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Stocamine: Expertenuntersuchungen bestätigen BUND Befürchtungen

23.05.2003





An die Medien

Ein halbes Jahr nach dem Brand in der grenznahen, französischen Giftmülldeponie Stocamine haben jetzt nach französischen Medienberichten die eingesetzten Experten ihren Bericht abgegeben.

Die uns vorliegenden Informationen bestätigen die Befürchtungen des BUND:

Es wurden also tatsächlich, entgegen den Auflagen und den Beteuerungen der Betreiber, brennbare und zur Deponierung nicht geeignete Stoffe eingelagert. Die Experten vermuten als Brandursachen chemische oder biologische Reaktionen, eine Selbstentzündung. AFP schreibt von "beträchtlichen Sicherheitsmängeln".

Für den BUND ist das ein Zeichen, dass die Eingangskontrollen und Sicherungssysteme versagt haben. Den unerklärlichen Mangel von Brandmelde- und Brandschutzeinrichtungen in der "modernsten, neuesten" und größten Giftmülldeponie Frankreichs hatten Alsace Nature und der BUND schon kurz nach dem Brand kritisiert. Hier standen die Gewinne der Stocamine und nicht die Sicherheit im Vordergrund.

Die Auswirkungen des Brandes auf das benachbarte Bergwerk führten zu einer Verseuchung und vorzeitigen Schließung der Kaligrube, die Belastungen der Menschen übertage war gering.

Die Menschen der Umgebung sind mit dem Schrecken davongekommen, weil der Brand zu einem Zeitpunkt ausbrach, an dem erst ein geringer Teil der geplanten Giftmüllmengen eingelagert war. Es brannten "nur" 1800 Tonnen in Block 15. Ein Brand in einer Deponie, irgendwann gefüllt mit 320 000 Tonnen Giftmüll brächte beträchtliche Gefahren für Mensch, Umwelt und Grundwasser.

Die zentrale Frage ist jetzt, ob und was aus den unglaublichen Schlampereien gelernt wird. Die französischen Umweltgruppen und der BUND fordern die Schließung der Deponie in 600 Meter Tiefe. Zu befürchten ist allerdings, dass nach einer gewissen Schamfrist und einigen beruhigenden und akzeptanzfördernden Maßnahmen wieder mit der Einlagerung begonnen wird.

Axel Mayer / Geschäftsführer


Mehr Informationen über Stocamine finden Sie mit Hilfe der Suchfunktion auf der BUND Homepage


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Dieser Artikel wurde 3216 mal gelesen und am 7.11.2016 zuletzt geändert.