wurden in einem Zeitraum von 27 Jahren 63 Standorte in Schutzgebieten unterschiedlichster Lebensräume des Offenlandes überwiegend in Nordwestdeutschland untersucht, wobei der Rückgang überwiegend im Flachland festgestellt wurde.

Die Ursachen des massiven Schmetterlingssterbens und Insektensterbens sind vielfältig.
Es gibt Hauptgründe und Nebengründe für den massiven Rückgang der Arten und es gibt ein massives ökonomisches Interesse der Agrochemielobby und ihrer PR-Agenturen dieses Thema gezielt nur in den kleinen Nischen und Randbereichen zu diskutieren.

Die Hauptursache für das Sterben von Insekten wie Schmetterlingen und Bienen ist die industrielle Landwirtschaft mit ihren Giften (Neonicotinoide...), Herbiziden (Glyphosat...), Überdüngung und die „pflegeleichte“ ausgeräumte, monotone Agrar-Landschaft. Ein besonders bedrückendes Phänomen ist die Fernwirkung der Gifte und Düngemittel selbst in weit entfernte Naturschutzgebiete.

Zu den weiteren Ursachen des Rückgangs
zählen Biotopverluste bei Pflanzen aufgrund erhöhten Stickstoffgehalts im Boden. Aus zweimal gemähten artenreichen Wiesen wurden stark gedüngte artenarme Produktionsflächen für Biogasanlagen und Hochleistungskühe. Die Giftorgien in Privatgärten, aktuell bei der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers, dürfen bei der Ursachenanalyse nicht außer Acht gelassen werden. Als weitere mögliche Ursachen gelten Klimawandel, Flächenverbrauch und Bebauung, der zunehmend beschleunigte Verkehr, Lichtverschmutzung und die massenhafte Tötung von Insekten an Lichtquellen.

Ein weiterer Hauptgrund des Insektensterbens wird von Naturschützern gerne übersehen. Unsere Landwirtschaft konkurriert auf einem globalisierten Agrarmarkt im Rahmen des Freihandels mit Ländern wie Kanada. Eine immer noch erfreulich kleinräumige Landwirtschaft z.B. in Südbaden, verkauft auf dem gleichen Markt wie die giftdominierte großindustrielle Landwirtschaft in den USA. Wenn nur noch der Preis und die Ideologie des „freien Marktes“ zählt, dann haben Insekten, Vögel, Hecken aber auch die Mehrzahl der Landwirte selber keine Chancen. Die Naturschutzbewegung ist nicht der Feind der Landwirtschaft, sondern der potentiell Verbündete einer naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft. Das Insektensterben kann nicht losgelöst vom generellen, globalen Artensterben gesehen werden. Doch Monotonie breitet sich nicht nur in der Natur aus. So gibt es (um nur ein Beispiel zu nennen) weltweit noch 6.500 Sprachen, doch die Hälfte ist vom Aussterben bedroht. Was wir erleben ist die logische Folge unbegrenzten Wirtschaftswachstums im begrenzten System Erde. Und in den schnell wuchernden Metastasen unseres Industriesystems, in Asien und Afrika, laufen die Zerstörungsprozesse noch schneller ab.
Axel Mayer





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Aktuell & Wichtig!
Rettet die Bienen: Volksbegehren in Baden-Württemberg


Artensterben Aktuell: Alarmierender Uno-Bericht:


Bis zu eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht
Die fortschreitende Umweltzerstörung setzt den Tier- und Pflanzenarten stark zu: Gemäss dem Entwurf eines Uno-Berichts sind bis zu eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Viele dieser 500 000 bis eine Million Arten drohten «in den kommenden Jahrzehnten» zu verschwinden, heisst es in dem Dokument. Zu den Hauptgründen für das drohende Artensterben gehören demnach Landwirtschaft, Abholzung, Bergbau, Fischerei und Jagd, vor Klimawandel und Umweltverschmutzung. Es ist erschreckend, wie dieses Thema im Wahlkampf behandelt wird. Plötzlich sind alle Parteien "bienenfreundlich".




Insektensterben - Schmetterlingssterben


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Artensterben, Insektensterben, Vogelsterben 2019


Eine Vielzahl von regionalen Naturschutzthemen finden Sie auf unseren regionalen Naturschutzseiten






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Wo sind die vielen NaturschützerInnen & BiologInnen
in den wichtigen, aktuellen Naturschutzkonflikten am Oberrhein? Es gibt am Oberrhein eine Vielzahl von Menschen mit einem großen Wissen und Sachverstand in Sachen Natur und Umwelt. Doch in den großen Konflikten um unsere bedrohte Restnatur, sei es bei den Versuchen die Naturschutzaspekte des IRP zu behindern, beim Schmetterlingssterben, bei den Themen Flächenverbrauch und Zersiedelung halten sie sich meist "vornehm" und schüchtern zurück und überlassen die öffentliche Debatte & Leserbriefe den gut organisierten Lobbyisten und dem Stammtisch. Manche Spezialisten sehen auch nur ihr "Lieblingsbiotop" und vergessen darüber den großen Zusammenhang. Nur gemeinsam können wir wir die aktuellen Zerstörungsprozesse bremsen!
Axel Mayer






"Die Wahrheit", Warnungen & Hinweise 2019:
  • 1) Diese regionalen BUND-Internetseiten sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleiner werdende Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern! Haben Sie Mut, Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen. Es gibt in diesem Land tatsächlich auch noch einige kluge, zumeist differenzierende Medien.
  • 3) Im Zweifel ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht von selber kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafener Nacht)



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Dieser Artikel wurde 6923 mal gelesen und am 19.7.2019 zuletzt geändert.