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Konventioneller Saatmais gentechnisch verunreinigt!

19.04.1999
Polizei und Chemische Landesuntersuchungsanstalt bestätigen:

Am Montag vor einer Woche hat der Freiburger Wirtschaftskontrolldienst beim BUND Regionalverband drei Säcke mit konventionellem Maissaatgut der Firma Pioneer beschlagnahmt. Die Beschlagnahme erfolgte aufgrund einer Anzeige des BUND. Jetzt liegt uns die erste Analyse der Chemischen Landesuntersuchungsanstalt vor. Von drei eingereichten Saatgutsäcken mit konventionellem Mais der Firma Pioneer war der Inhalt zweier Säcke gentechnisch verunreinigt. In Sack eins und zwei wurden jeweils DNA Sequenzen nachgewiesen, die für eine große Zahl von gen- technisch veränderten Pflanzen charakteristisch sind. Ein positiver Befund stellt ein starkes Indiz für das Vorhandensein von Bestandteilen aus gentechnisch veränderten Pflanzen dar. Die erhaltenen positiven Befunde weisen auf Verunreinigungen durch gentechnisch veränderten Mais (ca. 0,1 % Anteil veränderter Bestandteile) hin.

An Saatgut werden von Landwirten und VerbraucherInnen in Sachen Reinheit und Qualität höchste Ansprüche gestellt. Aus 80 gentechnisch verunreinigten Körnern in einem Saatgutsack mit Mais werden weit über 100 Maiskolben.

Die Verbraucher und Verbraucherinnen haben nach Ansicht des BUND ein Recht zwischen Genfood und sauberer Nahrung zu wählen. Eine langsame, schleichende Vermischung, gezielt oder ungewollt durch Pollenflug, ist nicht akzeptabel.

So werden schleichend die Grenzen zwischen veränderter und natürlicher Nahrung verwischt. Wenn dies akzeptiert wird, ist eine Selbstbestimmung der Menschen in Sachen Nahrung langfristig nicht mehr möglich. Die jetzt festgestellte Verunreinigung ist für den BUND nicht annehmbar, solange es auf dem Weltmarkt noch reines und unbelastetes Saatgut gibt.

Den Ärger bei solchen Skandalen haben stets die Landwirte. Die Verantwortung aber tragen die großen Konzerne, wie jetzt Pioneer, die ihre Abnehmer nicht informiert haben. Nach Informationen des BUND können Bauern und Saatguthändler in Frankreich ihr verunreinigtes Saatgut austauschen. Dem BUND liegen Gutscheine von dieser Umtauschaktion vor, die darauf hinweisen, daß es für Pioneer schwierig ist, die entsprechend großen Mengen nicht verunreinigtes Saatgut bereitzustellen. Unsere Landwirte wissen noch nichts von dieser Verunreinigung.

Aus all diesen Gründen fordert der BUND:

  • Eine, angesichts des baldigen Aussaattermins, schnelle, weitere, bundesweite Untersuchung von Saatgut, auch von anderen Konzernen. Die jetzt untersuchten 3 Proben waren sicher nicht repräsentativ.
  • Eine schnelle und umfassende Information der Landwirte, der Händler und der Öffentlichkeit durch die Firma Pioneer.
  • Eine Umtauschaktion wie in Frankreich.
  • Klärung der Verantwortlichkeit für die jetzt festgestellte Vermischung.
  • Die Wahlfreiheit zwischen Genfood und unveränderter Nahrung, und damit das Menschenrecht auf Selbstbestimmung, muß erhalten bleiben.
  • Die Firma Pioneer, die Landwirtschaftsminister von Bund und Land und die Behörden müssen schnell handeln.


Axel Mayer


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Dieser Artikel wurde 4355 mal gelesen und am 15.1.2007 zuletzt geändert.