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Stadtnatur über die Trockenheit retten

05.05.2020

Dieser kleine Stadtbaum hat den letzten Trockensommer nicht überlebt.


Obwohl es Ende April und Anfang Mai dann doch ein paar Tropfen geregnet hat, setzt das extrem trockene Frühjahr der Natur stark zu. Die Grundwasserstände sind niedrig, die Bäche und Flüsse im Schwarzwald und im Rheintal führen zu wenig Wasser, die Natur leidet unter der Trockenheit. Was oft nicht beachtet wird: Auch der Stadtnatur macht diese Situation zu schaffen.
Die Stadtbäume in ihren oftmals viel zu kleinen Baumscheiben profitieren nicht von kurzen Regenschauern, denn die Erde direkt unter dem Blätterdach bekommt kein Wasser ab und die versiegelten Stadtflächen führen den Regen über die Kanalisation aus der Stadt heraus. Vor allem kleine Bäume kommen mit ihren Wurzeln nicht an tieferliegende Grundwasserschichten heran.

„Wer dem Stadtbaum vor der Haustür helfen möchte, kann die Arbeit der Kommunen und Städte beim Gießen unterstützen“

rät Stefan Auchter, Geschäftsführer des BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein. Es empfiehlt sich, ausgewachsene Bäume einmal pro Woche mit circa acht bis zehn 10-Liter-Eimern zu gießen. Einmal wöchentlich eine große Menge Wasser zu gießen ist effektiver als täglich eine kleine Menge, denn nur so erreicht das Wasser auch die tiefen Wurzeln. Andernfalls verbleibt es an der Oberfläche, wo es schnell wieder verdunstet. Es empfiehlt sich nicht, abzuwarten, bis sich erste Trockenschäden zeigen, denn dann könnte es bereits zu spät sein, und der Baum kann sich nicht wieder erholen.

Die Baumscheibe sollte beim Gießen erst ein wenig angefeuchtet werden, damit die Erde das Wasser besser aufnimmt. Gießringe um den Baum können das Wasser länger in Baumnähe halten, oftmals ist ein Ring aus Erde rund um den Baum schon ausreichend. Noch besser sind große, bepflanzte Baumscheiben, denn die anderen Pflanzen halten den Boden zusätzlich locker und schützen vor direkter Sonneneinstrahlung. Durch die Auflockerung wird der Boden wiederum aufnahmefähiger. „Mit geeigneten Pflanzen lassen sich hier auch kleine Oasen für Insekten schaffen“, sagt Auchter abschließend. „Das kommt nicht nur den Bäumen zu Gute, sondern verbessert auch unsere Lebensqualität in der Stadt.“

Stefan Auchter, BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein, Geschäftsführer


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Dieser Artikel wurde 183 mal gelesen und am 5.5.2020 zuletzt geändert.