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Gaddafi, Atomkraftwaffen und die deutsch-französischen Medien

24.10.2011
CSFR Comité pour la Sauvegarde de Fessenheim et de la Plaine du Rhin
BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein



Gaddafi, Atomkraftwaffen und die deutsch-französischen Medien



Sehr geehrte Journalisten,
der ehemalige libysche Machthaber Gaddafi ist tot und der Krieg beendet. Hätte Herr Sarkozy ein wenig früher seine AKW-Export-Pläne nach Libyen realisiert, dann hätte das Land, ähnlich wie Nordkorea, recht schnell über Plutonium und Atomkraftwaffen verfügen können. Der Krieg hätte vermutlich nicht stattgefunden oder wäre anders verlaufen.

Schon am 11.12.2007 hatten die französische Umweltorganisation CSFR und der Bund für Umwelt und Naturschutz am Südlichen Oberrhein die gefährlichen Pläne des französischen Staatspräsidenten Sarkozy, Atomkraftwerke und damit Atomkraftwaffen nach Libyen und in andere Spannungsgebiete des Nahen Ostens zu exportieren, als Gefährdung des Weltfriedens scharf kritisiert. Die damalige Presseerklärung stieß in den meisten deutsch-französischen Medien auf „keine große Resonanz“, denn im Jahr 2007 war Herr Gaddafi gerade mal wieder ein „guter Diktator“ mit dem sich „gute Geschäfte“ machen ließen. Im Internet löste die damalige Presseerklärung allerdings eine erfreulich intensive Debatte aus.

Wir erinnern an die alte Presseerklärung. Nicht etwa weil wir annehmen dies könnte zu einer selbstkritischen Medienberichterstattung führen, wohl aber in der Hoffnung, dass es evtl. eine kritische Diskussion in Ihrer Redaktionskonferenz auslösen könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Jean Jacques Rettig (CSFR), Axel Mayer (BUND Regionalverband)



Presseerklärung vom 11.12.2007

Staatspräsident Sarkozy verkauft für Areva und Siemens Atomkraftwaffen an Libyen, Marokko, China, Algerien


CSFR Comité pour la Sauvegarde de Fessenheim et de la Plaine du Rhin,
BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein


Wie der französische Präsident Sarkozy durch Atomexporte an Gaddafi und Andere den Weltfrieden gefährdet
Der Präsident verkauft für die Atomkonzerne Areva und Siemens Atomkraftwaffen an Libyen, Marokko, Algerien, China...

Über zwei Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl hat Herr Sarkozy die atomare Katastrophe vergessen oder verdrängt. (besser: Das Vergessen wurde/wird in Frankreich von einflussreichen Lobbygruppen gut organisiert) Staatspräsident Sarkozy hofiert den Ex Diktator und verkauft französische AKW und sorgt so für die Proliferation von Atomwaffen.

Eine mit dem Unfall von Tschernobyl durchaus vergleichbare Katastrophe für die Menschheit ist jedes neue Land, das mit Hilfe der so genannten friedlichen Nutzung der Atomenergie zum Atomwaffenstaat wird.

Doch der französische Präsident und derzeitige EU - Ratspräsident sieht sich als Außendienstmitarbeiter und Vertreter der französischen Atomkonzerne.

hier: Mehr Infos zu AKW und Atomwaffen

Jean Jacques Rettig (CSFR), Axel Mayer (BUND Regionalverband) 11.12.2007

Nachtrag zu dieser Presseerklärung
Einen „Medienflop“ haben wir uns im Dezember 2007 geleistet:
Gemeinsam mit unseren elsässischen Freunden von der CSFR hatten wir in einer Medienmitteilung den französischen Staatspräsidenten Sarkozy kritisiert. Er versteht sich nicht nur als Staatspräsident, sondern auch als „Außendienstmitarbeiter der EDF“ und will Atomkraftwerke an den libyschen Staatspräsidenten Ghaddafi und auch in andere Spannungsgebiete verkaufen. Doch die Beispiele Pakistan, Nordkorea und evtl. auch Iran zeigen: Wer AKW hat, kann in Kürze auch Atomwaffen haben. So gefährdet Herr Sarkozy mit seinen atomaren Exportwünschen langfristig den Frieden auf diesem Planeten. Die meisten Medien hatten an dieser Meldung kein großes Interesse. Umso häufiger war er mit seiner damaligen Geliebten und jetzigen Frau Bruni in der Presse. Wir hatten der großen Illusionsmaschine das falsche Futter gegeben. Wer interessiert sich für langfristige Gefährdung von Umwelt und Frieden, wenn über hübsche Affären berichtet werden kann? Wir bedanken uns bei allen JournalistInnen die dieses “langweilige” Thema aufgegriffen haben.



CSFR Comité pour la Sauvegarde de Fessenheim et de la Plaine du Rhin,
BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein




Die Frankfurter Rundschau berichtete 28.11.2008 über den Zusammenhang zwischen AKW und Atomwaffen
Vom Stromreaktor zur Atombombe - die Übergänge sind fließend. Und gerade im Nahen und Mittleren Osten wird diese politische und technische Grauzone nicht auf den Iran oder Syrien begrenzt bleiben. Mindestens zwölf Atommeiler sind hier inzwischen im Bau oder geplant - unter anderem in Ägypten, Jordanien, Libyen, Algerien, Tunesien, Marokko, Abu Dhabi und der Türkei.

Experten warnen
In den nächsten 20 Jahren werden "große Mengen an zivilem Plutoniummüll" anfallen, warnt eine Studie des Institute for Science and Security (Isis), ein unabhängiger Think-Tank für Militärforschung in Washington. Bis 2020 könnten es rund 13 Tonnen sein, bis 2030 45 Tonnen. Acht Kilogramm Plutonium reichen für den Bau einer Atombombe, schreiben die beiden Autoren, Isis-Chef David Albright und Andrea Scheel. Bis 2020 hätte die Region daher "genug Plutonium für 1700 Atombomben". Albright ist ehemaliger IAEA-Waffeninspekteur, der Mitte der 90er Jahre auch im Irak tätig war.
Zitatende
Dies zeigt, dass die Atomexportpolitik von Herrn Sarkozy ein Verbrechen an der Zukunft ist.


version français

Sarkozy, l'exportation du nucléaire et l'EPR: Le Président vend du nucléaire pour Areva à la Libye, au Maroc, à la Chine, à l'Algérie, et potentiellement ce qui en découle: l'arme atomique.


Comment le président français Sarkozy met en danger la paix dans le monde avec ses exportations nucléaires.

Le Président vend à la Libye, au Maroc, à la Chine, pour les groupes Areva et Siemens, du nucléaire civil qui peut, à tout moment, déboucher sur l'arme atomique.

Plus de deux décennies après l'accident de Tchernobyl, Monsieur Sarkozy a oublié ou refoulé la catastrophe. Cette "perte de mémoire" est savamment orchestrée et organisée par des groupes influents du lobby nucléaire.

Chaque nouveau pays qui, par le biais de l'industrie nucléaire dite civile et pacifique, devient un état nucléaire militaire, représente pour l'humanité une catastrophe tout à fait comparable à celle de Tchernobyl.

Mais le président français se considère comme un agent de diffusion, un représentant de commerce des groupes nucléaires français.

Jean Jacques Rettig (CSFR), Axel Mayer (BUND Regionalverband) 11.12.2007


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Dieser Artikel wurde 9325 mal gelesen und am 23.10.2011 zuletzt geändert.