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Kritik: "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?" "Unser Freund das Atom" bei ARTE reloaded

01.08.2016

Kritik: "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?" "Unser Freund das Atom" bei ARTE reloaded



Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der "zivilen" Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl für kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Die alten mächtigen Seilschaften aus Konzernen und Atomparteien funktionieren noch und sind auch bei ARTE aktiv. Es werden zwar viel mehr alte AKW stillgelegt, doch in Diktaturen, Halbdiktaturen und in Ländern in denen der Markt nicht funktioniert werden noch AKW gebaut.

Aktueller Einschub:



Nordkorea: Mit kleinen AKW zur Atombombe

In den aktuellen PR-Kampagnen für kleine, "grüne", neue AKW wird ein Aspekt gerne ausgeklammert. Wie kam Nordkorea zu seinen Atombomben?

1962 beschloss die Regierung Nordkoreas, bei Yŏngbyŏn ein Atomforschungszentrum einzurichten. 1965 errichtete Nordkorea in Yŏngbyŏn mit sowjetischer Hilfe einen Forschungsreaktor mit 2 Megawatt Leistung. Er ging 1967 in Betrieb. Zugleich begann Pjöngjang mit dem Bau eines eigenen, kleinen, zweiten Reaktors mit einer Leistung von fünf Megawatt. Der Reaktor kann nach Schätzungen pro Jahr bis zu acht Kilogramm Plutonium erzeugen."Yongbyon ist Nordkoreas einzige Anlage zur Produktion von Plutonium für sein Atomwaffenprogramm. Zum Zeitpunkt der Abschaltung 2007 hatte Nordkorea noch genügend Plutonium für vier bis acht Atombomben." schrieb die Süddeutsche Zeitung. Inzwischen sei die Anlage laut verschiedenen Medienberichten wieder in Betrieb und könne so weiter atomwaffenfähiges Plutonium produzieren.

Auch wenn sich die Atom-Technik unterscheidet. Atomkraftwerke sind Diktators Liebling... Kein Wunder, dass aktuell unter anderem in der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten neue AKW gebaut werden bzw. in Planung sind. Und der Alptraum der nordkoreanischen Atombewaffnung würde durch den weltweiten Export von "schönen, kleinen Thoriumreaktoren" in´s Unendliche vergrößert.


Der ARTE / NDR - Film "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"
vom 20.9.16 erinnert nicht nur von der Machart an den alten, gut gemachten Propagandafilm aus dem Jahr 1953 "Unser Freund das Atom" von Walt Disney. "Unser Freund das Atom" ist sauber, risikolos, unendlich vorhanden und es wird die endliche und schmutzige Energie aus Kohle und Öl ersetzen, war die Botschaft des alten Disney-Films und der neue ARTE Film von 2016 überträgt die damalige Heilsbotschaft auf den "zukünftigen" Hoffnungsträger der Atomindustrie, auf den Flüssigsalzreaktor, den Thorium-Reaktor.

Produktplatzierung (engl. product placement),
gezielte, verdeckte Produktwerbung ist in öffentlich rechtlichen Medien eigentlich verpönt. Im ARTE-Film "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?" war tatsächlich keine Werbung versteckt. Der Film selber war ein einziger Werbespot, nur der Hinweis zu "Risiken und Nebenwirkungen" des beworbenen Produktes fehlte. Es wäre dumm, "ausgewogene" Filme zu fordern. Doch wenn wichtige Aspekte fehlen und eine Hochrisikotechnologie mit vorgeschobenen Öko-Argumenten schöngefilmt wird, dann ist das Greenwash.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident TRAS




Hier finden Sie mehr Infos & Hintergründe zu den Gefahren der Thorium Reaktoren







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  • 3) Im Zweifel ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.












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Dieser Artikel wurde 1528 mal gelesen und am 26.4.2019 zuletzt geändert.